Revolution in Kuba und die Interventionen der CIA.
Die zentralen Themen und Personen sind:
Hoovers FBI-Programme gegen Linke, Schwarze, Indianer und Pazifisten.
Terrorkommandos der CIA, Mafiaboss Sam Giancana und Frank Sinatra, Giancana und
Kennedy , Suez-Krise , Nasser, Israel, die Atombombe und der Islamismus, Hughes und
Nixon , Robert Kennedv gegen die Teamster-Gewerkschaft im McCIellan-Komitee, James
Hoffa und die Mafia, Mafiakrieg in New York und das Apalachin-Meeting, Lewis Rosenstiel ,
Meyer Lansky, Roy Cohn, und Lyndon Johnson, Präsidentschaftskampagnen von John
Kennedy und Richard Nixon, US-Interventionen in Indonesien (Achmed Sukarno),
Kambodscha (Norodom Sihanouk), Tibet (Dalai Lama), Libanon, Jordanien, Irak (Abdul
Karim Kassem, Saddam Hussein), Castros Revolution auf Kuba , CIA und Mafia,
Waffenschmuggel, Casinos und Drogen, Machtkämpfe auf Kuba , Mordpläne gegen Castro ,
Marita Lorenz, Frank Sturgis und E. Howard Hunt, Kennedys Wahlkampf , Sam Giancana,
Frank Sinatra, Judith Campbell und Lyndon B. Johnson, Lee Harvev Oswald in der
Sowjetunion, Marilyn Monroe und John Kennedy, Aktionspläne gegen Kuba , Kennedys
Wahl , Ermordungen von Patrice Lumumba im Kongo und von Dag Hammarskjöld.
Der Text umfasst ca. 36 Seiten.
Home Zurück zu Teil 3 Vorwärts zu Teil 5
1956 FBI-Programme
FBI-Direktor J. Edgar Hoover startet mit der Einwilligung Präsident Eisenhowers das Communist
Intelligence Program, das die Kommunisten und andere Gruppen zu diskreditieren versucht.
Insgesamt gehören zu COINTELPRO bis 1971 über 2000 verdeckte Operationen, die von
Infiltration und Unterwanderung über psychologische Kriegsführung mit gefälschten
Veröffentlichungen und Diskreditierungen bis zu direkter Gewalt, Einschüchterung und inszenierten
Anschlägen reichen. Ein Fünftel der COINTELPRO-Aktionen sind Medien-"lnformationen", die
Personen und Organisationen diffamieren. In einem von 1956 bis 1971 laufenden speziellen
Medienprogramm sind etwa 400 Journalisten eingebunden, die für das FBI arbeiten. 40% des
Programms besteht aus Störaktionen wie dem Versenden von anonymen, gefälschten und fiktiven
Materialen, um Meinungsverschiedenheiten, Desorganisation und Frustrationen innerhalb der
Gruppen zu schaffen. Terroristische "White Hate"-Gruppen wie etwa der Ku Klux Klan werden
geduldet und gefördert, so lange sie gegen Ziele wie die "Black Panthers" vorgehen. Auch
Morddrohungen erweisen sich als effektiv. Aufgrund zugespielter Akten veröffentlichen die Medien
einen winzigen Teil der Operationen, die nie restlos aufgeklärt werden, weil das FBI verspricht,
derlei nicht wieder zu tun.
Gegen die Socialist Workers Party und die Young Socialist Alliance werden zwischen 1960 und
1976 1331 Spitzel angesetzt, von denen etwa 300 als Mitglieder der Organisationen aufgenommen
werden. In der Kommunistischen Partei soll in den 50er Jahren jedes sechste Mitglied ein Spitzel
gewesen sein. Die eigentliche Zersetzungarbeit wird aber von eingeschleusten Provokateuren
übernommen, die beispielsweise Mitglieder zu kriminellen Handlungen anstiften. Das FBI selbst
schreckt vor kriminellen Handlungen nicht zurück: In das Hauptquartier der SWP wird
beispielsweise zwischen 1960 und 1966 mindestens 92 Mal eingebrochen (im Schnitt alle drei
Wochen), um Mitgliederlisten, Korrespondenz, Informationsmaterial und Akten zu fotographieren.
Andere Programme laufen ab 1965 gegen die Schwarzenbewegung, 1968 gegen die Neue Linke,
von 1972 bis 1976 gegen die American Indian Movement, von 1976 bis 1985 gegen die
puertorikanischen Nationalisten sowie gegen die Friedensbewegungen. Das FBI gibt eigene
Publikationen wie die Armageddon News heraus, die sich gegen den Einfluss der Sozialisten in der
Friedensbewegung stellt. Bei der Washington Peace Mobilization, das Demonstrationen gegen den
Vietnamkrieg vorbereitet, sind von 32 Teilnehmern 9 FBI-Agenten. Von den 30 Mitgliedern der
Washington Black Liberation Front sind es sogar 14.
Überwacht werden in den USA über 1000 politische Organisationen - alles, was politisch nicht
etabliert ist. Von 1960 bis 1974 führt das FBI 500'000 Untersuchungen gegen subversive
Bestrebungen durch und startet im Rahmen von COINTELPRO zwischen 1956 und 1971 gegen 5
Organisationen 2370 Aktionen. FBI-Agenten, die sonst bei kleinsten "moralischen Verfehlungen"
gefeuert werden, erhalten die dienstliche Anweisung, mit Ehefrauen von Ku-Kux-Klan-Mitgliedem
zu schlafen, um Eheprobleme zu schaffen.
Das FBI organisiert gleichzeitig selbst rechtsradikale Terrorgruppen, um sie gegen die Linken
einzusetzen, und schützt andere Nazi-Gruppen vor Strafverfolgung. Das FBI deckt beispielsweise
Angriffe der National Caucus of Labor Committees in New York und der faschistischen Legion of
Justice in Chicago auf Versammlungen der Socialist Worker Party. Es wird sogar so etwas wie
eine nationale Terrorgruppe aus Polizei-und FBI-Agenten aufgebaut.
Auch die CIA organisiert rechtsradikale Terrorbanden in Deutschland und in Südamerika. In
Uruguay erhält der Polizei- und Geheimdienstchef Otero den Auftrag zur Bildung von
Todesschwadronen vom "Landwirtschaftsattache der US-Botschaft" Dan Mitrone, der bereits
Terrorgruppen in Brasilien und der Dominikanischen Republik auf die Beine gestellt hat. Innerhalb
der türkischen Armee baut die CIA eine Anti-Guerilla-Abteilung auf, unter deren Schutz und
Anleitung die "Grauen Wölfe" operieren. Anfang der 70er Jahre schult die CIA libysche
Terrorkommandos. 1956 versucht die CIA, die Regierung von Ghazzi in Syrien, das eine
Föderation mit Ägypten anstrebt, zu stürzen, was aber angesichts der Angriffe von Israel,
Grossbritannien und Frankreich auf Ägypten im Oktober und November 1956 aufgegeben wird.
Quellen : Scott (1993): 191f,309,380-397, Schulz: 94,100-116,170,310, Schröder, Zanetti, Roth:
41 f, CIA-Info: 13.
1956 Sam Giancana top
Sam Giancana, geboren am 24.5.1908, wird Mafiaboss von Chicago. Salvatore Giancana gehörte
bereits mit 12 Jahren der Strassengang "the 42" in Chicago an und eiferte Colosimo, Esposito,
Torrio und Capone nach, die Macht, Geld und Frauen hatten. Nach einem Aufenthalt in einem
Erziehungsheim lebte er bereits mit 10 Jahren auf der Strasse, weil sein Vater den
widerspenstigen Jungen jeden Tag schlug, ihn an die Eiche im Garten band und peitschte. Seine
Mutter starb an einer Fehlgeburt, als er knapp zweijährig war. Meistens schlief er in verlassenen
Autos und stahl Nahrung und Kleider. Nachdem er sich der Gang von Joey Colaro angeschlossen
hatte, kamen organisierte Diebstähle von Autos, dann Bombenattentate und Mordaufträge dazu.
"Moony" wurde zum besten Fahrer der Gang und verschaffte sich durch seine Brutalität Respekt in
seiner neuen Familie, neben der nichts zählte. 1923 begann er als Transporteur für Diamond Joe
Esposito und zeitweise auch für Joe Kennedy zu arbeiten. Über seinen Job als Chauffeur von
McGurn kam er in die Chefetage der Mafia von Chicago und machte sich einen Namen als
verwegener Fahrer und guter Schütze. Ab 1924 arbeitete er auch für AI Capone als Killer auf
Bezahlung. Im Januar 1925 brachten Sam Giancana und Leonard Gianda den Nachfolger
Colosimos, Johnny Torrio, mittels Schussverletzungen dazu, seinen Platz AI Capone zu
überlassen und die Stadt zu verlassen. Kurz darauf wurde Moony wegen Autodiebstahl verurteilt.
Nach seiner Freilassung setzte er sich zuhause gegenüber seinem Vater als Familienoberhaupt
durch. Mit 18 erfolgte eine erste Mordanklage, da der Besitzer des Überfallenen Ladens nach einer
Читать дальше