Nach meiner Ansicht könnten die Einschläge aber auch mit dem ungeheuer schnell dicht an der Erde vorbeiziehenden Mond zusammenhängen, von dem sich einzelne Trümmer lösten. Denn die Einschläge der größten Trümmer in dem Carolina-Becken müssen sehr schräg erfolgt sein, wie die vorgefundenen Einschlagtrichter zeigten. Sie sind oval und nicht kreisrund, wie es bei einem Meteoriten gewöhnlich der Fall ist. Auch die Erdkrustenverschiebung ließe sich mit dem dicht an der Erde vorbeiziehenden Mond und den auftretenden Gravitationskräften ganz gut erklären, obwohl für einen derartigen, einmaligen Vorgang natürlich keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen können und man auf Mutmaßungen angewiesen ist.
Offenbar gab es auch drastische Klimaänderungen im Zusammenhang mit der Erdkrustenverschiebung bzw. dem „Polsprung“. Nordamerika wurde allmählich wieder eisfrei, da es nicht mehr so nah am Nordpol lag, sondern jetzt nach Ansicht einiger Forscher etwa 3.500 Kilometer südlicher. Sibirien reichte dagegen schlagartig entsprechend näher an den Nordpol heran, was zum plötzlichen Aussterben der Mammuts in dieser Region führte. Man fand sie noch in unserer Zeit gut erhalten und tiefgefroren mit noch unverdauter Nahrung im Magen. Und die ehemals eisfreie Antarktis rückte jetzt offenbar an den Südpol und wurde allmählich von einem dicken Eispanzer überzogen. Es existiert eine alte Landkarte, wo man Teile der jetzt unter Eis liegenden, korrekt dargestellten Landmasse der Antarktis noch gut erkennen kann. Man verfügte also offenbar schon vor Jahrtausenden über das nötige Wissen zur Herstellung einer solchen Landkarte und hatte die Antarktis demnach damals weitgehend eisfrei vorgefunden!
Otto Muck vertrat auch den Standpunkt, dass durch das Versinken der Großinsel Atlantis der Golfstrom, der die Klimaverhältnisse auf Atlantis zuvor besonders begünstigt hatte, nun bis nach Nordeuropa gelangte, da die Sperre durch das Atlantis-Reich wegfiel. Das hatte jetzt in Nordeuropa wesentlich bessere Klimabedingungen zur Folge und ließ das dortige Eis schmelzen. Auch der Platon-Text weist darauf hin, dass auf Atlantis infolge üppiger Vegetation und „unermesslicher Fülle“ an Nahrungsmitteln beste Lebensbedingungen bestanden. Ausführlich schilderte Platon auch den bestaunenswerten sonstigen Reichtum auf Atlantis, der sich insbesondere bei der prächtigen, nahezu uneinnehmbaren und von ringförmigen Wasserstraßen umsäumten Königsburg zeigte und dem mit Gold und Silber geschmückten „Tempel des Poseidon“. Der früher durch das Atlantis-Reich umgelenkte Golfstrom böte im Übrigen auch eine schlüssige Erklärung für das bis heute ungeklärte Phänomen der irrational langen Aalwanderungen.
Manche Geologen halten zwar den Untergang einer großen Insel im Atlantik für unmöglich, doch der bekannte österreichische Geologe Alexander Tollmann, der das Buch „Und die Sintflut gab es doch“ (4) veröffentlichte, konnte sich einen Atlantis-Untergang im Azoren-Bereich aufgrund der geologischen Struktur gut vorstellen. Man hat auch festgestellt, dass das in 2.000 bis 3.000 Meter Tiefe gelegen Gestein im Bereich der Azoren noch in geologisch jüngster Zeit über Wasser gelegen haben muss. Heute sieht man in dieser Gegend nur noch die Inselgruppe der Azoren über dem Meer aufragen. Wenn man sich das unter Wasser gelegene „Azoren-Plateau“ etwa 3.000 Meter angehoben vorstellt, kommt man auf eine Großinsel mit den Ausmaßen, wie sie Platon für Atlantis angegeben hat.
Auch der Meeresboden im Bereich von Island, das ebenfalls gemäß dem Seherbericht zum Atlantis-Reich gehört haben soll, muss noch in geologisch jüngster Zeit wesentlich höher gelegen haben. Schalenreste von Flachseemuscheln befinden sich jetzt in bis zu 2.000 Meter Tiefe. Und auch die in dieser Tiefe aufgefundenen Lavabrocken lassen erkennen, dass sie einst von oberirdischen Vulkanen ausgeworfen worden sein müssen. Wissenschaftlich gesicherte Fakten deuten also darauf hin, dass es eine große Erdkatastrophe im Bereich des Atlantiks gegeben haben muss, und zwar vermutlich vor 10.000 bis 12.000 Jahren.
Gab es mehrere große Erdkatastrophen?
Es bleibt die Frage zu klären, ob die in dem Platon-Text und in dem Seherbericht geschilderte Atlantis-Katastrophe und die in der Bibel erwähnte Sintflut-Katastrophe gleichzeitig stattfanden, oder ob es sich hierbei um zwei völlig getrennte Vorgänge handelte. Hierzu gibt es bei den Forschern unterschiedliche Ansichten. Von manchen wird ein einheitlicher Katastrophenvorgang vorausgesetzt, andere vermuten zwei völlig voneinander unabhängige Ereignisse: Eine lang zurückliegende Erdkatastrophe vor 10.000 bis 12.000 Jahren (die „Atlantis-Katastrophe“) und eine jüngere Erdkatastrophe vor 5.000 bis 6.000 Jahren (die „Sintflut-Katastrophe“).
Bereits die alten ägyptischen Priester, deren Aussagen von Platon wiedergegeben wurden, haben darauf verwiesen, dass es mehrere große und kleine Erdkatastrophen in der Vorzeit gegeben hat. Auch in den Mythen der Indianer ist mehrfach von verschiedenen Zeitaltern die Rede, die jeweils mit einer Erdkatastrophe endeten. Viele Geologen sind heute ebenfalls der Ansicht, dass es in der Vorzeit mehrere Erdkatastrophen gab. Sie sind davon überzeugt, dass Einschläge von Meteoriten oder Kometen („Impakte“ genannt) mehrfach auf der Erde erfolgten. Als gewaltigste Katastrophe gilt bei den Geologen der „Dinosaurier-Impakt“ vor ca. 65 Millionen Jahren im Golf von Mexiko, der vermutlich das Aussterben der Dinosaurier zur Folge hatte.
Die vielen „Sintflut-Mythen“ unterschiedlicher Völker werden daher heute von den Wissenschaftlern zumeist nicht mehr als reine Märchenerzählung abgetan. Man meinte feststellen zu können, dass der Sintflut-Bericht in der Bibel nur sehr unzulänglich über die entsprechende Erdkatastrophe berichtet. Die Sintflut ist nur ein Teilaspekt dieser Katastrophe. In vielen anderen Legenden wird viel umfassender von gewaltigen Einschlägen und Explosionen, von Feuersturm, von außergewöhnlichen Erdbeben, von riesigen Flutwellen und ganz ungewöhnlichem Sturzregen gesprochen – ganz so, wie es bei einem Meteoriten- oder Kometeneinschlag im Ozean zutreffen würde. In den Mythen der Indianer ist beispielsweise von einer Schlange die Rede, die vom Himmel fiel. Das würde auf den Einschlag eines Kometen hindeuten, da hierbei ein Kometenschweif zu beobachten ist. Aber auch bei einem Meteoriten kann man bei dessen Eintreten in die Erdatmosphäre einen Gasschweif beobachten, der oftmals durch Verwirbelungen schlangenförmig aussieht.
Da in den überlieferten Legenden der einzelnen Völker nichts von einer Annäherung des Mondes berichtet wird, die gemäß dem Seherbericht der Auslöser für die Atlantis-Katastrophe war und die ja allgemein lange Zeit gut sichtbar gewesen wäre, darf man nach meiner Meinung davon ausgehen, dass die ausführlichen Mythen sich auf die Sintflut-Katastrophe beziehen, und dass diese nicht gleichzeitig mit der Atlantis-Katastrophe stattfand. Vielmehr vermute ich, dass die Atlantis-Katastrophe vor fast 12.000 Jahren erfolgte und die Sintflut-Katastrophe vor fast 6.000 Jahren. Ein weiterer Seherbericht in dem Buch „Verwehte Zeit erwacht“ über das alte Reich der Vorfahren der Inka in Südamerika schildert eine große Erdkatastrophe, die vor fast 6.000 Jahren stattfand. Von einer Annäherung des Mondes ist hierbei bezeichnenderweise nicht die Rede! Hier heißt es nur knapp und kurz bei der Ankündigung der Katastrophe: „Schweres wird über die Welt kommen. Wasser der Tiefe werden sich heben, und krachend wird der Erde Schoß bersten. Nebel werden die Erde bedecken.“ (2) Der Auslöser könnte hier ein „Impakt“ gewesen sein. Nur diese letzte große Erdkatastrophe ist offensichtlich noch gut im Gedächtnis der Erdbewohner erhalten geblieben, und sie ist in vielen Einzelheiten in den Mythen geschildert worden. Die Atlantis-Katastrophe lag dagegen schon zu lange zurück, so dass nur noch ein leises Ahnen davon im „Menschheitsgedächtnis“ bestehen blieb.
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