Daniel Stökl Ben Ezra - Qumran

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Das antike Judentum in zeitgenössischen Texten Kaum eine archäologische Entdeckung hat unser Verständnis des antiken Judentums und der Entstehung der Hebräischen Bibel so revolutioniert wie die Rollen vom Toten Meer. Wer waren die Besitzer der Schriftrollen, wie lebten und dachten sie? Daniel Stökl Ben Ezra diskutiert in diesem Lehrbuch auf anschauliche Weise die wichtigsten Theorien zu den Qumranrollen in ihrem archäologischen Kontext.

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Viele dieser halakhischen und theologischen Charakteristika passen erstaunlich genau mit Details der jachadischen Gemeinschaftsregel aus Qumran zusammen (s.u. Kapitel 13.2). Selbst wenn wir auf die Allgemeinplätze wie Korpsgeist, rituelle Reinigungen, Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Gelehrtheit usw., die auch auf viele andere Gruppen zutreffen, verzichten, bleiben u.a. folgende spezifische Gemeinsamkeiten:

|80|Gemeinsamkeiten in Essenerbeschreibungen zwischen 1QS und hellenistischen Quellen:
1) stufenweiser Aufnahmeprozess, der stufenweise Zulassung zu Speise und Trank der Gemeinschaft regelt (1QS VI 13–23; BJ 2,137f)
2) Gemeinschaftsmahl (1QS VI 4–5; BJ 2,129–133) in Stille (1QS VI 10–13; BJ 2,132f) mit vorausgehender Segnung durch einen Priester (1QS VI 4f; BJ 2,131)
3) gemeinschaftlicher Besitz (1QS I 11–13; III 2; V 1–3; VI 17–20; BJ 2,122; Ant. Iud. 18,20)
4) Wahl von Aufsehern (griech. epimelētēs , hebr. mevaqer ) ( BJ 2,123; Ant. Iud. 18,22; 1QS VI 12.20)
5) Strafe durch temporären Ausschluss von Speis und Trank (1QS VI 24–VII 25; BJ 2,143f)
6) Spuckverbot in der Versammlung (1QS VII 13; BJ 2,147)
7) Glaube an Vorherbestimmtheit (Prädeterminismus) (1QS III 15f; Ant. Iud. 18,18)
8) spezielle Wichtigkeit der Engel (1QS III 20–25; IV 12; BJ 2,142)
9) Verbot, die esoterischen Lehren zu verbreiten (1QS IV 6; BJ 2,141f)
10) Vgl. die Ablehnung von Öl als Überträger von Unreinheit in der Damaskusschrift (BJ 2,123; CDA Xii 15–17)

Selbst der Wortlaut des Schwurs der Beitrittskandidaten ist ähnlich:

Bevor er jedoch die gemeinsame Speise anrührt, schwört er ihnen furchtbare Eide, … immer aber die Ungerechten zu hassen und auf der Seite der Gerechten zu kämpfen … Er werde die Wahrheit immer lieben und es sich zur Aufgabe machen, die Lügner zu überführen. ( BJ 2,139–141)

Alle Söhne des Lichtes zu lieben, jeden nach seinem Los in der Ratsversammlung Gottes, aber alle Söhne der Finsternis zu hassen, jeden nach seiner Verschuldung in Gottes Rache. (1QS I 9–11)

Allerdings gibt es auch wichtige UngereimtheitenUngereimtheiten. Bei Josephus dauert der Aufnahmeprozess drei Jahre, nach der Gemeinschaftsregel sind es nur zwei ( BJ 2,137f – 1QS VI 20f). Philon, Plinius und Josephus unterstreichen als besonders zentralen Aspekt des Essenerdaseins das Zölibat. Ein solches wird von keinem Qumrantext erwähnt. Allerdings spricht kein Satz der Gemeinschaftsregel gegen die Annahme, dass diese Gruppe frauenlos lebte, denn sie werden in ihr nie erwähnt. Keine griechische Quelle wiederum spricht von den in den Qumranrollen so zentralen Kalenderstreitigkeiten. Trotzdem sind die Übereinstimmungen verblüffend.

|81|Weder die rabbinische Literatur noch das Neue Testament kennen Essener. Manche vermuten daher, dass sie in diesen Quellen unter anderem Namen genannt werden. So werden manchmal die „Herodianer“ des Neuen Testaments (z.B. jüngst wieder Joan Taylor) und die „Boethusier“ der rabbinischen Literatur (schon Azarja de Rossi im 16. Jahrhundert) mit den Essenern identifiziert. Allerdings ist die Deutung des hebräischen Namens der Boethusier ( beitossim ) als beit ossim („Haus derer, die (die Tora) in die Tat umsetzen“), also einer der Etymologien für die Essener, linguistisch nicht überzeugend (Schremer). Spätere Erwähnungen in christlichen Häresiologen (Sektenbeschreibern) sind fast alle von den hier angeführten Berichten abhängig. Eine Ausnahme ist vielleicht Hippolytos (ca. 170–235), Refutatio 9,18–28, der als Einziger den Essenern auch apokalyptisches Gedankengut zuschreibt.

Aufgrund der großen Ähnlichkeiten identifizieren viele Forscher den in der Gemeinschaftsregel beschriebenen Jachad mit den Essenern und erklären die Unterschiede zwischen ihr und antiken Quellen zu den Essenern durch zeitliche Entwicklungen (Josephus schreibt sehr viel später als 1QS) und die Ausrichtung auf unterschiedliche Adressatenkreise (1QS für insider – Josephus, Plinius und Philon für outsider ). Eine Variante der Essener-Hypothese ist die sogenannte Groningen-HypotheseGroningen-Hypothese (García-Martínez, van der Woude). Nach ihr sind Jachad und Essener zwar verwandt (daher die Ähnlichkeit), aber die Unterschiede sollen darauf hindeuten, dass sich der Jachad von den ursprünglich offeneren Essenern abgespalten habe. Warum ist dann aber ausgerechnet die Jachad-Schrift 1QS von allen antiken Texten der Beschreibung der Essener bei Josephus am ähnlichsten?

In Josephus’ Überblick über die Soziologie Judäas sind die PharisäerPharisäer schon bei ihrer ersten Erwähnung in seiner Schilderung der Regierungszeit von Johannes Hyrkanos I. (Ende des zweiten Jahrhunderts v. Chr.) die volksnaheste und stärkste Gruppe. Sie sind also offensichtlich etwas älter, es ist aber unklar, wie alt. Die Etymologie des Namens wird von der Wurzel p-r-sch abgeleitet, die „trennen“ und „erklären“ als Grundbedeutungen hat.

In seiner Beschreibung konzentriert sich Josephus in Nachahmung ähnlicher Überblicke über Philosophenschulen in der griechischen Welt auf besonders Aufmerksamkeit erweckende, meist theologische Charakteristika. Im Gegensatz zu ihren Konkurrenten, den Sadduzäern, glauben die Pharisäer an ein Leben nach dem Tod für die Guten und ewige Strafe für die Bösen ( BJ 2,163). Kerndifferenz zu den Sadduzäern sei, dass Pharisäer mündliche außerbiblische Traditionen ( nomima ) als autoritativ anerkennen, während sich |82|Sadduzäer nur auf den schriftlichen Bibeltext verlassen ( Ant. Iud. 13,297f). Bezüglich der existenziellen Frage menschlicher Handlungsfreiheit in Gottes Welt vergleicht Josephus sie mit den Stoikern ( Vit. 1,12). Sie nehmen eine Mittelposition zwischen Essenern (Gott kontrolliert alles und Menschen haben keine Handlungsfreiheit) und Sadduzäern (Gott kontrolliert nichts und Menschen haben völlige Handlungsfreiheit) ein ( Ant. Iud. 13,171–173). Dies ähnelt der Maxime Rabbi Akivas „Alles ist (von Gott bereits) vorhergesehen, doch gibt es (Handlungs)freiheit“ (mAvot 3,15).

Saldarini hat beobachtet, dass Josephus die Pharisäer immer in kritischen Übergangsmomenten erwähnt. Gerade an diesen Wendepunkten kämpfen sozialpolitisch aktive Gruppen in vielen Gesellschaften um Machterhalt oder Machterweiterung. Sie üben ihre Macht indirekt über den Einfluss auf hochgestellte Persönlichkeiten im Umkreis der Herrscher aus. Johannes Hyrkanos I. soll zunächst die Pharisäer unterstützt haben, um sich dann stärker den Sadduzäern zuzuwenden, denen auch Alexander Jannai verbunden blieb. Von letzterem wird erzählt, er habe 800 Pharisäer kreuzigen lassen ( Ant. Iud. 13,410) (s.u. S. 266f). Erst Königin Alexandra schenkt ihr Wohlwollen wieder den Pharisäern ( BJ 1,110–112; Ant. Iud. 13,401–423).

Als welchen Gruppentyp sollen wir die Pharisäer kategorisieren? Eine ausgefeilte Hierarchie ist nicht erkennbar. Josephus spricht von 6000 Pharisäern ( Ant. Iud. 17,42) – doch sind derartige Zahlenangaben in antiken Texten immer mit höchster Vorsicht zu genießen. Er bezeichnet sie als griech. hairesis . Ihr gleichzeitiges halakhisches und politisches Engagement würde dafür am ehesten die Übersetzung ‚Partei‘ nahelegen, jedenfalls eher als die Bezeichnungen ‚Sekte‘ oder ‚Schicht‘.

Die meisten Historiker sind der Meinung, die rabbinische Bewegung sei aus pharisäischen Kreisen entstanden. Doch bezeichnen sich die Rabbinen nie selbst als Pharisäer. Die wenigen mit Namen bekannten Pharisäer aus der Zeit des Zweiten Tempels (z.B. Gamaliel, Pollio/Avtalion) werden in der rabbinischen Literatur als Vordenker vereinnahmt, ohne dass sie Pharisäer genannt würden. Außerdem werden sie mit anderen Figuren vermischt, die sicherlich keine Pharisäer waren. Die spätere (amoräische) rabbinische Literatur identifiziert sich stärker mit Pharisäern als die frühere (tannaitische). Auch wenn höchstwahrscheinlich viele Rabbinen aus pharisäischen Kreisen stammen, ist der Zusammenhang weniger direkt, als es zunächst den Anschein haben mag (Cohen).

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