Ralph Ardnassak - Die Kinder der Bosheit

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Langsam fährt der Wagen über den knirschenden weißen Flusskies der gepflegten Auffahrt.
"Du fährst schon nach Hause!", befiehlt Guntram Seidel dem Sohn in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet: «Es wird bei mir heute später. Ich lasse mich dann nach Hause fahren!»
Als der Sohn mit dem Auto verschwunden ist, drückt Guntram Seidel auf den Klingelkopf aus Edelstahl neben dem Schlossportal.
Theo Ferstner öffnet die Tür. Fragend und widerwillig mustert er Guntram Seidel.
"Wer sind Sie? Was wollen Sie?", fragt er unfreundlich und arrogant.
"Hauptzollamt Dresden!", sagt Guntram Seidel mit fester Stimme, während seine zitternde rechte Hand bereits in die Tasche der Regenjacke fasst und nach dem Griff der Pistole tastet.
"Ich muss sofort mit Ihrer Frau sprechen! Es geht um Straftaten im Zweckverband!"
"Um Straftaten…?", stammelt Theo Ferstner jetzt fassungslos.
Aber da ist seine Frau schon heran und steht in ihrem roten Kimono zitternd neben ihrem Mann. Alle Selbstsicherheit ist plötzlich von ihr verschwunden.
Wortlos zieht Guntram Seidel die Pistole aus der Tasche seiner Regenjacke, entsichert und feuert vierzehnmal auf die Frau, die im Kugelhagel und im Pulverdampf zusammenbricht.
Guntram Seidel sieht ihr Blut spritzen, sieht sie die Arme hoch reißen und die Einschusslöcher in Stirn, Hals, Brust und Bauch. Er feuert noch, als die Frau als regloses Bündel auf dem Fußboden neben ihrem Mann liegt. Er will ganz sicher gehen, dass so etwas nicht überlebt. Er will ganz sicher gehen, dass so etwas nie wieder anderen Menschen dasjenige antut, was ihm in den letzten 17 Jahren angetan wurde.

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„Ja, ja!“, nickt Guntram und er denkt daran, dass der Doktor mit ihm, einem Kassenpatienten und armen Schlucker, schließlich nicht viel Aufhebens machen wird. Und dass es dem Doktor und dieser kruden Gesellschaft im Dorf letztendlich ganz egal ist, ob er Schmerzen hat und vielleicht stirbt.

Also nimmt er das Rezept, das der Doktor ausgestellt, unterschrieben und abgestempelt hat und schlurft krumm und grußlos nach draußen und durch das Wartezimmer hindurch, in dem es immer noch nach Mensch riecht und in dem sie die Köpfe zusammen stecken und hinter seinem krummen Rücken über ihn tuscheln. Muss er also noch nach der Märkischen Apotheke gehen, um die Schmerztabletten abzuholen, die ihm der Doktor aufgeschrieben hat. Und dort, in der Märkischen Apotheke, wollen sie auch wieder nur Geld von ihm. Steckten doch schließlich alle nur unter einer Decke, wenn es darum ging, einem armen Schlucker wie ihm, die letzten paar Geldstücke aus der Tasche zu ziehen.

Über den Marktplatz, auf dem die bunten Verkaufswagen des Metzgers und des Bäckers stehen, schlurft Guntram Seidel zur Märkischen Apotheke, während die frisch restaurierte Turmuhr auf dem Rathaus von Klein Piesicke blechern das Lied „Märkische Heide, märkischer Sand“ klimpert.

Für den Bürger hatten sie keinen Pfennig, ging es Guntram Seidel durch den Kopf, während er über das Pflaster des Marktplatzes von Klein Piesicke schlurfte. Aber für ihr albernes Glockenspiel gaben sie Zehntausende aus. Eigens aus Berlin musste ein Handwerker dazu kommen. Direkt aus der Hauptstadt. Und obwohl ihm eigentlich nicht danach ist, summt Guntram Seidel die altbekannte Melodie mit und fällt schließlich sogar in halblauten kehligen Gesang ein, so wie es Vater und Großvater bereits taten, immer dann, wenn irgendwo dieses alte Lied angestimmt wurde:

„Märkische Heide, Märkischer Sand

Sind des Märkers Freude, Sind sein Heimatland.

Steige hoch, du roter Adler, Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder, Heil dir mein Brandenburger Land.

Uralte Eichen, Dunkler Buchenhain, Grünende Birken stehen am Wiesenrain. Steige hoch, du roter Adler, Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder, Heil dir mein Brandenburger Land.

Blauende Seen, Wiesen und Moor, Liebliche Täler, Schwankendes Rohr.

Steige hoch, du roter Adler, Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder, Heil dir mein Brandenburger Land.

Knorrige Kiefern leuchten im Abendrot, Sah'n wohl frohe Zeiten,

Sah'n auch märk'sche Not. Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand, Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Bürger und Bauern vom märk'schen Geschlecht,

Hielten stets in Treu zur märk'schen Heimat fest!

Steige hoch, du roter Adler, Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Hie Brandenburg allewege - Sei unser Losungswort!

Dem Vaterland die Treue in alle Zeiten fort.

Steige hoch, du roter Adler, Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.“

III

Theo Ferstner steckt das silbrig glänzende Handy weg, nachdem er das Telefongespräch beendet hat. Es ist das aller neueste Modell. Theo Ferstner legt Wert darauf, stets das neueste und teuerste Modell eines Handys zu besitzen. In den unzähligen Meetings und Aufsichtsratsversammlungen, denen er als Landrat beiwohnen muss, baut er das Handy stets vor sich auf wie ein Zepter. Es zählt zu den Insignien seiner Macht und selbst bei seinen Besuchen in der Staatskanzlei akzeptiert man inzwischen, dass der Landrat Theo Ferstner einen Handy-Tick hat.

„Solange es nur ein Handy-Tick ist!“, scherzen die honorigen Herren aus der Staatskanzlei. Da sind sie schlimmere Passionen gewöhnt: teure Sportwagenmodelle, Segelyachten oder Obsessionen für Frauen, die gut und gerne Töchter sein könnten, stattdessen aber Geliebte abgeben müssen.

Theo Ferstner ist seit zwanzig Jahren Landrat. Und er ist bemüht, sauber zu bleiben, da er seine Position noch einige Zeit behalten möchte. Außerdem bemüht er sich um Bürgernähe. Um die Nähe jener Bürger jedenfalls, die berühmte und vor allem reiche Berliner Unternehmer sind und die in Klein Piesicke auf die Suche nach Immobilien gehen, nach Abschreibungsobjekten, wie sie es nennen oder nach repräsentativen Jagdrevieren mit möglichst reichen Beständen an Dam-, Schwarz-, Muffel- oder zumindest an Rehwild, an Hasen, Fasanen und Stockenten.

Theo Ferstner hat wieder mit Zürich telefoniert. Als Landrat sitzt er ganz selbstverständlich in den Aufsichtsräten aller größeren Firmen des Landkreises. So natürlich auch im Aufsichtsrat des Oderbruch-Klinikums, obwohl er kein Mediziner und auch kein Betriebswirt ist, denn darauf kommt es in seinen Kreisen längst nicht mehr an.

Seine Gesprächspartner in Zürich repräsentieren eine große und europaweit agierende Klinik-Kette. Ein Konsortium von gewaltiger Finanzkraft mit knapp zweihundert Kliniken quer durch ganz Europa. Das Konsortium ist seit einiger Zeit interessiert am Kauf des Oderbruch-Klinikums. Es würde dann aus dem Eigentum des Landkreises in Schweizer Privatbesitz übergehen. Ferstner weiß längst, was dies für die Mitarbeiter und Patienten bedeutet. Ganze Abteilungen würden aus Kostengründen einfach geschlossen, Ärzte, Schwestern und Pfleger entlassen. De facto auch eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung und vor allem der Beschäftigungssituation der Bürger des Landkreises. Aber so durfte man die Sache keinesfalls betrachten. Worauf es jedoch ankam: der Landkreis würde durch die Transaktion auf einen Schlag schuldenfrei und für ihn, den Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden Theo Ferstner, spränge eine Provision im sechsstelligen Bereich dabei heraus. Einfach so, nebenbei und zusätzlich zu seinen laufenden Bezügen. Entsprechend deklariert durch die tüchtige Mitarbeiterin seines Steuerbüros, sogar zum überwiegenden Teil vollkommen steuerfrei! Eigentlich war Ferstner finanziell vollkommen saniert. Was immer er begehrte, er konnte es sich leisten, ob nun eine Segelyacht oder eines der besonders lukrativen Jagdreviere, die reich an kapitalen Damwildschauflern waren und mit denen man sogar Geschäftsleute aus dem aufstrebenden China immer wieder beeindrucken konnte. Aber Ferstner hatte auch genug dazu gelernt, um bescheiden zu bleiben. Er war infiziert von der Gier, immer noch mehr verdienen und einnehmen zu wollen.

Die Linken würden vermutlich Sturm laufen im Kreistag. Aber es kam eben darauf an, wie man der Öffentlichkeit die ganze Sache mit der Klinik zu verkaufen verstand. Seitdem er vor zwanzig Jahren Lokalpolitiker geworden war, wusste Theo Ferstner um die fatale Macht der Sprache. Richtig gebraucht, konnte sie einen Mörder zum Heiligen und Patrioten verklären und aus einem schnöden Betrug einen Akt edelster vaterländischer Gesinnung machen. Es kam letztendlich nur darauf an, wie man das Ganze benannte und welche Worte man benutzte, um es zu beschreiben oder besser zu umschreiben. Außerdem war er der Landrat, vor dem ohnehin schon die meisten Bürger des Kreises einen Buckel machten, denn sein Arm reichte weit. Theo Ferstner konnte, wenn man ihn reizte, Existenzen zerstören und Karrieren für immer beenden.

Er würde sich schon etwas einfallen lassen, denn schließlich war er nicht umsonst Landrat geworden.

Inzwischen war es für Theo Ferstner ganz selbstverständlich, dass der gesamte Landkreis sich nach ihm und seiner politischen Meinung ausrichtete, wie die Kompassnadel nach dem magnetischen Nordpol. Er war für den Landkreis dasjenige, was der Prior für die Mönche des nahen und in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verwüsteten Klosters gewesen war. Er sah sich als den Leitstern in seinem Landkreis. Und dies galt längst nicht nur für politische und öffentliche Angelegenheiten. Dies galt inzwischen unumschränkt.

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