Lena Müller - Restlöcher

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Sando liebt den Fuchs, ausgerechnet den Fuchs. Diesen jungen Mann mit dem beunruhigenden Lächeln, dem er bei einer Demo begegnet ist und den er nicht recht zu fassen bekommt. Aber wenn Sando eines gelernt hat, dann das: Eine Liebe kann man nicht festhalten, nur warten, bis sie wiederkommt. Gelernt hat er das von seiner Mutter, die schon vor zwanzig Jahren entschieden hat, sich von ihrer sozialen Herkunft zu lösen, ihre eigenen Ziele zu verfolgen und nicht immer da sein zu müssen für andere: «Die Möglichkeit zum Verschwinden ist immer enthalten. Weil wir nicht nur die sind, die sich die anderen wünschen», hatte sie gesagt. Und nun ruft seine Schwester Mili an, weil die Mutter wie damals nicht zu erreichen ist. Sando begibt sich mit Mili auf die Suche nach ihr und nach dem, was von Liebe, Freiheit und den zwei Zimmern des Studentenwohnheims übrig geblieben ist.

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Eigentlich hat er vieles richtig gemacht, eigentlich fast alles und immer. In vielerlei Hinsicht ist Sando ein passabler Akademiker: begeisterungsfähig und bereit, sich zu engagieren. Hängt sein Herz aber nicht an ein Projekt, sondern lässt sich auch rasch von etwas Neuem begeistern. Bleibt flexibel. Kommt mit unterschiedlichen Anforderungen zurecht. Ist anpassungsfähig und polyvalent. Kann aus eigenem Antrieb aktiv werden und scheut sich nicht zu sehr, wenn es gilt, neue Kontakte herzustellen, auch wenn er seine introvertierten Phasen hat, ein wenig scheu ist. Hat einen Radar für ergiebige Informationsquellen und gute Ideen. Ist nicht arrogant, nicht zu sehr eingenommen von sich, kann zuhören. Bleibt flüchtigen Bekanntschaften und zeitweisen Projektpartnern in angenehmer Erinnerung, wegen seiner kommunikativen Kompetenzen, seines umgänglichen Charakters und seiner offenen, interessierten Art. Kann sich auf andere einstellen und ist kein Selbstdarsteller, hinreichend charmant und authentisch, kein Klischee seiner selbst, nicht autoritär, ist Teamplayer und verlässlich. Und so weiter.

Trotzdem weiß er nicht weiter. (Merkt, dass er seine Hoffnungen in etwas gesetzt hatte, das vorbeigegangen ist.) Fühlt sich längst nicht mehr intakt, längst zernagt.

Den Fuchs hatte Sando getroffen, als er noch neu war auf seiner Stelle. Als er loslegen sollte und stattdessen viel ins Kino gegangen war, sich mehrere Filme hintereinander angeschaut hatte, um zu vermeiden, dass es noch hell war, wenn er wieder auf der Straße war. Schon von Anfang an war es nicht sehr gut gelaufen, wenn man es so betrachtete. Und der Fuchs hatte es nicht besser gemacht. Ich für meinen Teil liebe den Fuchs . Darum geht es: Um den Fuchs. Oder auch: Um den Fuchs als Prothese für die eigene – ja, was überhaupt, Unzulänglichkeit?

Sando stößt sich vom Schreibtisch ab, rollt mit dem Stuhl quer durchs Büro, kommt neben dem Kleiderständer zu stehen, nimmt seine Jacke, und mit einer einzigen Bewegung streift er sie über, öffnet die Tür, zieht sie hinter sich zu und ist unterwegs. Durch den nachtleeren Flur, die Tür summt und schließt sich hinter ihm wieder, er geht an die Luft und sehnt sich nach einer großen Geste. Wiegt den Transponder in der Hand, den er jetzt nehmen und in den Teich in einer Senke der Grünfläche werfen könnte, dann lässt er es doch, zu übertrieben scheint ihm dieses Ende, sein Abschied, sein Ausscheiden aus der Akademie, von dem noch niemand ahnt, wahrscheinlich traut er sich selbst nicht ganz, und der Transponder ist schließlich nur geliehen, sicher muss er ihn irgendwo wieder abgeben. Sando geht zum Auto. Schaltet das Radio ein, fährt los.

Schon bald ahnt er, dass das eine gute Idee war, das Fahren auf der leeren Autobahn. Fetzen aus der letzten Nacht kommen als Erinnerung getarnt zurück, seit Monaten geht das so. Die Vergangenheit ist mir die Gegenwart . Aus dem Nichts, ein Standbild, eine Aufnahme, an die sich ein Gefühl heftet. Es wiederholt sich, funkt dazwischen , oder welche Worte gibt es für diese Zumutung, Sammelsurium ?, und eine aufsteigende Sorge, nicht zu entkommen: Was schon vergangen ist, geht nicht vorbei.

Der Fuchs und er, dösend in der Sonne zusammengerollt auf dem Bett, ein Knäuel.

Das Gesicht vom Fuchs wie eine offene Landschaft, Flächen und Erhebungen und plötzliche Abstürze. Vor allem aber eine erstaunliche Weite für ein Gesicht. Der Fuchs mit geschlossenen Augen, ein ruhiger Ort, ein Gesicht als Naherholungsgebiet.

Der liegende Fuchs, den Kopf leicht angehoben, ihn anlächelnd. Und das Gefühl, dass von allen Gesichtsausdrücken das Lächeln vom Fuchs am beunruhigendsten ist. Zu gleichen Teilen sanft und spöttisch.

Sando fährt langsam, bleibt auf seiner Spur, hat den Eindruck, sich halb blind durch die Nacht zu tasten. Er öffnet das Fenster einen Spalt. Luft prasselt hinein, Sando genießt den Krach, hält das Steuer fest.

Als es wieder hell wird, fährt Sando durch ein hohes Tor, fährt in den Hof und hält auf dem mageren Kies in der Einfahrt. Dieser Hof, eine Landschaft für sich. Eingefasst von Backsteingebäuden (Scheune, Wohnhaus und noch irgendein Gebäude, dessen Nutzung sich Sando nicht erschließt) und Backsteinmauern. Der Boden ein grasiger Untergrund, Pfützen, Unkrautbüschel, Erde. Sando geht einmal ums Auto und wehrt dabei einen zotteligen Hund ab, der aus der Scheune kommt und sich ihm freundlich wedelnd zwischen die Beine drängt. Sando orientiert sich Richtung Wohnhaus, vorbei an einem Lieferwagen, einem Anhänger. Vorbei an einer Feuerstelle, um die Sitzgelegenheiten stehen, Plastikstühle, Holzklötze, Getränkekisten. Eine rostige Wassertonne. Er bahnt sich einen Weg, der Hund ihm dicht auf den Fersen. Das Glas der Eingangstür hat einen Sprung, der Knauf hängt schief, und als er ihn dreht, greift der Mechanismus nicht. Ein Gefühl von Überforderung streift ihn. Kennt er, schiebt es weg, versucht es wieder. Die Tür öffnet sich, er steht in der Küche. Am runden Tisch in der Mitte des Raums sitzt Mili vor einer Kaffeetasse. Sie schaut ihn an. »Hallo.« »Hallo«, die Überforderung in seiner Stimme. Sie muss ihn gehört haben, warum sitzt sie da, als ginge es sie nichts an? Er ist den ganzen Weg gefahren, und sie kann nicht die zwanzig Schritte über den Hof machen, um ihn zu begrüßen?

»Willst du Kaffee?« Sie deutet auf die Kaffeekanne auf dem Tisch. Er nickt und setzt sich auf einen Stuhl, über dessen Lehne eine schaffarbige Wolljacke liegt. Mili steht auf, sucht eine saubere Tasse, findet keine, nimmt eine aus der Spüle, lässt Wasser darüberlaufen und gibt sie ihm. Er wirft einen skeptischen Blick in die Tasse und schwenkt sie durch die Luft, um sie zu trocknen. Sehnt sich schon nach seiner Küche, hatte er sich nicht geschworen, nie mehr aus schmutzigen Tassen zu trinken? Er schenkt sich Kaffee ein, von dem er auf den ersten Blick vermutet, dass er stark und bitter ist. Gibt zwei Löffel Zucker dazu und rührt um. Eigentlich trinkt er nie Zucker im Kaffee, aber nun scheint ihm jede Unterstützung willkommen. Mili hat sich wieder auf ihren Stuhl fallen lassen und betrachtet ihn ohne ein Wort. Müde sieht sie aus und etwas verquollen. Vielleicht nicht direkt verquollen, eher pausbäckig. Ist das eine Bezeichnung, die auf erwachsene Personen passt? Er berührt ihre Hand, die auf einer freien Stelle auf der Tischplatte liegt. Die Hand ist warm und rau. »Schön, dass du gekommen bist«, sagt sie und schaut auf die Uhr. Seufzt, zieht ihre Hand zurück und steht auf. »Ich muss mal wieder.« Lacht ihr Lachen, das er kennt, und das sie lacht, wenn sie mit den Gedanken schon bei der nächsten Sache ist. Steigt in die Gummistiefel, die unter dem Tisch stehen, geht durch die Tür und schlägt sie hinter sich zu. Er schaut ihr durch die gesprungene Scheibe nach. Leicht macht sie es ihm nicht. Er trinkt den Kaffee, nur lauwarm und viel zu süß. Steht dann auf und geht ihr nach.

Hitze schlägt ihm entgegen. Der Raum ist klein, trotzdem fällt es ihm zunächst schwer, sich zu orientieren. Ein Radio spielt laut, eine Art Nebel hängt in der Luft, Wasserdampf, Mehlstaub, Rauch. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raums ein Backofen. Die Ofenklappe steht offen. Sando hat noch nie solch ein Feuer gesehen: Flammen drängen nach oben, wogen über den Steinboden des Ofens, Flammen, die von nirgends zu kommen scheinen, lang ausgestreckt, sich gegenseitig übertrumpfend, eifrig. Sando, vorsichtig, darauf zu. Mili an ihm vorbei, scheint überall gleichzeitig zu sein, wirft neue Holzscheite ins Feuer, das, wie sich herausstellt, hinter einer Klappe unter dem Ofen brennt. Gießt Wasser in den Trog der Knetmaschine, die einen Teig bearbeitet. Kommt vor einem Tisch zum Stehen, ihre Hände über der Arbeitsplatte aus Holz greifen nach Teigkugeln, die zwischen grauen Tüchern liegen. Leiber aus Teig, kleine, dicke Babys , denkt Sando, die dort liegen und aufgehen, dann in Milis Hände geraten und auf der mehligen Arbeitsfläche landen, plattgeklopft, gefaltet und zu länglichen Broten geformt werden. »Sando, du bist …«, Mili lässt die Worte im Raum stehen. »Was bin ich?« Sie grinst. »Im Weg. Du stehst im Weg.« Er lehnt sich an die Wand. »Ich bin stundenlang gefahren, weil du mich hier haben wolltest.« Er klingt vorwurfsvoll, möchte übertreiben. »Das zeigt, dass ich an die Liebe glaube. Das Problem ist nur, dass das niemanden interessiert.«

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