Dora Sakayan - Man treibt sie in die Wüste

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Noch am Hochzeitstag reisen im April 1915 der Bauingenieur Fritz Sigrist und die Krankenschwester Clara Hilty aus dem Schweizerischen Werdenberg in die südöstliche Türkei, wo Fritz seit 1910 beim Bau der Bagdadbahn arbeitet. Kurz nach ihrer Ankunft beginnen die armenischen Deportationen, Tausende und Abertausende von Armeniern ziehen unter ihrem Fenster vorbei, während sie oben in ihrem abgelegenen Häuschen ihren Alltag leben. Bei einem Besuch in Aleppo ist ihnen klar geworden, dass es sich um gezielte Todesmärsche handelt. Trotz Widerstand der Sigrist-Hiltys und anderer Ingenieure müssen sich bald auch die armenischen Facharbeiter an der Bagdadbahn diesen Todesmärschen anschließen. Nur vereinzelt gelingt Rettung, so verhelfen sie ihrem armenischen Magaziner Haig Aramian zu einer abenteuerlichen Flucht. Clara, die Tagebuch führt, dokumentiert die Gräuel in ihren Alltagsnotizen und schreibt einen Augenzeugenbericht, auch Fritz Sigrist verfasst Schriften dazu. Dora Sakayan hat die kurrentschriftlichen Dokumente transkribiert, akribisch aufgearbeitet und ins historische Geschehen der Zeit eingebettet. Mit Hilfe eines autobiografischen Buches von Haig Aramian erzählt sie zudem, wie das Ehepaar ihm das Leben gerettet hat.

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Clara hat ihr Fünfjahresbuch nicht lückenlos gefüllt. Ihren ersten Text trägt sie 1914 noch in der Schweiz ein, beginnt aber – abgesehen von einem Gedicht am 1. Januar und zwei flüchtigen Notizen im Juni 1914, in denen sie ihre Anstellung im Spital in Grabs aufzeichnet – erst im September 1914 mit ihrer Tagebuchführung. Im ganzen Tagebuch gibt es nur eine Seite, die vom 1. Januar, in der alle fünf Abschnitte belegt sind. Aber auch von September 1914 bis April 1915 ist sie noch nicht die eifrige Tagebuchschreiberin, wie wir sie in den folgenden drei Jahren in der Türkei kennenlernen werden. In diesen sieben Monaten gibt es nur gelegentliche und meist lakonische Ein-Satz-Notizen, und die meisten Abschnitte bleiben leer.

Clara weiß vom begrenzten Raum ihres Tagebuchs sehr gut Gebrauch zu machen. Sie bedient sich einer ganzen Reihe von Abkürzungen. Die Konjunktion ‹und› ist fast durchwegs durch das &-Zeichen ersetzt. Oft steht ein ‹f.› für ‹für›, ein ‹v.› für ‹vor› sowie ‹v.› oder ‹z.› für die jeweiligen Kasusverbindungen der Präpositionen ‹von› und ‹zu› und ähnliches mehr. Gelegentlich werden auch längere, aber bekannte Wörter gekürzt, kl. für klein, Schw. für Schwester und vieles mehr. Mit der Zeit eignet sie sich einen sparsamen, sachlich-deskriptiven Stil an, der ausdrucksvoll ist. Präzise Kurzsätze jeglicher Art – bald einzelne Nomen oder Infinitive, bald längere, doch meist elliptische Sätze – verschaffen dem Leser Zugang zu Claras Gedanken und Gemütsbewegungen.

Teils wegen des mangelnden Platzes, teils wegen Claras zurück­haltender Natur wird im Tagebuch – ausgenommen die Seiten, wo es um ihren Erstling Karlfrideli geht – nicht viel Persönliches und Intimes festgehalten. Auch sind Werturteile selten. Nur an zwei Stellen ihrer ganzen Tagebuchführung kann sie nicht umhin, die Grenzen des ihr zugeteilten engen Raums zu sprengen, um ihrem Herzen Luft zu machen. Sie ist dann auf den Anhang des Tagebuchs angewiesen, wo ihr einige leere Seiten unter der Überschrift «Memorandum» zur Verfügung stehen. Dort nimmt sie sich die Freiheit und hat auch genug Platz, Dinge offen und eingehend anzusprechen. Sie greift auf ihre Einträge vom 21. Januar 1916 und vom 17. Juni 1916 zurück, erweitert den einen und schreibt den anderen Eintrag neu. Hier lässt sie als Augenzeugin ihrer Feder freien Lauf und prangert den moralischen Verfall türkischer Machthaber an. Dabei handelt es sich um Gewalttaten nicht nur gegen Armenier. In der ersten Episode beschreibt Clara als Augenzeugin eine «Bastonnade», eine mittelalterliche Strafe des Orients, die unter ihrem Fenster von einem türkischen Offizier seiner eigenen Mannschaft gegenüber angewandt wird. Die Soldaten, die dieser körper­lichen Züchtigung unterzogen wurden, hatten es gewagt, Krankheitsurlaub zu beantragen.

Die zweite Episode schildert, welcher unmenschlichen Behandlung der Polizeichef, der «Henkersknecht», wie Clara ihn nennt, eine kleine Gruppe von schwerkranken armenischen Frauen und Kleinkindern aussetzt. Clara und Fritz, nachdem sie der Gruppe Brot und Wasser verabreichen ließen, sind nun «präsent» bei der Gruppe und wollen helfen. Eine unverzügliche Hospitalisierung dieser armen Menschen ist erforderlich, und Fritz lässt für deren Transport Tragtiere kommen. Doch der türkische Polizeichef, der gerade vorbeikommt, schickt die Tragtiere weg. «Leute, die nicht 10 Schritte gehen können ohne umzusinken», schreibt Clara am 17. Juni 1916,«[will] man zum Aufbruch zwingen», damit sie sich zu Fuß zum Hospital schleppen. Erschüttert angesichts der Un­mensch­lichkeit, die «das eigene Herz in grausamer Wirklichkeit erlebt», wird Clara hier sehr kritisch, und erst an dieser Stelle wird es dem Leser bewusst, wie zurückhaltend die Autorin ansonsten ist.

Clara bedient sich der üblichen Handschrift ihrer Zeit, der Kur­rentschrift oder der «gotischen Handschrift» mit fließenden Abgrenzungen und ineinander verschlungenen Schriftzeichen. Ihre geradezu kalligrafische Handschrift der Briefe und des Augenzeugenberichts erweckt in ihrer schönen Gleichmäßigkeit den Eindruck einer gebildeten, organisierten und gepflegten Persönlichkeit. Das Tagebuch bietet meist ein anderes Bild: Die Zeilen, in al­ler Eile eingetragen, sind unregelmäßiger, schwieriger zu entziffern oder gar unleserlich. Aber der Aufwand für die mühsame Entzifferung erwies sich in jeder Hinsicht als lohnenswert, denn Claras Tagebuch ist ein historisch wichtiges Dokument, das mit dem Fortschreiten der Zeit immer schwieriger zu verstehen sein wird.

Claras Sprache ist das Schweizer Hochdeutsch mit einer gewissen Beimischung mundartlicher Formen, die ihrem Stil eine angenehme persönliche Note verleihen. Helvetismen wie Morgenessen oder Zmorgen für Frühstück, Znüni für Pausenbrot und Nachtessen oder Znacht für Abendessen sind gemeinsprachlich verständlich. Der durch Häufigkeit auffallende Gebrauch von Diminutiva mit dem Verkleinerungssuffix -li oder -i hat einen volkstümlichen Klang. Gewöhnliche Alltagswörter hören sich gut an, und Wörter wie Hüsli für Haus, Weibli oder Fraueli für Frau, Büdeli für Bude müssen nicht unbedingt gefühlsbetont sein, doch wir schließen von ihnen auf Claras gute Stimmung. An anderer Stelle reflektieren solche Formen Gefühle der Intimität und Zärtlichkeit, bei Büebli für Bube, Schätzli für Schatz, s’Müetti für Mutter, Margelchöpfli für ihren Lieblingsberg Margelkopf und so weiter. Ein Satz wie «Jörgli erkennt sein Tanteli» ist gefühlsgeladen. Dass Diminutiva bei Clara eine lebensbejahende, positive Bedeutung haben, ist daraus zu erkennen, dass diese kaum in Einträgen vorkommen, in denen sie düstere Bilder, wie etwa die des Genozids, schildert.

Selbst bei hastigem Notieren fließt die Sprache und ist orthografisch einwandfrei. Fast keine Flüchtigkeitsfehler, so gut wie keine Korrekturen. Besonders beeindruckend ist bei ihr die orthografische Korrektheit der vielen Orts- und Personennamen. Vor Personennamen führt sie meist die zugehörige Grad-, Amts- und Berufsbezeichnung an, die bei wiederholtem Gebrauch unverändert bleibt: Oberingenieur Winkler, Oberstleutnant Böttrich, Dr. Kant, Nilquellenerforscher, Prof. Kirchner, deutscher Archäologe, Oberstabsarzt Dr. Schacht, General Falkenhayn, Baron v. Op­pen­heim, Nuri Bey, Abgeordneter Abdul Rahman Pascha, Oberstleutnant, Ge­neralstabschef Kretschmar, Etappenmajor Hilfiker, Direktor Ha­senfratz usw. Diese Tatsache hat mir die Suche nach den Namen dieser Persönlichkeiten in der einschlägigen Literatur sowie im Internet sehr erleichtert.

Beim Entziffern der Einträge hat mich noch etwas überrascht: Bei Personennamen bedient sich Clara statt der Kurrentschrift der Lateinschrift, und zwar konsequent, was mir viel Mühe erspart hat. Das warf für mich anfangs viele Fragen auf: Hat sie sicherstellen wollen, dass alle Eigennamen unbedingt leserlich sind? Wusste sie, dass sie für die Nachwelt schrieb? Inwieweit war ihr die Bedeutung dieses Tagebuchs bewusst? Erst neulich erfuhr ich, dass man in jenen Zeiten häufig in einem kurrentschriftlichen Text bei Eigennamen die Lateinschrift gebrauchte.

Verlobung, Hochzeit und Hochzeitsreise

Wie knapp auch immer Ihre Notizen sind, Clara ist eine gute Erzählerin, und man kann ihrem mehrjährigen Tagebuch eine in sich stimmige Schilderung eines Lebensabschnitts entnehmen.

Im September 1914 lernte Clara durch ihre Freundin Lis deren charmanten Bruder kennen, Bauingenieur Fritz Sigrist, und im September 1914 begann sie auch, Tagebuch zu führen.22 Am 6. September lesen wir einen einzigen Satz: «Lis und Herr Sigrist bei uns im Hüsli.» Wie die meisten Tagebuchschreiber – man glaubt ja, nur für sich zu schreiben – deutet Clara bloß an, und erst aufgrund ihrer Biografie können wir heute aus ihren knappen Aufzeich­nun­gen auf die Zusammenhänge schließen. Und so schlussfolgern wir, dass in jenen Tagen Fritz um Clara warb und dass es ihr schwerfiel, sich zu entscheiden. «Von Zögern und Zagen ist zerris­sen der Sinn», heißt es in einer Liedstrophe, die sie am 8. September 1914 einträgt. Tage darauf ist stichwortartig von zwei Briefen von «Herrn Sigrist» die Rede, und Clara scheint von ihrem Inhalt nicht sonderlich erbaut zu sein. Kein Wort darüber, worum es ging oder was sie ins Wanken brachte. Aber auch hier ist es aufgrund unserer heutigen Kenntnisse nicht schwer, Vermutungen anzustellen. Es ging wohl um die Anstellung des Bauingenieurs Fritz Sigrist, der von 1910 bis 1914 beim Bau der Bagdadbahn in der Türkei tätig gewesen war und dessen Vertrag für das Jahr 1915 erneuert worden war. Fritz sollte bald wieder in die Türkei zurückreisen, und im Falle einer Eheschließung hätte Clara ihm folgen müssen.

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