Hans-Peter Dr. Vogt - Klimachaos

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Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten, denn der «Point of no Return» ist durch den ständigen Raubbau und die Verunreinigung von Luft, Erde und Wasser längst in greifbare Nähe gerückt. Die Folge ist eine Überhitzung des Klimas, das Abschmelzen der Pole und des Permafrostes, eine Verschiebung der Klimazonen, und eine ständige Gefahr durch unvorhersehbare Wetterphänomene, die als Global Weirding bekannt sind. Insekten, Genveränderte Milben und Seuchen bedrohen das Leben auf der Erde. Die Menschheit muss reagieren, und sie entwickelt Strategien des Überlebens.
Die Biologin Josefina, der Deich- und Schleusenbauer Claudio und die Journalistin Katie stehen im Mittelpunkt der spannenden Erzählung, die in ihrem Mittelteil eine Fülle von verschiedenen Bedrohungen der Menschheit auflistet, und gleichzeitig Ansätze aufzeigt, um dieses Chaos zu überwinden.
Wenn der Point of no Return erst einmal überschritten ist, dann gibt es kein Zurück mehr. Der Roman zeigt auf, was uns drohen kann, selbst wenn die Menschheit zu einem schnellen Umdenken fähig wäre. Dabei ist das Szenario durchaus realistisch. Warnungen gibt es genug. Angefangen bei der Studie des Club of Rome bis zu neueren Studien des Weltklimarates und der NASA. Vorläufig gipfelt der Kampf gegen den Klimawandel mit der Rede der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg vor der UN im September 2019 und zahlreichen Bekundungen führender Staatschef, etwas tun zu wollen. Ein Lippenbekenntnis?
Tatsächlich läuft uns die Zeit davon, in der wir noch einen Rahmen für gewisse Beschränkungen der Entwicklung einleiten können, und dies erfordert drastische und einschneidende Veränderungen – auch von liebgewonnenen Angewohnheiten und Freiheiten.
In dem Roman ist die Biologin Josefa die führende Aktivistin. Es sind immer beherzte Einzelpersonen, welche die entscheidenden Impulse setzen, wie wir aus der Geschichte lernen können. Wir sehen das an den Beispielen von Nelson Mandela oder Ghandi, und wenn man will, auch von Mao Tse Tung, aber das hatte düstere Folgen.
Noch 2014, zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches hätte niemand gedacht, dass da 2016 eine kleine Schülerin in Schweden auftaucht, die sich durch beherzte Aktionen und ein unermüdliches Engagement einen Namen macht, und die Weltöffentlichkeit bewegt, gefolgt von hunderttausenden meist jugendlicher Aktivisten, aber auch von führenden Wissenschaftlern. Die Entwicklung darf aber hier nicht stehen bleiben. Wir brauchen ein Umdenken und Handlungsansätze mit wirksamen und nachhaltigen Methoden.
Der in diesem Buch vorgegebene Zeitrahmen könnte durchaus realistisch sein. Schon jetzt wird befürchtet, dass der Meeresspiegel im Jahr 2030 um etwa einen Meter höher sein wird als im Jahr 2015. Eine weltweite Erhöhung der Temperatur von nur 2 Grad ist schon ein kleiner Gau, eine Erhöhung um 5 oder gar um 10 Grad wäre ein weltweiter Kollaps mit verheerenden Folgen für die Landwirtschaft und die natürlichen Trinkwasserresourcen. Denken wir nur einmal an die Zeit vor den großen Eiszeiten. Damals lag der Meerespiegel nachweislich 80 Meter über dem heutigen Niveau.
Neuere Untersuchungen sprechen von der Möglichkeit, dass sich der Meeresspiegel um bis zu 60 Meter anheben könnte, und dass weite Teile der Erde unter einem ständigen Mantel aus Nebel begraben werden, hervorgerufen durch die enorme Verdunstung, durch die Erhöhung der Temperatur und durch aufgeheizte Ozeane.
Das Buch basiert zwar auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Annahmen, aber kein Mensch kann wirklich in die Zukunft sehen. Das Buch basiert deshalb auch weitgehend auf Annahmen. Der hier vorgegebene Zeitrahmen kann so, oder auch anders ablaufen. Ob die Menschheit sich wirklich zu einer Art kollektiver Hilfeschrei erhebt (wie in dem Buch dargestellt) und gemeinsame Maßnahmen zur Rettung der Welt ergreift, muss seit Greta Thunberg nicht mehr bezweifelt werden. Machtgier und Unvernunft können aber grenzenlos sein und neue Kriege ums Wasser, um Anbaugebiete und Ernteerträge – und nicht zuletzt um Bodenschätze hervorbringen, Der Supergau ist also nicht so weit entfernt.
Schon die Berichte des Weltklimarates gehen von dem drohenden Untergang der Industriegesellschaften aus, hervorgerufen durch reale Machtverschiebungen und Umwelteinflüsse. Das Buch greift dieses Thema auf, und verknüpft es mit natürlichen Ereignissen durch Vulkanausbrüche und Erdverschiebungen, die schon immer eine permanente Bedrohung dargestellt haben, und die über uns kommen können, wie biblische Katastrophen. Schauen wir einmal in der Geschichte zurück, so sind Dürren und Anstiege der Temperatur, sowie Eiszeiten schon immer eine Bedrohung für die Menschheit gewesen. Denken wir nur einmal an die Kreise der Nazka in Südamerika (die uns etwas über das Aussterben einer ganzen Hochkultur durch einen natürlichen Klimawandel erzählen), an die legendäre Stadt Runghold in Friesland oder an Dürren im Mittelalter oder zu Zeiten der Nomaden: die Steppenvölker des Dschingis Khan wären wohl nie aufgebrochen, um die Welt zu beherrschen, wenn nicht Trockenheiten zu einer Lebensgefahr für eine ganze Bevölkerungsgruppe geworden wären.
Anders als solche natürlichen Schwankungen der Klimawerte (Beispiel: Aussterben der Urwaldechsen / Eiszeit) ist das beginnende Klimachaos von heute hausgemacht. Wir Menschen haben jahrhundertelang die Erde massiv ausgebeutet und alle natürlichen Kreisläufe grob mißachtet. Wir haben in diese Kreisläufe eingegriffen, und wir werden für diese Vergehen bezahlen müssen. Das Buch ist ein ökologischer und auch zugleich ein ökonomischer Roman, denn das bevorstehende Klimachaos ist eine Verknüpfung dieser zwei Begriffe. Dass dieses Klimachaos kommt, daran kann kein Zweifel bestehen. Die Anzeichen sind längst nachgewiesen.
Das Buch ist eine romanhafte Erzählung. Es lebt von den Protagonisten einer Josefina, die zu einer visionären und berechnenden Umwelt-Aktivistin wird, oder von den Aktivitäten eines weitsichtigen Deich- und Sperrwerksbauers, der die Geschäftsführung einer Stiftung zum Schutz der Küstengebeite und der Meere in Ostfriesland übernimmt. Die Protagonisten sind eng verknüpft mit einer Reihe von Stiftungen, die sich das Ziel gesetzt haben, den Schutz von Tieren, Pflanzen und Menschen zum Credo zu erheben. Um dieses (Über)lebensziel zu erreichen, sind auch Maßnahmen legitim, die in unserer heutigen Gesellschaft als illegal gelten, aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel.
Die von Josefina gegründeten Stiftungen haben ihre Finger in einer Reihe von Aktivitäten. Darunter gehören auch diverse Firmen in den Bereichen Recycling, Pharma, Nahrungsmittel, Discount. Im Mittelteil finden sich diese einzelnen Aktivitäten wieder, wenn auch mit anderen Protagonisten «vor Ort», etwa einem Moskauer Feuerwehrmann, einem Thailändischen Geschäftsmann, einer Kanadischen Ärztin oder der New Yorker Angestellten einer Imbiss-Kette. Das sind in sich geschlossene Kurzgeschichten, die Ereignisse aus verschiedenen Teilen der Welt aufgreifen, zu einem Gesamtpaket von Bedrohungen schnüren und zugleich von Anstrengungen der Menschen berichten, um sich gegen die Unbilden der Natur zu wehren.
Lesebeispiel (Auszug):
Kurz vor zwei in der Nacht trat wieder diese seltsame Stille ein. Es war fast so, als würde jedes Wort vorm Mund verschluckt, und was dann kam, war fürchterlich. Es kündigte sich mit einem Grollen an und dann gab es Donnerschläge von geborstenem Felsen. Hinten auf dem Golfplatz gab es noch mehr solcher Risse. Einige Autos, die man dahin gestellt hatte, stürzten einfach in die Tiefe. Einige Gäste brachen jetzt in Gejammer aus. Der noble Mercedes und der teure Ferrari, einfach weg.
Unten in der Stadt musste ein wahres Chaos herrschen. Sie sahen die neuen Feuer. Sie sahen, dass die Lichter der Stadt überall ausgegangen waren. Sie sahen diese Blaulichter und hörten die gellenden Sirenen. Da unten in L.A. waren gerade große Teile der Stadt in Schutt und Asche versunken.
Sie rochen den Staub von zusammenstürzendem Beton. Sie rochen den Qualm der Feuer und die Gäste klammerten sich in ihrer Hilflosigkeit aneinander. Viele begannen zu weinen. Es gab einige Schreiattacken und das Personal hatte wirklich alle Hände voll zu tun, obwohl es übermüdet war. Die Musik war längst verstummt. Sie hatten ihre Instrumente eingepackt, und waren davon gefahren, aber sie waren wiedergekommen. “Da unten, die Zufahrtsstrasse“, sagten sie. „die gibt es nicht mehr“.

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Dort hatte man eine ganze Station abgeriegelt. Es gab Kontrollen. Es gab Schleusen. Es gab Ärzte und Pfleger in Schutzanzügen aus Plastik. Zu diesem Zeitpunkt wusste man bereits, dass es sich nicht um eine harmlose Grippe handelte, sondern um KIS, eine hochansteckende Viruskrankheit. Inzwischen wusste man auch, wie sie ausgebrochen war.Meike, Rosi und ein paar andere Kinder hatten im Hof des Kindergartens eine Katze gefunden. Sie war zahm, sie ließ sich streicheln und sie war seltsam matt. Die Kinder erzählten zunächst nichts, weil sie wussten, dass die Kindergärtnerinnen nicht duldeten, dass man fremde und unbekannte Tiere anfasst. Inzwischen hatte man den Kadaver gefunden und obduziert. Die Diagnose war eindeutig, und inzwischen hatte sich die Seuche ausgebreitet. Mehrere Tiere in Kleinenbroich waren krank und immer mehr Kinder und Erwachsene wurden jetzt eingeliefert, auch der Hausarzt.In Kleinenbroich fuhren wieder die Männer in den weißen Schutzanzügen herum, wie schon einmal, einige Jahre zuvor. Damals hatte das Claudios Wahrnehmung bleibend beeinflusst. Häuser wurden isoliert und mit Folien abgedichtet. Überall kam Chlor und Desinfektionsmittel zum Einsatz. Tierbestände wurden prophylaktisch gekeult und in die nächste Verbrennungsanstalt geschafft. Der ganze Ort wurde abgeriegelt. Niemand durfte mehr zur Arbeit. Lieferwagen wurden geschickt, um die Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Das Trinkwasser musste abgekocht werden. Schon längst hatte die Seuche auf andere Orte übergegriffen. Papas Büro in Neuss musste geschlossen werden und die Mitarbeiter wurden in Zwangsurlaub geschickt.

2.

Auch Kevin war ins Krankenhaus gekommen. Er lag neben seinem Freund Claudio und anderen Kindern. Sie waren an Sauerstoff-, und Infusionsschläuche gebunden. Atmung, Kreislauf und Blutdruck wurden von Geräten überwacht. Das Personal trug Masken und wirkte wie von einem andern Stern. Der knapp achtjährige Claudio schlief viel, und wenn er wach war, dämmerte, schwitzte und hustete er vor sich hin. Trotz der Schmerzmittel fühlte Claudio einen dumpfen Schmerz. Das Sprechen fiel ihm schwer. Irgendwann bekam er mit, dass Kevin aus dem Zimmer gerollt wurde. Später sollte er erfahren, dass der Freund an akutem Nierenversagen gestorben war. Auch die Zwillinge sollten diese Pandemie nicht überleben. Papa starb genauso, wie viele weitere Patienten, die in den ersten Tagen in Mönchengladbach eingeliefert worden waren. Claudio und Mama überlebten, und es wurden umfangreiche Tests gemacht. Später sollte Claudio lernen, dass eine genetische Mutation ihm das Leben gerettet hatte. Eine eigentlich harmlose Abweichung, die Mama auf Claudio vererbt hatte.

Er hatte schon früher von dieser Krankheit gehört, die ihn befallen hatte. Ähnliches hatte es in Deutschland immer wieder gegeben, mit verheerenden Folgen. Er kannte Vorsichtsmaßnahmen im Kindergarten und in der Grundschule, die von den Kindern als lästig empfunden wurden, wie ständiges Händewaschen mit Desinfektionsmitteln, aber so eine Krankheit kommt erst richtig ins Bewusstsein, wenn man Zeuge davon wird, oder wenn man selbst betroffen ist, vor allem dann, wenn man erst acht Jahre alt ist. Die Krankheit war auch nicht neu. Man bezeichnete sie als “Kollabierendes-Immun-System” oder kurz KIS, und sie war damals im Jahr 2040 ausgebrochen. Als der Virus erstmals in Indien, Bangladesh und im Süden Chinas auftrat, nahm man das gar nicht als globale Bedrohung wahr, sondern nur als eine neue Art von Grippe, die sich bald erledigen würde, wie das fast immer so ist. Bald wurde jedoch klar, dass es sich um eine Seuche handelte, ähnlich der Pest, der Pocken, von SARS, Ebola oder der Vogelgrippe, nur viel schlimmer. Schon in wenigen Tagen überschritt diese anfangs noch unbenannte Krankheit die Grenzen Asiens, und schwappte nach Australien, Japan, Afrika, Europa und Amerika. Die Viren griffen massiv und auf verschiedenen Ebenen an.

Später hatte man herausgefunden, das die Krankheit von Parasiten übertragen wurde, ähnlich wie die Hirnhautentzündung. Nur waren diesmal die Wirte nicht nur bei Spinnentieren zu finden, sondern auch bei Hausmilben, Läusen, Fruchtfliegen und Stechmücken. Diesmal waren nicht nur Menschen betroffen, sondern auch in großer Anzahl Hunde, Katzen, Affen, Ratten, Mäuse, Igel, Waldtiere und Vögel. Die Krankheit zeichnete sich zunächst durch Mattigkeit, Herzrasen, Schweißausbrüche und Fieberanfälle aus und führte dann zum Zusammenbruch verschiedener lebenswichtiger Systeme. Betroffen wurden die Nieren, die Leber und schließlich das zentrale Nervensystem. Wenn einmal das Stadium wilder und unkontrollierter Zuckungen erreicht war, war des Endstadium bereits eingeleitet. Die Infektion wurde aber schon in einem viel früheren Stadium der Krankheit an anderen Wirte weitergegeben, als sie noch gar nicht sichtbar war. Die Erreger wurden Millionenfach im Urin, Kot, Speichel und Schweiß ausgeschieden. Sie gelangten über Fluggäste und Blutkonserven nach Europa und in die USA. Sie wurde von Zugvögeln und Wildtieren verbreitet, die alle voller Milben sind.

Zum zweiten mal seit Ausbruch von AIDS waren die Virulogen völlig hilflos, nur dass KIS um vieles ansteckender und gefährlicher war. Allein in den Jahren 2040 bis 2060 starben über zweimilliarden Menschen und noch mehr Tiere, die man schließlich aufsammeln musste, um sie kontrolliert zu verbrennen. In der Wissenschaft nennt man das eine Zooonose, also eine Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen wird. So genau wusste man nicht, wie die Krankheit entstanden war, aber man hatte die Überträger der Krankheit schnell ausfindig gemacht, und die saßen überall. Auf Blättern, in Bettlaken, in Teppichen, im Fell der Tiere und schließlich in den Tieren selbst.Weil man zunächst keinen Impfstoff fand, versuchte man die Wirte zu bekämpfen. Man setzte Prämien auf gefangene Ratten und Mäuse aus. Hunde, Katzen und zahme Vögel wurden in speziellen Tinkturen gebadet. Die Katzen hatten sich vehement gegen diese Kuren gewehrt und es hatte so manche Schrammen und Bisse gegeben, so dass viele dieser Hauskatzen auf Anweisung der Seuchenämter eingeschläfert werden mussten. Wilde Katzen wurden kurzerhand mit Futter angelockt und vergiftet, manchmal sogar gegen heftigen Widerstand von Tierschützern.

Die WHO riet eindringlich zur Sauberkeit. Man bat darum, einmal getragene Kleidung regelmäßig auszukochen. Teppiche und Bettlaken unterzog man einer Desinfektion. Waschbecken, Toiletten und Duschen in öffentlichen Gebäuden wurden mit Desinfektionsmitteln geradezu ertränkt. Schwimmbäder wurden geschlossen, weil das Chlor zwar das Wasser desinfizierte, nicht aber die Duschen, Gummimatten oder Fußböden. Schließlich verbot man große Menschenansammlungen, weil sich die Seuche auch noch über Schweiß oder einen Händedruck verbreitete.Kasernen und Fabriken wurden zu regelrechten Seuchenschleudern, bevor man dazu überging, die Räume mit Chlor und anderen Mitteln großflächig zu desinfizieren.Schlimm war die Versorgung mit Blutkonserven. Es war längst üblich, in der Dritten Welt Blut zu sammeln, ohne dass strenge hygienische Maßnahmen durchgeführt wurden, und durch dieses Blut gelangte die Krankheit in den Wochen nach ihrem Ausbruch nach Europa und in die USA, zunächst völlig unerkannt. Auch 2058 war noch immer kein Impfstoff gefunden, und während die Seuche sich in Nordrhein-Westfalen verbreitete, wütete sie dutzendfach in anderen Teilen der Welt. Seltsamerweise starben nicht alle Patienten, die an KIS erkrankten, vor allem nicht in Europa. Die Virologen kannten inzwischen den Grund. Sie konnten sogar die gegen die Krankheit gebildeten Immunstoffe bestimmen und isolieren, aber es war bisher immer noch nicht gelungen, einen Impfstoff zu finden, der gegen die ständige Veränderung der Viren wirksam anzuwenden war. Claudio hatte Glück gehabt.

3. Als Claudio schließlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war nichts mehr, wie es einmal war. Noch immer wütete die Krankheit. Sie hatte sich schließlich auf ganz NRW ausgedehnt. Sämtliche Ärzte in großem Umkreis waren in Alarmbereitschaft, doch auch Ärzte und Krankenschwestern gehörten längst zu den Opfern der Epidemie, die sich immer mehr ausbreitete. Erst nach sechs Monaten bekam man die Seuche in den Griff, durch rigorose Anordnungen und hunderte von freiwilligen Helfern, die den Gesundheitsbehörden, den Veterinärämtern, der Polizei und den Fortstellen unter Lebensgefahr halfen, um Krankheitsherde ausfindig zu machen. Weg war die Krankheit nicht. In diesen sechs Monaten hatte es allein in Nordrhein-Westfalen über 400.000 Tote gegeben.Überall wurden Messen gelesen, und im Kölner Dom wurde ein steter Strom an Pilgern gemessen, die stumm und ergriffen um eine Befreiung von dieser Seuche beteten, obwohl die Behörden in diesen Tagen große Menschenansammlungen verboten hatten.

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