Unter „Brand Story“ versteht man im Allgemeinen die Geschichte, die hinter der eigenen Marke steckt, die Vision, die einen dazu bewegt hat, das Unternehmen zu gründen. Bei Influencern ist es oftmals so, dass sie nicht für eine einzige Marke Werbung machen, sondern immer mehr zu dieser Marke werden. Richtig erfolgreiche Influencer werben nicht für eine bestimmte Marke, sondern sind selbst zu einer Marke geworden, die oftmals auch Fan-Merchandise verkaufen und Community-Events veranstalten.
Die Brand Story, die im eigenen Social-Media-Kanal erzählt werden soll, will gut überlegt sein und sollte auf jeden Fall die eigene Geschichte sein und nicht von irgendwo abgekupfert werden.
Für Unternehmen umfasst die Brand Story ihre Gründungsgeschichte, das Unternehmensportrait, Kundenbeispiele und den ein oder anderen Blick hinter die Kulissen. Hier ist der kreativen Gestaltung jeder Freiraum gelassen. Man könnte die für die Gründung wichtigen Personen vorstellen, diese interviewen, sie über das Unternehmen / oder den Chef erzählen lassen, die Mitarbeiter einbinden und vorstellen, und Dutzende, wenn nicht hunderte andere Dinge in die Brand Story integrieren. Wichtig ist, sich an den Vorüberlegungen aus dem vorherigen Kapitel zu orientieren. Diese Art des Geschichtenerzählens bringt den Kunden näher an das Unternehmen heran und vermittelt Werte und Visionen des Unternehmens, sodass der potenzielle Kunde sich damit identifizieren kann und letztendlich dort einkauft.
Geschichten, die in Form von Filmen, Serien oder Romanen erzählt werden, haben einen mehr oder weniger klassischen Aufbau und besitzen einen oder mehrere Spannungsbögen. An dieser Art des Aufbaus, dem klassischen Drama in 5 Akten, kann sich auch die eigene Visual Story orientieren. Natürlich sollte man sich selbst hierbei nicht zu stark einschränken, doch eine grobe Anlehnung an bekannte Erzählmuster erleichtert das Visual Storytelling.
Das Nutzen von Insight Storys sollte, gerade für Unternehmen, aber auch für den einzelnen Influencer, angedacht werden. Als Insight wird eine Verbrauchererkenntnis bezeichnet, welche von der individuell angesprochenen Zielgruppe als „allgemeingültige Wahrheit“ angesehen wird. Diese Wahrheit wird nun in einer Story verpackt und präsentiert. Ein beeindruckendes Beispiel ist „Like a Girl von Always“ (zu finden auf YouTube unter den Suchbegriffen: „Like A Girl, Always“)
Die eigene Geschichte sollte unbedingt individuell gestaltet sein: etwas machen, was vorher noch keiner gemacht hat. Man sollte davor nicht zurückschrecken, denn gerade das hebt einen von der Konkurrenz ab.
Außerdem sollte man immer authentisch bleiben. Der Follower wird leicht abgeschreckt, wenn man vor der Kamera eine Rolle spielt, die man nicht ist.
Konsistenz und gleichzeitig Veränderung sollten den Kanal zu etwas Beständigem machen. Sich selbst und seiner Linie treu zu bleiben, ist sehr wichtig und hat auch etwas mit der Authentizität zu tun. Doch trotzdem sollte man sich nicht davor verstecken, etwas Neues auszuprobieren und die Unternehmensgeschichte zu erweitert und mit der Community zusammen wachsen zu lassen.
Wahl der „Kurzgeschichten“
Bevor mit der Produktion von Content, also Inhalten auf Social Media, begonnen wird, sollte überlegt werden, welche Details, Geschichten, Anekdoten und andere Dinge sich dazu eignen, in Social Media präsentiert zu werden. Haustiere, Mitarbeiter, die Bürokatze? Wird sich sozial engagiert? Gibt es spezielle Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit, dem Kampf gegen Rassismus, dem Schutz von Tieren, Umwelt und Kindern? Dann können diese alle angesprochen und hübsch verpackt den Followern präsentiert werden.
Dabei ist prinzipiell nur eines zu beachten: das große Ganze im Blick zu behalten. Handelt es sich um einen Account, dessen erklärtes Ziel es ist, einem Hundehaarallergiker das Leben zu erleichtern, ist es eher kontraproduktiv, Bilder zu zeigen, auf denen mit einem Hund gekuschelt wird. Es sei denn daraus ergibt sich der ultimative Tipp zur Bekämpfung der Allergie?
Es gibt einige lohnende Social-Media-Plattformen, die für das Visual Storytelling allerdings mehr oder weniger gut geeignet sind. Hier sind vor allem Instagram, YouTube, TikTok und auch Facebook eine Überlegung wert. Twitter ist eher auf kurze Textzeilen spezialisiert und weniger auf das Erzählen von Geschichten mit Bild und Video. Hier kommt es allerdings vor allem auf die Zielgruppe an, die angesprochen werden soll. Hierzu im Kapitel „Online Marke etablieren / Influencer werden“ mehr.
Abbildung 4: Funktion der Social-Media-Kanäle
Wie kann das Material erstellt werden, das zum Visual Storytelling auf beispielsweise Instagram genutzt werden kann? Diese Frage sollte im Vorfeld abgeklärt sein, da ohne Bildmaterial nicht gestartet werden kann.
Für die Aufnahme von qualitativ hochwertigen Bildern kann natürlich ein professioneller Fotograf sorgen oder man kauft sich eine teure Spiegelreflexkamera und besucht selbst Fotokurse – daraus könnte man dann auch gleich eine Brand Story erstellen – dies ist aber nicht unbedingt notwendig.
Auch ein handelsübliches Smartphone neueren Modells macht inzwischen sehr passable Foto- und auch Videoaufnahmen, die ohne schlechtes Gewissen für Social-Media-Zwecke genutzt werden können.
Zu achten ist auf hochwertige Tonaufnahmen, die nicht rauschen oder anderweitig mit Störquellen überlagert sind und auf scharfe Bilder, die nicht verpixelt oder verwackelt sind. Instagram und auch andere Plattformen bieten meist die Möglichkeit, den Content mit Filtern direkt zu bearbeiten oder man nutzt ein frei nutzbares, oder ein kostenpflichtiges, Bearbeitungsprogramm für den Feinschliff.
Es gibt aber auch die Option Infografiken und animierte Videos zu erstellen. Wie du ganz einfach selbst schöne Grafiken designen kannst, erfährst du später im Buch. Falls du das ganze an jemanden abgeben möchtest, kannst du dir dafür sogenannte “Freelancer” zum Beispiel auf der Plattform “Fiverr” buchen. Wenn du dich unter folgendem Link bei Fiverr registrierst, erhältst du 20% Rabatt auf die erste Dienstleistung, die du dir buchst:
http://www.fiverr.com/s2/219c58fe78
Probieren geht über Studieren
Starten! Es hilft der Entwicklung nicht weiter, wenn man alles im Vorfeld zu 100 Prozent durchplant und die perfekte Geschichte und das perfekte Material haben will. Gerade kleinere Fehler machen sympathisch und die Community verzeiht dies oft.
Letztendlich bezeichnet Social Media immer auch eine soziale Komponente und man wächst mit dem Feedback, das einem die eigene Community gibt. Das Ausprobieren verschiedener Inhalte und Umsetzungen und das Nutzen aller Funktionen, die die Plattform (wie beispielsweise Instagram) hergibt, sollte im Nachgang durch die Analyse-Funktion betrachtet werden. So kann festgestellt werden, was der Community gefällt, welche Angebote am besten ankommen und worauf sich bei der Erstellung des Contents konzentriert werden sollte.
Nach einiger Zeit und ein paar mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen wächst man in das Visual Storytelling hinein und bekommt durch das Feedback der eigenen Community auch eine Vorstellung davon, was den Followern gefällt und wovon sie mehr sehen wollen.
Der Begriff SEO fällt oft, wenn es um Online-Marketing geht. Hierbei steht SEO für „Search Engine Optimisation“, zu Deutsch: Suchmaschinenoptimierung.
Abbildung 5: Search Engine Optimisation
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