Denn die Bemühungen der USA – und auch das zeigt McCoy in seinem Buch –, die aus dem Ruder gelaufene Heroinproduktion nach dem Abschluss der verdeckten militärischen Operationen zu unterbinden, schlagen in der Regel fehl: Die lokalen Drogenkartelle sind meist mächtig genug sich zu widersetzen, etwa durch eine flexible Verlagerung der Anbaugebiete oder durch Bestechung der korrupten Politiker in ihrer Heimat. So verharrt die Verbreitung von Drogen auf hohem Niveau, mit weltweiten katastrophalen Konsequenzen:
Während der 1990er Jahre speiste die stark steigende afghanische Opiumernte einen internationalen Schmuggel, der Zentralasien, Russland und Europa zu einem riesigen illegalen Markt für Waffen, Drogen und Geldwäsche verknüpfte: Die Drogen flossen aus Afghanistan Richtung Westen nach Europa; Waffen und Geld strömten nach Osten zurück (…) Wo immer dieser unsichtbare Handel Etappe machte, um das Rauschgift zu verarbeiten, zu verpacken oder zu tauschen, verästelte sich das illegale Geschäft rasch und förderte Korruption, Massensucht und HIV-Infektionen. Durch die Alchemie des Kapitalismus entstanden allenthalben Mafiaorganisationen, bewaffnete ethnische Separatisten und eine Kultur der Kriminalität.
Alfred McCoys Buch „Die CIA und das Heroin“, das in den USA erstmals 1972 erschien, gilt längst als Klassiker, der jetzt aktualisiert in deutscher Übersetzung vorliegt. Vor über vierzig Jahren wäre es der CIA beinahe gelungen, eine Veröffentlichung des Buches zu verhindern. Inzwischen ist McCoy ein hoch angesehener Hochschullehrer, der mehrfach als Experte in staatlichen Untersuchungskommissionen zur Verstrickung der CIA in den internationalen Drogenhandel befragt wurde.
Meine einstmals umstrittene These über die Komplizenschaft der CIA im Drogenhandel, die sich aus ihrer engen Zusammenarbeit mit mächtigen Drogenbaronen ergibt, wird von den eigenen Quellen des Geheimdienstes und, wichtiger noch, von der Geschichte selbst untermauert.
Die Alleingänge der CIA sabotierten die US-Außenpolitik
An mehreren Stellen weist der Autor zudem nach, wie sehr sich die CIA mit ihrer Drogenpolitik in Alleingänge verstrickte, die die offizielle Washingtoner Agenda sabotierten:
Indem sie geflissentlich den Drogenhandel ihrer geheimen Bundesgenossen übersah, verletzte die CIA das US-Geheimdienstgesetz und spätere Regierungsdirektiven, die von ihr Informationen zur Unterstützung der Drogenkriege verlangten.
Alfred McCoy beschreibt äußerst detailliert, anschaulich und kenntnisreich die fatalen Irrtümer der CIA-Drogenpolitik. Bei der Lektüre begegnen dem Leser berühmt-berüchtigte Stichworte wie „Medellin-Kartell“, „Iran-Contra-Affäre“ oder „French Connection“, um nur einige zu nennen. In ausführlichen Exkursen, etwa unter dem Titel „Eine kleine Geschichte des Heroins“ liefert der Autor zahllose vertiefende Informationen über sein akademisches Lebensthema, das ihn seit gut einem halben Jahrhundert nicht loslässt. Es ist sein bleibendes Verdienst, dass er diese dunkle Seite einer völlig verfehlten amerikanischen Geheimdienst-Politik ausleuchtet.
Mafia, Geheimdienste und Politik der USA
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• 10/00-9/2001
• 10/2001-2006
Diese Chronik behandelt die Geschichte des Organisierten Verbrechens und der
Geheimdienste in den USA sowie deren Einflüsse auf die Politik.
Schwerpunkte bilden:
-die Präsidentschaften von John F. Kennedy, Richard Nixon, George Bush sen. und jun;
-die Ermordungen von John und Robert Kennedy, Marilyn Monroe und Martin Luther King;
-die Mafia in Chicago, Louisiana und New York;
-die Aktivitäten von CIA, FBI, NSA, Secret Service und der Militärgeheimdienste;
-die Kriege gegen Korea, Kuba, Vietnam, den Irak und Afghanistan;
-der 1 1 .September 2001 und der amerikanische Staatsterrorismus.
Zudem gibt es viele weitere Informationen zu relevanten, zeitlich angeordneten
Ereignissen.
Zu Beginn der jeweiligen Abschnitte sind die Stichworte und
Personen angegeben, die behandelt werden und mit den Links schnell gefunden
werden können.
Quellen
I Für eine vertiefte Beschäftigung mit dem jeweiligen Ereignis, Akteur oder Land habe
IlTheaterstück-l ich ^' e verwenc| eten Quellen angegeben und in einem
Expose
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zusammengefasst.
Diese Chronik ist die Zusammenfassung meiner Recherchen für das Theaterstück
, die ich weitergeführt und aktualisiert habe.
Last update 22. Februar 2006
Mafia, Geheimdienste und Politik der USA
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1:1865-1
Die wichtigsten Themen der einzelnen Abschnitte sind:
Die Entstehung und Konsolidierung der Mafia sowie die
Karrieren von J. Edgar Hoover, Prescott Bush und Joe Kennedy.
Die Kooperation von Armee, Geheimdienste, Industrie, Mafia,
Faschisten und Vatikan im 2. Weltkrieg und danach.
9:7/64-9/68
10:10/68-8/7 '
1 1 :9/74-8/8(
12:9/80-9/8?
13:10/88-9/0(
14:10/00-9/0 -
15:1 0/01 -20(
Quellen
.eaterstück:
Kontakt:
Mafia, Nixon und den Faschisten.
Die Mafia-Unterstützung für Kennedy und Nixon, die Revolution
in Kuba und die Interventionen der CIA.
Das erste Jahr der Präsidentschaft Kennedys: Aussenpolitik,
Geheimdienste, Mafia und Frauen.
Die Ermordung von Marilyn Monroe und die Kuba-Krise.
Kennedys Konfrontationspolitik und die Entstehung einer
Gegenallianz.
Die Ermordung von John F. Kennedy und die Ermittlungen der
Warren-Kommission.
Der Vietnamkrieg, der Garrison-Prozess und die Ermordungen
von Martin Luther King und Robert Kennedy.
Die Präsidentschaft von Richard Nixon: Vietnamkrieg, Putsch
in Chile und Watergate.
Die Aktionen der CIA in Italien, Kambodscha, Indonesien, Iran,
Afghanistan, Nicaragua und Irak unter Ford und Carter.
Der Iran-Contra- und der Sparkassenskandal während der
Reagan/Bush-Regierung.
Die Präsidentschaften von George Bush und Bill Clinton mit
der Panama-Invasion und dem Golfkrieg.
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2001.
Die Folgen von 9-1 1 : Anthrax, Patriot Act, die Kriege gegen
Afghanistan und den Irak.
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Übersieh
Einleitung:
1865-1938
1939-1948
1949-1955
1956-1960
Zum Text
Die einzelnen Ereignisse und Biographien dieser Chronik sind
unterschiedlich genau dargestellt, weil ich im Rahmen meiner
Recherchen für das Theaterstück primär die
Hintergründe für Präsident Kennedys Ermordung verstehen wollte. Ich
habe jedoch auch andere wichtige Ereignisse und spätere
Entwicklungen (vor allem die Präsidentschaften von Nixon und Bush
sen. und jun.) in diese Chronik miteinbezogen. Der Text, eine
komprimierte Zusammenstellung von Fakten, Personen und ihren
Verbindungen, ist in 15 Abschnitte unterteilt.
1963-11/1
11/63-6/196'
7/1 964-9/1 9(
10/68-8/197'
9/1974-8/19?
9/1980-9/19?
10/88-9/200 (
10/00-9/20(
10/2001- 200
Quellen
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Methodologische Grundsätze
Staaten und Institutionen sind soziale Konstrukte. Wörter wie
"Regierung", "CIA" oder "Mafia" verweisen auf kollektive Illusionen, die
für die Koordination menschlichen Verhaltens handlungsrelevant sind.
Die Konstruktionen in den Köpfen werden durch Handlungen zu Fakten
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