Es lässt sich nicht genau erklären, aber Leute spüren, wenn du Gott in deinem Alltag außen vor lässt und auf der Bühne dich dann als den „Superchristen“ darstellst. Vielleicht ist dies ein geistliches Phänomen oder das feine Gespür des Publikums. Auf alle Fälle ist dies ist nicht authentisch. Sei du selbst und sei ehrlich mit dir und mit Gott.
Verbringe Zeit mit Gott, damit du selbst in deinem Leben mehr und mehr aufblühst. Er kennt alle unsere Bedürfnisse und Wünsche. Er weiß, was für uns das Beste ist. Ich möchte es jeden Tag aufs Neue lernen, ihm zu vertrauen: bei meinen Entscheidungen, in der Familie, in der Kirche, im Beruf und in allen Lebensbereichen. Denn Gott meint es gut mit dir und mir.
Diese beiden Punkte finde ich entscheidend: Pflege und lebe deine Beziehung mit Gott und entwickle dein Potenzial. Dies ist für mich eine Basis für den Dienst auf der Bühne im Gottesdienst. Lass dich von Gott begeistern durch die Gaben und die Einsichten in seine Wirklichkeit, die er dir schenkt. Denn wenn du begeistert bist von Gott, wird sich diese Begeisterung auf dein Publikum übertragen.
Ich bin begeistert davon, dass Gott dich und mich so gemacht hat, wie er es getan hat. Er hat sich dabei etwas gedacht. Und er will stets das Beste für uns. Dies zu entdecken und auch daran Spaß zu haben, ist ein Geschenk. Lass dich darauf ein und habe Freude daran, zu moderieren und auf der Bühne zu stehen.
Der Moderator
Deine Persönlichkeit
Wenn du auf der Bühne stehst, dann schauen alle Augen auf dich. So sollte es ja sein, denn du leitest in diesem Moment die Veranstaltung. Dies setzt jedoch voraus, dass du es nicht nur freiwillig tust, sondern dass du dich auch auf der Bühne sicher fühlst.
Identität
Je mehr dir bewusst ist, wer du bist, desto einfacher ist es, auf der Bühne zu stehen. Denn auf der Bühne macht man sich immer angreifbar und verletzlich. Dies ist zwar nicht unbedingt angestrebt. Tatsächlich stehst du aber in der Öffentlichkeit, sobald du auf einer Bühne agierst. Selbstverständlich wirst du auch Lob und positive Aufmerksamkeit erhalten. Aber es ist nicht gut, sich seine Anerkennung und Identität durch die Rückmeldung seiner Moderation oder der Auftritte zu holen. Sei dir bewusst, wer du bist. Der Bereich Identität ist ein sehr weites Thema und könnte Bücher füllen. Ich möchte dir Mut machen, dich persönlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Reflektiere deinen Selbstwert und deine Haltung dir selbst gegenüber. Denn Menschen erkennen auf der Bühne sehr schnell, wie aufrichtig und wie sicher man ist. Moderation in einer Veranstaltung ist eine wichtige und wertvolle Aufgabe. Die Art, wie du bist und was dich auszeichnet, ist einmalig. Sei dir dessen bewusst und überlege dir, wer oder was deinen Wert bestimmt (oder bestimmen darf).
Sich auf der Bühne wohlfühlen
Es ist ganz natürlich, dass bei den ersten Moderationen auf der Bühne vieles ungewohnt ist. Jedoch sollte man sich auf Dauer grundsätzlich wohlfühlen. Dazu gehört eine gute Vorbereitung. Wenn du weißt, was du auf der Bühne tun und sagen möchtest, vermittelt es dir und dem Publikum automatisch Sicherheit. Du solltest wissen, was kommt, wo es lang geht und überträgst deine klare Orientierung und deine Sicherheit auf das Publikum. So fühlen sie sich gut aufgehoben und abgeholt.
Glaube an das, was du sagst
Wenn du von der Wichtigkeit von dem, was du auf der Bühne sagen möchtest, nicht überzeugt bist, dann solltest du es nicht sagen. Wähle deine Aussagen so, dass du hinter ihnen stehen und deinen eigenen Worten Glauben schenken kannst. Vieles hat mit dem Ziel deiner Moderation zu tun (später dazu mehr). Wenn du dir sicher bist, warum du etwas tust, sagst und machst, dann solltest du dir auch der Wichtigkeit bewusst sein.
Deine Emotionalität
Von jedem Sprecher auf der Bühne wird zu Recht erwartet, authentisch zu sein. Das ist leicht gesagt aber nicht immer einfach umsetzbar. Ein Schritt zu einem authentischen Auftritt ist es, Emotionen zu zeigen. Allein sich dies bewusst zu machen, ist überaus hilfreich. Heute möchte man Personen auf der Bühne erleben, die „echt” sind, Ecken und Kanten haben, Menschen, die man „spüren“ kann. Diesen Punkt der Emotionalität solltest du dir dick markieren. Denn dadurch, dass Menschen dich auf der Bühne spüren und erleben, kannst du sie auch einfacher mit deinem Thema erreichen. Es geht heutzutage darum, etwas zu erleben.
Das Publikum erlebt gemeinsam mit dir die Veranstaltung. Dabei entwickeln sich Emotionen und Stimmungen. Dies solltest du als Moderator wahrnehmen und aufgreifen. Du solltest jedoch nicht in irgendwelche Extreme verfallen und heulend oder lachend auf der Bühne zu stehen. Es geht vielmehr darum, die Atmosphäre zu spüren und zu prägen. Im Folgenden findest du Vorschläge, wie dies praktisch umsetzbar ist.
Präge die richtige Atmosphäre im richtigen Moment
Aufgrund der Programmelemente entstehen bestimmte Emotionen. Da du das Programm kennst, kannst du auf unterschiedliche Stimmungen eingehen. Sie können sicherlich dann immer noch unterschiedlich stark ausfallen, jedoch bist du vorbereitet.
Das gleiche gilt vor einem Programmpunkt. Es ist notwendig die Zuschauer auch emotional vorzubereiten. Bei freudigen und lustigen Elementen mag diese emotionale Hinführung vielleicht weniger beachtenswert erscheinen. Dies ist jedoch unbedingt notwendig, je dramatischer, kontroverser oder auch aufwühlender ein Programmpunkt dargestellt wird. Je besser die Hinführung, desto besser kann der Zuschauer darauf reagieren. Es kann natürlich bewusst ein „Überrumpeln“ geplant sein. Dies sollte aber genau gewählt werden und nicht zufällig passieren. Folgt ein dramatischer Videoclip und du bereitest das Publikum kaum oder gar nicht darauf vor, können sie sich wirklich emotional überrumpelt fühlen. Dies bewirkt eher eine Abwehrreaktion. Achte daher unbedingt auf Übergänge.
Bei deinen Formulierungen solltest du eine aktive und positive Wortwahl haben. Darunter versteht man Sätze, die das Handeln und Erleben betonen (z.B. „Wir werden heute…“). Dadurch erreichst du eher eine aktive Beteiligung des Publikums und gestaltest die Atmosphäre dementsprechend.
Für deine Vorbereitung bedeutet dies, dass du die Elemente inhaltlich und emotional kennen solltest. Das kannst du am besten erreichen, wenn du die beteiligten Mitarbeiter fragst. Sie haben die Veranstaltungselemente entwickelt oder stehen währenddessen auf der Bühne. Hilfreich ist immer der eigene erste Impuls. Wenn du z.B. ein Theaterskript das erste Mal liest, solltest du dir Folgendes merken: Wie wirkt dies spontan auf dich? Was fühlst du dabei? Diese Reaktion kann auch bei deinen Zuschauern aufkommen. Darauf stellt sich die Frage, wie du sie darauf vorbereitest (oder auch gerade eben nicht) und wie du danach weiterleitest.
Sei dir dieser Aufgabe unbedingt bewusst und achte auf die Emotionen. Es ist immer besser, auf der Bühne zu sagen „Ich weiß gar nicht, wie ich darauf reagieren soll. Das hat mich so ergriffen/erstaunt/…“, als solche Momente zu übergehen. Denn allein durch solch einen Satz zeigst du deine Ehrlichkeit, Offenheit und deine Empathie dem Publikum gegenüber.
Die Menschen möchten dich spüren
Dem einen fällt es sehr leicht zu zeigen, was einen bewegt oder wie es einem geht. Andere wiederrum tun sich eher schwer damit. Manche sind wie ein offenes Buch, in dem man gut lesen kann, andere wirken eher verschlossen. Es ist verständlich, dass man nicht gleich überall sein Innerstes nach außen kehrt, jedoch sollte man sich vor einem Pokerface auf der Bühne scheuen. Denn dies ist nichts anderes als eine Maske und deshalb kein Zeichen von Offenheit, Ehrlichkeit und Authentizität. Es ist wichtig, auf seine Art und Weise seine Gefühle auf der zu Bühne zeigen. Andererseits geht es auch nicht darum, einen „Seelenstriptease“ hinzulegen, sondern dafür bereit zu sein, mehr als Sachinformationen weiterzugeben. Aufgrund der Persönlichkeit fällt dies natürlich sehr unterschiedlich aus, ist aber im Grunde ähnlich: Zeige, was du fühlst. Man kann daran gezielt arbeiten. Hierfür ein paar hilfreiche Gedanken:
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