Wladimir Kuschnir - Ukraine – Sammlung historischer Werke I

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Mit dem Vertrag von Perejaslaw 1654, den das moskowitische Reich bis heute als Unterwerfung der Ukraine deutet, begann eine schleichende Russifizierung, welche dann die Bolschewiken noch erbitterter und mit schrecklichen Folgen weiter betrieben, der Holodomor in den dreißiger Jahren sei nur als Beispiel erwähnt. Mit diesem Erbe der Russifizierung hat die Ukraine heute noch zu kämpfen, in der Innen- wie Außenpolitik. Vor und während des 1. Weltkrieges galt der Ukraine ein besonderes Interesse der deutschsprachigen Kriegsparteien. Sehr interessant ist es zu lesen, wie historisch genau und real man 1914 schon die Ukraine, vor allem ihr tragisches Schicksal unter Russland sah. Der Anhang, welcher den Vertrag von Perejaslaw behandelt und eine chronologische Liste der Verbrechen Russlands am ukrainischen Volk bis 1914 enthält, runden das Werk ab und geben dem geneigten Leser einen interessanten Lesestoff an die Hand, mit welchem er heutige Ereignisse in der Ukraine, aber auch anderer Anrainerstaaten Russlands besser verstehen lässt.

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Nicht nur in den russischen Geschichtsbüchern, auch in jedem beliebigen Handbuch der Geschichte überhaupt, bildet die Geschichte der Ukraine einen Stoff, mit dem man nichts anzufangen weiß und der bald in der Geschichte Russlands, bald in der Geschichte Polens untergebracht wird. Jahrhunderte verzweifeltster Gegenwehr reichten nicht aus, dem ukrainischen Volke einen Platz in der Geschichte der europäischen Völkerfamilie zu sichern und den Anspruch durchzusetzen, mit seiner wahren Vergangenheit gehört zu werden gegenüber großartigen Geschichtsfälschungen.

Aber unbekümmert um die Auffassung der Schematiker historischer Ereignisse schreitet die Geschichte ihren Weg, und in dem Maße, als der Krieg, in dem wir stehen, unaufschiebbare Völkerbefreiungen vorzubereiten scheint, hebt er auch, ein gewaltiger Bringer der Wahrheit, die Schleier der Vergangenheit.

Von zwölf Seiten ist die Welt in Brand gesteckt worden. Die Ländergrenzen wurden verwischt, eine neue Karte der Weltteile bereitet sich vor. Es hat der Vorsehung gefallen, dass der Weltbrand auf jener weiten Steppe der Ukraine zum Löschen gebracht werden soll, wo seit den Tagen der Völkerwanderung bis hinein in die Neuzeit im Kampfe zwischen Kultur und Barbarei unermessliche Ströme Blutes geflossen sind. Die Ukraine hat den Sieg der Kultur in Europa mit ihrem Glücke bezahlt. Wieder emporzukommen, ist heute ihr unbestreitbares Recht.

Gebiet und Bevölkerung

Der südliche Teil des osteuropäischen Flachlandes, ungefähr südlich des 53. Grades nördlicher Breite, das ist die Ukraine schlecht und recht. Sie umfasst nahezu das ganze Becken des Schwarzen Meeres mit den Ausläufern im Becken des Baltischen Meeres und wird vom Dnipro in zwei ungefähr gleiche Teile, die westliche und die östliche Ukraine geteilt. Im Süden an die Nordküste des Schwarzen Meeres samt Gestade des Asow’schen Meeres als ukrainischer Binnensee und den Dnister gestützt, überschreitet das ukrainische Element südwestlich das Karpatengebirge, hat zunächst im unteren Fluss San, dann in gleicher Entfernung zwischen Weichsel und ihrem Nebenfluss Bug liegenden Landstrich seine westliche, in den Waldsümpfen zu beiden Seiten des mittleren Dnipros, bzw. in der nach dem Westen und Osten verlängerten Linie des mittleren Prypiat seine nördliche Grenze.

Nach den genannten drei Richtungen genaue, ethnographische Grenzen bildend, entbehrt das von vehementem Drang nach Osten beherrschte ukrainische Element einer sicheren Grenze auch in der nach Asien blickenden Richtung. Die relative Grenze der ethnographischen Ukraine im Osten bildet der Don, den das ukrainische Element in seinem mittleren und unteren Lauf als geschlossene Masse überschritten, sonst noch nicht ganz erreicht hat. Dagegen fiel das südöstlich gelegene Gebiet zwischen dem Asow’schen Meer, dem Kaukasus und der Kaspischen See in die Einflusssphäre des unaufhaltsam vorrückenden ukrainischen Elements. In diesem ethnographisch buntscheckigen südöstlichsten Russland als Ganzes genommen erreichte das ukrainische Element bereits die relative Mehrheit. Das Ukrainische wurde hier bereits zur anerkannten Verkehrssprache. Der westliche Teil des Territoriums am Fluss Kuban, wo vor hundertdreißig Jahren kein ukrainisches Wort erschallte, ist mit seinen 47 % Ukrainern gegenüber anderen Nationalitäten ein Teil der sich nun an den Kaukasus anlehnenden, ethnographischen Ukraine schlichtweg.

Etwas Überwältigendes liegt in den kolonisatorischen Leistungen des ukrainischen Elements. Das heutige Gouvernement Charkiw war vor nicht viel über zweihundert Jahren ein Freiland der Kolonisation. Heute ist das östlich von Charkiw gelegene Gebiet im Durchmesser von fast 500 km ein blühendes Land mit 70 % ukrainischer Bevölkerung, die als geschlossene Masse an manchen Stellen den Don überschritt, als ansehnliche nationale Minoritäten die Wolga erreichte und hinter sich lies und sich den Weg nach dem Uralgebirge bahnt.

Indes müssen wir uns hier mit der Behandlung jenes in groben Umrissen bezeichneten Territoriums begnügen, welches von geschlossener ukrainischer Masse bewohnt ist. Es ist dies ein Gebiet von ca. 850 000 km², also ein Gebiet, welches mit Ausnahme Russlands selbst jeden europäischen Staat an Umfang übertrifft. Dasselbe zählt 43 Millionen Bevölkerung, darunter gegen 80%, also über 34 Millionen Ukrainer.

Ein kleiner Teil des ukrainischen Territoriums, gegen ein Elftel desselben mit ca. 6 Millionen Bevölkerung, darunter laut offiziellen Angaben über 4 200 000 Ukrainern gehört zur österreichisch-ungarischen Monarchie. Es ist dies Ostgalizien, der nordwestliche Teil der Bukowina und das nordöstliche Ungarn von Marmaros-Sziget bis zur Zips. Der Großteil des ukrainischen Territoriums gehört zu Russland und weist eine Bevölkerungszahl von 38 Millionen auf, darunter zumindest 30 Millionen Ukrainer. Diesem ukrainischen Kernland gilt auch hauptsächlich unsere Aufmerksamkeit.

Nationale Merkmale

Anthropologisch bilden die Ukrainer einen eigenen Typus und zeichnen sich aus durch großen Wuchs, Brachycephalie 1, dunkle Haare und Augen und eine gerade, schmale Nase. Der russische Anthropologe Iwanowskij behauptet, dass die Ukrainer äußerst wenige anthropologische Ähnlichkeiten mit den Russen und Polen haben, während letztgenannten Völkern vielfach einen ähnlichen Typus aufweisen. Nach ihm ist der Nasenbau beim Ukrainer schmal, beim Russen und Polen aber breit, weiterhin hat der Ukrainer kürzere Arme als der Russe und längere Füße als der Pole, usw. Das psychologische Bild des Ukrainers ist demjenigen des Russen diametral entgegengesetzt.

Die Einheitlichkeit der ukrainischen Sprache ist derart vollkommen, dass vom San bis zum Kuban, also im Durchmesser von über 2000 km, so gut wie gar keine Unterschiede im Dialekt bestehen. Die von den russisch-nationalistischen Sprachgelehrten in Frage gestellte Eigentümlichkeit der ukrainischen Sprache, ihrer Selbständigkeit und Originalität, kann heute wissenschaftlich nicht mehr bestritten werden. Zum Überfluss hat im Jahr 1906 selbst die kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu Petersburg in einer offiziellen Kundgebung anerkannt, dass die russische und die ukrainische Sprache etwas Grundverschiedenes sind.

Die Ukrainer gehören mehreren Konfessionen an. Die überwiegende Mehrheit der Ukrainer Galiziens und Ungarns sind griechisch-katholisch. Überdies sind in Galizien und der ganzen westlichen Ukraine römisch-katholische Ruthenen zerstreut. Gegen acht Prozent der Ukrainer in Russlands Teil bekennen sich insgeheim zum Protestantismus.

Die Ukrainer bezeichnen sich selbst als „Ukrajinci“, nur wird von den Ukrainern Österreichs und außerdem in einem Teile des russischen Podolien und Wolhynien der Name „Russyny“ 2gebraucht. Diese lokale Abweichung der allgemeinen Volksbezeichnung, die übrigens bei allen Völkern vorkommt, findet seine Erklärung in der Geschichte der Ukraine.

Diesen von der Natur gegebenen Voraussetzungen für den Bestand der Ukraine als selbständige Nation, reihen sich ihre geistigen Eigenschaften, wie sie sich in der nationalen Kultur äußern, gleichwertig an. Als ein zweckmäßiger Maßstab dient uns hier der Vergleich der nationalen Kultur der Ukrainer mit jener der Russen.

In diesem Belange ist schon der religiöse Charakter des ukrainischen Volkes ein dankbares Vergleichsobjekt. Die religiöse Toleranz, die sich von der Auffassung des inneren Wertes der Religion und Geringschätzung der Formalitäten herleitet, ist eine hervorragende Eigenschaft des ukrainischen Volkes. So sind auch andererseits aus dem ukrainischen Volke nie religiöse Konflikte hervorgegangen, wie sie die Geschichte des Mittelalters kennzeichnen. Ritualmordprozesse sind in der Geschichte der westeuropäischen Völker ein dicht beschriebenes Blatt, wogegen die Geschichte der Ukraine auch nicht einen einzigen solchen Fall kennt. Demgegenüber wurden in Moskowien Leute auf dem Scheiterhaufen verbrannt wegen Streitigkeiten, ob das Zeichen des heiligen Kreuzes mit drei oder mit allen fünf Fingern richtig gemacht wird. — Das ukrainische Volk, welches die anderen nach ihrer Façon glücklich sein ließ, wahrte gleich entschieden die Freiheit seiner Kircheneinrichtung. Das Streben nach der Autonomie der Kirchen lässt sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen und führte im 17. Jahrhundert zu Konflikten mit der russischen Regierung. Auf dieses Streben ist auch die Neigung der Ukrainer zur kirchlichen Union mit Rom zurückzuführen, wodurch die ukrainische Kirche von der russischen und polnischen Suprematie verschont werden sollte.

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