Vera Nentwich - Wunschleben

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"Was macht mich aus?"
Diese Frage stellen wir Frauen uns immer wieder aufs Neue.
Für Anja sind solche Gedanken von zentraler Bedeutung, denn sie ist eine Transgender-Frau, geboren im falschen Körper. Nach der schmerzlichen OP, endlich im richtigen Körper angekommen, lebt sie jedoch sehr zurückgezogen und unsicher. Bis die lebensfrohe Bettina in ihr monotones Dasein tritt. Kaffeeklatsch, Mode shoppen, Männer anflirten – für Bettina kein Problem. Es wäre doch gelacht, wenn Anja das nicht lernen könnte! Und weil kein Meister je vom Himmel gefallen ist, hilft nur üben, üben und nochmals üben.
Vera Nentwich, weiß genau worüber sie schreibt, denn sie hat selbst diese Erfahrung gemacht. Ihre Geschichte ist ein Mutmacher-Roman für unabhängige Frauen und solche, die es werden wollen. Denn neben Fragen wie «Kaufe ich diese High-Heels?» und «Soll ich dieses Stück Kuchen noch essen?», beschäftigen uns immer wieder die Gedanken: Welches Bild habe ich von mir? Und wie sehen mich die Anderen?

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III

Manchmal kommt man an einem Ort an und kann sich nicht mehr an den Weg dorthin erinnern. Man fragt sich: Habe ich die Kreuzung dort hinten bei Rot überquert? Und kann sich nicht entsinnen, überhaupt über diese Kreuzung gefahren zu sein. Anja steht vor ihrem Spiegel und hat keine Ahnung, was gestern und heute geschehen war. Sie weiß nur, dass in etwa einer Stunde Bettina klingeln wird, sich auf einen schönen Abend freut und erwartet, dass Anja genauso freudestrahlend mitkommt. Bis dahin muss Anja entscheiden, was sie anzieht. Den schwarzen Rock, das ist klar. Aber welches Oberteil? Anja sucht ihre Blusen durch, ohne eine Ahnung zu haben, was für ein Schützenfest geeignet ist. Schließlich entscheidet sie sich für eine Bluse mit hellem Blumenmuster, die sie locker über den Rock fallen lässt. Das kaschiert ihre nicht vorhandene Taille und erweckt den Eindruck, es sei eine weibliche Hüfte vorhanden.

Für das Make-up und die Frisur nimmt sie sich extra viel Zeit und auch eine abendliche Extra-Rasur musste sein. Anschließend packt sie akribisch ihre Handtasche, damit sie nichts vergisst. Der Lippenstift, den sie bereits sorgfältig in zwei Schichten aufgetragen hat, muss mit, genauso wie das Haarspray, um den Pony zu fixieren, sollten die Haare drohen, die hohen Geheimratsecken freizugeben.

Ein abschließender Blick auf die Uhr zeigt, dass sie noch Zeit hat, bis Bettina vorbeikommt. Viel zu früh fertig geht Anja nervös in ihrer Wohnung auf und ab und versucht, sich den weiteren Ablauf auszumalen, aber es fehlt ihr die Vorstellung. Sie begibt sich auf neues, unbekanntes Terrain. Das Herz pocht und doch ist da dieses Kribbeln. Etwas in ihr meldet sich. Wacht auf.

Endlich klingelt es an der Tür. Anja öffnet.

»Hi. Bereit für den Abend?«

Bettina strahlt. Sie trägt eine enge Jeans, ein Shirt mit tiefem Ausschnitt und eine leichte Jacke. Toll sieht sie aus. Anja bewundert solche Frauen. Einmal so zu sein, war und ist ihr Traum. Manchmal, wenn sie vor ihrem Spiegel steht, zurechtgemacht und in ihrem schwarzen Rock, dreht sie sich leicht zur Seite, dann hat sie das Gefühl, diese Frau zu sein, die sie sein will. Es ist ein besonderes Gefühl. Eines, das sie nicht loslassen will. Wenn man Gefühle doch speichern könnte … »Ich bin soweit.«

Anja greift nach der Handtasche und schließt die Wohnungstür hinter sich. Nun geht es los. Das Herz pocht heftiger.

Während sie zum Italiener spazieren, erzählt Bettina von ihrem Tag. Gebannt hört Anja zu. Gleichermaßen erstaunt, dass man so ausdauernd erzählen kann, und konzentriert, nur ja kein Detail zu verpassen.

Sie betreten das kleine Restaurant und schauen sich um. Es gibt nur sechs Tische. Alle sind mit karierten Tischdecken bedeckt, die in den Augen der Gäste so italienischer wirken sollen. Die großen Korbflaschen, die zu Kerzenhaltern umfunktioniert wurden und nun in den Nischen verstauben, fehlen ebenso wenig wie die Schwarz-Weiß-Fotografien an den Wänden. Selbst der Wirt, es muss der Wirt sein, könnte typischer nicht sein. Die doch recht stattliche Leibesfülle wird durch die mit Tomatenflecken dekorierte Schürze nur mühsam gebändigt. Er begrüßt Bettina und Anja überschwänglich, als ob sie jeden Tag kämen, und Anja rechnet jeden Moment damit, dass er eine Arie von Caruso anstimmt. Stattdessen sagt er »Buonasera Signoras!« und weist ihnen den Weg zu einem der wenigen Tische. Er hält sogar den Stuhl für Anja bereit. Ein Hochgefühl macht sich in ihr breit. Signoras hat er gesagt. Nachdem sie Rotwein und Wasser bestellt haben, lässt er sie allein.

»Ist doch nett hier«, meint Bettina.

»Ja, ist echt nett.« Und das meint Anja wirklich ernst. Sie wählen zwei Gerichte aus und Bettina bringt das Gespräch in Gang. Der Wein schmeckt gut und der Wirt, der immer mit einem »Prego Signora« nachschenkt, tut sein Übriges. Anja fühlt sich überraschend wohl. Eine ungewohnte Leichtigkeit ergreift sie. Selbst das Gespräch macht ihr keine Angst. Schon lange hat sie ihre Lebensgeschichte abgeschliffen, offensichtliche Hinweise auf ihre männliche Vergangenheit eliminiert und die Wortwahl möglichst neutral gestaltet. Sie hatte sich geschworen, nie zu lügen. Aber sie musste ihre Vergangenheit auch nicht gleich hinausschreien. So bereitet es ihr keine Mühe, auf entsprechende Fragen mit den vorbereiteten Sätzen zu antworten. Dennoch prüft sie jedes Mal, ob Bettina Zeichen von Irritation zeigt, aber davon ist nichts zu sehen. Anjas Antworten sind überzeugend. Nur einmal, es muss am Wein liegen, wird Anja übermütig. Als Bettina fragt, ob sie schon mal verheiratet war, antwortet Anja wahrheitsgemäß mit Ja. Dann aber fragt Bettina nach dem Hochzeitskleid und ob es weiß gewesen sei, da antwortet Anja ebenso wahrheitsgemäß, dass sie in dunkelblau geheiratet hat. In diesem Moment ist ein leichtes Stirnrunzeln bei Bettina zu bemerken. Frauen, die in Dunkelblau heiraten, sind eher selten. Aber sie fragt glücklicherweise nicht nach.

Das Essen schmeckt köstlich und der Wirt versucht, die Signoras zu einem hausgemachten Tiramisu zu überreden. Anja genießt die Aufmerksamkeit und würde dem Wirt, Piero heißt er, alles abkaufen. Anja ist sich sicher; er weiß genau, dass die Gäste gerade deshalb in sein Lokal kommen, weil er so schön alle italienischen Klischees bedient und so den Gästen einen Hauch von Urlaub herbeizaubert. So nehmen auch Bettina und Anja das Angebot gerne an und schwelgen in der süßen Verführung. Nach den obligatorischen Espressi und den zwei Grappa, die Piero sich nicht nehmen lässt auszugeben, machen sie sich auf den Weg ins Schützenzelt.

Die Luft ist mild, fast zu warm für die Jahreszeit. Vielleicht ist es auch einfach nur das warme Gefühl nach einem guten Essen, Wein und Grappa. Gerade als sich Anja ganz diesem schönen Gefühl hingeben möchte, kommen ihnen betrunkene Jugendliche entgegen. Sofort schaltet etwas in Anja um, sie wird achtsam und vorsichtig. Betrunkene junge Männer machen Anja immer Angst. Einmal hatte sie eine Gruppe Jugendlicher nach dem Weg gefragt und sie hatte höflich geantwortet. Ihre tiefe Stimme hatte die jungen Männer irritiert. Sie lachten Anja aus und bedrängten sie. »Hey, was bist du denn?«, hatte einer geschrien und die anderen hatten gejohlt, während sie ihr immer näher gekommen waren. Schließlich konnte Anja nur wegrennen. Die Angst steckt ihr immer noch in den Knochen. Solche Gefühle vergehen leider nicht. Jedenfalls versucht Anja seitdem, Gruppen von Halbstarken unter Vermeidung jedes Blickkontaktes zügig zu passieren. Heute geht es gut. Sie sind mit anderen Dingen beschäftigt. Aber das schöne Gefühl stellt sich nicht wieder ein.

Eine Menschenmenge schart sich um den Eingang zum Zelt. Unzählige Männerblicke taxieren die beiden ankommenden Frauen. Anja versucht, den Blicken auszuweichen, und drängt sich mit gesenktem Kopf hinter Bettina durch die Reihen, die sich magisch zu öffnen scheinen. Vielleicht sehen die Männer sie ja nicht, wenn Anja sie nicht anschaut. Im Zelt ist es heiß, stickig und voll. Eine Band spielt Cover-Songs und vor der Bühne wabert die Menge leicht im Takt der Musik. Dort muss wohl der Tanzbereich sein. Zum Glück steuert Bettina die Theke an.

»Was möchtest du trinken?«, schreit Bettina ihr ins Ohr.

»Ein Alt!«, schreit sie zurück. Nachdem Bettina ein Glas Weißwein und ein Bier ergattert hat, erkämpfen sie sich einige Zentimeter eines Stehtisches, um die Getränke abzustellen. Eine Gruppe aus Männern und Frauen steht um den Tisch herum. Einzelne nippen gelegentlich an den Getränken und bewegen zaghaft die Finger im Takt der Musik, die eine Unterhaltung unmöglich macht. Also stehen sie genauso schweigend dort und lassen die Blicke durch das Zelt schweifen. Die Band stimmt I Will Survive an.

»Das ist mein Lieblingssong. Komm, lass uns tanzen gehen.« Bettina zieht an Anjas Ärmel und zwängt sich durch die Menschen in Richtung Tanzfläche. Es ist nicht genau zu erkennen, wo diese beginnt. Selbst direkt vor der Bühne stehen Männer, die keinerlei Anzeichen von Tanzbewegungen machen, in Gruppen zusammen und mit Biergläsern in der Hand.

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