Peter Langer - Krawattennazis

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Ein Kleinstadt-Kommissar und ein freier Journalist der örtlichen Lokalzeitung ermitteln in einem höchst dubiosen Mordfall, der sie immer tiefer hineinzieht in einen Sumpf aus Scheinheiligkeit, Machtgier, Korruption und Gewaltbereitschaft, dessen Abgründe dunkler zu sein scheinen, als jeder Grubenschacht. Und was der Ermittler nicht weiß: Auch sein Freund, der Journalist, hat eine Vergangenheit, die er am liebsten niemals preisgeben würde …

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Ihre Frage riss ihn aus dem süßen Schwelgen seiner Erinnerung wieder in die Gegenwart. „Was war deine erste CD, die du dir gekauft hast?“ Emde überlegte, ob er das sagen durfte. Sie würde ihn auslachen. Und schon morgen wüsste es sein ganzes Team, ganz sicher: Guck mal da, der Emde, weißt du, was der hört? Boah, schlimmer noch als Pur! „Nun, das war eigentlich keine CD. Damals gab es nur die Wahl zwischen Single, Maxisingle und Langspielplatte.“ Noch hielt es ihn zurück. Dann war es raus. „Meine erste Single war High on Emotion“. Sie überlegte. „High on Emotion? Ist das nicht von …“, sie zögerte, „Chris de Burgh?“ Emde nickte und spürte, wie ihm der Schweiß auf die Stirn trat. Jetzt wird sie mir sagen, dass der nur noch Partys im Altersheim beschallt. Aber verdammt, dieser Titel war echt gut, damals, 1984. Genauso, wie 1984 einfach ein gutes Jahr war, das Orwelljahr, vor dem alle Angst hatten, und das dann doch um so vieles entspannter verlief. Doch Nora Freese lächelte, blickte zu ihm herüber und erteilte ihm die Absolution: „Immerhin, kein Stück, für das man sich heute schämen müsste.“

Kapitel 7

Sie erreichten die Gemeinde Diemelsee gegen halb sechs. Noch eine halbe Stunde bis zur Ratssitzung und Kleine, der regelmäßig solche Veranstaltungen besuchte, hatte vorher den Tipp gegeben, etwas früher da zu sein. Denn je nachdem, welche Punkte auf der Tagesordnung standen, konnte es auf den freien Plätzen für Presse und Öffentlichkeit schon mal etwas enger werden. Und das war regelmäßig der Fall, wenn es um die Grube Christiane ging. Der Journalist wartete an der Bushaltestelle unweit eines ehemaligen Gasthauses an der Straße nach Flechtdorf, als die beiden Polizisten in Emdes Auto um die Ecke bogen. Das Innere der Bushaltestelle war mit einem überdimensionalen achteckigen Wappenstern von Waldeck auf gelbem Grund bemalt. Nur wenige Meter weiter stand der Stromkasten mit dem missratenen Davidstern. Emde verfluchte sich gedanklich – er hatte die Information noch nicht weitergeleitet. Doch innerlich wusste er bereits jetzt, dass sich nicht viel tun würde. Man würde es zu den Akten legen. Täter konnte nicht ermittelt werden. Sie haben doch wohl keine Fragen, Emde, oder? Guter Mann! Die hoch aufragende Gestalt von Kleine im langen Mantel hatte durch den Wappenstern hinter ihm etwas Aristokratisches. „Ist das der Typ, von dem du gesprochen hast? Der Jazzfan?“, fragte Nofri. Emde nickte. „Das ist Paul Kleine.“ Er zögerte, blickte kurz auf die Uhr. Nein, die Zeit reichte jetzt nicht mehr zu einem Gespräch. „Ich stelle euch bei anderer Gelegenheit mal richtig vor“, entschied er. Sie stiegen aus. Kleine starrte Nora Freese erstaunt an und lächelte ein verhaltenes Begrüßungslächeln, das Emde noch nie auf dessen Gesicht gesehen hatte. Nofri lächelte zurück. Nicht ohne einen leisen Anflug von Neid musste Emde anerkennen, dass sich die beiden bestimmt mehr zu erzählen hätten, als sich nur die Tageszeit zu nennen. Kleines eigener Wagen, ein blauer Kombi nicht mehr ganz neuen Datums, stand ein paar Meter weiter die Straße hoch in Richtung Adorf.

Während seine Mitarbeiterin sich ohne viele Worte verabschiedet hatte und nach Korbach weitergefahren war, kamen Kleine und Emde nach wenigen Minuten in Adorf an. Der Hauptkommissar berichtete von den Ergebnissen des Tages. Jetzt bin ich nur noch mit einem Freund auf dem Weg zu einer lokalpolitischen Veranstaltung, dachte er. Kleine hat mehr Ahnung davon, würde federführend zuhören und ihn, Emde, darauf aufmerksam machen, wenn er in der komplizierten Verwaltungssprache etwas heraushören würde, was von Bedeutung sein könnte. Fühlt sich zwischendurch gut an, Verantwortung abgeben zu können. Emde hatte während des Gesprächs mit Döhrenbach am Nachmittag übersehen, dass der ballistische Bericht eingegangen war. Die Kugel, zumindest das, was von ihr übrig geblieben war, war eine .223 mit grain 77, Kaliber 5,56 x 45 mm. Die Standardmunition der Nato, allerdings mit etwas erhöhtem Bumms für größere Distanzen. Lieberknecht war tatsächlich, wie Meistermann vermutet hatte, mit einem Jagdgewehr erschossen worden. Die Experten tippten auf eine Remington 700, ein einfaches, robustes Gewehr, das in Jägerkreisen, aber auch bei Scharfschützen einen ausgezeichneten Ruf besaß und bei verschiedenen Streitkräften im Einsatz war. Keine Informationen jedenfalls, die die Ermittlungen erleichtern würden. Und das wirklich Schlimme daran: Diese Waffe war in Deutschland bei Vorlage der entsprechenden Papiere frei zu erwerben.

Die Ratssitzung, die gewöhnlich im Gemeindezentrum tagte, fand wegen des zu erwartenden großen Zuspruchs in der Dansenberghalle statt, einem Mehrzwecksaal mit dem spröden, schnörkellosen Charme der frühen achtziger Jahre. Mal wurde der Raum als Festsaal genutzt, mal als Kinosaal, mal als Sporthalle, wie der Linoleumboden und die dort aufgebrachten Spielfeldmarkierungen bekundeten, mal für eine Discoveranstaltung, in deren Verlauf dann draußen vor dem Haus hin und wieder mehr Blaulicht flackerte als drinnen durch die Spots und die Discokugel. Der weitläufige Parkplatz davor war einmal im Jahr Schauplatz eines Kram- und Viehmarktes und seit einigen Jahren auch eines sehr erfolgreichen Traktorenkinos, bei dem große und kleinere Traktoren im Kreis aufgestellt wurden und mitunter ganze Familien in den geöffneten Fahrerkabinen saßen und – einem Autokino gleich – einen Film sahen, der meistens ein Kultfilm war, der mit viel PS zu tun hatte. ‚Convoy‘ etwa mit Kris Kristofferson. Jetzt war die Halle eben ein Ratssaal. Der war bereits gut gefüllt. Während die Ratsdamen und -herren der verschiedenen Fraktionen an Tischen saßen, die zu einem offenen Hufeisen zusammengestellt waren, hatten die weiteren Gäste, Zuhörer, Bürger und zwei Journalisten der beiden größten Tageszeitungen in der Region, auf Stühlen mit festmontiertem Klapptischchen Platz genommen wie bei einem Volkshochschulkursus für kreatives Schreiben. Kleine und Emde kamen beinahe als Letzte. Vor der Tür standen nur einige versprengte Besucher, die noch auf die Schnelle eine Zigarette rauchten. Man wusste ja im Vorfeld nie so genau, wie lange so eine Sitzung dauern würde – und gleich der erste Tagesordnungspunkt versprach einen hohen Unterhaltungs- und Empörungswert. Drinnen ergatterten sie noch zwei Stühle – einige Plätze auseinander. Zwar wussten viele in der Gemeinde, dass der Ermittler und der Journalist miteinander befreundet waren. Aber es musste ja nicht sein, dass die Öffentlichkeit so offenkundig mitbekam, wie sie sich während der Sitzung Informationen zukommen ließen. Insgeheim war Emde froh, dass auch Nofri nicht genauer nachgefragt hatte.

Kleine legte sich Block und Kugelschreiber zurecht und überflog kurz die Tagesordnung, die er mitgebracht, die aber auch auf einem kleinen Tisch am Eingang zum Saal bereitgelegen hatte. Etwa zehn Meter von ihm entfernt, vor einer Fensterreihe, saßen die Mitglieder der Fraktion der Grünen. Am Diemelsee waren sie tatsächlich noch als Grüne zu erkennen, gerade so, als würde im nächsten Augenblick ein ehemaliger Außenminister mit Tweedsakko und Turnschuhen einen Amtseid ablegen. Grimmelmann trug eine Cordhose und einen für die Innentemperaturen deutlich zu warmen irischen Aranpullover aus dicker Wolle. Seine Stellvertreterin aus Heringhausen griff gerne zu Batikhalstüchern. Bei den Besuchern registrierte Kleine als ersten Hermann Gröner, den Besitzer des großen Hotels am Diemelsee, eine unübersehbare Erscheinung, ein Mann, der in jedem Film aus den fünfziger Jahren die Rolle des Unternehmers hätte geben können. Nur ohne die damals obligatorische Zigarre. Vor einigen Jahren war er bundesweit in die Schlagzeilen gekommen, weil er den Bau der Drahtseilbrücke quer über den Diemelsee vom Muffertfelsen in luftiger Höhe bis auf das andere Ufer unterstützt hatte. Politisch und mit Geld. Der Diemelsee müsse attraktiver werden, es müssten mehr Gäste in die Region kommen. ‚Action‘ sei die Freizeitdroge schlechthin, die Leute wollten den Kick und so weiter und so weiter, wie Kleine sich noch gut erinnerte. Viele hatten ihm zugehört. Nur wenige mahnende Stimmen gab es, dass es bereits schon andere hehre Großprojekte gab, die in Bausch und Bogen gescheitert waren. Etwa in den achtziger Jahren, als in Rhenegge, einem Ort zwischen Adorf und Heringhausen am Diemelsee, eine Klinik geplant und gebaut wurde. Die Sonnenklinik, so der Name, hatte nie viele Gäste beherbergt. Die Investoren hatten damals einfach zu viel Schwarzwaldklinik im Fernsehen gesehen und gedacht, das Prinzip funktioniere ohne Reibungsverluste auch in ihrer Region. Die Ruinen standen heute noch und wurden gerne von Paintball-Ballernden als Kulisse genutzt – nach einer kurzen und wenig rühmlichen Rolle als Flüchtlingsunterkunft. Den Mahnern schenkte man bei solchen Prunkprojekten kaum Beachtung.

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