Anton Reutlinger - Kognitive Kybernetik

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Im Zeitalter des GPS für jedermann ist Kybernetik am anschaulichsten als untrennbare Kombination von Fahrzeugführung und Navigation erklärbar. Im engeren Sinn umfasst die Kognitive Kybernetik die Planung, Ausführung, Erfolgskontrolle und Korrektur zielgerichteter Handlungen. Die Grundlage jeder Form von Kybernetik bilden die logischen Gesetze der Kommunikation, welche von einem kybernetischen System zur Außenwelt und zwischen den Teilsystemen stattfindet. Die intellektuellen und kulturellen Leistungen der Menschheit stehen nicht im Programmheft der Evolution. Sie sind Nebenwirkungen vieler, für die Bewältigung des Lebens günstige Entwicklungsschritte. Damit verbunden ist die funktionalistische Deutung der Welt und des Weltgeschehens. Die Weltfrage ist, wie aus den dummen Kräften der Physik intelligente Lebewesen hervorgehen können. Dieser Übergang von der Physikalischen zur Kognitiven Kybernetik ist ein wesentlicher Teil des Mysteriums des Lebens und soll als Inversion der Kybernetik im Brennpunkt dieser Kollektion und Kompilation von Überlegungen stehen. Wie ein Hamburger im Sandwich liegt die Kognitive Kybernetik zwischen der normativ-holistischen Sichtweise von Soziologie, Technologie und Psychologie als Kulturalismus einerseits und der deskriptiv-reduktionistischen Sichtweise von Biologie, Physiologie und Neurologie als Naturalismus andererseits.

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Ein fast vergessener Vorläufer der Kognitionswissenschaften ist der in Auschwitz ermordete Psychologe und Philosoph Otto Selz (1881-1943), der sowohl auf die Wissenschaftstheorie und evolutionäre Erkenntnistheorie von Karl Popper (1902-1994) als auch auf Pioniere der Künstlichen Intelligenz wie Newell&Simon gewirkt hat. Da Selz das Denken als problemlösende Operation oder Handlung auffasste und ihm eine Zielsetzung unterstellte, muss man ihn als Denkpsychologen auch zu den Vorläufern der Kybernetik zählen. Ebenso wie Selz entstammt der Kommunikationspsychologe Karl Bühler (1879-1963) der Würzburger Schule, dessen Sprachtheorie von 1934 zu den Gründungspfeilern der Kognitiven Kybernetik zu zählen ist und als Vorläufer für L.Wittgensteins (1889-1951) Sprachspiele und J.L.Austins (1911-1960) Sprechakttheorie bis zur Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas (*1929) reicht. Naturwissenschaftliche Grundlagen zur Erkenntnistheorie lieferte der Entwicklungspsychologe und Philosoph Jean Piaget (1896-1980), der damit als Vorläufer des Konstruktivismus gilt. Den vorläufig letzten Schritt der Entwicklung in der Psychologie bildete das Werk Cognitive Psychology (1967) von Ulrich Neisser, indem er die Einzelperspektiven Behaviorismus, Psychoanalyse und Informations­verarbeitung zu einem funktionalen System integrierte.

In Gruppen, Populationen, Schwärmen und Gesellschaften mit autonomen Individuen gibt es Mechanismen des kollektiven Verhaltens, die man in Abgrenzung zur Systemkybernetik als Soziokybernetikbezeichnen kann. Eine ihrer wichtigsten Formen ist die der biologischen Evolution nach Darwin (1809-1882) mit Variation und Selektion und einer ihrer terminologischen Begründer ist der Biologe Jakob von Uexküll (1864-1944) mit seinem Konzept der subjektiven Umwelt und des Funktionskreises mit Merkwelt und Wirkwelt, was in moderner Wortschöpfung als "niche construction" bezeichnet wird. Bedeutende Beiträge lieferten auch der Entdecker der Gruppendynamik Kurt Lewin (1890-1947), der Biologe Ludwig von Bertalanffy (1901-1972) mit seiner allgemeinen Systemtheorie und dem Begriff des Fließgleichgewichts offener Systeme, sowie Anatol Rapoport (1911-2007) zur Lösung sozialer Konflikte, ausgehend von biomathematischen und spieltheoretischen Überlegungen. In neuerer Zeit haben sowohl systemtheoretische als auch sprachkritische Theorien an Bekanntheit gewonnen, die in der Theorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann (1927-1998) und dem symbolischen Interaktionismus von George Herbert Mead (1863-1931) und Herbert Blumer (1900-1987) ihren Ausdruck fanden. Letzterer sieht die Begründungen für Verhaltensformen der Menschen in den Bedeutungen der Dinge, die ihr Leben berühren. Die Bedeutungen entstehen durch soziale Interaktion und können im Umgang mit den Dingen modifiziert werden. Jürgen Habermas hat die Überlegungen Meads aufgenommen und in seiner Theorie des kommunikativen Handelns weiterentwickelt. Dass es Systemkybernetik innerhalb der Soziokybernetik wie umgekehrt Soziokybernetik innerhalb der Systemkybernetik geben kann, bedarf keines besonderen Nachweises, denn ihre Vernetzung ist geradezu eine pragmatische Notwendigkeit. In jüngster Zeit findet der soziale Anteil zunehmende Beachtung, die sich in der Etablierung der "sozialen Neurowissenschaft" ausdrückt.

Die Einteilung macht nur Sinn, wenn von Differenzen und Gegensätzen zwischen den drei Formen der Systemkybernetik ausgegangen wird. Die Differenzen manifestieren sich in der Zielstrebigkeit technischer und kognitiver Systeme im Gegensatz zur Balancestrebigkeit - als Tendenz zu einem Gleichgewichtszustand - natürlicher Systeme bzw. dem Streben zur Homöostase biologischer Systeme. Das Leben erscheint an seinen Oberflächen als ein geordnetes, ununterbrochenes und beobachtbares Nacheinander funktionaler, zweckhafter Ereignisse, während die sichtbare physikalische Wirklichkeit von einem stur gesetzmäßigen, manchmal zufällig erscheinenden Nebeneinander und Übereinander von Wirkungen erzeugt wird.

Die intellektuellen und kulturellen Leistungen der Menschheit stehen nicht im Programmheft der Evolution. Sie sind Nebenwirkungen vieler, für die Bewältigung des Lebens günstiger Entwicklungsschritte. Damit verbunden ist die funktionalistische Deutung der Welt und des Weltgeschehens. Die Weltfrageist, wie aus den dummen Kräften der Physik intelligente Lebewesen hervorgehen können, oder in welchem Verhältnis die Kausalität des Naturgeschehens und die Finalität des menschlichen Bewusstseins zueinander stehen. Dieser Übergang von der Physikalischen zur Kognitiven Kybernetikist ein wesentlicher Teil des Mysteriums des Lebens und soll als Inversion der Kybernetik im Brennpunkt dieser Kollektion und Kompilation von Überlegungen stehen. Diese Inversion verläuft parallel zum Übergang von der Natur zur Kultur. Es sollen nicht die Ergebnisse der Gehirnforschung dazu präsentiert werden, zumal sie noch keine Antwort hat auf diese Frage, sondern es sollen einige grundsätzliche Erkenntnisse und Ideen skizziert werden, die ihrerseits Implikationen für die Erforschung des Gehirns als Werkstatt der Kognition haben können. Es geht auch nicht darum, Bewusstsein zu erklären, denn das ist gerade eines der Phänomene als Konsequenzen der Inversion. Das Verständnis der Kognition an sich wird zweifelsfrei praktische Auswirkungen haben auf Technologien wie Mensch-Maschine-Interaktionen, auf sämtliche Humanwissenschaften, auf den Wissenschaftsbetrieb selbst und in fernerer Zukunft auch auf Medien, Weltanschauung und Kultur überall auf dem Globus.

Eine Tatsache ist, dass die reflexive Betrachtungsweise des menschlichen Geistes hochgradig irreführend ist, was die Geschichte der Philosophie und der Psychologie bis heute deutlich zeigen. Die Gewohnheit, vom Gebrauchszweck eines technischen Systems auf sein Konstruktionsziel zu schließen, also zu glauben, dass ein System für das konstruiert ist, wozu es benutzt wird, ist für die natürliche Evolution jedoch unzulässig, aber neben Theologen auch für Biologen und andere Welterklärer verführerisch naheliegend. Die Natur operiert nicht mit den Begriffen der Menschen und sie funktioniert keineswegs so wunderbar und rationell, wie oft behauptet wird, weil die Selektion im Verlauf der Evolution nicht notwendig zur besten aller Möglichkeiten führen muss. Multifunktionalität von Organen und Gliedern - zuallererst der Mund des Menschen zum essen, trinken, atmen, schmecken, sprechen, küssen - ist ein eklatantes Kennzeichen der biologischen Evolution komplexer Organismen und steht in krassem und logischem Widerspruch zu den Prinzipien von Design, Optimierung, Perfektion und Entelechie. Die Genese des individuellen Lebens wie auch des individuellen Bewusstseins ist ein Bootstrapping-Prozess mit einem natürlichen Anfang und mit Entwicklungsschritten, die von jeder erreichten Stufe die jeweils nächste Stufe aus sich selbst heraus generieren. Um Leben, Geist und Bewusstsein verstehen zu können, muss man sich daher zuerst vom historischen Sprachgebrauch, von vorurteilsbeladenen oder zweckbestimmten Denkweisen und von Metaphern aus Kultur und Technik gründlich lösen - um sie dann durch andere zu ersetzen.

Man darf davon ausgehen, dass der Geist anders funktioniert, als es ihm selbst an seiner Oberfläche erscheint und dass er irdischer ist, als manchem Geist lieb ist. Obwohl er offensichtlich eine immanente Möglichkeit der Natur ist, gibt es gute Gründe zu der Annahme, dass er eine äußerst zufällige, willkürliche und fragile Laune der Evolution ist. Daher ist es verwunderlich, dass es immer noch Philosophen, Geistes- und sogar Naturwissenschaftler gibt, die dem Geist mystische, metaphysische oder spirituelle Eigenschaften zuschreiben und seine Ursprünge im Göttlichen, Geheimnisvollen oder Übernatürlichen suchen.

Die Auflösung des dualistischen Problems von Körper und Geist oder Leib und Seele liegt einzig in der Extension des Naturbegriffes zur umfassenden Integration des Menschwesens. Geist ist in seinen funktionalen Grundlagen und Bedingungen Teil der Natur. Zur Bestätigung sind natur­wissen­schaftliche, integrative, die verschiedenen Ebenen der Phänomene menschlichen Lebens verbindende Begriffe, Beschreibungen und Erklärungen notwendig. Wie ein Hamburger im Sandwich liegt die Kognitive Kybernetik zwischen der normativ-holistischen Sichtweise von Theologie, Soziologie, Technologie und Psychologie als Kulturalismus einerseits und der deskriptiv-reduktionistischen Sichtweise von Biologie, Physiologie und Neurologie als Naturalismus andererseits.

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