Gaby Hühn-Keller - Pannonische Geschichten

Здесь есть возможность читать онлайн «Gaby Hühn-Keller - Pannonische Geschichten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Pannonische Geschichten: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Pannonische Geschichten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

In den 14 «Pannonischen Geschichten» spannt sich der Bogen zeitlich von der frühen Nachkriegszeit über die Vertreibung bis heute, räumlich von Ungarn bis Bayern. Die persönlichen Erlebnisse der Autorin und ihrer Familie geben Zeugnis von einer gelungenen Integration im neuen Umfeld vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse zwischen der Währungsreform 1948 und der Wende 1989 sowie der neueren Entwicklungen in Ungarn bis 2010.

Pannonische Geschichten — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Pannonische Geschichten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Die radikale Veränderung brachte die unmittelbare Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges. Mit Deutschland hatte auch der Kriegspartner Ungarn, der besonders den Russland-Feldzug unterstützte, den Krieg verloren. Im August 1945 trafen sich die alliierten Siegermächte USA (Truman), UdSSR (Stalin) und Großbritannien (Churchill) in Potsdam zu einer Konferenz, um für das besiegte Deutschland Gebietsabtretungen und neue Grenzverläufe festzulegen und die Vertreibung Deutschsprachiger oder Deutschstämmiger aus den besetzten Gebieten zu veranlassen. Dies betraf etwa 6000 Hienzen aus dem Raum Szentgotthárd und Körmend, die im Mai 1946 in den Landkreis Landsberg am Lech ausgesiedelt wurden. Unter ihnen befand sich auch mein Vater, der kein Hienze war aber ein deutschstämmiger Donauschwabe. Seine Vorfahren wurden zu Maria Theresias Zeiten angeworben, um sich in Südostungarn anzusiedeln. Diese Landschaft um die Stadt Fünfkirchen (Pécs) war zu dieser Zeit durch große Türkenschlachten, letztlich durch den Sieg über die Türken und deren endgültigen Rückzug geradezu menschenleer. Mit meinem Vater, der nach Rábafüzes hingeheiratet und sich als Frisör selbständig gemacht hatte, ging meine Mutter. Sie wurde amtlicherseits nicht gezwungen, mit ihm zu gehen. Sie konnte sich aber anschließen. Und mit ihnen ging ich. Selbstverständlich ungefragt. Ich war ein vierjähriges Kind.

Die vielen Male, die ich seit meinem zwanzigsten Lebensjahr durch diese Pannonische Pforte zu meinem Geburtsort und in dessen nähere und weitere Umgebung, sowie überhaupt in fast alle Landstriche Ungarns gefahren bin, war ich auch immer auf einer gewissen Spurensuche nach den Wurzeln meiner Familie und der Mentalität der dortigen Menschen. Einige meiner Erlebnisse lege ich in diesen „Pannonischen Geschichten“ einem interessierten Leserkreis vor. Sie sind über viele Jahre entstanden und befinden sich einzeln in der einen oder anderen Anthologie oder in literarischen Zeitschriften, auch in meinen Familiengeschichten. Die Geschichten sind lose aneinander gereiht, in einer gewissen chronologischen Reihenfolge. Bewusst habe ich nicht die Romanform gewählt. Dazwischen gestreut finden sich „Anekdoten“. In dieser kurzen Form lässt sich für mich der Charakter dieser liebenswerten, lebenstüchtigen Menschen, die östlich und westlich der Pannonischen Pforte leben oder lebten, besser beschreiben. Viele von ihnen leben jetzt in Bayern, von wo ihre Vorfahren ja schon fast vor tausend Jahren gekommen waren. Für sie schließt sich so der Kreis, selbst wenn sie darüber nie nachgedacht haben oder es sogar gar nicht wissen. Für mich kann dieser Kreis nicht gelten, da meine Stammeswurzeln noch etwas weiter verzweigt sind und in andere Richtungen laufen.

Ich erinnere mich gerne an einen schon längst verstorbenen, älteren Freund aus Budapest. Er hatte mich in den 1970er Jahren in Augsburg zu einer politischen Versammlung mitgenommen. Franz Josef Strauß hatte Otto von Habsburg eingeladen, über EUROPA zu sprechen, seine Vision darzulegen über eine zu gründende Europapartei. „Solltest du dich entwurzelt fühlen“, sagte mein Freund, „so entwurzelt, wie ich mich fühle, denke daran, vielleicht gibt es einmal ein Vereintes Europa. Darin findest du deinen Platz.“

Unterm Birnbaum

„Apu gyere most – Papa, komm jetzt“, forderte ich meinen Vater auf. Er hatte mir versprochen, mit mir ans Dorfende zu gehen, zu einem Birnbaum. Wir gingen los, hatten den letzten Bauernhof hinter uns gelassen und da sahen wir ihn: In voller Pracht stand er in der milden Septembersonne, hing über und über voller Birnen. Angekommen, umkreisten wir den Baum, suchten sorgfältig das Gras ab, ob Birnen herabgefallen waren. Es lag jedoch keine einzige unversehrte Birne da. Angeschlagene, halb verfaulte, vom Fallen Aufgeplatzte, ja. Ein süßer mostiger Geruch vermischte sich mit dem von Gras und warmer Erde, kitzelte mir in der Nase, wenn ich mich bückte, um eine Birne umzudrehen. Wespen flogen auf und Fliegen. Ameisen krabbelten mir rasch auf die kleinen Finger. Ich bekam Angst und schrie auf. Schließlich fing ich an zu weinen, weil ich Hunger hatte, und keine der Birnen war gut. „Da waren heute schon viele da“, sagte mein Vater. Die vielen, die er meinte, waren andere Heimatvertriebene wie wir auch. Sie lebten jetzt in diesem bayerischen Dorf. Ein ganzes Dorf aus Ungarn zwangsumgesiedelt in ein bayerisches Dorf.

Dieser Birnbaum stand auf Gemeindeflur, gehörte keinem und jedem. Schnell hatte sich bei den Flüchtlingen herumgesprochen, dass man alle Früchte, die von alleine herunterfallen, aufklauben und mitnehmen darf. Mein Vater hob schließlich drei, vier Birnen auf. Er schnitt sie mit seinem Taschenmesser sorgfältig aus. Wir setzten uns ins Gras und aßen gemeinsam. Als wir fertig waren, sagte er: „Wir warten, bis eine Birne herunterfällt. Dann werden wir die ersten sein. Du klaubst sie auf und nimmst sie mit nach Hause.“

Wir saßen gemütlich, schauten über die Wiese zu einem kleinen Bach. „Das ist der „Verlorene Bach““, wusste mein Vater. „Er entspringt nicht weit von hier, fließt dreißig, vierzig Kilometer, und verschwindet plötzlich wieder. So sagen es jedenfalls die Einheimischen.“ Ich hüpfte die paar Sprünge die Wiese hinunter zum Bach, hob mein Röcklein an, stieg ins schnell fließende Wasser hinein. Seine Kühle umspülte mich bis zu den Oberschenkeln. „Komm raus, du bist dünn. Das Wasser könnte dich umreißen“, hörte ich meinen Vater hinter mir.

Wir gingen zum Birnbaum zurück, setzten uns wieder. Die Sonne trocknete langsam meine Beine. „Erzähl doch“, bat ich, „erzähl von deinem Hund. Als du ein Kind warst und einen Hund hattest.“ Mein Vater erzählte von seinem Spitz. Wie er mit ihm gespielt hatte, wie der Hund ihm in den Weinberg gefolgt war. Dass er ihn sogar zur Schule begleitet und gewartet hatte, bis die Schule aus war. Ich sah den kleinen Hund nun deutlich vor mir und fragte: „Könnten wir nicht auch so einen Hund haben; dann hätte ich einen Spielkameraden.“ „Hunde fressen Fleisch. Wir haben doch selbst kaum zu essen. Du siehst schon. es geht nicht.“ Ich schaute ihn an und merkte, dass er traurig war. Er sagte nun: „Unsere Verwandten in Ungarn haben zwar jetzt die Russen am Hals, aber sie haben wenigstens zu essen. Sie haben ihren eigenen Birnbaum – und wir, wir müssen hier sitzen und warten, bis eine Birne herunterfällt. Das geht mir wirklich ans Gemüt!“ Ich kuschelte mich etwas näher an ihn, um ihn zu trösten. Er legte seinen Arm um mich und sagte: „Im Moment könnte mir nur ein Zigeuner helfen. Der hat eine Geige und spielt einem sein Lieblingslied vor, wenn man traurig ist. Weil das Lied so schön ist, kann man weinen, dann fühlt man sich gleich besser. Aber hier in Bayern gibt es nicht einmal einen Zigeuner.“

Da machte es neben uns „plopp“. Eine Birne war heruntergefallen: Goldgelb, unversehrt, duftend und reif!

Конец ознакомительного фрагмента.

Текст предоставлен ООО «ЛитРес».

Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.

Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Pannonische Geschichten»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Pannonische Geschichten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Pannonische Geschichten»

Обсуждение, отзывы о книге «Pannonische Geschichten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x