Júlia Wéber - Immer ist alles schön

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Anais liebt ihre Mutter, sie liebt ihren Bruder Bruno und insgeheim auch Peter aus der Schule. Die Mutter sagt, das Leben sei eine Wucht, und dass sie gerne noch ein Glas Wein hätte. Denn es hält ihren Sehnsüchten nicht stand, das Leben, und die Männer halten ihrer Liebe nicht stand. Das Tanzen, das sie liebt, ist zum Tanz an der Stange vor den Männern geworden. Es ist nicht einfach, so ein Leben zu leben, sagt die Mutter, darum will sie noch ein Glas. Anais und Bruno versuchen sich und die Mutter zu schützen vor der Außenwelt, die in Gestalt von Mutters Männern mit Haaren auf der Brust in der Küche steht. Oder in der Gestalt von Peter, der ihre Wohnung seltsam findet und nichts anfangen kann mit den tausend, auf der Straße zusammenge-sammelten Dingen. In Gestalt eines Mannes vom Jugendamt, der viele Fragen stellt, sich Notizen macht, der Anais und Bruno betrachtet wie zu erforschendes Material, und in Gestalt einer Nachbarin, die im Treppenhaus lauscht. Je mehr diese Außenwelt in ihre eigene eindringt, desto mehr ziehen sich die Kinder in ihre Fantasie zurück.
«Immer ist alles schön» ist ein komisch-trauriger Roman, der mit leisem Humor eine eindrückliche Geschichte erzählt: von scheiternder Lebensfreude in einer geordneten Welt und davon, wie zwei Kinder versuchen, ihre eigene Logik dagegenzusetzen. Mit Anais und Bruno fügt Julia Weber der Literatur ein zutiefst berührendes Geschwisterpaar hinzu.

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War gut, sehr konzentriert, sagt Bruno und geht hinaus. Bei mir auch, sage ich.

Ich hatte nicht erwartet, dass Fred so viel am Stück spricht. Sein Gesicht scheint mir nicht fürs Sprechen gemacht. Es scheint mir vielmehr zu weich zu sein, als dass aus ihm ohne größte Anstrengung Worte hervorkommen könnten.

Ich schneide die Zwiebeln in Würfel, das Messer ist stumpf, also weine ich, und weil ich weinen muss, denke ich einen Mo­ment an Peter.

Ich denke an Peter, an die Möglichkeit eines Gesprächs, an die Möglichkeit eines gemeinsamen Moments, an die Möglichkeit von Chips essen auf dem Pausenhof hinter dem Tor nach der Schule und von Reden. Ich denke an die Möglichkeit, sein Gesicht zu berühren, vielleicht unter einem Vordach, wenn es regnet, wenn die Kleider feucht sind und es nach Regen auf warmem Boden riecht.

Weil wir später nahe beieinandersitzen, kann ich Fred riechen; er riecht nach Metall. Weil wir nahe beieinandersitzen, berühren sich unsere Beine unter dem Tisch, und die Scheibe läuft an. Ich male einen Pfeil aufs Glas, und Mutter trägt das rote Kleid mit den goldenen Knöpfen. Fred schiebt ein Messer in die Fische, teilt sie, nimmt die Gräten heraus, füttert uns mit den Fischwangen auf der Messerspitze. Wunderbar, sagt Mutter und beginnt zu leuchten. Wir drücken die Zitronenschnitze über den Fischstücken aus.

Weil wir nahe beieinandersitzen, reden wir über Liebeslieder, und mir schläft ein Bein ein. Weil wir nahe beieinandersitzen, sind die Gesichter von Mutter und Fred, wenn sie miteinander reden, beinahe in Berührung. Mutter legt ihre Arme abwechselnd um Bruno, Fred und mich.

Weil wir nahe beieinandersaßen, umarme ich Mutter, und ich umarme Fred. Mit der Zahnbürste im Mund versuche ich, ihnen zu sagen, dass es mir gefallen hat.

Fred schläft bei Mutter im Gold. Er schaut in unser Zimmer und sagt Gute Nacht. Er hat einen grünen Schlafanzug und eine grüne Zahnbürste mitgebracht. Am Morgen will Fred die Sachen bei uns vergessen, aber Mutter erinnert ihn.

Als ich Ballet tanzte, sagte Mutter, das sehe rührend aus.

Nenne es das Ungleichgewicht der Welt, sagte sie, und dann hatte sie Tränen in den Augen.

Das weiß ich noch, weil sie versuchte, die Tränen zurück in ihre Augen zu schieben, ich erinnere mich an das Drücken mit der Fingerkuppe in den Augenecken.

Als ich Ballett tanzte, sagte Mutter, wir sollen nicht trampeln und nicht schreien, wegen Frau Wendeburg.

Bruno schaute von seinem Buch auf.

Ich habe nicht geschrien, nicht einmal geredet. Ich bin generell ein sehr stilles Kind, sagte er. Du hast Glück, so ein stilles Kind zu haben, besonders da ich ein Junge bin. Und du hast auch Glück mit Anais, denn sie ist auch nicht viel lauter.

Mutter ging sofort rauchen, das weiß ich noch, weil sie nach dem Anzünden der Zigarette das Feuerzeug gegen die Scheibe warf. Ich erinnere mich an den Klang des Feuerzeugs an der Scheibe, dass die Scheibe heil blieb.

Und ich sehe Frau Wendeburg auf einer Bank neben dem Sandkasten sitzen, sie hat die eine Hand im Fell der Katze, die andere hat sie ungebraucht neben sich liegen. Sie weint, das kann ich vom Balkon aus erkennen, ich erkenne es daran, dass sie sich leicht über sich selbst beugt und wieder aufrichtet, wieder leicht nach vorne sinkt, sich wieder gerade macht. Dabei redet sie auf die Katze ein.

Neben ihr stehend, möchte ich etwas sagen. Ich möchte sagen, Frau Wendeburg, was ist es denn, was sie traurig macht? Oder ich möchte sagen, meine Mutter sagt immer, wenn man weinen kann, kann man sich glücklich schätzen, denn weinen können nicht alle. Ich möchte sagen, sie haben eine schöne Katze.

Ich setze mich neben sie, ihr Körper vibriert. Ein Kind geht leise und fremd über den Hof, im Baum bewegen sich wie gewohnt die Blätter. Sie machen ein Rauschen zu Frau Wendeburgs Vibration. An ihrem Finger ist ein goldener Ring, der im Sonnenlicht glänzt, und neben diesem Finger klebt ein Kaugummi rosarot. Neben dem Kaugummi sitzt ein Stinkkäfer. Ich nehme den Käfer auf meine Hand und lasse ihn auf Frau Wendeburgs gelben Wollärmel laufen. Die Häuser haben viele Augen. Wir sitzen hier, Frau Wendeburg und ich, ihre Traurigkeit und ihre Katze. Aus den vielen Augen schauen die Menschen vielleicht auf uns, und vielleicht denken sie etwas.

Frau Wendeburg, sage ich, Frau Wendeburg, was haben Sie denn?

Ach Kind, sagt sie.

Wir saßen im Imbiss, sagt sie, an der Ecke.

Ja, sage ich und frage, wer da saß.

Wir haben in die Dämmerung geschaut und haben geschwiegen, sagt sie. Wir saßen an diesem Tisch, er trug ein braunes Hemd, manchmal, Theodor zog seine Absätze über den Steinboden, weil er nervös war, als er mich endlich fragte.

Ach, was rede ich denn da? Geh doch spielen Kind, sagt Frau Wendeburg schnell und steht auf, bewegt die Hände, als wolle sie mich verscheuchen oder ihre Gedanken oder eine Wespe. Sie geht davon mit dem Käfer auf dem Wollärmel und der Katze im Arm. An einem der Fenster steht ein Mann. Er hat ein Hemd in allen Farben.

Ich stelle mir Frau Wendeburg vor, wie sie mit der schwarzen Schachtel in der Manteltasche aus dem Hof geht, die Straße hinunter, wie sie genau in der Mitte des Gehsteigs bleibt, wie es zu regnen beginnt. Wie sie sich in den Imbiss an der Ecke setzt, weil es regnet. Sie schaut in den Tag, aus dem Fenster, auf die nassen Regenschirme und Menschen, die Regentropfen auf den Schirmen, die nassen Hunde und Beine. Sie beobachtet Kinder im Regen und Frauen und Männer mit Einkaufstaschen. Sie schaut aus dem Fenster, in die Lichter der Innenstadt, in die Luft, die langsam blau wird. Sie sieht Stromleitungen und alte Zeitungen auf dem Boden liegen, Schuhe, die darübergehen.

Und sie denkt daran, wie sie damals an diesem Tisch gesessen hat, mit Theodor. Sie haben oft an diesem Tisch gesessen, und sie haben gemeinsam in den Regen, in die Dämmerung geschaut und geschwiegen.

Frau Wendeburg hat darauf gewartet, dass Theodor etwas sagte, aber er hat nichts gesagt, er hat mit einem Strohhalm gespielt. Er hat ihn um seinen Zeigefinger gewickelt, bis die Fingerbeere rot wurde, bis sie ihm den Strohhalm aus den Händen riss.

Das macht mich nervös, hat sie gesagt.

Würdest du mich endlich fragen, hat Frau Wendeburg gesagt.

Er sah sie an.

Ich möchte das.

Ich auch, hat er gesagt, ich auch.

Willst du mich heiraten?, hat er gefragt.

Ja, hat Frau Wendeburg gesagt, ja.

Dann hat sie ihn geküsst.

Frau Wendeburg verlässt den Imbiss, sie geht weiter mit ihren Gedanken an den Mann und mit der schwarzen Schachtel in der Hand.

Beim Öffnen der Tür klingeln kleine Glocken. Frau Wendeburg geht bis zum Ladentisch. Sie klappt die schwarze Schachtel auf und wieder zu und wieder auf und wieder zu.

Soll ich sie auffrischen?, fragt eine Dame, nimmt ihr die Ringe aus den Händen.

Frau Wendeburg setzt sich, entfernt ein letztes Katzenhaar von ihrem Strumpf und legt sich dann die Hände in den Schoß. Es sind ruhige Hände mit pfirsichfarbenen Flecken am Handrücken. Sie hört das Surren des Poliergeräts. Frau Wendeburg sieht ein Stück des weißen Hemdes der Verkäuferin, sitzt unter dem gelben Deckenlicht. Die Wände sind verspiegelt, der Schmuck in den verspiegelten Vitrinen glänzt, und der graue Teppich hätte ihre Geräusche geschluckt, aber ich stelle sie mir geräuschlos vor. Frau Wendeburg drückt ihre Fingerkuppen auf die Glastheke und die Fingerabdrücke lösen sich ganz langsam auf.

Schau, sagt sie.

Und ich stelle mir vor, dass sie Schau! gesagt hat zu ihm damals, als sie genau an dieser Theke saßen.

Schau!, hat sie gesagt und auf die von ihr gewählten Ringe gezeigt. Goldringe. Frau Wendeburg hat den einzugravierenden Text auf einen Zettel geschrieben. In Großbuchstaben, gut leserlich. Ruth und Theo. Der Mann hat still gesessen mit geradem Rücken, die schweren Hände auf seine Knie gelegt, das braune Hemd. Er hat genickt, und Frau Wendeburg hat lächelnd die schwarze Schachtel mit den Ringen entgegengenommen.

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