Matthias Beck - Krebs

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Statistisch trifft es jeden Vierten –dennoch wirft die Diagnose „Krebs“ die Betroffenen auf sich selbst zurück. Der Umgang mit dieser Extremsituation ist so unterschiedlich wie die Menschen, für viele stellt sich die existenzielle Frage: Warum ich? Der Theologe und Mediziner Matthias Beck nähert sich dem Thema Krebs auf vielschichtige Weise an. Eine Therapie muss mehr bekämpfen als nur die körperlichen Symptome. Für ihn entscheidend ist, sich begleitend offen mit dieser Sinnfrage auseinanderzusetzen, um auch seelisch zu gesunden. Das kann, aber muss nicht zwingend eine spirituelle „Suche nach dem letzten Grund“ einschließen.

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Die Medizin spricht hier von „personalisierter Medizin“. Korrekter wäre es allerdings, zunächst nur von „individualisierter Medizin“, „zielgerichteter Medizin“ oder „Präzisionsmedizin“ zu sprechen. Denn es wird versucht, auf Basis einer Genanalyse eine auf diesen einen Patienten mit seinem individuellen Genom zugeschnittene und maßgeschneiderte Medizin zu entwickeln. Das hat durchaus Sinn. Diese Zugangsweise, die die genetische Ausstattung des Einzelnen in den Blick nimmt, ist aber gerade keine „personale“ oder „personalisierte Medizin“. Denn sie betrachtet nicht die ganze menschliche Person 4in ihren Bezügen zur Umwelt, zu den Mitmenschen oder zum Innenleben des Einzelnen. Erst wenn die ganze Person in ihrer Vieldimensionalität in den Blick kommt, kann man von „personalisierter Medizin“ sprechen.

Dieser Person-Charakter ist es, der den Einzelnen als ganz eigenständigen und einmaligen Menschen auszeichnet. Die menschliche Person ist mehr als das individuelle Genom: Es geht beim Person-Sein vor allem um die Beziehung des Menschen zu sich selbst, zu den anderen, zur Welt sowie seinem Stehen im Gesamthorizont des Seins. Deshalb kommen hier Geisteswissenschaften wie Philosophie und Theologie ins Spiel. Denn sie reflektieren unter anderem Fragen nach dem menschlichen Geist mit seinem Selbstbewusstsein, nach seinem Du als Gegenüber oder ganz allgemein nach dem Sinn des Lebens, nach der Bedeutung von Ereignissen, von Endlichkeit, Leid und Krankheit.

Die Geisteswissenschaften wenden sich den individuellen Biografien zu mit der Frage, wie der Einzelne seine einmalige Identität findet, seine Wahrheit, seine ganz eigene Berufung. Diese kann nicht in der gleichen Gestalt erneut auftreten oder im Experiment nachgebildet werden, der Verlauf kann auch nicht vorhergesagt werden. Kurzum: Eine moderne Medizin steht aufgrund neuester Erkenntnisse vor der Herausforderung, das Verallgemeinerbare sowie das Einzelne und Unvergleichliche zusammenzudenken. Dazu braucht es eine neue Wissenschaftstheorie, die beides verbindet.

Philosophie und Theologie versuchen über die naturwissenschaftlichen Erklärungen hinaus die Phänomene dieser Welt zu verstehen . Bisherige Modelle der naturwissenschaftlichen Medizin wollten Krankheiten vor allem erklären . Der Theologe und Philosoph Wilhelm Dilthey hat diesen Unterschied von „Erklären“ und „Verstehen“ ausführlich beschrieben. 5Naturwissenschaften und auch die naturwissenschaftliche Medizin versuchen, Theorien über die Wirklichkeit und über Krankheiten aufzustellen und diese dann durch Experimente zu bestätigen. Sie wollen Einzelaspekte der Wirklichkeit in ihrer Kausalität erklären, um die Erkenntnisse in allgemeine Gesetze zu fassen. So können Krankheiten genauer erforscht und Therapien entwickelt werden. Der Vorteil ist die Verallgemeinerbarkeit, der Nachteil die Gefahr der Vernachlässigung des Einzelnen.

Psychologie, Psychosomatik, Psychoonkologie und Psychoneuroimmunologie betrachten bereits die Biografie des Erkrankten mit seinen Ängsten, Prägungen, zwischenmenschlichen Beziehungen, Gefühlen, Erleben oder auch bestimmten Charaktereigenschaften. Diese Einzelbiografien werden nach wissenschaftlichen Parametern mit anderen verglichen. In der Psychoonkologie versucht man so herauszufinden, ob bei verschiedenen Individuen bestimmte Lebensgewohnheiten, Charaktereigenschaften, Ängste oder andere innerseelische Vorgänge vermehrt zu Krebserkrankungen führen. Es geht dabei um eine Verallgemeinerung des Individuellen.

Philosophie und Theologie wenden sich in diesem Kontext ganz dem Einzelnen in seiner Unvergleichbarkeit und Personalität zu. Phänomene wie Individualität, Subjektivität, Personalität und Intentionalität (Zielgerichtetheit), Einmaligkeit, Liebe, Vertrauen, Treue sowie Fragen nach dem Absoluten und nach Gott werden reflektiert. Aus rein naturwissenschaftlicher Sicht sind diese Zugänge – weil sie nicht messbar und nicht im Experiment wiederholbar sind – in diesem Sinne nicht existent. Nimmt man sie jedoch aus dem wissenschaftlichen Diskurs heraus, kann man den Menschen nicht in seiner Ganzheit erfassen. Gerade für eine moderne „personalisierte Medizin“ geht es um die Hereinnahme dieser ganz individuellen Aspekte menschlichen Lebens.

Denn um die komplexen Phänomene von Krankheiten zu erfassen, bedarf es gerade heute einer komplementären Zugangsweise aus Geistes- und Naturwissenschaften sowie einer transdisziplinären Forschung, die von Anfang an die Fächer miteinander verknüpft. Denn der Mensch ragt durch seine Geistexistenz über die Erkenntnisse der Naturwissenschaft hinaus. Er ist immer schon – wie es der Philosoph Hegel formuliert hat – als Wesen des Geistes über die Endlichkeit hinaus. Er kann das Relative und Endliche nur deshalb als relativ und endlich erkennen, weil er schon im Raum des Absoluten steht. Allein, was oder wer dieses Absolute ist, kann er nicht genau wissen. Daher stellt der Mensch Fragen nach diesem Absoluten, nach dem Sinn seines Lebens, nach dem Sinn der Welt, er fragt nach den letzten Gründen des Seins. Schon die Frage „Warum gerade ich?“ übersteigt den naturwissenschaftlichen Zugang.

Zur Beantwortung derartiger Fragen müssen Erkenntnisse der Medizin, Psychologie, Philosophie, Theologie, Spiritualität integrativ zusammengedacht werden.

Über die wissenschaftliche Bedeutung hinaus gibt es so für den Patienten die Chance, angesichts einer schweren Erkrankung tiefer über sein eigenes Leben nachzudenken. Dies ist oft ein langer Weg. Er beginnt mit der ersten Auseinandersetzung über eine Diagnose. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, durchläuft der Einzelne verschiedene Stadien der Verarbeitung: Nicht-wahrhaben-Wollen, Ablehnung, Zorn, Auflehnung, Hadern mit dem Schicksal, Hadern mit Gott, Verhandeln, letztlich Annahme der Krankheit. 6

Die Auseinandersetzung mit einer Krebserkrankung wird individuell unterschiedlich ausfallen: Manch einer wird die Krankheit als rein naturwissenschaftliches Geschehen ansehen und nicht weiter nachfragen. Er unterzieht sich einer Therapie mit Operation, Bestrahlung oder Medikamenten. Manch anderer sieht die Krankheit als schicksalhaft an, gegen die man sowieso nichts tun kann. Andere wiederum fragen nach, ob eine solche Erkrankung mit ihrem Leben zu tun haben könnte. Das kann auf mehreren Ebenen geschehen: auf der psychologischen mit Fragen nach ungelösten Konflikten, zwischenmenschlichen Problemen oder Ängsten, aber auch auf einer tieferen geistiggeistlich spirituellen Ebene. Auch Fragen nach persönlicher Schuld tauchen auf. Schließlich suchen Menschen danach, ob sie durch Erkenntnis und Lebensumstellungen etwas zur Heilung oder zum Stillstand einer Erkrankung beitragen können.

Zusammengefasst: Die Zugänge von Naturwissenschaften, Medizin, Psychologie, Philosophie und Theologie zur Interpretation der Welt sind von ihrer Methode her verschieden. Sie sind zu unterscheiden, aber nicht zu trennen. Sie sollten in einer modernen Medizin miteinander transdisziplinär ins Gespräch gebracht werden. Das gilt für Fragen der Ethik in der Medizin, aber auch für die Interpretation von Krankheiten. Das Verallgemeinerbare und das je Individuelle müssen zusammengedacht werden.

Angesichts neuester Erkenntnisse der Medizin schwindet der klare Gegensatz zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, zwischen Erklären und Verstehen. Das ist für die Wissenschaft von großer Bedeutung und hat auch für den Kranken positive Folgen. Denn je mehr die Wissenschaft über diese Zusammenhänge weiß, desto größer sind für den Einzelnen die Chancen, seine Krankheit besser zu verstehen. Er kann präventiv durch eine bestimmte Lebensführung an der Verhinderung des Ausbruchs einer Krankheit mitarbeiten oder bei einer eingetretenen Erkrankung an seiner Heilung mitwirken.

2. Die ordnenden Kräfte – Genetik und Epigenetik

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