»Ja sie sagte, dass Herri Freitag den Maler das Haus verboten hat«, gab ich zu.
»Ich frage mich, ob der Maler und Betty Freitag etwas miteinander haben«, fragte Stein flüsternd, »es sieht so aus. Was meinen Sie?«
»Ich würde das nicht behaupten. Nicht Betty sie ist ein flatternder Spatz ganz niedlich aber wenig fesselnd. Der Maler ist mehr der Eichelhäher Typ exotisch und selten, würde ich sagen.«
Budrow verglich gerne Menschen mit Tieren, in seinen Augen war ich ein ungeselliger einzelgängerischer Fischreiher.
»Aber Herri Freitag …«
»Er ist dumm! Er macht nicht nur einen dummen Eindruck, sondern er ist ein Dummkopf! Er hat jedes Buch nur zur Hälfte gelesen und das, was er in seinem kleinen Hirn behalten hat, noch zu einem Mischmasch verwoben, der Mann ist ein Idiot«, sagte Budrow und schnitt jeden Einwand ab.
Onkel Tata erhob sich und brachte zur Feier des Tages, wie er sagte, eine Flasche Riesling. Die Herren stellten bei ihrem Glas herben Wein fest, dass erstaunlich viele störende junge Menschen in Kreuzberg versammelt waren.
»Die sollten bloß nicht auf die Idee kommen und abends Pogo Konzerte geben oder dieses grässliche Kartenspiel Poker spielen. Ich kenne es aus meiner Jugend, kaum spielen die Poker miteinander, schon gibt es Mord und Totschlag und davon gibt es draußen bereits genug«, erklärte Budrow kategorisch.
Ich nickte, Zustimmung heuchelnd zu. Frau Spiegel die sich bewundert vorkam wie die Geliebte des Sonnengottes fuhr ungeachtete des mangelnden Interesses ihrer Sitznachbarn fort zu schnattern: »Als ich im letzten Jahr in Frankreich war, hatten sie dort keinen Saarriesling. Davon haben diese Barbaren noch nie gehört.«
Sie Trank den letzten Rest ihres Glases und rollte die saure Flüssigkeit genießerisch im Mund hin und her und blickte sich um.
»Die arme Frau Freitag kann einem leidtun, ein rosiges freundliches Geschöpf in der Hand dieses Fieslings«, seufzte sie.
»Er hat Geld wie Heu«, sagte Stein unsicher und fügte im Tonfall einer Lüge hinzu, »natürlich bedeutet Geld nicht alles.«
»Ganz gewiss nicht«, bestätigte Onkel Tata und alle kicherten. Seufzend erhob sich Tata unter einem Ächzen.
»Rheuma! Zeit für eine neue Flasche auf einem Bein kann man nicht stehen«, erklärte er.
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