„Lebensgroß und aufblasbar mit Vagina- und Anusöffnung, aufnahmebereit, wenn Sie verstehen... Das Material ist Silikon“, setzt sie nach, „ohne Kondom. Ganz sicher.“
Was sie nicht sagt, ist, die Puppe hat jemand zurückgegeben, - angeblich unbenutzt, da die nicht echten Beine störten, der wolle lieber nur einen Torso. Außerdem störe ihn der Kahlkopf, heute würden die schon mit Haaren angeboten.
Verlegen zahlt Robert, erst einmal ist ihm alles vergangen.
Zu Hause trinkt er zunächst einmal zwei Whisky, um die Abfuhr der Schönen aus der Kneipe zu verdrängen, vergessen kann er das nicht so schnell.
Na, die wird auch mal alt, dann ist sie froh, wenn so ein fescher Kerl wie ich sie anquatscht, aber da fehlen ihr angenommen noch dreißig Jahre. Schlimm genug wird es, wenn sie keine Männer mehr findet, weil sie Falten, nicht nur am Ausschnitt hat und ihre angeschrumpelte Brust nicht mehr uneingeschränkt sehen lassen kann. Am Hintern sowieso. Das Gesicht kann sie ja liften lassen, die Haare an den Seiten, wo die Schnitte zu sehen sein würden, einfach drüberkämmen... So wild wird ´s ja dann nicht mehr zugehen, wenn einer das sieht. Notfalls könne man ja das Licht verdunkeln, um die Illusion einer schönen Frau zu erhalten, freut er sich diebisch.
Er macht sich ans Aufblasen der Puppe, die unhandlicher ist, als gedacht. Blonde aufgemalte Haare hat sie, vollbusig und weich ist sie.
Ihm geht die Puste aus. Das kann ja etwas werden, denkt er erschöpft, wenn ich jetzt schon vor dem Fick nicht mehr kann.
Er trinkt noch einen Whisky und bläst weiter bis sie stramm genug ist, um sie zu gebrauchen. Wie sie da so in seinem Bett liegt, bereitwillig lächelnd und kein bisschen hochmütig wie die Zicke in dem Lokal, spürt er plötzlich ein heißes Wallen im Körper und untenherum ein Prickeln in seinem besten Stück. Er umfasst das künstliche Frauenzimmer mit beiden Armen und drückt seinen nun angeschwollenen Penis in das vorgesehene Loch mit der ausgearbeiteten Muschi. Jedoch ist die Puppe zu fest aufgeblasen, sie quietscht laut, und er rutscht ab.
„Verdammt, was soll denn das, blödes Ding!“
Er ist sowieso herausgeglitscht und muss erst etwas Luft rauslassen, damit sie griffiger wird. Mit einem lauten Zisch, der sich wie ein Furz anhört, entweicht die Luft. Das törnt Robert jetzt an, das hat etwas Animalisches, darauf steht er. Wie wild geworden, wirft er sich jetzt wieder auf sie und kommt nach viel zu kurzer Zeit zum Erguss.
„Dafür kann ja Lilli nichts“, meint er laut, „du heißt Lilli, meine Süße, langsam kann ich mich mit dir anfreunden“, flüstert er.
Die Reinigung vergisst er.
Da sie so willig ist, nimmt er sie nach einer Verschnaufpause von einer Stunde nochmals...
„Ich bin ja schließlich keine zwanzig mehr“, sagt er entschuldigend zu ihr, die gleichbleibend lächelt.
Als er sie am nächsten Tag nochmals begatten will, gibt es einen lauten Knall und sie ist geplatzt.
„Ich war wohl zu heftig Lilli, du blöde Kuh, hältst auch gar nichts aus, na ja, wahrscheinlich war ´s Billigware aus Fernost...“
Bekanntschaft
Yasmin ist etwas verkrampft, weil der Typ, von dem sie nicht einmal den Namen kennt, sie in der Kneipe lange hat warten lassen. Vielleicht ist das ein Trick, um mir zu bedeuten, dass ich nicht so wichtig bin, denkt sie, dabei Haltung bewahrend, und lächelt ihn an. Das mache ihr nichts aus, sagt sie bei seiner verspäteten Entschuldigung. Natürlich stimmt das nicht, der Kerl spinnt wohl, denkt, weil er umwerfend aussieht, kann er sich solche Frechheiten erlauben.
Extra hat sie heute ihre Netzstrümpfe, die sie zu diesem Zweck gerade erstanden hat, angelegt, sowie die höchsten Schuhe, High Heels, auf denen sie gerade mal so laufen kann, alles, um ihm zu gefallen. Dabei sieht er mich gar nicht an, geschweige denn, meine Beine. Was sie nicht merkt, er mustert sie genau und hat längst ihre Aufmachung gesehen. Ein bisschen grinsen muss er, weil sie sich anscheinend Mühe gibt, ihm zu gefallen.
In Kreuzberg gibt es viele Kaffees und Bars, sie trinken erst einmal an der Straße einen Latte Macciato an einem Stehpult zum Chillen und beobachten die vorbeispazierenden Leute.
Unauffällig schätzt Yasmin das Alter ihres Gegenübers und fragt dann unvermittelt: „Wollen Sie, willst du mir nicht deinen Namen sagen?“
„Sorry, ich heiße BO.“
„Das ist doch kein Name, also, jetzt mal im Ernst, wie heißt du, mit Leuten, die sich nicht vorstellen, kann ich nichts anfangen.“
Sie ist über sich selbst empört, sich mit jemandem verabredet zu haben, dessen Namen sie nicht zuvor erfahren hat. Das muss am Alkohol gelegen haben, entschuldigt sie sich vor sich selbst.
„Will`ste mich gleich dingfest machen“, antwortet der Mann schnodderig.
„Ich heiße tatsächlich so, mein Name ist eigentlich Adrian, BO sagen meine Freunde, ganz harmlos, wie du siehst.“ Dass es ein Deckname ist, das sagt er jedoch nicht.
Vieles mehr bleibt augenblicklich ungesagt, die Kleine ist zu neugierig, erst einmal abwarten, was man aus ihr machen kann...
Nach dem Kaffee Latte lädt er sie ein, mit ihm in die Discothek 'La Strada' zu gehen, die hier ganz in der Nähe sein soll. Es ist inzwischen schon fast dreiundzwanzig Uhr, die richtige Zeit in Berlin, das Nightlife zu genießen. Da es sich um eine Nobel-Discothek zu handeln scheint, kommen nur handverlesene Gäste hinein, zu denen Adrian offensichtlich gehört, er wird als alter Bekannter von den Türstehern begrüßt. Yasmin, die wenig Erfahrung mit Discos hat, wundert sich etwas, aber so hat sie ihn auch kennengelernt. Was sie nicht weiß und ahnt, er ist in noch ganz anderen Etablissements bekannt. Eines Tages wird sie dort agieren müssen, ob gewollt oder ungewollt...
Kein Durchkommen zunächst, doch BO, der Beau Adrian, der Schönling, drückt mit Rücksichtslosigkeit die Leute zur Seite. Sie beobachtet das und denkt sich ihren Teil. Wenn der immer so ist, würde ich mich sofort zurückziehen...
Es riecht nach schalem Bier, Alkohol und schwülen Parfüms. Vulgäre, grell aufgemachte Frauen mit weggeschminkten Falten, die das Leben schon in allen Nuancen ausprobiert haben müssen, tanzen zusammen und versuchen anscheinend, damit die umstehenden Männer anzumachen. Mit entgleisten Gesichtern, die bereits ihr Verfallsdatum verraten, wippen sie mit dem, was Yasmin nicht ausreichend hat, ihren Brüsten. Abstoßend sieht das aus, aber sie ist kein Mann, Männer scheint das zu animieren, denkt sie. Eine von den mittelalterlichen Frauen so um die dreißig - vierzig, transpiriert stark und wischt sich den Schweiß von den Wangen in einem Taschentuch ab, das sich braun-orange von Puder und Schminke färbt und verstohlen unter einen der Tische weggeworfen wird.
Der schöne BO zieht sie auf die Tanzfläche und umarmt sie dabei. Eng drückt er sie an sich, was bei ihr die Alarmglocken klingeln lässt, anstatt Glücksgefühle auszulösen.
Nanu, er sucht keinen Tisch für uns, will er gleich wieder gehen, will er das Geld für Getränke sparen? Seltsam kommt mir das vor...
„Wollen wir uns nicht hinsetzten?, ich habe Durst“, sagt sie mutig.
„Klar, wenn wir ´nen Tisch finden, du siehst ja, wie voll es hier ist.“
Yasmin ist nicht auf den Kopf gefallen, sie hat beobachtet, dass er auch die Barfrauen und Türsteher kennt, die ihn begrüßt haben. Sie bittet ihn, doch von denen Plätze für sie suchen zu lassen. Nun gut, meint er gedehnt, das mache er.
„ Dom Perignon muss es ja hoffentlich nicht sein“, meint BO etwas ironisch. Vermutlich kennt sie höchstens deutsche Billigsorten wie Rotkäppchensekt.
„So anspruchsvoll bin ich nicht“, pariert sie seine Frechheit. Mal sehen, ob er überhaupt weiß, über was er spricht.
„Woher kommt denn der Dom Perignon ?“
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