Also habe ich mit ihr Schluss gemacht. Danach ging es mir aber noch viel schlechter. Da stieß ich auf ein Pick-Up-Forum, von denen es mittlerweile nicht wenige gibt. »Pick-Up« kommt vom englischen pick up – wörtlich: aufgabeln –und meint das gezielte Ansprechen und Verführen von Frauen.
Einerseits haben mir die Pick-Up-Foren im Internet geholfen, meinen Liebeskummer zu überwinden, andererseits hat die Zeit meine Wunden geheilt. Es war hilfreich, mit erfahrenen Männern im Kontakt zu sein, die mir empfohlen haben, das Scheitern der ersten großen Liebe nicht zu ernst zu nehmen und mich auf andere schöne Dinge im Leben zu konzentrieren.
Ich besuchte mehrere Pick-Up-Trainings in Deutschland, aber meine Erfolge blieben bescheiden. Ich wurde zwar geschickter im Umgang mit Frauen, aber das Gespür dafür, wie Frauen ticken, fehlte mir noch.
In dieser Zeit hatte ich ein enttäuschendes Erlebnis, welches das Fass bei mir zum Überlaufen brachte: Als 24-Jähriger lernte ich in einer Studentenbar eine hübsche Frau kennen und brachte sie innerhalb von etwa 45 Minuten dazu, mir in mein Studentenwohnheim zu folgen. Die Masche war: »Mein Kumpel hat mir leckeren Speck aus Russland mitgebracht. Komm doch mit, ich lasse Dich gerne ein Stückchen probieren ...« Die Masche hat funktioniert.
Im Zimmer konnte ich mich allerdings plötzlich kaum bewegen. Ich war starr vor Aufregung. Die Situation war völlig absurd. Sie aß das rohe Stück Speck ohne Beilage, und dann schien sie zu warten. Auf mich. Darauf, dass ich mit dem Verführen weitermachte. Ich dagegen stand wie bekloppt neben ihr und war sprachlos. Ich wusste nicht, was ich tun sollte.
So kurz vor dem Erfolg, hatte ich Angst vor dem Erfolg. Man könnte auch sagen: Ich hatte Versagensangst. Ich hatte damals noch nie so schnell eine Frau überzeugt, mit mir schlafen zu wollen. Nach ein paar Minuten merkte sie, dass ich doch nicht so mutig und so cool war, wie ich zuerst getan hatte. Sie verließ mich, ohne dass etwas passiert war.
Ich fühlte mich richtig mies und konnte nicht mehr einschlafen. In dieser Nacht schwor ich mir, mich mit den Frauen endlich mal gründlich auseinanderzusetzen, um solche Blackouts zu vermeiden. Unter uns: Diese habe ich sogar heute noch ab und zu, es kann eben nicht immer alles glatt laufen.
So bin ich 2017 für zwei Monate nach Osteuropa geflogen, um mich auf das Verführen von Frauen zu fokussieren. Das war die beste Zeit, die ich je erlebt habe. Von früh morgens bis spät abends war ich mit Frauen unterwegs, die ich auf der Straße, in Clubs, Restaurants oder im öffentlichen Nahverkehr gezielt suchte und kennenlernte. Manchmal hatte ich sechs Dates am Tag, die sich zugegebenermaßen nicht immer gut anfühlten. Manchmal machte mir die Verführung keinen Spaß, weil sie mir wie Routine vorkam. Ich machte aber weiter, um Erfahrungen zu sammeln.
Wieder zurück in Deutschland, merkte ich, dass ich mich verändert hatte. In meinem engen Bekanntenkreis stieß ich auf viel Bewunderung. Meine Freunde suchten in Bezug auf Frauen häufig Rat bei mir. Da kam die Idee auf, mein Wissen in einem Buch zu bündeln. Schon allein um mich nicht so oft wiederholen zu müssen. Doch ich hatte auch meine Zweifel daran, dass ich als Buchautor viele Leser finden würde. Schließlich war schon das Buch »Die perfekte Masche. Bekenntnisse eines Aufreißers« von Neil Strauss auf dem Markt. Doch ich fand, dass dieses Buch eher unterhaltend daherkam und mehr wie ein Erfahrungsbericht geschrieben war, nicht wirklich wie ein Ratgeber für die Kunst der Verführung. Also witterte ich meine Chance und blieb am Ball, trotz der vielen anderen Verführungsbücher, die es so gibt.
So vergingen einige Wochen, in denen ich meine Nase in die verschiedensten Bücher steckte. Ich war unangenehm überrascht. Die meisten Bücher waren voller Selbstlob, großartiger Versprechungen. Doch ich fand keine wirklich praktischen Wegweiser, die mich Schritt für Schritt ins Pick-Up einführten. In dem Moment wurde mir klar, dass es schade wäre, mein strukturiertes Wissen mit den anderen Männern nicht zu teilen.
Schließlich fing ich mit dem Schreiben an. Und nun hältst Du diesen Schatz in Deinen Händen, der Dir im ersten Kapitel erst einmal nahebringt, was Verführung eigentlich ist. Die Kapitel 2 bis 5 halten wichtige theoretische Basics für Dich bereit.
In den Kapiteln 6 bis 15 widme ich mich den ersten fünf Verführungsphasen: Diese Erklärungen werden Dich konkret dabei unterstützen, eine Frau zu verführen.
Die vertiefenden Verführungstechniken, um die es in den Kapiteln 16 bis 25 geht, sind zwar für Fortgeschrittene, doch auch Profis (wie auch Anfänger) sollten diese Kapitel öfter nachschlagen, weil das hier präsentierte Wissen nicht immer sofort angewendet werden kann, sondern durch wiederholtes Umsetzen verinnerlicht werden muss.
Zu guter Letzt, in Kapitel 26, beschäftige ich mich wie gesagt damit, wie Du eine stabile Beziehung zu einer Frau aufbauen kannst.
Vergiss bitte nie: Viele Erkenntnisse brauchen etwas Zeit und Übung, um sich in unserem Bewusstsein festzusetzen. Denke daran: Übung macht den Meister, und Übung braucht Wiederholung– dazu gehört auch wiederholtes Lesen.
Eigentlich sind Verführung oder Pick-Up mehr als eine Wissenschaft, in der es darum geht, die Aufmerksamkeit einer Frau zu gewinnen. Es ist eine hohe Schule, die uns lehrt, wie man positive Bedingungen für die Liebe schaffen kann. Obwohl man also ganz sachlich über Verführung reden kann, ist das Ziel der Verführung ein sehr emotionales. Auch wenn ich Verführung als Wissenschaft sehe, muss ich die leidenschaftliche und glückbringende Dimension betonen.
Die Aussicht darauf, erwiderte Liebe und geteiltes Glück zu finden, ist doch ein guter Anreiz, nicht wahr? Dieser Anreiz wird uns helfen, geduldig durch die Theorie des Verführens zu gehen.
Nach der Theorie ist es notwendig, das erlernte Wissen in der Praxis zu trainieren. Erst nach einer gewissen psychologischen Fundierung kann man damit beginnen, sein Wissen anzuwenden. Das theoretische Wissen hilft schließlich, mit Rückschlägen, Fehlern oder Abweisungen besser umzugehen.
Die Essenz der Verführung
Die Essenz der Verführung oder des Pick-Ups besteht nicht darin, sich jemandem aufzuzwingen, gegen Widerstände anzugehen, sondern darin, den günstigsten Weg zur intimen Harmonie mit Deiner geliebten Frau zu finden. Insofern dient die Kunst der Verführung einem der schönsten Ziele, die wir in unserem Leben haben können. Daran kann keine Kritik am Pick-Up und kein Schmuddel-Vorwurf etwas ändern.
Im Laufe meines Lebens habe ich keinen Mann getroffen, dem eine harmonische Beziehung mit der Frau seiner Träume nicht wichtig war.
Um auf die Kritiker einzugehen, die Pick-Uper als triebgesteuerte Bösewichte ansehen: Wir sollten mit diesen Pauschalisierungen aufhören! Alles hängt von der jeweiligen Person ab, die die Kunst der Verführung anwendet.
Das Atom wurde eigentlich für einen guten Zweck erforscht, doch dann hat man Atombomben gebaut. Es gibt gute und schlechte Einsatzmöglichkeiten für die Kernphysik. Das gilt auch für das Pick-Up. Nicht das Pick-Up ist schuld, sondern die Menschen, die es für ihre eigenen, egoistischen Zwecke nutzen. Wir haben die Wahl, ob wir Dreckskerle werden oder Liebe und Glück finden.
Du wirst Dich sicher fragen: Was hat Pick-Up mit wahrer Liebe zu tun? Die Antwort ist: Pick-Up hat nur mit wahrer Liebe zu tun! Das Wissen, dass Dir das Pick-Up bietet, wird es Dir ermöglichen, eine reichhaltige Beziehung aufzubauen: freundschaftlich, professionell, sexuell, leidenschaftlich, aber auch liebevoll. Als ausgewogene, unabhängige und selbstbewusste Persönlichkeit wirst Du Dir selbst in jeder Situation immer treu sein. Wenn Du die ungezwungene Kommunikation und die Regeln der Verführung gelernt hast, wirst Du Dich von einem unsicheren Kindskopf zu einem aufrechten und selbstbewussten Mann entwickeln, der in der Lage ist, die Bedürfnisse und Wünsche seiner geliebten Frau zu verstehen und sie glücklich zu machen.
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