Das zu analysieren, dazu kommt sie nicht mehr, plötzlich ist Ralf über ihr und streichelt ihren ganzen Körper intensiv. Überall wandern seine Hände hin, nicht einmal ihre Scham lässt er aus, sondern streichelt auch sie, vermutlich, um zu prüfen, ob sie noch Jungfrau sein würde. Er atmet schnell und sie merkt, er kann sich an scheinend nicht mehr zurückhalten. Ihr Bikinihöschen ist schnell beiseitegeschoben, ihre abwehrenden Hände, hält er fest.
Es klappt dann jedoch nicht mit dem Schnellstoß, da Yasmin wie zugewachsen zu sein scheint, obgleich sie saftig ist wie eine zu reife Frucht. Mit Geduld schafft er es dann doch und ist überzeugt, sie entjungfert zu haben.
Nach David hatte sie keinerlei Kontakte und ist so eng geworden, dass es einer Defloration gleichkommt.
Schlaffheit ist auf beiden Seiten angesagt, bei Yasmin durch ihre Anstrengung, ihn abzuwehren, bei Ralf nach dem an Orgasmus einer Fastvergewaltigung.
Die Kleine biege ich mir noch hin, denkt er. Erschöpft ist er nicht, er hat genug Übung, sagen kann er ihr das nicht. Sie wird eine bezaubernde Puppe sein, ich sehe sie schon in den Kleidern und Shirts, die ich ihr kaufen werde...
Er darf sie nicht weiter anfassen, sie wehrt ständig seine Hände ab. Das kann ja heiter werden, andererseits reizt ihn das, und er hält sich jetzt zurück, um sie nicht noch weiter zu verschrecken.
Beim ersten Mal könnte niemand feststellen, ob eine Frau Leidenschaft und Feuer hat, glaubt er zu wissen.
Als Yasmin dann erklärt, nach Hause zu müssen, hält er sie nicht zurück, küsst sie noch scheinbar liebevoll und drängt ihr seine Telefonnummer auf. Sicher ist er nicht, ob sie anrufen wird, besser, er hat ihre. Das ginge nicht, sie bekäme Ärger, wenn da ein Mann anriefe.
„Ruf mich bei meiner Oma an.“
„Gut, ich rufe nächste Woche am Montag zwischen neunzehn und zwanzig Uhr an, wir wollen uns bald wiedersehen.“ An dem besagten Tag wartet sie zur angegebenen Zeit, musst aber pünktlich zu Hause sein – und verpasst den später kommenden Anruf. Wie gut das für sie war, kann sie erst Wochen danach erkennen. Eine Krankheit hat sich harmlos eingeschlichen, eine leichte Entzündung nach einigen Tagen.
Ich habe mir wohl neulich am Wannsee die Blase erkältet, obgleich ich gar nicht schwimmen war, überlegt Yasmin. Zu Hause traut sie sich nichts von ihren gesundheitlichen Beschwerden zu erzählen, der Vater und die Mutter flippten wahrscheinlich aus, wenn sie von ihrem Ausflug und dem Mann im Boot etwas verlauten ließe.
Ein alter Freund, Geschäftsmann mit Schuhladen und ein stiller Verehrer, bei dem sie, um etwas Taschengeld zu verdienen, vor einem Jahr mit Schuhvorführungen jobbte, gibt ihr die Adresse eines Arztes, um einen Test wegen einer Infektion machen zu lassen. Die Geschichte mit Ralf hatte sie ihm nur erzählt, weil ihr langsam Bedenken wegen des Schönlings gekommen waren. Eine bakterielle Infektion wird dann auch diagnostiziert, eine Gonorrhoe, gut bekannt im Volksmund als Tripper.
Yasmin ist entsetzt, wie konnte sie nur... „Wie konnte der Typ nur, er konnte doch nicht so unbedarft sein, nicht zu wissen, dass er ansteckend ist!“, schimpft sie leise.
Oder nicht? Vielleicht waren andere Kontakte eher spontan wie bei ihr und in der Vielzahl seinerseits? Möglich, dass auch er nichts von einer Krankheit weiß.
So naiv kann ich doch nicht sein, das zu glauben, ärgert sie sich. Wochen dauert es, bis sie wieder gesund ist. Die Eltern dürfen nichts von der Krankheit merken, schwer genug, weil die Mutter wegen des dauernden Wäschewechsels ständig fragt, was sie habe.
Im Sommer sieht sie Ralf eher zufällig, als sie abends mit einer Freundin am Berliner Kurfürstendamm nach einem Theaterbesuch bummelt. Vor einer Bar stehen mehrere Männer und schwadronieren lachend, machen vorbeigehende Leute an, insbesondere Frauen und fordern sie zum Hereinkommen auf. Yasmin erkennt Ralf nicht gleich, er ist sozusagen geschniegelt und hipp gegelt frisiert. Schnell will sie vorbei an der Gruppe, jedoch sieht er sie und läuft auf sie zu, um sie zu umarmen. Ausweichend entwindet sie sich ihm und erkennt blitzschnell, was sie schon vermutete, er ist, - ein Zuhälter...
Zunächst geschockt durch diese Negativerfahrung, sie traut sich in der nächsten Zeit nicht, auf allerhand Angebote von den Jungs ihrer Schule und Fremden, die ihr überall in ihren eher ereignislosen Tagen begegnen, einzugehen. Wenn sie für die Mutter einkaufen muss, oder mit dem Rad unterwegs ist, hat sie sowieso keinen Nerv, an männliche Individuen zu denken.
Aber sie ist jung genug, so kommt es nach Wochen voller Frust doch zu einer Begegnung. Der nächste Versuch mit einem Langweiler, ist auch nicht das, was sie sich gewünscht hat.
Eigentlich liebe ich ihn dann, wenn er nicht da ist.
Das scheint ein bisschen schizo zu sein. Ich würde Joeimmer lieben, wenn er weg wäre, denkt sie, vielleicht käme die Liebe zurück, wenn sie durch die Fantasie beflügelt würde. Er ist das, was die meisten Frauen anmachen könnte, möglicherweise haben die ganz andere Fantasien als ich, sehen sich schon aufs Bett geworfen, wenn er sie mustert und vielleicht gerade mit seinem hungrigen Blick an ein Leberwurstbrot denkt, wer weiß...
Yasmin sieht ihn vor sich, was fehlt mir denn an ihm, ich weiß es nicht wirklich. Ein schöner Körper mit einer behaarten Männerbrust mit animalischer Ausstrahlung, die an die Horizontale mit einem Kribbeln in den weiblichen Ein geweiden denken lässt, ein Gesicht mit dem Appeal des forschenden Blicks eines Frauenjägers, dichte Haare und ein Gesicht, gemacht für einen Filmakteur. Aber mental, eine Fehlanzeige.
Was habe ich von einem schönen Mann, um den mich neunzig Prozent aller Frauen beneiden, wenn ich mit ihm außer im Bett nichts anfangen kann. Auch die geistige Begegnung müsste vorhanden sein, überlegt sie weiter. Er ist einfach zu lieb wie ein dressiertes Karnickel, man kann mit ihm nicht streiten.
„Kannst du nicht mal ein bisschen grob sein“, hatte sie vor einigen Tagen gesagt, „das könnte etwas Pfeffer nicht nur in unser sexuelles Verhältnis bringen.“
Wenigstens kann ich diese Seite der Sexualität ausnutzen, mir zu nehmen, was er bereit ist zu geben. Natürlich könnte es prickelnder sein, wenn ich ihn als Mann mit mehr Intellekt empfinden würde.
„Ich kann dich ja mal aufs Bett werfen, sozusagen unterwerfen, das würde mir auch mehr Spaß machen, aber ich dachte immer, du liebst das nicht.“
Johann hat oft keine Traute, Frauen sind für ihn Blumen, die man vorsichtig behandeln muss, besonders dann, wenn man sich verknallt hat und eine Liaison nicht kaputtmachen will. Aber genau das ist der Punkt, alles falsch zu machen, zu viel Rücksicht macht zu weich. Ich kann mal eine andere Seite aufziehen, dabei beim Akt nur an mich denken,- ob sie kommt oder nicht, vielleicht wirkt das Wunder...
Als Yasmin gar nicht daran denkt, sie bereitet gerade ein Abendessen vor, greift Johann ihr zwischen die Beine und zieht sie hoch, dass es weh tut, über den Flur in sein Schlafzimmer. Eigentlich müsste ich sie gleich im Flur 'rannehmen', denkt er blitzartig, ach da ist ´s zu hart, im Bett kann ich sie von allen Seiten nehmen. Überrumpelt lässt Yasmin es geschehen, ein Schauer fährt ihr über den Rücken - und dann ist er über und in ihr. Mit rasender Grobheit schnellt sein Glied hin und her, ihre Schreie genussvoll hörend, bis sie zum Höhepunkt kommen, beide zur gleichen Zeit.
Stille, erschöpftes Schweigen. Yasmin sinniert, ja, so macht es sie happy, wenn der Verstand einmal ausgeschaltet wird, der dann nicht merkt, was fehlt.
Ich muss eben lernen, man kann nicht alles haben... Die Männer, die zu aggressiv sind, nicht nur im Bett, die sind zu anstrengend, das Machogehabe würde eine Beziehung zu sehr belasten. Jetzt gibt es Joe nicht mehr...
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