Bettina Gugger - Ministerium der Liebe

Здесь есть возможность читать онлайн «Bettina Gugger - Ministerium der Liebe» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ministerium der Liebe: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ministerium der Liebe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Ministerium der Liebe vereint vierzehn «short cuts», die sich um Liebe, Erotik, Kunst und Zauberei drehen, wobei die Protagonisten über die einzelnen Texte hinweg miteinander verbunden sind. Da ist ein junger Museumsangestellter, der auf einem Campingplatz für Aussteiger am Bielersee auf einen gescheiterten Kunsthistoriker trifft, der wiederum einer unglücklichen Servicemitarbeiterin im Berner Oberland zur Flucht verhilft.
An anderer Stelle sorgt ein unter Zwangs-handlungen leidender Briefträger dafür, dass der getürmte Juniorwirt von seinem Ru-mänientrip nach Hause zurückkehrt.
Das Beziehungsgeflecht offenbart Witziges, Romantisches, Surreales, Abgründiges und Frivoles.

Ministerium der Liebe — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ministerium der Liebe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Mikesch hatte die ganze Zeit über draussen gewartet. Er hatte sich in einem merkwürdig schlafwandlerischen Zustand befunden. Vollgepumpt mit Automatenkaffee, eine Zigarette nach der nächsten rauchend.

Als Mikesch schliesslich bei ihr war und den Bub auf ihren Bauch legte, schüttelte sie den Kopf. Warum sollte das ihr Kind sein? Sie versuchte das Kind zu stillen, musste der Hebamme aber bald mitteilen, dass sie das nicht könne. Es würde sie wütend machen. Sie schaute das Kind an und war fest davon überzeugt, dass es sich um eine Verwechslung handeln musste. Sonst würde sie doch etwas empfinden für dieses Baby, für ihren Sohn. Aber sie fühlte nichts. Nichts. Ausserdem: Wut. Wut, dass ihr diese unglaublichen Schmerzen angetan wurden. Dann hatte sie noch zu viel Blut in der Gebärmutter, und erneut wurde an ihr rumgedrückt. Als sie aufstehen durfte, floss das Blut nur so an ihr hinunter. Sie fühlte sich vernichtet, jeglicher Würde beraubt.

Mikesch streichelte ihr Gesicht, sagte: «Du hast es hinter dir, du warst so tapfer!»

Und sie stöhnte: «Gar nichts habe ich hinter mir. Ich habe Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen.»

Als sie endlich nach Hause durfte, hatte sie nur einen Wunsch: So schnell wie möglich zu vergessen. Sie goss sich in der Küche ein Glas Whiskey ein. Mikesch hielt das Kind auf dem Arm und schaute sie mit traurigen Augen an.

«Schau nicht so», sagte sie. «Kannst du dir vorstellen, was ich durchgemacht habe? Nein, kannst du nicht!»

In den darauffolgenden Tagen kümmerte sich Mikesch um das Kind und um Nathalie, die sich wegen der Narbe kaum bewegen durfte.

Sie wollte das Kind nicht an sich nehmen und meinte bloss: «Noch nicht.»

Mikesch bat seine Mutter um Hilfe. Diese meinte aber, sie könne auf die Schnelle nicht weg, ausserdem sei eine Reise vom Graubünden nach Bern für sie im Moment körperlich nicht machbar. Sie sagte bloss, dass niemand Kinder haben würde, wenn man im Voraus wüsste, was auf einen zukäme. Die erste Woche sei, mal ganz abgesehen von der Geburt, die schlimmste, «der reine Horror», sagte sie. Aber Gott sei Dank würde das Hirn schnell vergessen, sonst, wie gesagt, wäre die menschliche Spezies längst ausgestorben. Er solle Nathalie Zeit lassen. Sie hätte eine Wochenbettdepression, aber auch das ginge vorbei.

Mikesch telefonierte mit Nathalies Hebamme, um den Therapieverlauf zu besprechen. Sie nahm kein Blatt vor den Mund. Die Worte hallten in seinem Kopf nach: «Schweres Trauma.»

Einen Tag, nachdem Nathalie die Fäden der Operationsnarbe entfernt wurden, war sie weg. Mikesch war mit dem Kind nur kurz draussen gewesen, um Windeln zu kaufen. Als er die Tür der Wohnung öffnete, wusste er gleich, dass etwas anders war. Ihre Jacke war weg. Ihre Schuhe waren weg, und zwar nicht nur die Turnschuhe, die sie in den letzten Wochen getragen hatte. Auch die Dr.-Martens-Stiefel. Reflexartig ging er zur Kommode, worin sich ihre Unterwäsche befand. Sie war halb leer. Er ging weiter zum Schrank. Der Tramper war weg.

Panik stieg in ihm hoch. Hätte sie den Rollkoffer genommen, wäre sie sicherlich zu ihrer Mutter oder Schwester gefahren. Vielleicht zu einer ihrer Freundinnen. Die hatte ihm gesagt, dass er nun sehr viel Geduld bräuchte. Sobald sie aufnahmefähig sei, solle er eine Therapie thematisieren. Je eher, desto besser. Er hatte sich im Internet verschiedene Angebote angeschaut. Dabei war er auf eine Tiefenpsychologin gestossen, die einen spirituellen Ansatz verfolgte.

Nach drei Tagen gab er eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf. Der Beamte gab ihm jedoch gleich zu verstehen, dass er sich nicht zu viele Hoffnungen machen sollte.

«Wohin sie auch gegangen sein mag», sagte der Beamte, «sie scheint freiwillig gegangen zu sein.»

Absurderweise war es dieser Satz, der ihm in den darauffolgenden Wochen Kraft gab. Sie konnte das Kind nicht annehmen. Sie wollte auch mit ihm nicht mehr zusammen sein. Sie hatte ihn ganz einfach mit dem Kind sitzen gelassen.

Ein halbes Jahr verging, ohne dass Mikesch wusste, ob sich Nathalie etwas angetan hatte, ob sie überhaupt noch lebte. Schliesslich kam ein Brief. Dem Poststempel nach zu urteilen, aus Indien. Er fragte sich, ob sie ihre Flucht vielleicht schon vor der Entbindung geplant hatte. Mittlerweile traute er ihr alles zu. Aber das würde wohl auch nicht im Brief stehen, dachte er. Er erinnerte sich an ein Ritual, auf das er damals bei der Recherche nach geeigneten Therapien für Nathalie gestossen war.

Den Frauen wurde nahegelegt, ihren Schmerz niederzuschreiben, als Brief an sich selber gerichtet, und ihn anschliessend zu verbrennen, damit sich der Schmerz auflösen konnte.

Er zündete ein Streichholz an, um sie von ihren Qualen zu erlösen. Mit Stanislaus auf dem Arm schaute er zu, wie der Brief im Spülbecken Feuer fing.

In der Restaurierung

Endlich hatte er Urlaub! Das neue Sicherheitssystem hatte Daniel den letzten Nerv gekostet. Gestern piepste der Dürer, heute ging der Alarm bei Van Gogh los, als ob die Gemälde untereinander Morsebotschaften austauschten. Angesichts dieses Desasters könnte dem dümmsten aller Kleinkriminellen der Kunstraub des Jahrhunderts gelingen. Zumal auch die Frau an der Kasse nicht die Aufmerksamkeit in Person war. Lara war ihres Zeichens selbst Künstlerin. Sie war mit einer Verpeiltheit gesegnet, die hundert Meter weit ausstrahlte, gleich einem Störsender, der die allgemeine Ordnung durcheinander brachte. Eine kolossale Verwirrtheit, die anscheinend heutzutage an Kunsthochschulen zum Lehrplan gehörte. Lara, Lara, Lara. Sprach er ihren Namen ein paar Mal hintereinander aus, machte sie ihn besoffen. Lara Lala, die ihr verschwenderisches Dekolleté mit einem Hauch zu viel Zitronenduft besprenkelte.

Selber roch sie das wahrscheinlich gar nicht, weil sie viel rauchte. Schaute er sie länger als zwei Sekunden an, wurde ihm überall ein bisschen enger. Wurde ihm sehr eng, machte er sie auf Mängel im Kassenbereich aufmerksam, um sich etwas Raum zu verschaffen. Sie kniff dann jeweils das linke Auge zusammen und sagte: «Yes, Sir!», wodurch sie seine ganze Anstrengung zunichtemachte.

Nun würde er also zehn Tage Ruhe haben, mochte der Richter zu spät von der Restaurierung kommen, das war ihm gerade herzlich egal. Eine ältere Dame hatte aufgrund der mörderischen Hitze in diesem Sommer einen Kreislaufkollaps erlitten und war dabei gegen das Gemälde geknallt, wodurch sich Fünfliber-gross die Farbschicht vom Bild gelöst hatte.

Die Dame hatte natürlich viel zu wenig getrunken, wie sich später herausstellte, was für die Versicherung relevant war, um einen Vorsatz auszuschliessen.

«Bitte schön, die Dame war achtzig. Welche achtzigjährige Dame demoliert vorsätzlich einen Richter?», hatte er zu Lara Lala gesagt, da das Museum Unsummen für die Versicherung ausgab, diese aber beim winzigsten Kratzer Anstalten machte.

«Stell dir vor, die Dame war eine ehemalige Kollegin aus Studienzeiten», sagte Lara schulterzuckend. «Richter hat ihr diese eine Idee geklaut, mit der seine Karriere ins Laufen kam: ‹Abendmahl mit Picasso›, hingepinselt in der Mensa der Dresdner Akademie, und da hatte er noch nicht mal sein Vordiplom.» Daniel schaute Lara verwirrt an. «Ein Jahr darauf hat er ein Wandbild im Dresdner Hygienemuseum gemalt. Das mit der Kollegin habe ich spontan hinzugedichtet. Was ich damit sagen will: Ältere Damen treten immer nur als liebe Omas in Erscheinung. Das ist doch komisch. Die Männer aber bleiben immer Herren.»

Daniel konnte Laras Logik nicht ganz folgen. Aber er ahnte, dass sich Lara regelmässig in ihren Fantasien verlor, da sie nicht bereit war, Tatsachen unhinterfragt hinzunehmen.

Sie suchte ständig nach der Ausnahme, nach dem Regelverstoss und den wahren Gründen dahinter. Sie erinnerte ihn an seine Tochter, die ihn als Kind mit ihrer endlosen Fragerei oft an seine Grenzen gebracht hatte.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ministerium der Liebe»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ministerium der Liebe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Ministerium der Liebe»

Обсуждение, отзывы о книге «Ministerium der Liebe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x