Katharina Johanson - Grete Minde in Tangermünde

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Tangermünde im Jahre 1609. Albrecht von Minden, Sohn einer der reichsten Familien, wird des Mordes verdächtigt und flieht bei Nacht und Nebel aus der Stadt. Der junge, unbedarfte Flüchtling findet bei Gauklern Aufnahme und Auskommen. Sie ziehen im Land umher und erleben alle möglichen Höhen und Tiefen. Eines Tages stirbt Albrecht. Er hinterlässt eine mittellose Witwe und ein Kind. Diese Witwe, Margarete von Minden, erheischt im Jahre 1614 Beistand von den Schwägern in Tangermünde. Allein, die haben kein Interesse an der Frau des Mörders und werden keinen Zipfel ihres Vermögens mit Margarete teilen. Der Erbschaftsstreit weitet sich zum Skandal aus, lässt soziale Verwerfungen übersehen und bringt ganz Tangermünde an den Rand des Abgrundes.
Der vorliegende Text bedient nicht die übliche Schablone von mystischem Mittelalter und grausamen Hexenprozessen, sondern er lotet die frühe Neuzeit tiefgründig aus. Trotz aller Tragik der Ereignisse wird die Geschichte mit einem Augenzwinkern erzählt, nimmt die Akteure beim Wort und garantiert auf diese Weise ein hohes Lesevergnügen.

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Das Elixier war also gewonnen, Albrecht wähnte, es könne weitergehen und wartete auf das Zeichen, zur Fahrt zu rüsten. Allein weder Christian noch Margarete machten Anstalten, das Lager aufzulösen. Der Alte hockte schon geraume Zeit im Schatten eines Baumes und blätterte in einem Buch. Jetzt kam Margarete vom Wagen herunter, legte sich auf eine wollene Unterlage und begann, bäuchlings so daliegend, den Kopf in die Hände gestützt, ebenfalls zu lesen. Albrecht wusste, dass die Calberger eine ganze Kiste mit Büchern bei sich haben, und sobald Gelegenheit war, gern eins davon vor die Nase nahmen. Das erstaunte und befremdete ihn gleichermaßen. Gelegentlich schrieb Margarete sogar etwas in ein Büchlein ein. Exponieren sich die Gaukler nicht mit derartigem Gehabe?, fragte sich Albrecht besorgt. Der tiefe Sinn ihrer Schriftkunde erschloss sich ihm sich nicht, machte ihn eher misstrauisch.

„Vertrödeln wir nicht unsere Zeit?“, rief er aus. Margarete ließ sich nicht stören. Der Alte empfahl gelassen: „Du kannst Dir auch eins nehmen. Das schadet nicht. Und uns drängt doch nichts. Ein paar Tage Zeit haben wir schon noch.“

Christian Calberger tat, als würde er sich auf die Zeilen konzentrieren, in Wirklichkeit beobachtete er, ob der Junge sich zur Lektüre herbei lässt. In der Tat schlenderte Albrecht zum Wagen, kramte in den Sachen herum und setzte sich schließlich mit einem großformatigen Folianten in Christians Nähe. „Da hast Du Dir was Gutes rausgesucht“, lobte er. Bilder über Bilder. Albrecht schaute und legte Blatt um Blatt um. Landschaften, Jagdszenen, Familienidyllen, Porträts. Er las Bildunterschriften: Jan van Eyck, Piero della Francesca, Lucas Cranach. „Leider verstehe ich nichts von Malerei, außer, dass manche Bilder wirklich schön sind“, bekannte der Junge.

Christian schwieg zunächst. Es lag ihm nichts daran, Albrecht zu überfrachten, obwohl er schon meinte, etwas mehr Bildung kann nicht schaden. Zugegeben, Bücher sind nicht ganz billig und auch nicht überall zu bekommen, aber Christian hielt es grundsätzlich für verkehrt, das Lesen nur einem elitären Personenkreis zu überlassen. Wer keine Bücher erwirbt und nicht liest, schließt sich freiwillig aus der großen weiten Welt der verschiedenen Künste aus.

Albrecht stöhnte: „Das verstehe ich gar nicht.“ Er hatte das Blatt mit der Judith von Giorgio de Castelfranco aufgeschlagen. „Warum tritt das Mädchen den Männerkopf mit dem Fuß, dabei sieht sie doch so lieblich aus?“ Christian stieg darauf ein und erzählte die Geschichte der Judith und des Holofernes. Albrecht hörte gebannt zu. Dann blätterte er um und fragte weiter.

So wunderbar sich Albrecht nun Lesen und Schauen eröffneten, so sicher geriet sein Weltbild ins Wanken. Alles, was er bisher gelernt hatte, war, den Griffel halbwegs zu führen, mitunter in Vaters Kontor langweilige Zahlenkolonnen abzuschreiben und sich ansonsten weder um Geschriebenes noch um Gedrucktes zu kümmern. Albrechts Kardinalfrage wurde: Wie kommt ein Gaukler auf die krude Idee, Bücher zu lesen und etwas aufzuschreiben? Er öffnete sich seinem Schutzpatron nicht, behielt jedoch die beiden Gefährten gewissenhaft im Auge.

Anfang Oktober des Jahres 1609 gelangten die Calberger gesund und gut gelaunt beim Eichenwirt in Lüneburg an. Der Wirt freute sich, seine Wintergäste begrüßen zu dürfen, und fragte erstaunt: „Ein Nachwuchskünstler?“ - „Nee, nee“, Christian lachte verschmitzt, „unser Kulissenschieber. Damit konnte der Wirt nicht viel anfangen. Er beließ es dabei. Mit einem Putztuch vor sich her wedelnd komplimentierte er seine Gäste an den besten Tisch in der Wirtschaft und bat um die Bestellung. Albrecht zierte sich. Er hätte gern erst den Wagen abgeladen, das Pferd versorgt und die Zimmer eingerichtet. Allein, der Eichenwirt, wehrte ab. Er bestand darauf, alle Arbeiten von seinem Knecht erledigen zu lassen. Die guten Gäste sollten sich wohl fühlen. Die drei Calberger bekamen vom Erlesensten aus Vorratskammer und Küche, die Magd eilte hin und her, der Knecht schaffte Kisten, Koffer, Säcke auf die Zimmer und der Eichenwirt hockte neugierig bei den Ankömmlingen und achtetet gewissenhaft, dass denen Essen und Wein nicht ausgehen. Sie verplauderten aufgeräumt die halbe Nacht.

Des Wirtes Freude war nicht ganz unbegründet. Die Calberger garantierten ihm feste Einnahmen übers Winterhalbjahr in doppelter Hinsicht: Sie zahlten fair, was sie hier verbrauchten. Außerdem stand Margarete als Heilerin in gutem Ruf. Sie zog die Hilfesuchenden wie ein Magnet an. Erfahrungsgemäß ordern die Patienten dann auch noch Essen oder Getränke. Nun war dem Wirt für die nächsten Monate nicht bange um seine kleine Existenz. Allerdings um den Preis äußerster Verschwiegenheit. Doch die bewährte sich schon seit vielen Jahren.

Am nächsten Morgen eilte der Eichenwirt zum Rathaus, um die Anwesenheit seiner Gäste anzuzeigen. Auch im Rathaus waren die Calberger bereits gut bekannt und ausgezeichnet beleumundet, so dass deren Aufenthalt anstandslos genehmigt wurde.

Am Markt erhielten die Schauspieler eine feste Stellfläche für ihr Theater. Damit erübrigte sich ständiger Auf- und Abbau. Mit zunehmender Kälte verkürzten sie ihre Aufführungen. Im Januar und Februar des Jahres 1610 traten sie überhaupt nicht auf und konzentrierten sich auf die Arbeiten im Haus: Christian und Albrecht besserten Requisiten und Kostüme aus. Margarete kümmerte sich um ihre Patienten und schrieb nebenher Rezepturen, kleine Erfahrungsberichte sowie Texte für Lieder und Sketche in einem Buch nieder.

Albrecht fühlte sich in Margaretes Nähe sehr wohl, ja er bewunderte sie, himmelte sie an, las ihr jeden Wunsch von den Augen ab und mochte ohne sie überhaupt nicht mehr sein. Sein Herz hüpfte vor Freude, wenn er sie für sich alleine hatte, und tiefer Trübsinn bemächtigte sich seiner, wenn sie sich mit anderen abgab. Treu wie ein Hündchen folgte er ihr auf allen Wegen und wartete stundenlang vor einem Haus, während sie ihre Patienten versorgte. Saß sie daheim und schrieb etwas in ihr Büchlein, hockte sich der Junge daneben, nahm sich eine Handarbeit vor, simulierte Geschäftigkeit und schmachtete sie an. Ständig umwarb er sie, wobei Margarete auch nicht abgeneigt war, die feinen Fäden erster Liebe zu spinnen.

Das Schreiben irritierte Albrecht nach wie vor. Gelegentlich fasste er sich ein Herz und fragte Margarete aus: „Ist es nicht hochmütig, sich derart zu beschäftigen?“ Sie verstand nicht gleich, worauf er hinaus wollte, zog die Brauen hoch und runzelte die Stirn. Er fand andere Worte: „Es gibt Schriftgelehrte, die schreiben, aber ein Gaukler sollte doch wohl bei seinem Geschäft bleiben.“ Unbedarft stieg Margarete darauf ein: „Warum sollte man nicht beides verbinden? Außerdem erleichtern mir meine Notizen das Leben. Nichts kann ich vergessen. Und es macht Spaß, einen Text wachsen zu sehen“, sie lächelte verträumt, „es hat was Schöpferisches.“ - „Eben, eben“, hakte Albrecht nach, „dazu hat man doch kein Recht.“ Er wurde ausführlich: „Gottes Wort steht am Anfang und schöpft das Licht, den Himmel, die Erde, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen. Und die zehn Gebote führen uns an. Wie kann man, darf man da etwas Eigenes hinzufügen?“ Margarete blickte offen, ungläubig und vermerkte: Der Junge ist ja fromm. Das hätte ich nie gedacht.

Behutsam setzte sie auseinander: „Gottes Wort steht am Anfang. Das ist richtig. Und die Bibel ist unser aller wichtigstes Buch. Nur, das was ich schreibe, kratzt doch nicht an den feststehenden Codices. Hier ist es Handwerk, dort Verkündigung.“ Albrecht beharrte: „Erlaubt man sich nicht zu viel, wenn man da eingreift.“ - „Glaube mir, ich greife nirgends ein. Ich schaffe Eigenes.“

Wie gut sie sprach. Wie souverän sie rüber kam. Und doch blieb ein Schimmer Unbehagen. Albrecht hatte nicht vor, Margarete Vorschriften zu machen. Ihn bedrängte eher Sorge. Es wusste von Hexen, die das Wort missbrauchen und dann im Feuer enden. Wie schnell übt das Wort Macht aus und wendet sich aus dem gutem Vorsatz augenblicklich ins Ungeheuerliche. Da ist dann alles verloren. Er versuchte, sich anders verständlich zu machen: „Ist das, was Du da schreibst, die Wahrheit?“ Margarete nickte. „Wenn es also wahr ist, wie der Himmel und die Erde, wie Gott und die Menschen, dann muss man es doch nicht nochmal aufschreiben. Dann findet man es doch immer wieder. Sowas vergisst man doch nicht.“ - „Dann schadet es aber auch nicht, es nochmal aufzuschreiben“, erwiderte sie prompt und dachte enttäuscht: Wie dumm der ist!

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