Eine Erfahrung, die fast alle an Krebs Erkrankten teilen, ist das Gefühl, aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein - und zwar auf einer sehr grundlegenden Ebene. Wenn man sich die vielen winzigen Mikrotumore und entarteten Zellen vor Augen hält, die jede und jeder von uns in sich trägt, ohne zwangsläufig an Krebs zu erkranken, dann ist an diesem Gefühl mit Sicherheit etwas dran und eine umfassende, ganzheitliche Balance scheint mehr als nur erstrebenswert, sondern sogar lebenswichtig.
Wir haben die Wahl, was wir essen und wie wir unser Leben leben.
Nützen wir diese Chance, um uns vor Krebs zu schützen!
Die Ursache für Krebs liegt zumeist im Innersten der Zelle, in ihrer DNA. Denn in jeder Zelle unseres Körpers befinden sich Gene für die Entstehung einer Krebszelle, sogenannte Onkogene. Nur werden diese normalerweise nicht aktiviert. Falls doch, werden andere Gene mobilisiert, um sie in Schach zu halten, die Tumorsuppressorgene.
Solche Schäden an der DNA können durch toxische Substanzen verursacht werden, sogenannte Karzinogene in Nahrung oder Umwelt, Strahlung - sowohl UV-Strahlung (Hautkrebs) als auch radioaktive Strahlung, durch bestimmte Viren (z. B. HPV - Humanes Papilloma Virus, das zu Gebärmutterhalskrebs führen kann), aber auch durch körpereigene Hormone (wie bei bestimmten Formen des Brust- oder Prostatakrebses). Karzinogene, welche die Struktur der DNA verändern können, werden genotoxisch genannt. Andere, die das nicht können, fördern dafür das Tumorwachstum und werden als Promotoren bezeichnet.
Begünstigt wird die Entstehung von Krebs zum einen durch ungesunden Lebensstil -falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen - und zum anderen durch familiäre Belastung, also genetische Defekte.
Was unterscheidet die Krebszelle von der gesunden?
Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen, indem sie sich unkontrolliert teilen, vermehren und vergrößern. Denn sie wachsen, ohne dass sie dafür einen Auslöser brauchen. Und sie reagieren auch nicht auf andere Signale, die sie daran hindern könnten. Daher haben sie ein unbegrenztes Wachstumspotenzial.
Während normalerweise eine Zelle, die nicht in Ordnung ist, unter anderem dadurch unschädlich gemacht wird, indem ein Selbstzerstörungsprogramm aktiviert wird, welches als sogenanntes Apoptose-Gen fix in die Erbsubstanz, die DNA jeder Zelle eingebaut ist, hat die Krebszelle keinen programmierten Zelltod in Form von Apoptose.
Krebszellen haben darüber hinaus die Fähigkeit, die Bildung neuer Blutgefäße anzuregen, was in normalem Narbengewebe beispielsweise nicht möglich ist.
Die gefährlichste ihrer Eigenschaften ist allerdings, dass sie in anderes Gewebe hineinwachsen, in die Ferne auswandern und Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden können.
Einem ungeheuer effizienten Netzwerk an Regulations- und Reparaturmechanismen in unserem Organismus ist es zu verdanken, dass nicht jede missratene Zelle im Körper automatisch zu einer Krebserkrankung führt. Die Wissenschaft ist sich darin einig, dass es in jedem Fall von tatsächlichem Krebs mindestens zwei, drei oder mehrere genetische Veränderungen in der Tumorzelle geben muss, damit sie sich der Kontrolle entziehen kann. Genau hier setzt die Ernährung an als Chance, sich gegen die Entstehung, Ausbreitung oder Rückkehr von Krebs wirksam zu schützen.
Chronische Entzündung - Silent Inflammation und oxidativer Stress
Entzündungen sind eine natürliche Reaktion des Organismus auf Infektionen und Verletzungen und wichtiger Teil des Heilungsprozesses. Aber zu viele und vor allem dauerhafte Entzündungen sind ungesund und schädigen Zellen auf der genetischen Ebene, wodurch das Risiko für Krebs und andere chronische Erkrankungen steigt. Silent Inflammation hat sich als Bezeichnung dafür durchgesetzt, dass diese Entzündungen selten klinisch manifest werden, sich weder in erhöhten Entzündungswerten bei der Blutuntersuchung noch in Form handfester Symptome wie Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Fieber festmachen lassen, also still verlaufen. Diese Form der dauerhaften Belastung für das Immunsystem führt über vermehrte Oxidation und Freisetzung von freien Radikalen zu einer Situation, die den Körper stresst und daher oxidativer Stress genannt wird.
Oxidation und freie Radikale sind zwar nicht von vornherein böse, sondern unter anderem wichtige Elemente der Energiegewinnung in den Mitochondrien unserer Zellen. Auch bei der Immunabwehr helfen freie Radikale mit, indem sie Krankheitserreger zerstören. Wenn ihre Konzentration im Gewebe allerdings zu hoch wird, weil der natürliche Ausgleich durch Antioxidantien fehlt, dann nehmen sie überhand und die natürliche Balance des Stoffwechsels in den Zellen gerät in Gefahr.
Auslöser für oxidativen Stress können sein:
•Stress
•Rauchen
•Alkohol- und Drogenmissbrauch
•Medikamente wie Antibiotika, Zytostatika oder Hormonpräparate
•Smog, Autoabgase, Luftverschmutzung
•Strahlenbelastung (UV-, Röntgenstrahlen etc.)
•Umweltgifte
•Übergewicht
Übergewicht als Risikofaktor für Krebs
Weil Fettzellen im Gegensatz zu anderen Zellen permanent Entzündungsbotenstoffe, sogenannte Zytokine, produzieren und freisetzen, ist das Immunsystem von übergewichtigen Menschen einem höheren oxidativen Stress ausgesetzt, eine Silent Inflammation kann die Folge sein, das Krebsrisiko steigt. Die Internationale Krebsforschungsagentur bestätigte in ihrem Bericht von 2016, dass Adipositas (starkes Übergewicht) zu tiefgreifenden Veränderungen in Stoffwechsel und Hormonhaushalt führt, die das sensible Zusammenspiel von Sexualhormonen, Insulin und diversen Zytokinen empfindlich stören. Außerdem wurde festgestellt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß des Übergewichts und der Erhöhung des Risikos für bestimmte Krebsarten besteht, was für Darmkrebs, postmenopausalen Brustkrebs, Magen-, Leber-, Gallenblasen-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebs sowie eine häufige Form von Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom des Ösophagus) eindeutig bestätigt werden konnte. Für Letztgenanntes ist das Risiko bei einem BMI über 40 auf das beinahe Fünffache erhöht. In den USA, so schätzt man, sind jährlich 117.000 Krebserkrankungen auf exzessives Übergewicht zurückzuführen.
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