Wilhelm Bartsch - Das bisschen Zeug zur Ewigkeit

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Eberswalde 1965 – der 14-jährige Franz Florschütz lebt gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder «Keule»und seiner «Rabenmutti» in der beschaulichen Kleinstadt nahe Berlin. Der junge Franz sucht sein Glück bei Mädchen, steigt mit seinem Handlanger Erwin Hagedorn in den Handel mit Dreigroschenheften ein und hat zu allem Überfluss die Stasi am Hals.Im Juni 1969 verschwinden plötzlich Winne und Shattie, die Botenjungen der ehemaligen Schmökerhändler und ein unvorstellbares Drama braut sich zusammen.Der Autor Wilhelm Bartsch wuchs in seiner Jugend mit Erwin Hagedorn auf, der 1972 als mehrfacher Kindermörder hingerichtet wurde.-

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Doch dem stocksteifen Dummkopf da unten mit seinen immer ganz plötzlichen 40 Grad Fieber war es wohl piephahnegal, zu wem ein Fingerchen und ein »Schlitz mit Katscher« gehörten. Auf einmal gab es eine Art Shakehands da unten in Marion. Und dann gleich noch einmal. Mein Zeh bedankte sich und guckte schon mal irgendwie über irgendeine Hausschwelle, von wo es allmählich bis ins Herz von Marion ging.

»Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjo-Boy«, sangen im Fernseher gerade Jan und Kjeld, die Banjo-Boys aus Kopenhagen, und mein Zeh wiegte sich schon ein bisschen zu der Melodie, obwohl nicht so recht davon begeistert. Da herrschte dann erst einmal eine etwas beleidigte Stille im Vorraum zur prickelnden Fabrik von Rundstrickhausen.

Evi neben mir kicherte. Sie hatte sich vorgebeugt und reimte sich wohl ihrs zusammen. Der Marion oberhalb ihres Hinterns war aber nichts anzumerken. Sie saß tadellos aufrecht da und zündete sich elegant und im Nu eine »Carmen« ohne Filter an. Sofort fuhr ihre Mutti herum, entriss ihr die Lulle, meckerte laut »Danke!« und quarzte das Ding selber weiter, indem sie ihre erst halb aufgerauchte »Duett« in den Schleuderascher quetschte, den ihr Tante Erna hinhielt.

Da rückte Marions Großrundstrickbrigade erst recht zusammen um meinen nun eher lauschenden statt erzählenden Großonkel. Ich konnte von Glück sagen, dass ich die engen Bluejeans mit dem zu knöpfenden Hosenstall trug, die ich von meinem großen Bruder Tücki geerbt hatte. Mein Dummkopf rammelte laufend an die Wand, aber kam nicht durch durch den besten Stoff der Welt.

»Erna!«, rief Tante Hertha, »wirste ma da weg? Sieht ja keiner was!«

Erna schlüpfte wie eine Muräne zurück in jenen Spalt, den sie sonnabends und sonntags an der Seite einer Fernsehbesitzerin wie Hertha gefunden hatte. »Guck, Hertha, da kommtse runter! Mann! Sie isses wirklich …«

»Kullerbunze«, brummte Heinz Spelinski maurerlaut unten auf dem Teppich. Was haben Bob Dylan und Trude Herr gemeinsam? Ihre Namen bestehen aus drei Silben. Ansonsten hatte seit seiner ersten, der Septembersendung von 65, der Bremer Beat-Club die Straßen und Landschaften von Jugendlichen leergefegt und endgültig alles verändert, vielleicht ja sogar im Osten die Sendung »Da lacht der Bär«?

Tante Erna oder Rabenmutti aber brauchten diese Prismen aus Schlagertränen, um sich zu trauen, ihr eigenes Leben anzuschauen. Noch dankbarer waren sie, wenn da eine kleine Ulknudel wie Trude Herr daherhüpfte und »Ich kann weinen, weinen, weinen wie ein Wasserfall, wenn ich nicht kriege, was ich haben will« röhrte.

Trude Herr aber sang natürlich im Ostfernsehen jenen Hit, den wir alle längst kannten. Hartmut und Evi und da unten zumindest Tante Erna sangen die Strophe gleich mit: »Ich ging doch neulich auf den Rummel, und ich kaufte auch ein Los. Ich hab auch wirklich was gewonnen! Doch die Enttäuschung, die war groß, ich gewann doch einen Teddy aus Schokolade, Marzipan, den warf ich wütend in die Menge und schrie den Losverkäufer an …«

»Ruhe beim Jungvolk da oben auf den billigen Plätzen!«, rief der Inhaber Sitzlack in unser Gegröle. Sein Bernhardiner Asbach vom Dreikanthof sah uns erhobenen Hauptes und kritisch an, als Evi, Hartmut und ich uns beim Refrain zu Krummmonstern unter der Tante-Hertha-Decke erhoben, wobei dem wohl immer noch vorhandenen Kind in mir auch leider, leider, leider der große Onkel folgen musste und mir selbst noch Evis kleiner Finger verlorenging.

Ich musste mich gleich umso enttäuschter zu der Stelle an der dunklen Haarflut von Marion herabbeugen, wo gewiss ein ganz schönes etwa siebzehnjähriges Ohr war. Von unten sah ich auch noch Erwin zu mir heraufgrinsen. Und nun grölte ich Idiot und Sofalehnenprolli auch noch den Refrain mit: »Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann, ich will einen, den ich küssen und um den Finger wickeln kann!«

Aber Streusandkisten-Evi, dieses kleine Aas, war es, die noch zwei Refrains mit Trude Herr hatte, trotz Ermahnung von Oma, Hertha, Erna, Sitzlack und von jeweils zwei Dudas und Dersinskis. Statt »um den Finger wickeln« krähte dieses Eichelhäherkind »um die Zehe wickeln«. Auch, dass ich sie mehrmals derb kniff, störte das Streusandkisten-Evchen kein bisschen.

Der Rest des Abends entglitt mir dann völlig. Ich versuchte beim allgemeinen Aufbruch der Nichtangehörigen draußen im Flur vor dem Klo noch Marion zu erwischen. Drinnen hustete ihre Mutti überdrüssig. Marion sah mich erstmals im Leben an, und ich hatte das heute schon einmal frisch erprobte Gefühl, dass es auch das letzte Mal war. Sie sah mich ohne jede Kälte oder Wärme an, was noch viel unangenehmer war als ihr intensiver Frost. Nach all dem Geschehen mit meinem rechten Onkel und ihr dachte ich trotzdem: Wenn ich ihr jetzt einen Kuss rauben könnte, würde alles wieder gut sein.

Ich sah auch bereits herrliche Lippen, die sich öffneten. Doch plötzlich hatte ich eine getachtelt gekriegt, wie sie es nur von ihrer Panzermutter mit Sehschlitz gelernt haben konnte. Und weg war sie, rummps! Aus dem Klo schritt ihre Mutter, die mich mit einem Seitenblick ebenfalls kurz und eben mal so aufschlitzte.

Da stand ich. Ich mochte auch nicht mehr reingehen. Und ich trug fünf Striemen davon, einer davon blutete sehr. Ich dachte da schon für einen Moment, ich würde heulen statt bluten. Dann stand Evi vor mir.

»Weißt du eigentlich überhaupt, wie ich heiße?«, fragte ich sie. »Mal ehrlich, weißt du’s?

»Blutbacke«, sagte Evi ohne Zögern. »Halt ma still!«

Und sie leckte meine Wunde ganz langsam von unten nach oben, drei mal – und weg war die Wunde.

Das war das zweite Wunder an diesem Tag.

»Ach, Evi«, sagte ich.

Evi sagte: »Wenn du bei der nachhaken würdest, würdeste Herzblut zu saufen kriegen. Und dein eignes auch gleich wieder.«

Ich sah vor mir auf einmal eine überall wunderbar farblose, aber dennoch feinstgesprenkelte Spätsommergrille mit verbogener randloser Brille, die wahrscheinlich noch aus der Kaiserzeit stammte, und ich sagte wohl zärtlicher, als mir als frisch Erwachsenem einem Kind gegenüber erlaubt ist: »Pfui, Evchen! Aber bleib wenigstens immer mein Blutstiller, Schätzchen.«

»Okay, mach ich!«, rief Evi, und schon war sie davongehüpft in die Nacht und in ihre arme arme Grillenstube zu ihrer bestimmt auch nicht ganz richtig tickenden Mutter in der benachbarten Straße.

Und schon wieder piekste mich gleich dreimal was in den Rücken.

»Bis morgen, Alter!«, rief Erwin noch und mir ein bisschen zu vertraulich. Er ließ seine Hand grüßend hoch oben im Straßenfunzeldämmer stehen.

»Mach so was nicht ein drittes Mal!«, rief ich ihm ärgerlich hinterher. »Ich bin außerdem die nächste Woche über im Kuhstall!«

»Ach jaaa!«, hörte ich Erwin noch. »Das fetzt! Du lernst ja Cowboy! Brate mir mal ein Rinderherz mit!«

Ich hatte gerade selber einen verdammten Vampirdurst, nämlich nach Herzblut mit Brombeergeschmack. Aber mein Sehnsuchtsopfer war längst schon auf und davon an der Seite dieser Kettenbrille für Augen und Titten. Marions Blicke sollten schmelzen, und zwar Blicke nur für mich, und ihre kühlen süßen Küsse wollte ich, und ich wollte, worum es den Männchen der Menschen seit einer Million Jahren immer geht. Jetzt gleich!

Wirklich? Wollte ich das? Ich war seit vier Stunden und zehn Minuten anscheinend erwachsen, aber nach was sehnte ich mich denn noch so schrecklich herrlich in dieser Nacht? Eine Rückwärtssehnsucht in die Kindheit war das nicht. Auch keine nach jemandem, der alles für einen macht, während man selber alle Viere wohlig von sich streckt. Es war schon gar nicht die saubere Zukunft »Für Frieden und Sozialismus, seid bereit!« mit ihren Waschlappen Genosse Untenrum und Genosse Obenrum.

Und wieder sah ich meinen Großvater vor mir, über mir, darüber nur noch das Sternenzelt und die Milchstraße mit ihren unzähligen Hausnummern. Da lachte der Bär. Der Große Bär lachte und der Kleine erst recht. Seit dieser Nacht zwinkern mir wohl manchmal auch die Nymphen zu. Falls überhaupt ich gemeint bin und nicht Jerry Cotton.

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