Der Mann besaß auch einige Sklaven und in seiner Güte behandelte er diese wie seine eigenen Kinder, und diese lebten in großem Glück und Zufriedenheit. Einige andere Menschen, die sich vergeblich abplagten, ohne ihr Glück zu finden, blickten neidisch auf diese, und eines Tages kam ein Mann auf eine spontane und verwegene Idee. Er fragte den reichen Mann, der diese übernatürlichen Gaben hatte: “Würdest du mich genauso bevorzugt behandeln, wenn ich dein Sklave wäre?” Und als die Antwort ja lautete, setzte er hinzu: “Gut, hiermit schenke ich mich dir, somit bin ich dein Sklave.”
Als sie sahen, dass das tatsächlich zum Erfolg führte, weil der Mann den neuen Sklaven tatsächlich wie einen Sohn behandelte und beschenkte und ihm zu Glück und Zufriedenheit verhalf, ahmten auch andere Menschen dieses nach und fanden dadurch ebenfalls Glück, Zufriedenheit und innere Ruhe. Die meisten Menschen allerdings ärgerten sich über diese Sache, weil sie glaubten, ihr Glück alleine finden zu müssen. Sie verspotteten die Sklaven und nannten sie Unfreie und Zwangsarbeiter, aber diese lächelten nur darüber. Weil die anderen Menschen aber im Grunde dennoch irgendwie spürten, dass die freiwilligen Sklaven tatsächlich sehr glücklich waren und letztlich viel freier als sie selbst, begannen viele, sie sogar zu hassen, und sie sprachen untereinander: “Diese Menschen sind gar nicht glücklich, sie heucheln nur.”
(Wer Gottes „Sklave“ und Kind geworden ist, den behütet er wie ein Vater oder eine Mutter, den erzieht er aber auch zum Guten. Und wenn das nicht anders möglich ist, auch mit Gewalt, damit das Kind keinen Schaden erleidet.)
Der Weinbergbesitzer und die Pächter
Ein mit der Zeit zu ansehnlichem Reichtum gelangter Weinbauer war in die Jahre gekommen und wollte sich zur Ruhe setzen. Damit seine Nachfolger gut zurechtkämen, investierte er in seinem letzten Jahr kräftig, ließ die Weinkeller renovieren, baute einen neuen, großen Weinkelter zum Auspressen der Trauben, erneuerte Mauern, Zäune und Gebäude. Dann vermietete er das Anwesen und zog sich mit seinem Fahrer, seinem Verwalter und einem Hausmädchen in sein großes Stadthaus zurück. Nach der nächsten Ernte, die reichlich ausgefallen war, schickte der Mann seinen Fahrer zu dem Weingut, um an die noch ausstehende Jahrespacht zu erinnern. Die Mieter aber reagierten patzig, der Streit eskalierte, es kam zu einem Handgemenge und die Mieter verprügelten den Fahrer.
Der Weinbauer war entsetzt. Er dachte sich aber: “Vielleicht hat der Fahrer irgendetwas Grobes gesagt, deshalb will ich lieber mein Hausmädchen schicken. Sie ist eine so liebe und sanfte Person, sie wird wohl kaum grob behandelt werden.” Die Mieter aber spotteten darüber, dass der Besitzer ein einfaches Hausmädchen schickte, misshandelten und vergewaltigten es und schickten es blutig und mit zerrissenen Kleidern heim.
Da sagte der Mann sich, dass er den Verwalter persönlich schicken müsse. Dieser ehrenwerte und studierte Mann würde ganz anders behandelt werden. So machte sich dieser trotz seines hohen Alters auf, um in Erfahrung zu bringen, aus welchem Grund die Mieter nicht zahlten. Die Mieter aber ergriffen den Greis ebenfalls und misshandelten ihn so sehr, dass er verstarb.
Da wurde der Weinbauer sehr traurig und sagte sich: “Ich würde gerne persönlich dorthin gehen, um mit den Mietern zu sprechen, aber ich bin alt und mein Fahrer ist immer noch verletzt.”
So rief er seinen Sohn an, der in einer benachbarten Stadt wohnte, und bat ihn, auf dem Weingut nach dem Rechten zu sehen. Der Weinbauer wusste, dass man seinem Sohn nichts tun würde, da die Familie durch ihren Reichtum und Einfluss sehr geehrt war und es ein Riesenskandal wäre, wenn jemand seinem Sohn etwas zuleide täte. Aber die Mieter waren so unbedacht und aggressiv, dass sie auch den Sohn erschlugen. “Jetzt hat der Weinbauer niemanden mehr, den er uns schicken kann”, freuten sie sich sogar noch. “Damit gehört das Weingut nun praktisch uns selbst!” Der Weinbauer aber rief die Polizei an. Und diese umzingelte das Weingut mit einer Hundertschaft, verhaftete alle Frauen und Männer, und deren Kinder landeten in Waisenheimen.
So führte Jesus seinen Zuhörern vor Augen, wie Gott in seiner Langmut Propheten schickt, die misshandelt werden, dann seinen Sohn schickt, der sogar getötet wird und so schließlich gezwungen ist, ein großes Kriegsheer gegen die aufmüpfigen Bewohner in seinem Land herbeizurufen, damit diese endlich ihr Unrecht erkennen. (Original in Matthäus, 21, 33ff)
Die Schlampe (Hesekiel 16)
Es war einmal in grauer Vorzeit, als im Lande Israel, damals noch Kanaan genannt, noch verschiedene Stämme lebten, dass ein Jüngling aus dem Stamm der Amoriter ein Mädchen aus dem Stamme der Hethiter liebte. Sie trafen sich immer heimlich in einem Wald. Bald darauf wurde das Mädchen schwanger. Da bekam es große Angst und als der Bauch so dick wurde, dass er nicht mehr zu verheimlichen war, verließ sie ihren Stamm und versteckte sich im Wald. Als das Baby zur Welt kam, wollte die Mutter es nicht behalten. Der Vater hatte ebenfalls kein Interesse, als er sah, dass es “nur” ein Mädchen war. So machten sie sich nicht einmal die Mühe, die Nabelschnur sauber abzunabeln, sondern warfen das blutige Bündel so, wie es war, ins Gebüsch und machten sich davon. Die Mutter kehrte zu ihrem Stamm zurück und erfand eine Geschichte, um ihr langes Fernbleiben zu erklären.
Kurz darauf kam ein Junge auf einem hübschen Pferd an dem Gebüsch vorbei und er kümmerte sich um das Baby. Er konnte es leider nicht mit nach Hause nehmen, da sein Vater sehr streng war, aber er kam jeden Tag mehrfach vorbei, um dem Mädchen Milch zu geben, es zu säubern und alles für es zu machen. Das Baby wuchs zu einem richtigen, schlanken, kleinen Waldmädchen heran, das immer selbstständiger wurde. Der Junge brauchte nun nicht mehr häufig vorbeizukommen. Dann kam er eines Tages nach einer recht langen Pause wieder einmal in den Wald und plötzlich sah er das Mädchen mit ganz anderen Augen. Es ging nackt wie die Indios oder andere Waldmenschen, aber seine jungen Brüste waren so zart und lockend, dass der Junge, der inzwischen eigentlich schon ein junger Mann war, ein ganz trockenes Gefühl im Hals bekam. Dann nahm er das Mädchen mit sich auf sein Pferd. Es stellte sich heraus, dass der Junge ein Prinz war. Sein strenger Vater war gerade gestorben und nun konnte er das Mädchen unbesorgt mit nach Hause nehmen. Da er nun König war, wurde das Waldmädchen seine auserwählte Königin.
Als das Mädchen jedoch die vielen Ritter sah, die am Hofe verkehrten, überkam es große Lust, sich auch diesen Männern hinzugeben. Bald war ihr Schlafzimmer bekannt wie das Atelier einer Nutte, und da die Königin nie genug kriegen konnte, trieb sie es schließlich sogar mit einfachen Soldaten. Da sie aber gehört hatte, das assyrische Männer besonders gut bestückt sein sollen, lockte sie auch assyrische Offiziere, die am Hofe weilten, in ihre Schlafzimmer. Später trieb sie es auch mit Ägyptern, Philistern, Syrern und vielen anderen. Der König war schon mehrfach dahintergekommen und hatte die Königin zur Rede gestellt und bestraft, aber immer wieder ihr verziehen, wenn sie dann bitterlich geweint, Reue gezeigt und gefleht hatte. Aber stets hatte die Königin schon nach kürzester Zeit von neuem mit ihrem Treiben begonnen, das den König entehrte und zum Gespött machte. Da geriet dieser so sehr in Wut, dass er zu der jungen Frau sagte: “Da du es anscheinend so sehr liebst, mit Philistern, Ägypten usw. zusammen zu sein und dich ihnen wie eine kostenlose Prostituierte anbietest, werde ich dich ihnen überlassen.”
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