Hartmut Höhne - Feindliche Sektoren

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"Trittst du vor die Haustür, stehst du mitten im Kampfgebiet." Schwieriger Zeitgenosse, dieser Arno Unfried. Maler, Misanthrop, stets übellaunig, garantiert politisch inkorrekt. Eine tragikomische Figur mit unfreiwillig menschlichen Zügen.
Von aller Welt belästigt, teilt er seine unmittelbare Hamburger Umgebung in acht «feindliche Sektoren» (FS I – FS VIII) auf. Teils ängstlich, teils angewidert dokumentiert er seine Alltagsbeobachtungen in einem Archiv menschlicher Unzulänglichkeiten (AmU). Seine Aktenordner sind gut gefüllt.
Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf wenige Personen, mit denen er einige seiner Schrullen teilt, oder mit denen er im Clinch liegt. Mit seiner früheren Ehefrau Nora verbindet ihn eine herzliche Abneigung, da tun sich tiefste Abgründe auf. Sie wird ihm schließlich auch übel mitspielen, indem sie seine künstlerische Existenz bedroht.
Als Maler entwickelt er einen eigenen Stil, den er stolz mit der Bezeichnung Triangulismus versieht. Dabei gestaltet er seine Bilder aus schwarzen Dreiecken in unterschiedlicher Verdichtung auf weißem Grund. Sein einziger Freund Jacek verhilft ihm sogar zu einer Einzelausstellung in einer Hamburger Innenstadtgalerie, doch dann erschüttert ein dramatisches Ereignis sein Leben…

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An einer freien Wand lehnte ein gut gefülltes und sortiertes Buchregal mit Bildbänden, Ausstellungskatalogen, Werke zur Kunstgeschichte und –theorie, diverse Lexika.

Arno wusste, dass Jaceks umfangreicher Kunstkanon nicht nur aus dekorativen Gründen hier herumstand. Er hatte einmal, eher beiläufig, erwähnt, dass er in den Siebzigerjahren Kunstgeschichte in Warschau studiert habe, dann aber Ärger mit der Partei bekam, worauf er die Hochschule verlassen musste. Er redete nicht gerne darüber und Arno bohrte auch nicht groß nach.

Warum auch? Schließlich war er ja selbst Experte im Scheitern, obwohl er sein Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste durchaus abgeschlossen hatte. Aber was konnte man damit in der Kulturwüste Hamburg schon anfangen?

Unter dem Fenstersims stand eine altmodische Vitrine aus Holz und Glas. Sie enthielt ein beeindruckendes Sortiment an Wodkaflaschen mit und ohne Etiketten. Alles polnische Ware. Die selbst gebrannten Destillate waren im oberen Fach untergebracht, Jaceks ganzer Stolz. Da steckt ganz Polen drin , pflegte er zu sagen und wahrscheinlich meinte er es auch so. Arno fand, es schmecke doch alles ganz ähnlich, nur die Prozentwerte unterschieden sich. Dann rollte Jacek die Augen nach oben, bekreuzigte sich und seufzte kläglich.

„Versündige dich nicht“, zeterte er, der sonst nicht zu Frömmeleien neigte.

Aus einer Langhalsflasche füllte er jetzt zwei Wassergläser jeweils bis zur Hälfte.

Arno fühlte sich schon durch die abgestandene Höhlenluft leicht angeduselt. Es roch nach Zigarettenqualm, Wodka, Schweiß und Sperma. Er öffnete das Fenster, Jacek konnte es nicht verhindern.

„Arno! Soll ich mir holen den Tod?! Schau, wie ich frier. Bin ich ein Eisbär?“

Er schob kurz einen Pulloverärmel hoch und tatsächlich bildete sich auf seinem Arm eine Gänsehaut.

„Jacek, wir haben Hochsommer! Der Schweiß läuft mir in die Augen, sie sind schon entzündet von dem ganzen Salz und du frierst. Sag mir, wie machst du das?“

„Na was, bin ich halt sensibel. Stoßen wir die Frauen und auf die Kunst an.“

Arno hob sein Glas kurz und brummte etwas vor sich hin, dann kippte er sich den Wodka in den Hals. Was war das wieder für ein schräger Satzbau mit den Frauen und der Kunst gewesen?

„Und?“, fragte Jacek.

„Gut“, antwortete Arno.

Damit war das Thema Wodka-Qualität für heute erschöpfend geklärt. Jacek schien zufrieden, Arno war nicht unzufrieden.

Eine bunte DVD-Hülle lachte ihn an, viel mehr waren es ein paar spärlich verhüllte Damen, die das Cover zierten. Muckeln hinter Klostermauern . Aha. Er besah sich auch die Rückseite, sie sah aus wie die Vorderseite.

„Und?“, fragte Arno, mit der DVD wedelnd.

„Gut“, antwortete Jacek, während er aus einer eher untypischen Tintenfassflasche Wodka nachfüllte. Dann hielt er sein Glas gegen das Licht.

„Klar wie Wasser, ganz rein, siehst du? Salute.“

„Noch ist Pooolen nicht verloooren“, dröhnte Arno, einem plötzlichen Impuls folgend, mit feierlicher Stimme und Jacek stieß einen wiehernden Laut aus.

Nun wurde es doch wieder später, wie meistens, wenn er zu Jacek ging. Wahrscheinlich würde er heute keine Lust mehr verspüren, an seinem Bild weiter zu malen, wenn er nach Hause kam.

Irgendetwas hatte Jacek an sich, das Arno immer wieder

in den Bann zog. Ständig zauberte er neue Ideen aus dem Zylinder, eine absonderlicher als die andere, aber faszinierend und eben auch einnehmend.

„Pass auf, Arno, hab ich neue Wettidee“, verkündete er mit wichtiger Miene, wobei er mit Daumen und Zeigefinger ein Bartende zwirbelte.

„Bitte nicht“, stieß Arno hervor.

„Na, ist sich gut überlegt, mein Freund. Private Lotterie, du verstehst. Heißt Finanzcrash-Tops , na, wetten wir, welche Autokonzern erst pleite ist, Opel, Ford, Volvo, Saab, Peugeot, GM? Kannst du nicht wissen bei dem Chaos, macht Wette spannend. Gibst du 50 Euro Einsatz, kriegst du 5000 raus.“

„Echt? So viel?“

„Musst du vorher gewinnen, ist klar. Machen schon zwanzig Leute mit, tippen fast alle Opel. Hundert, sagen wir, zweihundert Spieler wären gut. Finde ich noch, kein Problem.“

Arno zweifelte keine Sekunde daran, dass Jacek, wenn er wollte, auch die doppelte Anzahl an Mittippern auftreiben könnte. Irgendwie musste das Geld ja auch zusammen kommen.

„Jacek, hat dir schon mal jemand gesagt, wie unmoralisch du bist?“

„Na, hast du schon oft gesagt, hast du doch mitgespielt, ich erinnere.“

„Gut, beim Goldhamster-Marathon. Eine Ausnahme ...“

„Und beim Joghurt-Wettessen auch, ich erinnere. Wo Harry mit Deckel vom Becher die Zungenspitze abgeschnitten hat, ich erinnere. Hat er mit Blut den ganzen Laden eingesaut, Frauen haben geschrien und gekotzt ...“

„Hör bloß auf, Jacek. Eine infernalische Wette! Wer kann auch ahnen, dass Harry dermaßen blöd ist? Gemetzel beim Joghurtessen ich bitte dich!“

„Na siehst du.“

„Hm. Aber bei Finanzcrash-Tops wartest du nur darauf, dass das Unternehmen in die Grütze geht, auf das du gewettet hast. Denkst du gar nicht an die vielen Arbeitsplätze?“

„Nein. Warum?“

„Arbeitslosigkeit, Armut, Wasser und Brot...“

„Kann ich hindern? Bauen sie Windräder und Fahrräder, schmilzt der Nordpol nicht, freut sich Polarfuchs, Arno, musst du so denken.“

Arno seufzte laut. Er ahnte, dass er gegen die praktischen Überlegungen des Freundes nicht ankommen würde, vielleicht wollte er es auch gar nicht.

2. Feindliche Sektoren

Arno saß am Küchentisch.

Arno dachte an gestern, es bereitete ihm Mühe.

Arno hatte den Kopf in den Nacken gelegt, auf der Stirn klebte ein nasser Waschlappen, durch den Jaceks Wodka aus seinem Körper verdampfte.

Arno hatte einen Ordner und einen Kugelschreiber vor sich liegen. Daneben breitete sich eine ganze Batterie an Tuben mit schwarzer Ölfarbe aus. Wie schön. Jacek, die einzig gute Seele, musste ihm das Zeug mitgegeben haben. Wahrscheinlich hatte er es auf die große Rechnung gesetzt und irgendwann würde dann das dicke Ende kommen, aber immerhin war jetzt an die Fertigstellung des Bildes zu denken. Mit einer einzigen Tube konnte er bis zu dreiundachtzig Dreiecke malen, wusste Arno.

So langsam meldeten sich auch die Erinnerungen zurück. Stück für Stück sammelte das Gedächtnis alle Widrigkeiten des vergangenen Tages ein, bereitete es das Material für die abschließende Evaluation auf: Versicherungsheinis, Punks, Bulgaren, Kinderretter.

Permanente Belästigungsfaktoren, allerdings mit graduellen Unterschieden auf der Belästigungsskala von 1 bis 7.

Alles musste erfasst und durch Archivierung für die Nachwelt gesichert werden. Arno wusste nicht genau, ob sich eine interessierte Nachwelt überhaupt finden ließe, dessen ungeachtet würde er seine Aufzeichnungen aber auf jeden Fall fortführen. So wie ein Tagebuchschreiber auch immer weiter schreibt, mechanisch, lustlos, preußisch pflichtbewusst, wie ein Getriebener. So verhielt es sich mit Arno auch. Schließlich hört man nach Jahren akribischer Feldforschung nicht einfach damit auf. Nach seinem Tod sollten die Dokumente einer wissenschaftlichen Institution zugeeignet werden. Lange würde Gevatter Tod ohnehin nicht mehr auf sich warten lassen, so, wie man sich ständig herumärgern musste.

Sein Material musste doch eine wahre Fundgrube für einen ganzen Stab interdisziplinär ausgerichteter Verhaltensforscher aus aller Welt sein. Präzisere Aufzeichnungen über das Problem menschlicher Unzulänglichkeiten würden sie nirgendwo sonst finden.

Arnos Antennen waren sehr fein justiert. Er witterte noch die entfernteste Andeutung einer Anspielung, zartest gesponnene Äußerungen veranlassten ihn zu den verwegensten Mutmaßungen. Gerade die sublimen sprachlichen Konstruktionen boten Raum für versteckte Boshaftigkeiten, da musste man höllisch auf der Hut sein. Ehe man es sich versah, wurde man zum Deppen gemacht, oder sonst wie angefeindet.

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