Die gesprochene Sprache im Gegensatz zur intuitiven Sprache
Intuitive Kommunikation hat mit der linearen, gesprochenen Kommunikation, die auf Wörter aufgebaut ist und die wir als wahre Kommunikation ansehen, nicht viel gemeinsam. Zum einen lassen sich ganze Erlebnisse und Lebensgeschichten durch intuitive Kommunikation in einer Nanosekunde vermitteln. Wenn ich einen Hund aus dem Tierheim intuitiv bitte, mir etwas aus seiner Vergangenheit zu berichten, erhalte ich häufig sofort einen Download an Informationen über sein frühes Leben als Welpe: Zu wem er kam, wie seine ersten Besitzer ihn behandelten, welche Gefühle er für sie hegte, wie seine früheren Zuhause und Menschen aussahen und warum er im Tierheim gelandet ist.
Ein weiterer Unterschied ist, dass man das aus der Ferne tun kann. Man braucht nicht mit einem Tier zusammen zu sein, um mit ihm intuitiv zu kommunizieren. Das weiß ich aus meinen eigenen jahrelangen Erfahrungen mit Tieren, die ich mit jedem anderen Tierkommunikator teile, den ich kenne. Der Forscher Ronald Rose 3hat dieselbe Fähigkeit bei den Ureinwohnern Australiens festgestellt. In den 1950er Jahren lebte er sieben Jahre unter den Aborigines in Australien, wo er ihre intuitiven Fähigkeiten untersuchte und dokumentierte. Wie Rose herausfand, konnten die von ihm erforschten Ureinwohner Informationen über große Entfernungen senden und empfangen. In einer prä-technologischen Kultur wie die der Aborigines, in der es keine Form der Fernkommunikation gab und Stämme durch viele Meilen voneinander entfernt waren, ist es sinnvoll, davon auszugehen, dass die Menschen eine hoch entwickelte Fähigkeit zur intuitiven Kommunikation besaßen. Meistens hatten die Informationen, die die Aborigines erhielten, mit der Krankheit oder dem Tod eines Verwandten zu tun, und ein großer Teil der Daten wurde von Zeugen außerhalb des Stammes - wie zum Beispiel von Missionaren oder Viehranchern - bestätigt. Interessanterweise empfingen die Ureinwohner diese Informationen manchmal, indem sie mit einem Totemtier sprachen, statt direkt mentalen Kontakt mit einem anderen Menschen aufzunehmen.
Ein abschließender Unterschied zwischen intuitiver und verbaler Kommunikation ist, dass intuitive Kommunikation lineare Zeiten überschreiten kann. Man kann zum Beispiel mit der Seele eines verstorbenen Tieres sprechen und trotzdem korrekte Informationen über das Tier erhalten. Meine Teilnehmerin Lori Ammerman hat dies nach dem Lesen meines ersten Buchs Lautlose Sprache herausgefunden. In diesem Buch mache ich den Vorschlag, dass Leser versuchen, intuitiv mit meinen Tieren - unter ihnen mein Pferd Dylan, der noch lebte, als ich 2003 das Buch geschrieben habe - zu kommunizieren. Als Lori 2007 mit Dylan Verbindung aufnahm, spürte sie eine überwältigende Traurigkeit. Dann kam ihr der Gedanke, Dylan sei gestorben, was auch tatsächlich kurz davor geschehen war. Das konnte sie nur durch ihre Intuition wissen. Man kann also sogar nach dem Tod eines Tieres Kontakt zu ihm herstellen und Informationen über das Tier erhalten, da man bei der intuitiven Kommunikation mit dem höheren Selbst oder der Seele des Tieres Verbindung aufnimmt.
In Kapitel 2 erkläre ich zwar im Detail, wie Sie intuitiv mit Tieren kommunizieren können, doch der Grundprozess lässt sich leicht beschreiben. Man versendet Informationen, indem man sie entweder laut ausspricht, eine Mitteilung denkt oder aber dem Tier ein Gefühl oder ein Bild schickt. Vergessen Sie nicht, dass Tiere darin echte Meister sind! Sie können sicher sein, dass das Tier empfängt, was Sie ihm senden. Um Informationen zu erhalten, müssen Sie mit dem Tier mental und emotional Verbindung aufnehmen und dann auf jeden intuitiven Eindruck achten, der in Ihrem Bewusstsein auftaucht. Am besten ist es, diese Eindrücke aufzuschreiben, sobald Sie sie wahrnehmen, da es manchmal schwierig ist, sich hinterher an sie zu erinnern. Auch wenn dieser Prozess einfach klingt, täuscht das. Wie die meisten Leute feststellen, versucht ihr Verstand, den Prozess zu steuern, und bemüht sich, die »richtigen« oder plausibleren Antworten auszuwählen, wodurch die Intuition wirksam ausgeschaltet wird. Durch Übung lernen Sie, Ihren rationalen Verstand zu überlisten und sich stattdessen auf den Informationsfluss zu konzentrieren, der Ihnen intuitiv kommt.
Wissenschaftliche Untersuchungen über die intuitive Kommunikation
Wie ist intuitive Kommunikation überhaupt möglich? Die besten Antworten auf diese Frage kommen aus der Quantenphysik. Einige der herausragenden Analysen der Forschungsarbeit auf diesem Gebiet wurden von Lynne McTaggart 4durchgeführt. In ihrem jüngsten Buch The Intention Experiment untersucht sie die Arbeit der wichtigsten Forscher und Experimente, die zu den heutigen Theorien darüber, wie unsere Welt funktioniert und wie intuitive Kommunikation möglich sein kann, beigesteuert haben. Ich möchte McTaggarts Forschungsergebnisse zusammenfassen, aber auch wenn mein Physiklehrer auf dem College früher ein Rockstar war, war ich in Physik noch nie besonders gut.
Die Theorien der Quantenphysik unterscheiden sich stark von den akzeptierten Theorien der Physik Newtons. Quantenphysiker gehen davon aus, dass das Universum kein Ort ist, an dem sich alle Objekte gemäß fixer Regeln der Bewegung und Zeit in einem dreidimensionalen Raum bewegen. Stattdessen entspricht das Universum eher einem einzigen Organismus aus miteinander verbundenen Energiefeldern, der sich in einem Zustand ständiger Weiterentstehung befindet. Dieses kontinuierlich vernetzte Energiefeld wird das Nullpunktfeld genannt, da selbst noch bei Temperaturen auf dem Nullpunkt, bei denen keine Bewegung zu erwarten wäre, winzige Fluktuationen von Teilchen erkennbar sind. Diese konstanten Fluktuationen und Bewegungen sind Verschränkungen. Physiker gehen davon aus, dass die Aktivitäten des Nullpunktfelds sämtliche Teilchen und Materie im gesamten Universum gleichermaßen beeinflussen. Anders ausgedrückt: Wir sind durch dieses Energiefeld alle miteinander verbunden - wir sind alle eins, wir sind alle miteinander vernetzt.
Durch diese ständige Verbundenheit und Energievernetzung stehen wir mit allen Lebewesen und Dingen des Universums ständig in Kontakt. Unter Anwendung unserer Willenskraft können wir uns auf jeden und alles konzentrieren, Verbindung aufnehmen und kommunizieren. McTaggart schreibt über die Bedeutung dieser Theorie 5:
Wenn sämtliche Materie im Universum mit dem Nullpunktfeld interagieren würde, dann würde das ganz einfach bedeuten, dass alle Materie durch Quantenwellen im gesamten Kosmos miteinander verbunden und möglicherweise auch vernetzt wäre. Und wenn wir und der ganze leere Raum eine Masse der Vernetzungen sind, dann müssen wir unsichtbare Verbindungen mit Dingen aufnehmen, die von uns selbst entfernt sind. Die Bestätigung der Existenz des Nullpunktfelds und der Vernetzung bietet eine logische Erklärung dafür, warum Signale, die durch die Macht der Gedanken gesendet werden, von jemandem aufgegriffen werden können, der viele Meilen weit weg ist.
Ein anderer wichtiger Forscher, der sich mit der Existenz der intuitiven Kommunikation beschäftigt hat, ist Cleave Backster 6, ein Spezialist für Lügendetektoren, der herausgefunden hat, dass lebende Organismen lesen und auf menschliche Gedanken reagieren können. Seine Arbeit beinhaltet einige der umfassendsten Experimente, die vorgenommen wurden, um die Existenz der Telepathie zwischen verschiedenen Arten nachzuweisen. Die meisten wurden jedoch seltsamerweise an Pflanzen und wirbellosen Tieren durchgeführt. Backster stieß eines Tages im Jahr 1966 zufällig auf seine Entdeckung, als er den Lügendetektor aus reiner Neugier an seinen Drachenbaum anschloss. Ein Lügendetektor misst die Steigerungen und Verringerungen des elektrischen Widerstands. Der gesteigerte Widerstand an einem Menschen deutet auf Stress hin, der entsteht, wenn man lügt. Backster goss die Pflanze und setzte die Elektroden dann auf mehrere aufeinanderliegende Blätter, um zu sehen, ob es Veränderungen im Widerstand gab, wenn das Wasser die Blätter erreichte. Er erwartete einen Aufwärtstrend in den Kurven, der einer Verringerung des elektrischen Widerstands in der Pflanze bei stärkerer Feuchtigkeit entsprach. Stattdessen bemerkte er einen Abwärtstrend und einen kurzen Zacken, was einer menschlichen Stressreaktion entsprach. Er ging davon aus, eine emotionale Reaktion von der Pflanze erhalten zu haben 7. Als weiteren Test beschloss er, etwas zu finden, was eine sofortige dramatische Reaktion in der Pflanze hervorrufen würde. Er versuchte, ein Blatt der Pflanze in seine Kaffeetasse zu halten, erreichte dadurch jedoch keine Reaktion. Backster wurde klar, dass er etwas Dramatischeres tun müsste. So dachte er daran, ein Streichholz zu holen und das Blatt zu verbrennen. In dem Augenblick, in dem er das dachte, schlug der Zeiger des Lügendetektors nach oben aus und wäre fast über den Rand hinausgeschossen. Die Pflanze hatte auf seinen Gedanken, ein Blatt zu verbrennen, reagiert.
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