Virginia Woolf - Ein Zimmer für sich allein

Здесь есть возможность читать онлайн «Virginia Woolf - Ein Zimmer für sich allein» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ein Zimmer für sich allein: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ein Zimmer für sich allein»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Warum werden eigentlich so übermäßig viele Bücher von Männern geschrieben? Geistige Freiheit hängt von materiellen Dingen ab, betont Virginia Woolf in ihrer großen Streitschrift, einem Schlüsselwerk des Feminismus. Und die hatten Frauen über Jahrhunderte nicht. Jede Frau sollte «fünfhundert Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer» haben. Das ist Unabhängigkeit.
Axel Monte hat den brillanten Essay übersetzt, mit den nötigen Erläuterungen versehen und ein Nachwort beigegeben, das die Lebensumstände Virginia Woolfs beleuchtet und mit Missverständnissen aufräumt. – Mit einer kompakten Biographie der Autorin.

Ein Zimmer für sich allein — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ein Zimmer für sich allein», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

There has fallen a splendid tear

From the passion-flower at the gate.

She is coming, my dove, my dear –

sangen in meinem Blut, als ich geschwind Richtung Headingley17 ausschritt. Und dann sang ich, wo das Wasser vom Wehr aufgewühlt wird, in den anderen Rhythmus wechselnd:

My heart is like a singing bird

Whose nest is in a water’d shoot;

My heart is like an apple tree …

Was für Dichter, rief ich laut, wie man es in der Dämmerung tut, was für Dichter sie doch waren!

In einer Art von Eifersucht, vermute ich, wegen unseres eigenen Zeitalters, fragte ich mich dann, so abwegig und dumm diese Vergleiche auch sein mögen, ob man ehrlicherweise zwei lebende Dichter benennen könnte, die heute so bedeutend sind wie Tennyson und Christina Rossetti damals. Offenbar ist es unmöglich, so dachte ich, in das schäumende Wasser blickend, sie miteinander zu vergleichen. Der eigentliche Grund, warum jene Dichtung bei uns eine solche Begeisterung, ein solches Entzücken hervorruft, liegt darin, dass sie ein Gefühl zelebriert, das wir (etwa bei Mittagsgesellschaften vor dem Krieg) zu haben pflegten, so dass wir leicht und unbeschwert darauf ansprechen, ohne uns damit zu belasten, das Gefühl zu überprüfen oder es mit einem zu vergleichen, das wir gegenwärtig empfinden. Doch die lebenden Dichter geben einem Gefühl Ausdruck, das gerade erst entsteht und sogleich aus uns herausgerissen wird. Man erkennt es anfangs nicht, oft fürchtet man es aus irgendeinem Grund, beobachtet es scharf und vergleicht es eifersüchtig und argwöhnisch mit dem alten Gefühl, das man kannte. Daher rührt die Schwierigkeit der modernen Dichtung, und eben wegen dieser Schwierigkeit kann man sich nicht an mehr als zwei aufeinanderfolgende Zeilen irgendeines guten modernen Dichters erinnern. Aus diesem Grund – weil mich mein Gedächtnis im Stich ließ – erlahmte meine Beweisführung aus Mangel an Belegen. Aber warum, so fuhr ich fort, während ich nach Headingley ging, haben wir aufgehört, bei Mittagsgesellschaften leise zu summen? Warum singt Alfred nicht mehr:

She is coming, my dove, my dear?

Warum antwortet Christina nicht mehr:

My heart is gladder than all these

Because my love is come to me?

Sollen wir dem Krieg die Schuld geben? Konnten die Männer und Frauen, als im August 1914 die Kanonen abgefeuert wurden, einander so deutlich an den Gesichtern ablesen, dass die Romantik getötet worden war? Gewiss bedeutete es einen Schock (besonders für die Frauen mit ihren Illusionen über Bildung und so weiter), die Gesichter unserer Herrscher im Lichte des Granatfeuers zu erblicken. So hässlich sahen sie aus – Deutsche, Engländer, Franzosen –, so töricht. Aber wem oder was auch immer wir die Schuld geben, die Illusion, die Tennyson und Christina Rossetti beflügelte, so leidenschaftlich vom Kommen ihrer Geliebten zu singen, ist heute viel seltener als damals. Man braucht nur einmal zu lesen, zu sehen, zu lauschen, sich zu erinnern. Aber warum von »Schuld« reden? Warum, wenn es eine Illusion war, preisen wir die Katastrophe nicht, welcher Gestalt sie auch immer war, die diese Illusion zerstört und die Wahrheit an ihre Stelle gesetzt hat? Denn die Wahrheit … diese Pünktchen bezeichnen die Stelle, wo ich auf der Suche nach Wahrheit die Abzweigung nach Fernham verpasste. Ja, in der Tat, was war Wahrheit und was war Illusion, fragte ich mich. Wie lautete zum Beispiel die Wahrheit über diese Häuser, jetzt in der Abenddämmerung mit ihren roten Fenstern so schummerig und einladend, aber um neun Uhr in der Früh mit ihren Schnürsenkeln und Süßigkeiten so rauh und rot und ärmlich? Und die Weiden und der Fluss und die Gärten, die sich zum Fluss hinabziehen, jetzt im Nebel, der darüber hinwegzieht, so verschwommen, aber im Sonnenschein rot und golden – was war bei ihnen die Wahrheit, was die Illusion? Ich erspare Ihnen die Drehungen und Wendungen meiner Gedankengänge, denn sie führten auf der Straße nach Headingley zu keinem Ergebnis, und ich bitte Sie, davon auszugehen, dass ich meinen Fehler betreffs der Abzweigung bald bemerkte und meine Schritte wieder Richtung Fernham lenkte.

Da ich bereits gesagt habe, dass es ein Oktobertag war, wage ich es nicht, Ihre Achtung zu verlieren und den guten Ruf der Literatur zu gefährden, indem ich die Jahreszeiten ändere und Flieder, der über die Gartenmauern wallt, Krokusse, Tulpen und andere Frühlingsblumen beschreibe. Literatur muss sich an die Tatsachen halten, und je wahrhaftiger die Tatsachen, desto besser die Literatur – so wird uns gesagt. Daher war es noch immer Herbst und die Blätter noch immer gelb, und sie fielen sogar ein wenig schneller als zuvor, denn es war jetzt Abend (sieben Uhr dreiundzwanzig, um genau zu sein), und eine leichte Brise (aus Südwest, um korrekt zu sein) war aufgekommen. Aber trotz allem war etwas Seltsames am Werk:

My heart is like a singing bird

Whose nest is in a water’d shoot;

My heart is like an apple tree

Whose boughs are bent with thick-setfruit …

Vielleicht waren zum Teil die Worte von Christina Rossetti verantwortlich für das närrische Hirngespinst – es war natürlich nichts als ein Hirngespinst –, dass der Flieder seine Blüten über die Gartenmauer schüttelte und die Zitronenfalter hin und her flatterten und die Luft mit Blütenstaub erfüllt war. Es wehte ein Wind, ich weiß nicht, aus welcher Richtung, aber er hob das junge Laub empor, so dass ein silbergrauer Schimmer in der Luft lag. Es war die Zeit zwischen lichtem Tag und Dämmerung, wenn die Farben an Leuchtkraft gewinnen und Gold und Purpur in den Fensterscheiben auflodern, wie das Pulsieren eines erregbaren Herzens, wenn sich aus irgendeinem Grund die Schönheit der Welt enthüllt und doch so bald wieder dahinschwindet (hier schlüpfte ich in den Garten, denn man hatte das Tor unklugerweise nicht verschlossen, und es schien kein Pedell in der Nähe zu sein); diese Schönheit der Welt, die so bald vergehen muss, besitzt zwei scharfe Schneiden, eine aus Lachen, die andere aus Leid, die einem das Herz entzweireißen. Vor mir lagen im Zwielicht des Frühlings die Gärten von Fernham, wild und offen, und im hohen Gras wuchsen, verstreut und achtlos gesetzt, Narzissen und Hasenglöckchen, wohl auch in den besten Zeiten nicht gepflegt, jetzt aber windzerzaust und schwankend an ihren Wurzeln zerrend. Die Fenster des Gebäudes, gerundet wie Schiffsfenster zwischen hohen Wellen von roten Ziegeln, wechselten unter den schnell dahinziehenden Frühlingswolken von Zitronengelb zu Silber. Jemand lag in einer Hängematte, jemand – doch in diesem Licht waren es alles nur Schemen, halb vermutet, halb gesehen – rannte über den Rasen – würde sie niemand aufhalten? – und dann trat, als wolle sie kurz Luft schnappen und einen Blick auf den Garten werfen, eine gebeugte Gestalt auf die Terrasse, beeindruckend und doch bescheiden, mit ihrer hohen Stirn und ihrem abgetragenen Kleid – könnte es die berühmte Gelehrte, könnte es J*** H**18 persönlich sein? Alles war verschwommen, aber auch überdeutlich, als sei das Tuch, das die Dämmerung über den Garten geworfen hatte, von einem Stern oder Schwert entzweigerissen worden – der Blitz einer schrecklichen Wirklichkeit entsprang, wie es seine Art ist, dem Herzen des Frühlings. Denn Jugend –

Da kam meine Suppe. Das Abendessen wurde im großen Speisesaal serviert. Es war keineswegs Frühling, sondern vielmehr ein Abend im Oktober. Alle hatten sich in dem hohen Speisesaal versammelt. Das Abendessen war bereit. Da kam die Suppe. Es war eine klare Fleischbrühe. Darin befand sich nichts, was die Phantasie anzuregen vermochte. Man hätte durch die klare Flüssigkeit jedes Muster erkennen können, was sich auf dem Teller selbst befunden haben mochte. Aber dort war kein Muster. Der Teller war schmucklos. Als Nächstes folgte Rindfleisch mit dem dazugehörigen Gemüse und Kartoffeln – eine rustikale Dreifaltigkeit, die an Rinderendstücke auf einem morastigen Markt denken ließen, an Rosenkohl mit gelblich gekräuselten Rändern, an Handel und Gefeilsche und an Frauen mit Einkaufsnetzen an einem Montagmorgen. Es bestand kein Anlass, sich über diese alltägliche Nahrung der Menschen zu beklagen, zumal es reichlich davon gab und Bergleute19 bestimmt mit weniger zu Tische saßen. Es folgten Backpflaumen mit Vanillesoße. Und wenn sich jemand beschwert, Backpflaumen seien, selbst durch Vanillesoße gemildert, ein unbarmherziges Gemüse (Obst sind sie keines), zäh wie das Herz eines Geizhalses und eine Flüssigkeit absondernd, wie sie vielleicht durch die Adern von Geizhälsen fließt, die sich seit achtzig Jahren des Weins und der Wärme enthalten und dennoch den Armen nichts gegeben haben, sollte er bedenken, dass es Leute gibt, deren Barmherzigkeit sogar die Backpflaume mit einschließt. Als nächstes kamen Cracker und Käse, und dabei wurde der Krug mit Wasser großzügig herumgereicht, denn es liegt in der Natur der Cracker, trocken zu sein, und diese waren Cracker der reinsten Sorte. Das war alles. Die Mahlzeit war beendet. Alle schoben geräuschvoll ihre Stühle zurück, die Schwingtüren schwangen ungestüm auf und zu, bald hatte man jegliche Anzeichen von Speisen aus dem Saal entfernt, und er wurde zweifelsohne für das Frühstück am nächsten Morgen vorbereitet. Die Jugend Englands zog polternd und singend durch Korridore und die Treppen hinauf. Und stand es einem Gast nun an, einer Fremden (denn ich besaß hier in Fernham nicht mehr Rechte als in Trinity oder Somerville oder Girton oder Newnham oder Christchurch),20 zu sagen: »Das Abendessen war nicht gut«, oder zu sagen (wir saßen jetzt, Mary Seton und ich, in ihrer Wohnstube): »Hätten wir nicht hier oben für uns allein speisen können?«, denn hätte ich etwas dieser Art gesagt, wäre es ein neugieriges Ausforschen der wirtschaftlichen Geheimnisse eines Hauses gewesen, das der Fremden eine so prächtige Fassade aus Frohsinn und Mut präsentierte. Nein, etwas Derartiges konnte man nicht sagen. Ja, die Unterhaltung stockte sogar für einen Augenblick. Da der Mensch nun einmal so beschaffen ist, wie er ist, Herz, Leib und Hirn alle miteinander verbunden und nicht getrennt voneinander untergebracht, so wie es zweifelsohne auch noch in einer Million Jahren der Fall sein wird, ist ein gutes Mahl eine wichtige Grundlage für ein gutes Gespräch. Man kann nicht gut denken, gut lieben oder gut schlafen, wenn man nicht gut gespeist hat. Das Lämpchen an der Wirbelsäule erglüht nicht bei Rindfleisch und Backpflaumen. Wir kommen wahrscheinlich alle in den Himmel, und van Dyck wartet, so hoffen wir, um die nächste Ecke auf uns – so lautet der zweifelhafte und beschränkte Geisteszustand, den Rindfleisch und Backpflaumen am Ende des Tagwerks miteinander erzeugen. Glücklicherweise besaß meine Freundin, die Naturwissenschaft lehrte, ein Schränkchen, in dem sich eine bauchige Flasche und kleine Gläser befanden – (obwohl es zum Auftakt hätte Seezunge und Rebhuhn geben müssen) –, so dass wir in der Lage waren, ans Feuer zu rücken und einige der Mängel der Verpflegung dieses Tages wieder wettzumachen. Binnen kurzem bewegten wir uns frei zwischen allen Gegenständen der Neugier und des Interesses, die einem bei der Abwesenheit einer bestimmten Person in den Sinn kommen und die natürlich erörtert werden, wenn man sich trifft – dass einer geheiratet hat, ein anderer nicht, dass der eine dieses denkt, der andere jenes, dass einer sich völlig unerwartet gut gemacht hat, ein anderer völlig überraschend auf die schiefe Bahn geraten war –, mit all jenen Mutmaßungen über die menschliche Natur und den Charakter dieser erstaunlichen Welt, in der wir leben, die wie von selbst einem solchen Auftakt entspringen. Während diese Dinge besprochen wurden, kam mir jedoch peinlich berührt zu Bewusstsein, dass wie von selbst eine Strömung eingesetzt hatte und alles einem eigenen Ziel entgegentrug. Man mochte über Spanien oder Portugal, über Bücher oder Rennpferde reden, aber das eigentliche Interesse dessen, was gesagt wurde, galt nicht diesen Dingen selbst, sondern dem Bild von Steinmetzen auf einem hohen Dach vor etwa fünfhundert Jahren. Könige und Adlige brachten große Säcke voller Schätze und schütteten sie in die Erde. Dieses Bild lebte in meiner Vorstellung immer wieder auf und gesellte sich zu einem anderen von mageren Kühen, einem morastigen Marktplatz, welkem Gemüse und vertrockneten Herzen alter Männer – diese beiden Bilder, so zusammenhanglos und unverbunden und widersinnig sie waren, erschienen immer wieder gemeinsam und bekämpften sich und hielten mich völlig in ihrem Bann. Damit nicht das ganze Gespräch verdreht wurde, war es am besten, das, was mir im Kopf herumging, der Luft auszusetzen, wodurch es dann mit etwas Glück verschwinden und zerfallen würde wie das Haupt des toten Königs, als man in Windsor seinen Sarg öffnete.21 Daher erzählte ich Miss Seton in aller Kürze von den Steinmetzen, die all die Jahre auf dem Dach der Kirche gewesen waren, und von den Königen und Königinnen und Adligen, die Säcke voller Silber und Gold auf ihren Schultern trugen, das sie in die Erde schaufelten, und wie dann die großen Finanzmagnaten unserer Zeit kamen und – so nehme ich an – Schecks und Wertpapiere darbrachten, wo die anderen Barren und grobe Goldklumpen dargebracht hatten. All das liegt dort unter den Colleges, sagte ich, aber dieses College, in dem wir gerade sitzen, was liegt unter seinen stattlichen roten Ziegeln und dem verwilderten, ungepflegten Rasen des Gartens? Welche Macht steht hinter dem schmucklosen Porzellan, von dem wir gespeist haben, und (hier entfleuchte es meinem Munde, bevor ich es aufhalten konnte) dem Rindfleisch, der Vanillesoße und den Backpflaumen?

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ein Zimmer für sich allein»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ein Zimmer für sich allein» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Ein Zimmer für sich allein»

Обсуждение, отзывы о книге «Ein Zimmer für sich allein» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x