Honoré de Balzac - Tante Lisbeth
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Eine gelungene Verheiratung könnte dieses Vorhaben erheblich beschleunigen …
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Lisbeth senkte den Kopf über ihre Stickerei, und wenn jemand ihren Blick gesehen hätte, wäre er zweifellos erschrocken.
»Wenn du uns deinen angeblichen Liebhaber vorstellen wolltest, so könnte ihm Hektor eine Stellung verschaffen und ihm behilflich sein, sein Glück zu machen.«
»Das ist unmöglich.«
»Warum denn?«
»Weil er eine Art Flüchtling ist, ein Pole.«
»Ein Verschwörer?« rief Hortense. »Hast du ein Glück! Da hat er wohl viele Abenteuer bestanden?«
»Er hat für Polen gekämpft. Er war Lehrer an einer Hochschule, deren Schüler am Aufruhr beteiligt waren, und da er durch die Gunst des Großfürsten Konstantin dort angestellt war, darf er nicht auf Gnade hoffen.«
»Lehrer? Was lehrte er denn?«
»Zeichnen und Malen.«
»Und nach der Niederlage seiner Partei ist er nach Paris gekommen?«
»Im Jahre 1833 hat er zu Fuß Deutschland durchwandert... .«
»Der Ärmste! Und wie alt ist er?«
»Zur Zeit des Aufstandes war er kaum vierundzwanzig. Heute ist er neunundzwanzig.«
»Fünfzehn Jahre jünger als du«, warf die Baronin ein,
»Wovon lebt er?« fügte Hortense hinzu.
»Von seinem Talent.«
»Ach so, von seiner Lehrtätigkeit?«
»Nein. Jetzt werden ihm Lehren erteilt, und zwar recht harte«, erwiderte Tante Lisbeth.
»Hat er einen netten Vornamen?«
»Stanislaus!«
»Was für eine lebhafte Einbildung doch so ein altes Fräulein hat!« bemerkte die Baronin. »Wenn man dich so reden hört, könnte man dir wirklich glauben, Lisbeth.«
»Ja, siehst du, Mutter, er ist eben ein Pole und an die Knute gewöhnt. Lisbeth erinnerte ihn an diese kleine Annehmlichkeit seines Vaterlandes.«
Darüber hatten alle drei lachen müssen. Hortense sang nach der Melodie »O schöne Adelheid ...«: »Geliebter Stanislaus ...« Für einige Minuten war Waffenstillstand eingetreten.
»Ihr jungen Dinger glaubt«, begann Lisbeth wieder mit einem Blick auf das junge Mädchen, »die Männer könnten sich nur in euch verlieben.«
Als sie dann mit Tante Lisbeth allein war, sagte Hortense: »Beweise mir, dass dein Stanislaus keine bloße Erfindung von dir ist, und du bekommst meinen gelben Kaschmirschal!«
»Er ist sogar ein Graf!«
»Das sind alle Polen!«
»Eigentlich ist er Livländer... .«
»Aber wie heißt er denn?«
»Wenn ich wüsste, dass du ein Geheimnis bewahren könntest... .«
»Tante, ich will stumm sein... .«
»Wie ein Fisch?«
»Ja, wie ein Fisch!«
»Schwörst du mir das bei deinem Seelenheil?«
»Bei meinem Seelenheil!«
»Nein, lieber bei deinem Glück hienieden!«
»Ja.«
»Na, er heißt Stanislaus Graf Steinbock!«
»Ein stolzer Name!«
»Ja, einer der Generale Karls des Zwölften hieß auch so. Das war sein Großonkel. Nach dem Tode des Königs von Schweden ließ sich sein Vater in Polen nieder. Während des Feldzugs von 1812 verlor er sein Vermögen, und als er starb, hinterließ er seinen achtjährigen Sohn völlig mittellos. Wegen des Namens Steinbock nahm sich der Großfürst Konstantin seiner an und schickte ihn auf die Schule... .«
»Ich halte mein Wort!« wiederholte Hortense. »Beweise mir, dass er leibhaftig existiert, und du bekommst meinen gelben Schal. Dieses Gelb steht einer Brünetten wundervoll!«
»Und du wirst mein Geheimnis wahren?«
»Ich vertraue dir dafür meine eigenen an.«
»Gut! Wenn ich das nächstemal komme, erbringe ich dir den Beweis.«
»Aber der Beweis ist dein Verehrer in Person!« forderte Hortense.
Seit ihrer Ankunft in Paris hatte Tante Lisbeth im Banne des Kaschmirschals gestanden, und so war sie selig bei dem Gedanken, diesen gelben Schal besitzen zu sollen. Der Baron hatte ihn 1808 der Baronin geschenkt, und wie das in manchen Familien so üblich, war dieses Schmuckstück 1830 von der Mutter auf die Tochter übergegangen. Seit zehn Jahren sah es zwar etwas abgetragen aus; aber das kostbare Gewebe, das immer in einem Sandelholzkasten lag, kam der alten Jungfer, wie überhaupt der ganze Besitz der Baronin, immer noch neu vor.
Beim nächsten Besuche brachte Tante Lisbeth in ihrem Arbeitsbeutel ein Geschenk mit, das sie der Baronin zu ihrem Geburtstag überreichen wollte. Damit glaubte sie die Existenz ihres so unwahrscheinlichen Verehrers genugsam zu beweisen.
Dieses Geschenk war ein silbernes Petschaft: drei aneinandergelehnte laubumrankte Gestalten trugen den Erdball. Diese drei Gestalten stellten Glaube, Liebe und Hoffnung vor. Ihre Füße stemmten sich gegen Ungeheuer, die sich untereinander bekämpften und aus denen heraus sich die symbolische Schlange wand. Heute, im Jahre 1846, würde dieses Meisterwerk niemanden mehr in Erstaunen setzen, nachdem Fräulein von Fauveau, Wagner, Jeanest, Froment-Meurice, der Holzbildhauer Liénard und andere die Kunst des Benvenuto Cellini von neuem so mächtig vorwärtsgebracht haben. Aber damals musste ein junges Mädchen, das sich auf Kunstgegenstände verstand, in höchster Verwunderung vor diesem Petschaft stehen, als es Tante Lisbeth mit den Worten vorwies:
»Nun, wie gefällt dir das?«
Die Linienführung, die Behandlung der Gewänder und der Rhythmus der Gestalten deuteten auf die Schule Raffaels hin, aber in der Ausführung erinnerten sie an die Florentiner Bronzekünstler, an Donatello, Brunelleschi, Ghiberti, Benvenuto Cellini, Giovanni da Bologna usw. Selbst in den Werken der französischen Renaissance finden sich fabelhaftere Ungeheuer nicht als die, die hier die Laster verkörperten. Die Palmen, Farne, Binsen und das Schilf um die Tugenden war stilistisch wie technisch bewunderswert. Um die Häupter schlang sich ein Band, auf dem man in den drei Zwischenräumen zwischen den Köpfen ein W, einen Steinbock und das Wort fecit las.
»Wer hat das geschaffen?« fragte Hortense.
»Mein Verehrer«, erwiderte Tante Lisbeth. »In dem Ding stecken sechs Monate Arbeit. Ich mit meiner Goldstickerei verdiene mehr. Er hat mir erklärt, Steinbock sei ein deutsches Wort und bedeute »Gemse« oder so was. Von nun an will er alle seine Werke so signieren. Genug! Jetzt bekomme ich deinen Schal!«
»Wieso?«
»Kann ich mir ein solches Kleinod kaufen oder machen lassen? Das ist doch ausgeschlossen. Also habe ich es geschenkt bekommen. Und wer macht einem solche Geschenke? Ein Verehrer!«
Mit einer Verstellung, die Lisbeth Fischer entsetzt haben würde, wenn sie sie erkannt hätte, hütete sich Hortense, ihre große Bewunderung merken zu lassen, obwohl ihre Seele im Innersten ergriffen war, wie das allen für Schönheit empfänglichen Menschen so geht, wenn sie unverhofft vor einem vollendeten Meisterwerke stehen.
»Gewiss«, sagte sie, »das ist recht hübsch.«
»Ja, ja, es ist hübsch«, wiederholte die alte Jungfer, »aber ein gelber Kaschmirschal ist mir lieber. Siehst du, Kindchen, damit verbringt mein Verehrer seine Zeit. Seit seiner Ankunft in Paris hat er drei oder vier solche Sächelchen verfertigt, und das ist nun die Frucht von vier Studien- und Arbeitsjahren. Er hat bei Formern, Gießern und Goldschmieden gelernt. Was weiß ich? Hunderte und Tausende sind dabei draufgegangen. Nun bildet sich das Kerlchen ein, in ein paar Monaten berühmt und reich zu werden.«
»Aber du siehst ihn doch?«
»Glaubst du denn immer noch, es sei Fabel? Ich habe dir lachend die Wahrheit gesagt!«
»Und er liebt dich?« fragte Hortense lebhaft.
»Er betet mich an!« antwortete die Tante und setzte eine ernsthafte Miene auf. »Siehst du, Kindchen, bis jetzt hat er nur blasse und fade Frauen gekannt, wie sie da oben im Norden alle sind. Ich, braun, schlank, jung, ich habe ihm das Herz entflammt. Aber schweigen! Ich habe dein Wort.«
»Dem Ärmsten wird es wohl nicht anders ergehen als den fünf andern!« neckte das junge Mädchen die Tante, indem sie das Petschaft weiter betrachtete.
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