dessen Wunsch die Kurden, wofür Nixon mit Geschenken und Wahlkampagnenfinanzierung
belohnt wird.
Die persische Geheimpolizei Savak ist eine der brutalsten der Welt, und trotz massiver Folter hat
der Schah Mühe, sich an der Macht zu halten. Während der Herrschaft des Schahs werden
durchschnittlich 1500 Menschen pro Monat verhaftet und gefoltert, und bis 1974 sitzen 25'000
Dissidente in den Gefängnissen. Der frühere CIA-Beamte Jesse J. Leaf gab öffentlich zu, dass die
CIA die Folterer der Savak in Seminarprogrammen ausgebildet habe. Aber auch der israelische
Mossad erteilte dem Savak Nachhilfeunterricht.
Quellen : Epstein: 19f, Bartholomew (1): 26, Horowitz: 172-176, Schulz: 97,329, Giancana: 538,
CIA-Info: 13, Potter: 1f, Best: 29, Brussell (1983): 11, Ranelagh/Trehame: 3, Levin, Summers
(2000): 163f, Karel (2003).
1954 Onassis und die Aramco top
Aristoteles Onassis gefährdet das seit 1 933 bestehende Transportmonopol des Ölkartells Aramco.
1953 baute Onassis seine Macht aus, indem die Kontrolle der Societe des Bains de Mer in Monaco
übernahm und damit eigentlicher Herrscher über das Steuerparadies wurde. Diese
Machtübernahme und der Erwerb der Liberty-Ships werden Gegenstand einer geheimen FBI-
Untersuchung, bei der sein Vermögen auf $200 Mio. geschätzt wird.
Die Schiffsbaurestriktionen für Deutschland wurden 1951 aufgehoben, worauf Hitlers ehemaliger
Reichsbankchef Hjalmar Schacht und Onassis planten, die deutsche und japanische Kriegsflotte
wiederaufzubauen.
Onassis bestellt für $100 Mio. 30 Grosstanker in Hamburg und Kiel, womit er das Monopol der
"Sieben Schwestern" brechen will. Nach dem Tod von Ibn Saud 1953 begannen Spyridon
Catapodis und Hjalmar Schacht mit Finanzminister Scheich Abdullah AI Suleiman AI Hamdan über
ein Projekt einer saudischen Tankerflotte mit Beteiligung von Onassis zu verhandeln. Onassis
offerierte dem saudischen König, eine Flotte zu bauen, die unter saudischer Flagge fahren und die
Macht des Kartells einschränken würde. Anfang 1954 schliesst Onassis das noch geheime
Djaddah-Abkommen mit Suleiman: Onassis stellt 500'000 Tonnen seiner Tankerflotte für den
Aufbau der Saudi Arabian Maritime Company zur Verfügung. Suleiman bekommt für seine
Unterschrift unter das Abkommen, das noch von neuen König Saud ratifiziert werden muss,
$100'000, mit Aussicht auf weitere $250'000 Provision.
Onassis Schwager und Konkurrent Stavros Niarchos, der sehr enge Beziehungen zur CIA hat,
bekommt von den noch geheimen Verträgen Wind und engagiert am 15.2.54 den seit einer Woche
bei der CIA mit monatlich $500 auf der Lohnliste stehenden Robert Aime Maheu, der Onassis
Vertrag mit den Saudis verhindern sollte. Maheu studierte Wirtschaft am Holy Cross College of
Massachusetts und wurde wegen seiner Französischkenntnisse vom FBI rekrutiert, obwohl er beim
Aufnahmetest durchfiel. Er arbeitete in den 40er Jahren zusammen mit Guy Banister beim FBI in
Chicago und im 2.Weltkrieg als Gegenspion für das FBI. 1947 verliess er Hoovers Apparat und
gründete eine Fabrik für Dosencreme, die Bankrott ging. Während mehrerer Jahre leistete er
Sicherheitsarbeit für die Small Business Administration. Maheu erhält 1954 die Cover Security
Approval der CIA und gründet 1955 seine Detektivagentur Robert A. Maheu Associates, die sich in
den Büroräumen von CIA-Anwalt Edward Bennett Williams befindet. Die CIA setzt Maheu bei
"unmöglichen Missionen", die dementierbar bleiben müssen, ein (angeblich sollen seine Erfolge die
TV-Serie "Mission: Impossible" inspiriert haben).
Dank Maheu wird Vertragsprojekt zwischen Onassis und den Saudis in einer von der CIA
gegründeten römischen Zeitung veröffentlicht. Zudem organisiert er die Abhörung in den
Wohnungen und Büros von Onassis, zusammen mit den Detektiven Lou Russell und Horace
Schmahl, die bereits bei der Fälschung von Beweisen gegen Alger Hiss dabei waren. Maheu
schaltet Militär- und Wirtschaftsanalytiker, Richard Nixon und den Sicherheitsrat ein, worauf das
Aussenministerium beginnt, Druck auf Saudi-Arabien auszuüben. Vizepräsident Nixon meint, dass
man diesen "Hurensohn", falls man ihn töten müsse, nicht in den Vereinigten Staaten umbringen
solle. In der Maheu and King Associates Inc. arbeitet sein Partner Bob King, ebenfalls ehemaliger
FBI-Agent, Gegenspionagespezialist, Freund von Bebe Rebozo und Nixons Wahlkampagnerhelfer
1956 und 1960, Lobbyist und Berater während seiner ganzen Vizepräsidentschaft.
Maheu organisiert mithilfe der CIA einen Streik in der Hamburger Werft, wo der erste Tanker für die
neue SAMCO-Flotte gebaut wird. Das Schiff wird allerdings trotzdem ausgeliefert. Der nächste
Schlag Maheus konzentriert sich auf den illegalen Walfang von Onassis Schiffen vor der Küste
Perus. Das US-Justizdepartement konfisziert Onassis Schiffe, da er wegen krimineller
Verschwörung zur Schädigung des US-Staates vor einem Geschworenengericht erscheinen
müsste. Um die Situation zu klären, geht Onassis in die USA und wird im New Yorker "Colony
Restaurant" verhaftet, allerdings kurz darauf wieder freigelassen. Dann wird Onassis von seinem
früheren Teilhaber Catapodis in Frankreich auf Entschädigung verklagt, weil er Hunderttausende
Pfund Sterling Bestechungsgelder an die Araber verteilt habe, um den Vertrag unter Dach zu
bringen. Der Prozess wird schiesslich abgeblockt.
Am 1 8.5.54 erfolgt die Ratifikation des Vertrags durch König Saud. Das Kartell reagiert mit
kurzfristigen Annulationen von bestehenden Verträgen und der Verweigerung der Lade- und
Löschzugänge, weshalb Onassis Tanker untätig in den Häfen liegen. Er versucht deshalb, mit
britischen Firmen zu geschaffen, was ihm nach einigen Public-Relation-Anstrengungen auch in
kleinem Umfang gelingt. Maheu ist im Oktober in Saudi-Arabien. Kurz darauf wird Suleiman
abgesetzt und der Vertrag von König Saud mit den Worten "Die Zukunft verwischt die
Vergangenheit" rückgängig gemacht. Onassis sieht ein, dass er keine Chance hat, den Vertrag
gegen das Kartell durchzusetzen.
Peru beschlagnahmt im November 1954 aufgrund von Maheus Bemühungen 5 Onassis-Schiffe
und steckt die 400 Matrosen wegen illegalem Walfang in peruanischen Gewässern ins Gefängnis.
Aufgrund seiner aussergewöhnlichen Versicherungen bei Loyds kassiert Onassis $15 Mio. für
diese Beschlagnahmung und $30'000 für jeden Tag, an dem seine Flotte still liegt, wogegen die
$2,9 Mio. Busse, die er bezahlen muss, ein Pappenstiel ist. Im Fall der US-Anklagen muss Onassis
$7 Mio. Busse bezahlen und seine United States Petroleum Carriers umstrukturieren. Auch
Norwegen beschlagnahmt im Januar 1955 eine Ladung von 6300 Tonnen Walfett. In Rotterdam
wird ein Waljagdschiff von Onassis blockiert. Seine Flotte wird international boykottiert und die
Banken werden nervös. Onassis beschliesst, aus dem Walgeschäft auszusteigen und kann seine
Fang- und Verarbeitungsschiffe für $8,5 Mio. an die Kyokuyo Hogei Kaisha in Japan verkaufen.
Die Suez-Krise im Oktober 1956 rettet Onassis vor dem Ruin. Da über die Hälfte seiner stark mit
Hypotheken belasteten Flotte arbeitslos ist, kann Onassis als einziger Reeder sofort auf die
Tankernachfrage, die durch die Kapumschiffung entsteht, antworten und verdient an jeder
Ölladung nach Europa $2 Mio. In weniger als 6 Monaten, der Kanal wird im April 1957 wieder
eröffnet, verdient er $80 Mio. Onassis kauft für $2 Mio. die nationale griechische
Luftfahrtgesellschaft TAE, die er in Olympic Airways umtauft. Es gelingt ihm, von der Regierung
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