Granit und Syenit von sehr verschiedenem relativen Alter; doch häufig der Granit neueren Ursprunges, den Syenit Bernhard Cotta, Geognosie 1839 S. 273. gangartig durchsetzend: dann also die treibende, hebende Kraft. »Wo der Granit inselförmig als große Masse, als sanft gewölbtes Ellipsoid auftritt: sei es am Harz, oder in Mysore, oder im unteren Peru; da ist er mit in Blöcke zersprengten Schalen bedeckt. Ein solches Felsen-Meer verdankt wahrscheinlich seinen Ursprung einer Zusammenziehung der anfänglich mit großer Ausdehnung aufsteigenden Oberfläche des Granitgewölbes.« Leop. von Buch über Granit und Gneuß in den Abhandl. der Berl. Akad. aus dem J. 1842 S. 60. Auch im nördlichen Asien In dem mauerartig aufsteigenden und in parallele schmale Bänke getheilten Granit des Kolivaner Sees sind Feldspath und Albit vorherrschend, Titanit-Krystalle selten; Humboldt , Asie centrale T. I. p. 295; Gustav Rose, Reise nach dem Ural Bd. I. S. 524.: in der reizenden, romantischen Umgebung des Kolivan-Sees am nordwestlichen Abhange des Altai, wie am Abfall der Küstenkette von Caracas bei las Trincheras Humboldt , Relation historique T. II. p. 99. habe ich Abtheilung des Granits in Bänken gesehen, die wohl ähnlichen Zusammenziehungen ihren Ursprung verdanken, aber tief in das Innere einzudringen scheinen. Weiter im Süden vom See Kolivan, gegen die Grenze der chinesischen Provinz Ili hin (zwischen Buchtarminsk und dem Flusse Narym), sind die Gestaltungen des ganz ohne Gneiß auftretenden Eruptions-Gesteins auffallender, als ich sie in irgend einem Erdtheile gesehen. Der Granit, an der Oberfläche immer schalig und durch tafelförmige Absonderung charakterisirt, steigt in der Steppe bald in kleinen, kaum 6 bis 8 Fuß hohen, halbkugelförmigen Hügeln; bald in basalt-ähnlichen Kuppen auf, die am Fuße zu zwei entgegengesetzten Seiten wie in schmale mauerförmige Ergießungen ausgehen. S. die Abbildung des Biri-tau, den ich von der Südseite gezeichnet, wo Kirghisen-Zelte standen, in Rose Bd. I. S. 584. – Ueber Granitkugeln mit schalig abgesonderten Stücken s. Humboldt , Rel. hist. T. II. p. 597 und Essai géogn. sur le Gisement des Roches p. 78. In den Cataracten des Orinoco, wie am Fichtelgebirge (Seißen), in Galicien, und zwischen der Südsee und der Hochebene von Mexico (an dem Papagallo) habe ich den Granit in großen abgeplatteten Kugeln gesehen, die wie Basalt sich in concentrisch abgesonderte Stücke spalten. Im Irtysch-Thale zwischen Buchtarminsk und Ust-Kamenogorsk bedeckt der Granit eine Meile lang den Uebergangs-Thonschiefer Humboldt , Asie centrale T. I. p. 299–311, und die Zeichnungen in Rose’s Reise Bd. I. S. 611: in welchen man die von Leopold von Buch als charakteristisch bezeichnete Krümmung der Granitschalen wiederfindet.; und dringt in denselben von oben in schmalen, vielgetheilten, sich auskeilenden Gängen ein. Ich habe diese Einzelheiten beispielsweise nur deshalb angeführt, um an einer weit verbreiteten Gebirgsart den individuellen Charakter der Eruptions-Gesteine zu bezeichnen. So wie der Granit in Sibirien und im Departement de Finisterre (Ile de Mihau) den Schiefer, so bedeckt er in den Bergen von Oisons (Fermonts) den Jura-Kalkstein, in Sachsen bei Weinböhla den Syenit und mittelst dieses Gesteins die Kreide Diese merkwürdige Auslagerung wurde zuerst beschrieben von Weiß in Karsten’s Archiv für Bergbau und Hüttenwesen Bd. XVI. 1827 S. 5.. Im Ural bei Mursinsk ist der Granit drusig; und diese Drusen sind, wie bei Spalten und Drusen neuer vulkanischer Erzeugnisse, der plutonische Sitz vieler prachtvollen Krystalle, besonders von Beryllen und Topasen.
Quarz-Porphyre , den Lagerungsverhältnissen nach oft gangförmiger Natur. Die sogenannte Grundmasse ist meist ein feinkörniges Gemenge derselben Elemente, welche als größere eingewachsene Krystalle auftreten. Im granitartigen Porphyr , der sehr arm an Quarz ist, wird die feldspathartige Grundmasse fast körnig blättrig. Dufrénoy et Élie de Beaumont, Géologie de la France T. I. p. 130.
Grünsteine , Diorite, körnige Gemenge von weißem Albit und schwärzlich-grüner Hornblende, zu Diorit-Porphyren gestaltet, wenn eine Grundmasse von dichterem Gewebe vorhanden ist, in der die Krystalle ausgeschieden liegen. Diese Grünsteine: bald rein, bald durch Diallage-Blätter, die sie einschließen (Fichtelgebirge), in Serpentin übergehend, sind bisweilen lagerartig auf den alten Schichtungsklüften des grünen Thonschiefers in diesen eingedrungen; öfters aber durchsetzen sie gangartig das Gestein, oder erscheinen als Grünstein-Kugeln, ganz den Basalt und Porphyr-Kugeln analog. Eine wichtige Rolle spielen diese eingelagerten Diorite bei Steben in dem Nailaer Bergrevier: in einer Gegend, an welche, so lange ich dort im vorigen Jahrhundert mit der Vorrichtung des Grubenbaues beschäftigt war, die frohesten Erinnerungen meines Jugendalters geknüpft sind. Vergl. Friedr. Hoffmann in Poggendorff’s Annalen Bd. XVI. S. 558.
Hypersthen-Fels , ein körniges Gemenge von Labrador und Hypersthen.
Euphotid und Serpentin, statt des Diallags bisweilen Augit-und Uralit-Krystalle enthaltend und so einem anderen häufigeren, und ich möchte sagen noch thätigeren Eruptions-Gestein, dem Augit-Porphyr, nahe verwandt. Im südlichen und Baschkiren-Ural: Rose, Reise Bd. II. S. 171.
Melaphyr , Augit -, Uralit - und Oligoklas-Porphyre . Zu letzteren gehört der als Kunstmaterial so berühmte ächte Verde antico.
Basalt mit Olivin und in Säuren gelatinirenden Bestandtheilen, Phonolith (Porphyrschiefer), Trachyt und Dolerit ; das zweite dieser Gesteine immer, das erste nur theilweise in dünne Tafeln gespalten: was beiden auf großen Strecken das Ansehen der Schichtung giebt. In der Zusammensetzung und dem innigen Gewebe des Basalts bilden, nach Girard, Mesotyp und Nephelin einen wichtigen Theil. Der Nephelin-Gehalt des Basaltes mahnt den Geognosten an den, mit Granit verwechselten, bisweilen zirkonhaltigen Miascit des Ilmen-Gebirges im Ural G. Rose, Reise nach dem Ural Bd. II. S. 47–52. Ueber Identität des Eläoliths und Nephelins (in letzterem ist der Kalkgehalt etwas größer) s. Scheerer in Poggend. Annalen Bd. XLIX. S. 359–381., wie an den von Gumprecht aufgefundenen Pyroxen-Nephelin bei Löbau und Chemnitz.
Zu der zweiten Classe der Entstehungsformen , dem Sediment-Gestein , gehört der größere Theil der Formationen, welche man unter den alten, systematischen, aber nicht gar correcten Benennungen von Uebergangs -, Flöz - oder Secundär - und Tertiär-Formationen begreift. Wenn das Eruptions-Gestein nicht seinen hebenden , und bei gleichzeitigem Erbeben der Erde seinen erschütternden Einfluß auf diese Sedimentbildungen ausgeübt hätte, so würde die Oberfläche unsres Planeten aus gleichförmig horizontal über einander gelagerten Schichten bestehn. Von allen Gebirgszügen entblößt, an deren Abhang im Pflanzenwuchse und in den Abstufungen der Arten sich die Scale verminderter Luftwärme malerisch abspiegelt; nur hier und da durch Erosionsthäler gefurcht, oder durch kleine Anhäufungen von Schuttland , als Wirkung der schwach bewegten süßen Wasser, zu sanften Wellen geunebnet: würden die Continente von Pol zu Pol, unter allen Himmelsstrichen, das traurig einförmige Bild der südamerikanischen Llanos oder der nordasiatischen Steppen darbieten. Wie in dem größeren Theile von diesen, würden wir das Himmelsgewölbe auf der Ebene ruhen, und die Gestirne aufsteigen sehen, als erhöben sie sich aus dem Schooße des Meeres. Ein solcher Zustand der Dinge kann aber auch in der Vorwelt wohl nie von beträchtlicher Dauer und von räumlicher Allgemeinheit gewesen sein, da die unterirdischen Mächte ihn in allen Natur-Epochen zu verändern strebten.
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