Thomas Lehr - September. Fata Morgana

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September. Fata Morgana: краткое содержание, описание и аннотация

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Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. "September" erzählt vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

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an der Westküste der Ostküste über dem Pazifik Dutzende schlugen in Gebäude ein wurden gleichzeitig in der Luft gezündet hoch über dem Meer oder als Brandbomben über den Städten

was erklärt das (was wird mir dadurch klar werden)

zu seiner Rechtfertigung sagte er

das Gleiche was die anderen Täter und Planer sagten die man unmittelbar nach dem Zusammensturz der Türme vor die Kameras holte

dass Israel Gräueltaten beginge und Amerika Israel unterstütze und auch die arabischen Regime die vorgäben Israel zu hassen aber doch mit ihrem Öl wieder Amerika versorgten das Israel unterstütze

gerade genügend zurechtgebogene

Argumente für den ewigen Kreislauf von Hass und Gewalt für das einzige

Perpetuum mobile

das je funktioniert hat technische Argumente für einen Techniker der in den USA sein Ingenieurstudium abgeschlossen hatte ( Mechanical Engineering in Greensboro)

am Gepäckband

stolperte ich fast über ein Klappschild wie man es am Boden vor Kiosken oder Restaurants in ruhigen Straßen sieht man hatte fünf Passfotos vergrößert und mit blauem Filzstift Namen Alter und Dienstrang dahinter geschrieben

OUR HEROES

sind die gestern im Irak Gefallenen an denen der mächtige banale achtlose Betrieb des Flughafens vorbeiläuft ich falle schon auf weil ich vor dem Schild stehenbleibe womöglich halten sie mich für einen Patrioten der einen unangenehmen Auftritt inszeniert also gehe ich rasch weiter von Deutschland aus erschienen die USA eindeutig als kriegsführender Staat es war das dort vorherrschende Attribut der Nation während diese fünf Toten hier untergehen wie Ereignisse einer Ballsportart die entschieden weniger wichtig zu sein scheint als Baseball das hatte ich Seymour vergessen zu sagen (oder er mir) dieses Untergehen das Marginale und Entfernte des Kriegs war und ist seine unabdingbare Voraussetzung die brutale mathematische Relation von UNSEREN Toten zu UNSERER Bevölkerungszahl insgesamt unter dem die Bedrohung für die eigene Familie noch weiter eindämmenden Umstand dass es eine Pflichtarmee ist die hier zum Einsatz kommt unter den bislang über tausend Gefallenen der US-Army sollen mittlerweile zwanzig oder dreißig weibliche Soldaten sein in einem ihnen unverständlichen feindseligen Land dessen Sprache man nicht spricht dessen Kultur man nicht versteht dessen Hass und Verzweiflung man durch sein Unverständnis nur noch weiter provoziert

Goethes Frauen

ich stelle mir vor ich müsste ihnen ein solches weibliches Schicksal erklären die Fahrt in einer moosfarben gefleckten Uniform in einem Humvee auf einer Wüstenpiste bei fünfundvierzig Grad Celsius in der Nähe von Tikrit du bist sechsundzwanzig Jahre alt hast zwei Kinder in Philadelphia denen du gestern über eine sichere Verbindung eine E-Mail und ein Digitalfoto schicken durftest am Straßenrand siehst du ein schwarzes Bündel ein Schaf nein ein toter Hund der eine Sekunde später explodiert

Bettine hätte es vielleicht am wenigsten gewundert denke ich

in ihrer Überspanntheit

und mit einem Mal fällt mit Seymours Botschaft ein oder wird mir klar denn sie war ja nicht ausgesprochen ich musste erst den Blick von Bettine oder Friederike auf den Boston Logan International Airport zu richten versuchen einen Flughafen den man ohne motorisiertes Fahrzeug gar nicht mehr erreichen kann weil nur noch mehrspurige Straßenschleifen in sein Inneres und zu den Terminals führen

sei froh dass sie am Leben ist

mehr brauchte mir sein Blick doch gar nicht zu bedeuten ich habe mich umsonst bemüht allein eine Lösung zu finden ob ich bleiben oder nach Berlin oder Tel Aviv gehen soll das muss ich gar nicht für mich ausmachen wenn Luisa mir noch eine Chance gibt

um langsamer und sehender (andächtiger) anzukommen nehme ich die Fähre zur Rowes Wharf mit der ich zum letzten Mal im Sommer 2000 gemeinsam mit Sabrina gefahren bin als wir zusammen zurückkehrten ich von meinen Studien in Frankfurt und Weimar sie von ihrer Europareise

durch das von Tropfen besprühte und von Reflexen übersprühte Glas der Fährkabine verwischt und übersteigert sich der Anblick der Waterfront so dass das wochenlang an die europäischen Eng- und Kleinmaße adaptierte Auge sich auf die Steinriffe Manhattans zuzubewegen wähnt

weißt du ich kann hier schon leben sagt Sabrina von der italienischen Sonne gebräunt draußen an der Reling ihren schwer bepackten Rucksack mit den Knien gegen die weißen Metallstäbe pressend

weshalb nicht denke ich ergeben und optimistisch zugleich sie würde hier studieren und sich auch am MIT behaupten die Reise mir ihrer Cousine hatte ihr mehr Selbstbewusstsein und Unternehmungsgeist verliehen sie wird es schaffen ich sehe über das Wasser und versuche möglichst viel von der Zuversicht und kühlen Vitalität des Financial District in mich aufzunehmen von der Business-Energie und Dynamik der Stadt (der Bürgermeister und der größte Gangster können schon mal leibliche Brüder sein) Boston ist überschaubar es hat eine gediegene Modernität nichts Überwältigendes

Sabrina erzählte und ich hätte zuhören sollen

der ruhige Wasserspiegel der Hafeneinfahrt fließt zinnfarben träge und gelassen zum Torbogen an der Rowes Wharf hinter der einzelne hohe Gebäude emporragen eng gestellt und vage zusammenhängend

wie Burgtürme oder eher noch wie die Felsen der

Toteninsel

es ist für einen Augenblick

eine so zwingende visuelle Überblendung der Hafeneinfahrt mit Böcklins Gemälde dass ich um meinen Verstand fürchte ich hätte nicht von Hitler und Berchtesgaden erzählen sollen es verdarb ihr die Faszination an dem Bild Sabrina vergisst nichts sie sucht und archiviert Details

der kleine golden gewandete Mohr und sein schwarzer Tanzbär auf einer Plakette in einer hölzernen Standuhr im Frankfurter Goethe-Haus

oder jene

winged skulls die geflügelten Totenschädel die man in den Scheitelpunkt der Grabsteine auf dem hiesigen Friedhof Copp’s Hill einmeißelte als Goethe nach Frankreich fuhr (Sabrina erinnerte sich in Boston nicht mehr an die Skelett-Engel in den Channel Gardens)

vor einer Backsteinmauer eine völlig weiße Statue Franz von Assisis mit einem weißen Spatz auf der Schulter

jenes Gebilde wie aus einem großen zerfetzten Papiertaschentuch geformt eine Haube über dem verschwommenen gelblichen Gesichtsoval die älteste Puppe Amerikas (des weißen Nordamerikas) unter einer Vitrine in Deerfield

das nächste Mal

verspreche ich

wenn wir ausgeschlafen sind

werden wir gemeinsam den ganzen Freedom Trail entlanggehen der Linie folgend die vom Boston Common bis nach Charlestown führt schwarzes und rotes Blut gemischt zur paradoxen Hahnenkammfarbe der Freiheit ein zertretenes schmales Band das über die Bürgersteige und Straßen um die Häuserecken und durch die Parks läuft alles schon so lange her wie jenes 1770 von den Engländern an UNS begangene MASSAKER (5 Tote) vor dem Old State House

wenn du über die Brücke fährst sage ich (wieder und wieder) kommst du nachhause

es sollte ja nur den Weg ins akademische Leben weisen nach Cambridge worüber kann ich denn sonst reden was kenne ich denn sonst weshalb

hat sie mich nicht angerufen

an ihrem letzten Tag

fahre in einem Waggon der Red Line nach Cambridge über die Longfellow-Brücke und du tauchst unvermutet ins Licht du siehst die Hochhäuser der Back Bay und des South End der Charles River wird zu einer uferlosen Front wenn du die Augen zunächst schließt und dann im richtigen Moment öffnest weshalb kam Sabrina auf die Idee sich auf die Bank mir gegenüber zu setzen es fehlte (für zwei oder drei Sekunden vielleicht) jede irdische Nahumgebung die Gleise waren so geneigt dass es nur noch Wasser- und Himmelsbläue gab die Köpfe und Oberkörper der Passagiere auf Sabrinas Seite schienen vor einem Blue Screen zu schweben wie biblische Figuren auf einem Gemälde von Raffael oder Michelangelo ganz so als

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