Marc Lindner - Flucht aus dem Morgengrauen

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Flucht aus dem Morgengrauen: краткое содержание, описание и аннотация

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Die dem Studenten an den Kopf geworfenen Formeln lassen ihn daran zweifeln, die Welt zu verstehen. Auch deshalb stürzt er sich in das ihm angebotene Abenteuer einer Weltreise. Seine Suche gilt jenem, das er bisher zu vermissen glaubt und so versucht er alles Andere hinter sich zu lassen.
Eine Journalistin samt Millionär verschreiben sich währenddessen der zielgerichteten Fortbewegung, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wieso sie dies wollen. Mit jedem Tag den sie mehr scheitern, verblassen die Ausreden und Selbsttäuschungen, die ihren einzigen Antrieb darstellen.
Als Begleitung drängen sich die Vorstellungen und Werte einer Gesellschaft auf, die sich aber bald schon abwendet.
Im Gepäck nichts als Illusionen, nicht erfüllbaren Erwartungen und dem Fluch ihres bisherigen Lebens. Deshalb kommt es, wie es kommen muss: Sie laufen davon – sich selbst und der Welt …

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Am Hauptgebäude angelangt stellten wir fest, dass wir die Ersten waren. Wir wollten die Ruhe in uns wahren, bloß nicht zu spät kommen, nicht durch schnelles Herbeieilen unser Blut in Wallung bringen. Ein letztes Mal in Ruhe Luft holen. Es hatte etwas Angenehmes an sich, als Erster hier zu sein, denn so sah man jene, die noch kamen. Man sah, wie sie aufgeregt umher blickten, als wären sie zu spät. Ich wusste nicht wieso, aber irgendwie beruhigte es mich immer, die anderen zu beobachten. Es lenkte mich von mir ab, wenn ich sah, was andere durchmachten, wie sie damit umgingen, getestet zu werden. Mit dieser, meiner Eigenart, hatte ich es immer geschafft die Klau­suren gelassen zu beginnen. Nur in dem Moment, als wir hinein gerufen wurden machte sich in mir ein seltsames Prickeln im Bauch breit.

Von den Momenten, oder besser von den Stunden, die dann folgten, bekam ich nie viel mit. Nachdem die Klausuren ausgeteilt waren, funktionierte ich. Wie ein Uhrwerk. Ich tauchte ein, in die Welt der Formeln. Sie überfluteten mich und ich ertrank. Heute ein letztes Mal, danach konnte ich endlich leben. Frei sein, von all diesen anmaßenden Formeln. Endlich die Welt verstehen, so wie sie wirklich war und nicht nur, wie sie auf dem Papier schien.

Dreieinhalb Stunden, solange dauerte es diesmal, doch die Zeit bedeutete mir nichts. Kaum war ich eingetreten, gab ich das Papier auch schon wieder ab. Wenig­sten kam es mir so vor.

Leicht betäubt von diesem vielen Denken und müde vom Schreiben verließ ich den Hörsaal. Die Klausur hatte ich bereits vergessen. Sie lag hinter mir und ich wollte mich nicht wieder umdrehen. Nicht einmal stehen bleiben konnte ich. Die Anderen würden Fragen stellen, Erin­nerungen wachrufen. Doch die wollte ich nicht mehr.

Als ich draußen ankam, empfing mich eine andere Stadt, wohl noch dieselbe, aber nicht die gleiche, nicht für mich. Langsam ging ich Richtung Altstadt und ich sah die Häuser. Sie standen nicht mehr da und jubelten. Kein Rennen mehr. Und ich schlenderte gemütlich drauf los. Wie ein Trunkener, nur meine Schritte waren fest und sicher. Ich sah, wie die Leute an mir vorbei liefen, alle in Eile. Sie konnten mir nur noch ein müdes, mitleidiges Lächeln abverlangen. Doch ich betrachtete sie weiter. Ganz in Ruhe, während ich weiter ging. Sie waren blind, und suchten, es war merkwürdig und mir noch nie so richtig aufgefallen, aber jetzt sah ich es. Ein Mann kam mir entgegen. Sein offener Mantel fing den Wind und er telefonierte aufgeregt mit seinem Handy. Mit finsterer Miene wich er den Passanten aus. Das musste ich nicht, ich ließ mich treiben, vorbei an den Schau­fenstern der Einkaufs­straße. Doch mein Blick drang nicht durch, er blieb draußen und fiel auf einen Eisverkäufer unter dem dunkel bewölkten Himmel. Der hatte Mut, dachte ich. An ihm vorbei lief eine Frau mit Kinderwagen. Sie wirkte angespannt, während sie versuchte ein Tuch, das im Wind tanzte, oberhalb ihres Neuge­borenen fest zu spannen. Neben ihr zupfte ein kleiner Junge, der kaum gehen konnte, an ihrem Hosenbein, und weinte. Er wollte wohl ein Eis, doch die Mutter hatte kein Verständnis dafür, nur der Eisverkäufer lächelte ihm freundlich zu.

Das alles war für mich Leben. Keine Regeln, keine die man sehen und vor allem keine, die man aufschreiben konnte. Freiheit, ich sah sie, oben am Himmel in den dicken und doch schwebenden Wolken. Irgendwie hatte ich das Gefühl als könnte ich nun nach ihnen greifen. Doch ich tat es nicht. Allein das Wissen über diese Möglichkeit reichte mir. Wo flogen sie wohl hin, diese Wolken? Frei sein. Einfach nur fliegen. Das musste doch schön sein.

Die meisten hier waren Frauen, fiel mir auf. Mit ihrem Blick für alles. Ständig blick­ten sie von einer Straßenseite zur anderen. Manche mit Einkaufstüten, manche ohne, aber alle trugen sie eine Handtasche mit sich, auch wenn sie diese sichtlich störte. Dann musste ich immer lachen. Freiheit. Was das wohl ist? Ich dachte nach, und sah mir die Leute an. Wohl der Entschluss, sie sich nehmen zu dürfen. Deshalb rannten sie alle so. Hatten keine Zeit, keine Ruhe. Freiheit. Über mir, die Wolken hatten auch nicht mehr lange Zeit, bald würde es Regen geben.

Und ich freute mich, alles würde sich ändern, endlich ein Neuanfang.

Doch ich wurde auf einmal müde und senkte meinen Blick. Unter mir schlich­en sich langsam Pflastersteine hinweg. Mit jedem Schritt entspannte sich mein Körper mehr und ich konnte mich wieder treiben lassen. Die Altstadt war richtig bequem zum Schlendern, keine großen Flächen, die einen gefangen hielten, nur kleine, die einen immer weiter reichten. Man reiste viel schneller so, immer weiter und es gab kein Halten, keine Pausen. Nur eintauchen in diese be­rühr­­ungs­lose Ruhe. Ich blickte mich nicht mehr um und schob den Moment, in dem ich aufschauen wollte, vor mir her.

Ein Mann eilte an mir vorbei und lief mich fast über den Haufen. Groß und stäm­mig war er, und ich bekam die Wucht zu spüren, als unsere Schultern an­ein­ander prallten. Völlig überrascht drehte ich mich um, doch ich sah nur noch den breiten Rücken des Fremden, gehüllt in einen langen schwarzen Regen­mantel. Merkwürdige Gestalt war das. Und so schnell. Sie hatte nicht einmal die Zeit gehabt, sich umzudrehen. Und als ich ihm noch einige Blicke schenkte, bevor er in der Masse unterging, glaubte ich nicht, dass er mich überhaupt wahr­genommen hatte, so eilig hatte er es. Ich war ihm nicht böse, erwartete nicht einmal eine Entschuldigung, denn wir hatten wohl beide nicht acht­gegeben. Er hatte zu wenig Zeit und ich zu viel. Wir lebten in zwei Welten, da konnte man schon mal eine Begegnung versäumen. Ich lächelte ihm hinterher, wollte mich irgendwie von ihm verabschieden, auch wenn er es nicht sehen konnte.

So viel passierte in der Stadt und bald hatte ich ihn vergessen, genauso wie die Schaufenster, die an mir vorbei huschten, sie waren für mich leer. Dunkel er­schienen sie, nichts was ich sehen wollte, da waren mir die Menschen lieber. Wie ein riesiger Schirm schwebte die Regenfront über mir. Dankbar kleidete ich mich in den Mantel, den die Menschen mir darboten. Herrlich warm war er, leicht windig ab und an, aber das nahm ich gerne in Kauf. Ich behielt nur die an­ge­nehmen Empfindungen für mich, die anderen überließ ich der Stadt und der Verdammnis des Vergessens.

Wieder sah ich denen zu, die mir entgegen kamen. So viele Geschichten und ich konnte nicht genug von ihnen bekommen. Jetzt hatte ich die Schule hinter mir und las nur noch, was mir gefiel. Jene Bücher enthielten keine Formeln mehr, davon hatte ich genug. Nur die Geschichten, die das Leben schreibt, wollte ich lesen, geschrieben in den Gesichtern der Passanten. Alles Kurz­geschichten‚ aber reich an Beschreibungen, voller Gefühle. Da konnte man richtig ein­tauchen und mitfühlen, nicht nur denken, und vor allem gab es keine Regeln. Sicherlich waren einige Gesichter leer, aber dann blätterte ich weiter. Meine Bib­liothek hatte keine Grenzen mehr. Ich war frei, wie ein Vogel, oder besser noch, wie Wolken, denn die wurden nicht müde.

Mein Blick schweifte in die Ferne, die Gasse entlang. Da kam Unruhe in die Masse, irgendetwas störte den Strom. Die Menschen flossen nicht mehr inein­ander, wurden fast aufgewirbelt. Sie drängten sich immer mehr auf die Seite, auf der ich mich näherte. Vorsichtig ließ ich mich Richtung Mitte treiben, denn ich wollte mich nicht durch diese Menge drängen. Wieder stürzte eine Frau von der and­eren Seite her und tauchte nickend nein sagend in der Masse unter. Es sah irgend­wie gestört aus, so als hätte sie vor etwas Angst. Ich fragte mich, was das nur sein konnte. Etwas, das eine solche Macht ausübte, dass es die Ströme der Menschen gar zu lenken vermochte. Ich konnte meinen Blick nicht abwenden, zu gespannt war ich auf die Geschichte, die ich dort würde lesen können. Wie bezaubert ließ ich mich weiter nach rechts treiben. Ich hatte keine Angst, nicht wie die Menschen vor mir. Und dann sah ich es. Auf dieser Seite kam mir niemand entgegen. Alle hatten sie sich bereits auf die andere, nun über­füllte Seite zusammen­gerottet.

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