Es bestehen jedoch Berichterstattungen ganz anderer Herkunft über geistig bedeutsame Epochen der Menschheitsgeschichte. Das sind die außergewöhnlichen, sehr überzeugend wirkenden Seherberichte, die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der von Abd-ru-shin verfassten Gralsbotschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Die Seher beschreiben weit zurück liegendes, „gespeichertes“ Geschehen, das sie mit verfeinerten Sinnen schauen und hören konnten. Diese Seherberichte sind neben den überlieferten Mythen, Legenden und Prophezeiungen sowie neben den archäologischen, historischen und naturwissenschaftlichen Fakten zusätzliche Erkenntnisquellen, die sich für mich als besonders nützlich bei der Suche nach der Wahrheit erwiesen haben. Die Seherberichte ermöglichen in hervorragender Weise, die längst vergangenen, aber geistig und kulturell sehr wichtigen Ereignisse der Weltgeschichte wieder ins Bewusstsein der Menschheit zu bringen. Sie ermöglichen damit aber auch, auf die Zukunft der Menschheit in gutem Sinne Einfluss auszuüben, da sie im Zusammenhang mit der Gralsbotschaft, die eine umfassende Schöpfungserklärung darstellt, die Gott-, Welt- und Selbsterkenntnis bei jedem einzelnen von uns fördern und so zu einer neuen, beglückenden Lebensorientierung auf geistiger Grundlage führen.
Die 20 Kapitel dieses Buches sind in sich abgeschlossen, so dass sie auch gesondert gelesen werden können. Daher sind gewisse Wiederholungen beabsichtigt. Ich habe mich bemüht, leicht verständlich und so kurz wie möglich die Texte zu gestalten. Für vertiefende Betrachtungen sind jeweils die Literatur- und Quellenhinweise angegeben. (Eine ausführlichere Abhandlung der 20 Kapitel ist in der e-book-Serie „Erinnerungen an die Wahrheit“ enthalten.) Meine Texte sollen den Leser anregen, sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit und nach dem Sinn des Lebens zu begeben, die einem keiner abnehmen kann, die aber auch sehr spannend und belebend ist. Für mich steht fest: Die Wahrheit lässt sich finden! Gleichzeitig sollen die Texte auch daran erinnern, dass immer wieder eine lichte einheitliche Führung die Menschheit zur Erkenntnis der Wahrheit zu bringen versuchte.
Berlin, Februar 2017
1 Die Arche Noah, die Sintflut und der Untergang von Atlantis
Zahlreiche Mythen berichten von katastrophalen Ereignissen rund um den Erdball in vorgeschichtlicher Zeit. Hat es die in der Bibel beschriebene Sintflut und die Arche Noah wirklich gegeben? Ist tatsächlich in grauer Vorzeit die sagenhafte Insel Atlantis mit den Menschen im Meer untergegangen? Und was bedeuten diese Vorgänge für uns heute?
Die Sichtungen der Arche Noah
Im heutigen „aufgeklärten“ Zeitalter betrachten viele den Bericht in der Bibel über die Sintflut als ein reines Phantasieprodukt: In einem „Strafgericht“ Gottes sollen viele Menschen durch eine gewaltige Flut vernichtet worden sein, aber Noah durfte mit seiner Familie und zahlreichen Tieren in einem riesigen Schiff auf der „gereinigten“ Erde überleben. Und so wollten auch drei englische Forscher Mitte des 19. Jahrhunderts zu dem in der Türkei gelegenen, 5.156 m hohen Berg Ararat aufsteigen, um ein für alle Mal der Nachwelt zu beweisen, dass sich dort nicht die Arche Noah befindet, wie Überlieferungen seit der Antike berichteten, sondern irgendein anderer unbedeutender Gegenstand. Zu ihrer größten Überraschung – ja, zu ihrem Entsetzen – stießen die Forscher aber tatsächlich in rund 4.200 m Höhe an der Nord-West-Flanke des Ararat auf ein Schiff, das tatsächlich der in der Bibel beschriebenen Arche Noah entsprach. Sie wurden von einem einheimischen Führer und dessen Sohn Haji Yearam begleitet, der dann später darüber berichtete. Die Arche steckte tief im Gletschereis, und nur der Bug des Schiffes war damals bisweilen im Sommer bei günstiger, sehr warmer Witterung nach einem milden Winter teilweise freigelegt. Der riesige Kasten, der sich dann im Eis andeutete, hatte offenbar tatsächliche drei Etagen und zahlreiche Boxen, wie in der Bibel beschrieben.
Es gab auch zahlreiche andere Augenzeugen, die die Arche Noah am Berg Ararat mit eigenen Augen gesehen haben wollen, so dass man die Existenz der Arche Noah am Ararat eigentlich als bewiesen zur Kenntnis nehmen muss – wenn es vielleicht auch schwer fällt. Denn wie sollte sie auf 4.200 m Höhe gelangt sein, so fragt man sich. Und war es überhaupt möglich, in der Vorzeit ein solches großes, lastenkahnähnliches Schiff mit Abmessungen von etwa 137 m Länge, 23 m Breite und 13 m Höhe zu bauen? Doch seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Arche angeblich mehr als zwanzigmal von zahlreichen Menschen auf dem Ararat gesichtet worden.
Die erste offizielle Bestätigung der Arche gab es im Spätsommer 1883 durch die türkische Regierung: Eine Kommission, die im Auftrag der türkischen Regierung die Lawinen des Ararat erforschte, war auf ein riesiges schiffsähnliches Gebilde aus sehr dunklem Holz gestoßen, das aus einem Gletscher herausragte. Lediglich drei Boxen konnten betreten werden, da die anderen voller Eis waren. Die vielleicht spektakulärste Sichtung der Arche erfolgte im Sommer 1916 durch den russischen Militärpiloten Wladimir Roskowitzki beim Probeflug einer Militärmaschine, worauf im Sommer 1917 eine russische Militärexpedition zu Arche unternommen wurde, bei der das Schiff auch vermessen und fotografiert wurde, soweit das möglich war. (Der Expeditionsbericht ist allerdings wegen der kurz darauf erfolgenden „Oktoberrevolution“ verschollen bzw. vernichtet worden.) Auch im zweiten Weltkrieg meldeten sowjetische und amerikanische Piloten mehrmals, dass sie die Arche in den Gletschermassen am Ararat gesichtet hätten. Der Franzose Fernand Navarra soll 1955 im Gletschereis einen Holzbalken gefunden haben, der nach Expertenmeinung sehr alt ist. Gletschereis und Lavastaub (der Ararat ist ein ehemaliger Vulkan) hätten angeblich eine extrem konservierende Wirkung auf das Holz ausgeübt.
Neuerdings ist berichtet worden, dass auch eine chinesischen Expedition aus Hongkong Teile der Arche im Eis aufgefunden und gefilmt hat. Die Filme, die im Jahr 2010 im Internet gezeigt wurden, lassen schemenhaft eine der im Eis eingeschlossenen Boxen der Arche erkennen. Aufnahmen von der gesamten Arche zu zeigen, ist offenbar nicht möglich, da nur noch Überreste bestehen, die von Gletschereis bedeckt sind. Dave Balsiger und Charles Sellier schreiben zum jetzigen Zustand der Arche in ihrem Buch „Die Arche Noah“: „Es ist sehr wahrscheinlich, daß die sich einst unversehrt an der Nordwestflanke des Berges in 4.200 Meter Höhe befindliche Arche durch ein Erdbeben oder eine Lawine in zwei Teile oder auch in viele kleinere Stücke zerbrach und Teile rund 350 Meter tiefer rutschten, wobei dann Balken und Planken von den niederen Eisflüssen absorbiert wurden. Vermutlich ist das Vorderteil der Arche noch ganz erhalten und liegt weiter oben, eingekeilt zwischen Felsen und Eis. Das würde erklären, warum die Arche manchmal aussieht, als rage sie unversehrt aus dem Eis heraus, und warum Navarra wenig unterhalb 3.900 Meter Höhe Holzstücke von ihr finden konnte.“ (1)
Sollten die vielen Arche-Sichtungen tatsächlich so wie geschildert erfolgt sein, würde dies eine Bestätigung der Sintflut, einer Erdkatastrophe von möglicherweise globalen Ausmaßes, bedeuten. Aber auch unabhängig davon gilt heute als allgemein anerkannt, dass in der Vorzeit große Erdumwälzungen stattfanden, von denen sich eine womöglich tatsächlich mit der biblischen Sintflut identifizieren lässt. Als Beleg für eine solche Katastrophe kann man auch die vielen sonstigen Überlieferungen unterschiedlichster Völker gelten lassen. Das um 1872 entzifferte Gilgamesch-Epos, das der assyrische König Assurbanipal auf Tontafeln aufschreiben ließ, gilt als ältester Sintflutbericht und ähnelt in vieler Hinsicht dem Bericht in der Bibel. Man nimmt an, dass die Urfassung des Gilgamesch-Epos bereits bei den Sumerern entstanden ist.
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