Hendrik Conscience - Der Geizhals

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»Ich kenne ihn; er hat sich lange in meinem Geburtsorte aufgehalten. Thys ist ein Mann, der ehedem das ganze Vermögen seiner Eltern verschleudert und seinen Vater zu Tode geplagt hat. Da er etwas Erziehung hatte, so wurde er in der Noth zu einer Art von Seelenverkäufer und Sachwalter; man ließ ihn einmal auf den Klosterhof rufen, um eine krumme Sache gerade zu machen. Bald merkte er, daß sich dort ein guter Boden für seine Betrügereien zeigte. So stellte sich denn der lebenslustige Verschwender, als ob er ein sorgsamer und mäßiger Mann wäre. Wißt Ihr auch warum, bestes Fräulein? Um sich das Erbtheil meiner Kinder und der andern Verwandten von unserer Seite anzueignen. Und vielleicht – doch nein – dazu liebt Euch Euer Onkel noch zu sehr.«

Cäcilia senkte den Kopf und überdachte die seltsame Enthüllung der armen Frau.

»Fürchtet jedoch nichts, Fräulein; es hat Einer oft mehr Muth und Verstand für Andere, als für sich selbst. Thys weiß ganz wohl, daß die arme Kaet ihm vielleicht noch etwas in den Weg legen wird. Obendrein habt Ihr mit Niemandem zu theilen und seid direkte Erbin des Alten, da Euer Vater sein leiblicher Bruder war. Wir wollen die Sache ein andermal näher besprechen; ich wollte Euch nur gegen den Gleißner verwarnen. Ihr steht schon zu lange in der Kälte, um Euch der armen Wittwe gefällig zu erweisen. Ich will meine kleinen Kinder mit der guten Nachricht erfreuen und für Euch beten.«

Cäcilia richtete sich auf und ergriff die Hand der armen Wittwe:

»Wollt Ihr mir Etwas zu Gefallen thun? Doch gebt recht Acht!«

»Von Herzen gerne, liebes Fräulein.«

»Statt für mich zu beten, betet lieber für meinen Onkel! Ihr vergeßt es aber ja nicht?«

»Ihr habt mein Wort darauf.«

»Nun, lebt wohl bis morgen.«

Mit den innigsten Danksagungen lenkte die Witwe wieder auf den Fußpfad ein. Von Zeit zu Zeit sah sie sich nach Cäcilia um, die sich auf ihre Wohnung richtete. Gerührt sprach die arme Mutter zu ihrem Kinde:

»Mieke, diese Nacht habt Ihr von einem Engel geträumt. Das ist der Engel. Und der häßliche Thys auf dem Klosterhofe ist der leibhaftige Teufel. Nun wollen wir aber etwas rasch gehen!«

III

Cäcilia öffnete die Thür des Hauses und trat hinein. Das untere Zimmer war leer. Die kalte Einsamkeit des Gemaches machte auf das Gemüth des Mädchens noch immer einen tiefen Eindruck, so sehr sie dieselbe auch gewohnt sein mußte. Mit langsamen Blicken maß sie die düsteren Wände und die grauen Spinneweben, die auf ihnen hingen. Unmuth und Mitleiden zeigten sich auf ihrem Gesichte, und eine Weile blieb sie voll Gedanken mitten im Zimmer stehen. Gewiß machte sie im Geiste den Vergleich zwischen dem himmlischen Tone von Lebensmuth und liebevoller Genügsamkeit, der in der Hütte der armen Wittwe herrschte, und der dumpfen Todesstille des Gemachs, in der sie sich jetzt befand. Bald darauf setzte sie sich an den Heerd, in die Ecke des Kamins, und sah mit unstetem Blicke in die Asche. Einige Worte, die ihr halb im Traume entschlüpften, bewiesen, daß sie die Mittheilung der Wittwe noch immer im Sinne hatte.

Als sie einige Minuten da gesessen, ließ sich hinter ihr durch eine halb offenstehende Thür eines Nebenzimmers ein männlicher Tritt hören. Sobald die eintretende Person das Mädchen bemerkte, zeigte sich ein eigenthümlicher Ausdruck auf ihrem Gesichte; die grauen Augen glänzten vor Freude unter den dichten Brauen und verriethen eine gewisse Tücke, während der große Mund, zu einem dummen Spottgelächter verzogen, den Triumph der Lüsternheit andeutete.

Er zog sich schnell zurück und kam kurz darauf mit drei Torfstücken und einem Bündel Reisholz unter dem Arme wieder. Jetzt war sein Gesicht so freundlich und gutherzig, als seine abstoßenden Züge es zuließen.

»Guten Tag, Cäcilia,« sprach er mit Theilnahme. »Es ist draußen recht kalt, nicht wahr? Thut Euere Füße aus der Asche, ich will für uns ein gutes Feuer anmachen.«

Das Mädchen sah ihn erstaunt an. Dieser Ton war ihr unbekannt, dieser freundliche Ausdruck bei Thys ungewohnt. Doch, da ihr die Erzählung der Wittwe noch im Gedächtniß schwebte, war sie zweifelhaft, wie diese schnelle Umänderung auszulegen wäre.

Thys warf den Torf schnell in den Heerd und legte absichtlich das Feuer so an, daß es sich fast ganz nach Cäcilia’s Seite richtete.

»Was habt Ihr vor, Thys?« frug diese. »Warum legt Ihr das Holz vor den Kamin?«

»Es geschieht, auf daß Ihr Euch um so besser wärmt, Cäcilia,« antwortete der Andere und richtete den Blasbalg unter das Holz, so daß die Flamme hell aufloderte.

»Ja,« sprach er weiter, »so ist es Recht. Nicht für mich; doch was Euch erfreut, macht auch mir Vergnügen, selbst wenn ich sonst Nichts dabei gewinne.«

»Nun, nun, Thys, ich begreife Euch nicht recht, Ihr wollt wohl scherzen. Oder seid Ihr etwa ein anderer Mensch geworden!«

»Cäcilia,« seufzte Thys und blickte ihr schmeichelnd in die Augen, »Ihr haßt mich, aber Ihr kennt mich nicht recht.«

»Hassen? Pfui, welch abscheuliches Wort! Ihr macht mir Angst, Thys, das ist wahr; warum seid Ihr aber auch beständig so verstimmt und fahrt mich oft so barsch an? Man muß mit mir zuvorkommend und freundlich umgehen; sonst verletzt man unwillkührlich mein Gemüth.«

»Ihr werdet mir kaum Glauben schenken, Cäcilia; doch das ist eben mein Charakter und war es immer so.«

»Wirklich?« unterbrach das ungläubige Mädchen.

»Ach, Cäcilia,« seufzte er, »es thut mir leid, daß Ihr mich fast zwingt, Euch alle Falten meines Herzens zu enthüllen. Ich liebe den Onkel über die Maßen; mein einziger Lebenszweck besteht darin, die letzten Jahre meines Wohlthäters zu versüßen und nach meinen Kräften jeden Kummer von ihm abzuwenden. Ihr, ein schlichtes Mädchen, begreift nicht recht, daß man sich kleine Fehler erlaubt, um ein gutes Ziel zu erreichen. Doch ist das der Grundsatz, der mich in meiner Handlungsweise lenkt. Onkel Jan ist geizig; sein Geld ist ihm lieber, als seine Seele. Ich will ihn nicht beschuldigen; diese Schwachheit kommt von einem vorgerückten Alter. Ihn in dieser Leidenschaft bekämpfen zu wollen, das hieße sein Leben vergällen, eine Tage verkürzen. Was habe ich also aus Liebe zu ihm gethan? Mit ihm den Geizhals gespielt, mich mit knapper, schlechter Kost begnügt, Frost ausgestanden und mich in diesem Loche vergraben. Ja, ja, Cäcilia, das Herz blutete mir beim Anblick eines Armen, und doch jagte ich ihn zur Thüre hinaus; ich sehnte mich nach dem Umgang mit Freunden, und doch ließ ich meine schönsten Jahre in dieser Abgeschiedenheit verrinnen; ich liebte Euch um Euerer Tugend und Einfalt willen, meine Seele dürstete nach Euerer Zuneigung, und doch begegnete ich Euch mit Rauhheit und Ungestüm. Wozu dieß Alles? Ihr müßt es jetzt wissen, Cäcilia; es geschah, um dem Onkel zu gefallen und ihm in seinem peinlichen Alter als Tröster beizustehen!«

Der eindringliche Ton dieser Rede gewann das Mädchen; sie blickte auf Thys mit neuer Verwunderung.

»Oh! ich habe viel gelitten!« fuhr dieser schmerzlich fort. »Sich fortwährend verstellen, nie im wahren Lichte erscheinen, ist ein schweres Opfer! Obendrein wird man verhaßt, und muß es ruhig mit ansehen, daß man als ein Wesen verschrieen wird, dem Herz und Seele fehlen!«

Hier deckte er sich die Augen mit den Händen zu – doch durch die Finger guckte er nach dem Gesichte des gerührten Mädchens.

»Armer Thys,« sprach diese, »warum habt Ihr nicht früher gesprochen? Ihr hättet mich davor bewahrt, ein ungerechtes Urtheil über Euch zu fällen!«

»Und jetzt, da Ihr mich kennt,« erwiederte Thys mit flehender Stimme, »werdet Ihr in Euerem Hasse gegen mich verharren?«

»Gehaßt habe ich Euch niemals,« lautete die Antwort, »und Euere jetzige Freundlichkeit kann ich nur mit Vergnügen sehen. Wir leben hier zusammen, als ob Ihr mein Bruder wärt; nun, so will ich Euch wie einen Bruder lieben und schätzen.«

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