Томас Манн - Немецкий язык с Томасом Манном. Тонио Крёгер

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Немецкий язык с Томасом Манном. Тонио Крёгер: краткое содержание, описание и аннотация

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Тонкое, умное, полное глубокого чувства произведение о душе творца и сущности творчества. Демонизм "Доктора Фаустуса" (талант vs любовь) здесь смягчен, хоть и присутствует; больше внимания уделяется трагическому разрыву между жизнью в холодном эфире духа и земными бюргерскими радостями, между творческой сублимацией, пусть даже самого возвышенного характера, и полнокровной жизнью. Главный герой, Тонио Крёгер, как в юности, так и в зрелые годы любит женщину и мужчину, воплотивших в себе плоть и радость земли, далеких ото всякого познания и духовности, но не может ни войти в их мир, ни добиться их симпатии, ни забыть их, ни отказаться от своего холодного дара.

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8 Der Wind trug ihn von hinten, aber es war nicht darum allein, dass er so leicht von der Stelle kam.

Hans würde 'Don Carlos' lesen, und dann würden sie etwas miteinander haben, worüber weder Jimmerthal noch irgendein anderer mitreden konnte! Wie gut sie einander verstanden! Wer wusste, - vielleicht brachte er ihn noch dazu (приведет он его еще и к тому = приохотит, побудит его), ebenfalls Verse zu schreiben? ... Nein, nein, das wollte er nicht! Hans sollte nicht werden wie Tonio, sondern bleiben, wie er war, so hell und stark, wie alle ihn liebten und Tonio am meisten! Aber dass er 'Don Carlos' las, würde trotzdem nicht schaden ... Und Tonio ging durch das alte, untersetzte Tor (через старые, приземистые ворота), ging am Hafen entlang und die steile, zugige und nasse Giebelgasse hinauf zum Haus seiner Eltern. Damals lebte sein Herz; Sehnsucht war darin und schwermütiger Neid (грустная, меланхолическая зависть) und ein klein wenig Verachtung (презрения; verachten - презирать) und eine ganze keusche Seligkeit (невинное блаженство; keusch - девственный, непорочный; selig - блаженный).

1 «Jimmerthal mag ich leiden!» sagte Hans mit Nachdruck. Er hatte eine verwöhnte und selbstbewusste Art, seine Sympathien und Abneigungen kundzugeben, sie gleichsam gnädigst zu verteilen ... Und dann fuhr er fort, von der Reitstunde zu sprechen, weil er einmal im Zuge war. Es war auch nicht mehr so weit bis zum Hansenschen Wohnhause; der Weg über die Wälle nahm nicht so viel Zeit in Anspruch. Sie hielten ihre Mützen fest und beugten die Köpfe vor dem starken, feuchten Wind, der in dem kahlen Geäst der Bäume knarrte und stöhnte. Und Hans Hansen sprach, während Tonio nur dann und wann ein künstliches Ach und Jaja einfließen ließ, ohne Freude darüber, dass Hans ihn im Eifer der Rede wieder untergefasst hatte, denn das war nur eine scheinbare Annäherung, ohne Bedeutung.

2 Dann verließen sie die Wallanlagen unfern des Bahnhofes, sahen einen Zug mit plumper Eilfertigkeit vorüberpuffen, zählten zum Zeitvertreib die Wagen und winkten dem Manne zu, der in seinen Pelz vermummt zuhöchst auf dem allerletzten saß. Und am Lindenplatze, vor Großhändler Hansens Villa, blieben sie stehen, und Hans zeigte ausführlich, wie amüsant es sei, sich unten auf die Gartenpforte zu stellen und sich in den Angeln hin und her zu schlenkern, dass es nur so kreischte. Aber hierauf verabschiedete er sich.

3 «Ja, nun muss ich hinein», sagte er. «Adieu, Tonio. Das nächste Mal begleite ich dich nach Hause, sei sicher.»

4 «Adieu, Hans», sagte Tonio, «es war nett, spazieren zu gehen.»

5 Ihre Hände, die sich drückten, waren ganz nass und rostig von der Gartenpforte. Als aber Hans in Tonios Augen sah, entstand etwas wie reuiges Besinnen in seinem hübschen Gesicht.

«Übrigens werde ich nächstens 'Don Carlos' lesen!» sagte er rasch. «Das mit dem König im Kabinett muss famos sein!» Dann nahm er seine Mappe unter den Arm

und lief durch den Vorgarten. Bevor er im Hause verschwand, nickte er noch einmal zurück.

6 Und Tonio Kröger ging ganz verklärt und beschwingt von dannen.

7 Der Wind trug ihn von hinten, aber es war nicht darum allein, dass er so leicht von der Stelle kam.

8 Hans würde 'Don Carlos' lesen, und dann würden sie etwas miteinander haben, worüber weder Jimmerthal noch irgendein anderer mitreden konnte! Wie gut sie einander verstanden! Wer wusste, - vielleicht brachte er ihn noch dazu, ebenfalls Verse zu schreiben? ... Nein, nein, das wollte er nicht! Hans sollte nicht werden wie Tonio, sondern bleiben, wie er war, so hell und stark, wie alle ihn liebten und Tonio am meisten! Aber dass er 'Don Carlos' las, würde trotzdem nicht schaden ... Und Tonio ging durch das alte, untersetzte Tor, ging am Hafen entlang und die steile, zugige und nasse Giebelgasse hinauf zum Haus seiner Eltern. Damals lebte sein Herz; Sehnsucht war darin und schwermütiger Neid und ein klein wenig Verachtung und eine ganze keusche Seligkeit.

II

1 Die blonde Inge, Ingeborg Holm, Doktor Holms Tochter, der am Markte wohnte, dort, wo hoch, spitzig (острый, островерхий) und vielfach (затейливый, состоящий из многих деталей; vielfach - многократный) der gotische Brunnen stand, sie war's, die Tonio Kröger liebte, als er sechzehn Jahre alt war.

2 Wie geschah das? Er hatte sie tausendmal gesehen; an einem Abend jedoch sah er sie in einer gewissen Beleuchtung, sah, wie sie im Gespräch mit einer Freundin auf eine gewisse übermütige Art (задорно, шаловливо; заносчиво) lachend den Kopf zur Seite warf, auf eine gewisse Art ihre Hand, eine gar nicht besonders schmale, gar nicht besonders feine Kleinmädchenhand zum Hinterkopfe führte, wobei der weiße Gazeärmel von ihrem Ellenbogen zurückglitt (и при этом белый кисейный рукав соскользнул с ее локтя), hörte, wie sie ein Wort, ein gleichgültiges Wort, auf eine gewisse Art betonte, wobei ein warmes Klingen in ihrer Stimme war, und ein Entzücken ergriff (восхищение охватило) sein Herz, weit stärker als jenes, das er früher zuweilen empfunden hatte, wenn er Hans Hansen betrachtete, damals, als er noch ein kleiner, dummer Junge war.

1 Die blonde Inge, Ingeborg Holm, Doktor Holms Tochter, der am Markte wohnte, dort, wo hoch, spitzig und vielfach der gotische Brunnen stand, sie war's, die Tonio Kröger liebte, als er sechzehn Jahre alt war.

2 Wie geschah das? Er hatte sie tausendmal gesehen; an einem Abend jedoch sah er sie in einer gewissen Beleuchtung, sah, wie sie im Gespräch mit einer Freundin auf eine gewisse übermütige Art lachend den Kopf zur Seite warf, auf eine gewisse Art ihre Hand, eine gar nicht besonders schmale, gar nicht besonders feine Kleinmädchenhand zum Hinterkopfe führte, wobei der weiße Gazeärmel von ihrem Ellenbogen zurückglitt, hörte, wie sie ein Wort, ein gleichgültiges Wort, auf eine gewisse Art betonte, wobei ein warmes Klingen in ihrer Stimme war, und ein Entzücken ergriff sein Herz, weit stärker als jenes, das er früher zuweilen empfunden hatte, wenn er Hans Hansen betrachtete, damals, als er noch ein kleiner, dummer Junge war.

1 An diesem Abend nahm er ihr Bild mit fort, mit dem dicken, blonden Zopf, den länglich geschnittenen (с продолговатым разрезом, продолговатой формы), lachenden, blauen Augen und dem zart angedeuteten Sattel von Sommersprossen (с чуть заметной россыпью веснушек; der Sattel - седло; седловина; andeuten -намекать; намечать, набрасывать) über der Nase, konnte nicht einschlafen, weil er das Klingen in ihrer Stimme hörte, versuchte leise, die Betonung nachzuahmen (подражать интонации, воспроизвести интонацию), mit der sie das gleichgültige Wort ausgesprochen hatte, und erschauerte dabei (и содрогнулся при этом; erschauern -содрогаться, ужасаться, пугаться; der Schauer - благоговение, /священный/ трепет, дрожь). Die Erfahrung lehrte ihn, dass dies die Liebe sei. Aber obgleich er genau wusste, dass die Liebe ihm viel Schmerz, Drangsal (die Drangsal - бедствие, нужда /высок./) und Demütigung (унижение) bringen müsse, dass sie überdies (кроме того, сверх того) den Frieden zerstöre und das Herz mit Melodien überfülle, ohne dass man Ruhe fand, eine Sache rund zu formen (все это округлить, придать этому округлую форму = осознать, обработать) und in Gelassenheit etwas Ganzes daraus zu schmieden (и в покое, спокойно создать: «выковать» из этого нечто целое, цельное; die Gelassenheit - спокойствие, хладнокровие, невозмутимость), so nahm er sie doch mit Freuden auf (все же принял ее с радостью), überließ sich ihr ganz (предался ей полностью) und pflegte sie mit den Kräften seines Gemütes (и пестовал ее всеми силами своей души), denn er wusste, dass sie reich und lebendig

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