Adalbert Stifter - Der Nachsommer

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Nichts ist langweiliger, als der Literatur immer wieder ihre Langweiligkeit vorzuwerfen. Vor allem Der Nachsommer musste sich diesen Vorwurf von jeher gefallen lassen. Übersehen wird dabei jedoch, wie kühn dieser Roman bereits auf die Moderne verweist. Im gleichen Jahr wie Madame Bovary und Baudelaires Blumen des Bösen erschienen, ist Stifters Nachsommer der erste deutsche Roman, der buchstäblich vor Augen führt, was übrig bleibt, wenn man den großen auch politischen Erzählungen nicht länger glauben kann: die hohe Kunst des Alltags und der Wiederholung.
Zwei liebende Paare stehen im Vordergrund dieses warmherzigen Romans: Das jüngere beschließt nach schüchterner Annäherung schließlich zu heiraten, das ältere erlebt eine späte Liebe »in Glück und Stetigkeit, gleichsam einen Nachsommer ohne vorhergegangenen Sommer.«
Eine Bildungs-, Liebes-, und Familiengeschichte und ein Werk der Verinnerlichung und der Entwicklung echter Seelenreife.
»Der Nachsommer gehört zu den wenigen Werken deutscher Prosa, die es verdienten wieder und wieder gelesen zu werden.«
Friedrich Nietzsche

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»Eines Tages, da eben die Rosenblüte war, sagte ich zu Mathilden, ich wolle zur Mutter gehen, ihr alles entdecken und sie um ihr gütiges Vorwort bei dem Vater bitten. Mathilde antwortete, das werde gut sein, sie wünsche es, und unser Glück müsse dadurch sich erst recht klären und befestigen.«

»Ich ging nun zur Mutter Mathildens und sagte ihr alles mit schlichten Worten, aber mit zagender Stimme.«

›Ich habe das von euch nicht erwartet und nicht geahnt‹, erwiderte sie, ›ich kann euch auch einen Bescheid nicht geben. Ich muß erst mit meinem Gatten sprechen. Kommt in einer Stunde in mein Zimmer, und ich werde euch antworten.‹

»Ich verbeugte mich, verließ ihr Gemach und begab mich in mein Eckzimmer.«

»Als die Stunde vorüber war, ging ich in das Besuchzimmer der Mutter Mathildens. Sie erwartete mich schon. Sie saß an ihrem Tische, um den wir uns so oft versammelt hatten. Sie bot mir auch einen Stuhl an. Nachdem ich mich gesetzt hatte, sagte sie: ›Mein Gatte ist mit mir gleicher Ansicht. Wir haben euch ein Vertrauen geschenkt, das so groß war, daß wir es nicht verantworten können. Ihr gabet uns Grund zu diesem Vertrauen. Wir wollen nicht weiter darüber rechten. Aber eins muß gesprochen werden. Die Verbindung, welche ihr beide geschlossen habt, ist ohne Ziel, wenigstens ist jetzt ein Ziel nicht abzusehen. Ihr mögt wohl beide einen gleichen Anteil an der Schließung dieses Bundes haben. Aber beide durftet ihr vielleicht an seine Folgen nicht gedacht haben, sonst könnten wir euch schwerer entschuldigen. Ihr habt euch nur eurem Gefühle hingegeben. Ich begreife das. Ich kann mir nur nicht erklären, daß ich es nicht schon früher begriffen habe. Ich habe euch so — so sehr vertraut. Hört mich aber jetzt an. Mathilde ist noch ein Kind, es muß eine Reihe von Jahren vergehen, in denen sie noch lernen muß, was ihr für ihren einstigen Beruf not tut, es muß noch eine Reihe von Jahren vergehen, ehe sie nur begreift, was der Bund ist, den sie eben geschlossen hat. Sie ist lebhaft, sie hat ein Gefühl von ihrer Seele Besitz nehmen lassen, welches ihr angenehm ist und welches wahrscheinlich diese ihre ganze Seele erfüllt. Sollen wir sie in diesem Gefühle befangen sein lassen in der ganzen Zeit, in der sie erst die wichtigsten Vorbereitungen zu ihrem künftigen Leben treffen muß, oder soll sie ruhiger sein, um diese Vorbereitungen in dem rechten Maße treffen zu können? Soll das Gefühl nun fortdauern, immer fort, bis wir sagen können, daß sie Braut sei? Wenn es fortdauert, wird es nicht peinigende Stunden bringen, da es nicht so bald in seinen natürlichen Abschluß gelangen kann und Zweifel, Ungeduld, Vorwärtstreiben, Unmut und Schmerz in seinem Gefolge führen? Wird es da nicht jene schönen, edlen, heitern, ruhigen Tage wegfressen, die der aufblühenden Jungfrau bestimmt sind, ehe sie den Brautkranz in ihre Haare flicht? Sind nicht oft frühzeitige, auf weite Ziele gerichtete Neigungen die Zerstörerinnen des Lebensglückes geworden? Wenn ihr Mathilden liebt, wenn ihr sie mit wahrhafter Liebe eures Herzens liebt, könnt ihr sie einer solchen Gefahr aussetzen wollen? Gräbt nicht tiefes Sehnen und heftiges Fühlen, durch Jahre fortgesetzt, alle Kräfte des Menschen an? Und wie, wenn die Neigung des einen schwindet und das andere trostlos ist? Oder wenn sie in beiden ermattet und eine Leere hinter sich läßt? Ihr werdet beide sagen, das sei bei euch nicht möglich. Ich weiß, daß ihr jetzt so fühlt, ich weiß, daß es bei euch vielleicht auch nicht möglich ist; allein ich habe oft gesehen, daß Neigungen aufhörten und sich änderten, ja daß die stärksten Gefühle, welche allen Gewalten trotzten, dann, da sie keinen andern Widerstand mehr hatten als die zähe, immer dauernde, aufreibende Zeit, dieser stillen und unscheinbaren Gewalt unterlegen sind. Soll Mathilde — ich will sagen eure Mathilde — dieser Möglichkeit anheimgegeben werden? Ist ihr das Leben, in das sie jetzt mit frischer Seele hinein sieht, nicht zu gönnen? Es ist größere Liebe, auf die eigene Seligkeit nicht achten, ja die gegenwärtige Seligkeit des geliebten Gegenstandes auch nicht achten, aber dafür das ruhige, feste und dauernde Glück desselben begründen. Das, glaube ich, ist eure und ist Mathildens Pflicht. Ihr könnt nur nicht einwenden, daß dieses Glück durch eine Verbindung, die sogleich geschlossen wird, zu begründen sei. Wenn auch Mathildens Vermögen so groß wäre, daß daraus ein Familienbesitzstand gegründet werden könnte, wenn ihr es auch über euch vermöchtet, von dem Vermögen eurer Gattin wenigstens eine Zeit hindurch zu leben, was ich bezweifle, so wäre damit doch noch nichts gewonnen, da Mathilde, wie ich sagte, die bei weitem größere Zahl von Eigenschaften noch nicht besitzt, welche eine Gattin und Mutter besitzen muß, da sie ferner nach den Ansichten, die wir über das körperliche Wohl unserer Kinder für unsere Pflicht halten, wenigstens vor sechs oder sieben Jahren sich nicht vermählen kann, und da also die Unsicherheit und Gefahr, wie ich früher sprach, auch bei dieser eurer Behauptung für sie und euch vorhanden wären. Da die Kinder in dem Alter Mathildens ihren Eltern ohne Bedingung zu folgen haben, und da gute Kinder, wozu ich Mathilden zähle, auch wenn es ihrem Herzen Schmerz macht, gerne folgen, weil sie der Liebe und der bessern Einsicht der Eltern vertrauen; so hätte ich nur sagen dürfen, mein Gatte und ich erkennen, daß zum Wohle Mathildens das Band, das sie geschlungen hat, nicht fortdauern dürfe und daß sie daher dasselbe abbrechen möge; allein ich habe euch die Gründe unserer Ansicht entwickelt, weil ich euch hochachte und weil ich auch gesehen habe, daß ihr mir zugetan seid, wie ja auch euer Geständnis beweist, welches freilich etwas früher hätte gemacht werden sollen. Erlaubt, daß ich nun auch von euch etwas spreche. Ihr seid, wenn auch älter als Mathilde, doch als Mann noch so jung, daß ihr die Lage in der ihr seid, kaum zu beurteilen fähig sein dürftet. Mein Gatte und ich sind der Ansicht, daß ihr, so weit wir euch kennen, durch euer Gefühl, das immer edel und warm ist, in die Neigung zu Mathilden, der wir auch als Eltern immerhin einigen Liebreiz zusprechen müssen, gestürzt worden seid, daß sich euch das Gefühl als etwas Hohes und Erhabenes angekündigt hat, das euch noch dazu so beseligte, und daß ihr daher an keinen Widerstand gedacht habt, der euch ja auch als Untreue an Mathilden erscheinen mußte. Allein eure Lage, in dieser Art genommen, darf nicht als die gesetzmäßige bezeichnet werden. Ihr seid so jung, ihr habt euch in den Anfang einer Laufbahn begeben. Ihr müßt nun in derselben fortfahren oder, wenn ihr sie mißbilligt, eine andere einschlagen. In ganz und gar keiner kann ein Mann von eurer Begabung und eurem inneren Wesen nicht bleiben. Welche lange Zeit liegt nun vor euch, die ihr benützen müßt, euch in jene feste Lebenstätigkeit zu bringen, die euch not tut, und euch jene äußere Unabhängigkeit zu erwerben, die ihr braucht, damit ihr Beides zur Errichtung eines dauernden Familienverhältnisses anwenden könnt. Welche Unsicherheit in euren Bestrebungen, wenn ihr eine verfrühte Neigung in dieselben hinein nehmt, und welche Gefahren in dieser euch beherrschenden Neigung für euer Wesen und euer Herz! Es wird euch beiden jetzt Schmerz machen, das geknüpfte Band zu lösen oder wenigstens aufzuschieben, wir wissen es, wir fühlen den Schmerz, ihr beide dauert uns, und wir machen uns Vorwürfe, daß wir die entstandene Sachlage nicht zu verhindern gewußt haben; aber ihr werdet beide ruhiger werden, Mathilde wird ihre Bildung vollenden können, ihr werdet in eurem zukünftigen Stande euch befestigst haben, und dann kann wieder gesprochen werden. Ihr hättet auch ohne diese Neigung nicht lange mehr in eurer gegenwärtigen Stellung bleiben können. Wir verdanken euch sehr viel. Unser Alfred und auch Mathilde reiften an euch sehr schön empor. Aber eben deshalb hätten wir es nicht über unser Gewissen bringen können, euch länger zu unserem Vorteile von eurer Zukunft abzuhalten, und mein Gatte hatte sich vorgenommen, mit euch über diese Sache zu sprechen. Überdenkt, was ich euch sagte. Ich verlange heute keine Antwort; aber gebt sie mir in diesen Tagen. Ich habe noch einen Wunsch, ich kenne euch und ich will ihn euch deshalb anvertrauen. Ihr habt eine sehr große Gewalt über Mathilden, wie wir wohl immer gesehen haben, wie sie uns in ihrer Größe aber nicht erschienen ist, wendet, wenn meine Worte bei euch einen Eindruck machten, diese Gewalt auf sie an, um sie von dem zu überzeugen, was ich euch gesagt habe, und um das arme Kind zu beruhigen. Wenn es euch gelingt, glaubt mir, so erweiset ihr Mathilden dadurch eine große Liebe, ihr erweiset sie euch und auch uns. Geht dann mit dem Eifer, der Begabung und der Ausdauer, wie ihr sie in unserem Hause bewiesen habt, an euren Beruf. Wir waren euch alle sehr zugetan, ihr werdet wieder Neigung und Anhänglichkeit finden, ihr werdet ruhiger werden und alles wird sich zum Guten wenden.‹«

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