Nick Lubens - Punk Rock

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Punk Rock: краткое содержание, описание и аннотация

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Karl-Marx-Stadt 1990:
Nach den Aufregungen der Friedlichen Revolution mit Demonstrationen und Mauerfall bricht der neue Alltag über die sächsische Provinzstadt herein. Auch Tilo und seine Freunde versuchen, in der neuen Welt Fuß zu fassen. Doch die von Arbeitslosigkeit und Existenzsorgen geplagten Eltern stellen keine große Hilfe bei dem Versuch dar, seinen eigenen Weg zwischen all den ungewohnten Freiheiten zu finden. Und wenn man dann zwischen Punkrock und Schule nicht nur permanent Gefahr läuft, von Skinheads aufgemischt zu werden, sondern obendrein die Polizei auch noch auf dem rechten Auge blind ist, wird das Erwachsenwerden zu einem ganz besonderen Abenteuer.

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Mit einem mulmigen Gefühl im Magen schiebe ich meinen Hintern zurück auf den Stuhl. Zum Glück hat das große Kuchenverteilen mit ordentlich Tellerklappern begonnen. Meine Gedanken können sich also auf ganz profane Dinge richten. Ich hab ja auch noch ein ganzes Leben lang Zeit, die großen Probleme der Menschheit zu lösen.

„Wisst ihr schon das Neueste?“, fragt Onkel Kurt zwischen zwei Kuchenhappen und schaut sensationslüstern in die Runde. Er weiß ganz genau, dass wir das Neueste noch nicht wissen. „Elvira sucht sich eine neue Arbeit.“, platzt es aus ihm heraus.

„Aber Kurt.“, kreischt meine Tante und gibt ihm einen tadelnden Klaps auf den Hinterkopf. „Das solltest du doch noch niemandem erzählen. Es ist doch noch gar nichts spruchreif.“

Mein Onkel hebt empört die Hände. „Ich kann doch nicht wochenlang vor mich hin schweigen. Und in der Familie wird man so eine wichtige Neuigkeit ja wohl ansprechen dürfen.“, verteidigt er sich.

„Was ist das denn für eine neue Arbeit?“, fragt Mutter interessiert.

„Verkauf.“, antwortet meine Tante kurz angebunden, aber mit einer Spur Hochnäsigkeit in der Stimme.

„Aha. Und was verkaufst du dann so?“, hakt Mutter nach.

Tante Elvira beugt sich über den Tisch und flüstert, so als würde die Stasi immer noch hinter jeder Tür lauern. „Technische Geräte. Mehr darf ich nicht sagen.“

„Fernseher und so, was?“, stochert meine Mutter ins Blaue hinein.

„Und dann läufst du hier von Tür zu Tür und verscherbelst alte Radugas?“, blödle ich herum, werde aber sogleich von einem vernichtenden Blick meiner Tante zum Schweigen gebracht.

„Es geht um größere technische Geräte.“, meint sie eingeschnappt. „Und die Firma sitzt auch nicht hier in Karl-Marx-Stadt.“

„Elvira muss dann regelmäßig nach Plauen fahren.“, sagt Kurt mit einer Mischung aus Stolz und Mitleid in der Stimme.

„Herrje!“, ruft Mutter aus. „Doch nicht mit dem Zug, oder?“

„Doch, wieso?“, fragt Tante Elvira pikiert.

„Diese vollen Züge!“, meint Mutter und schnauft theatralisch. „Als wir damals nach Hof gefahren sind, konnte schon in Reichenbach niemand mehr zusteigen. Wir waren eingequetscht wie die Ölsardinen, stimmt‘s, Tilo?“

Ich habe gerade den Mund voll und stimme ihr kopfnickend zu.

„Ach, das hat sich doch schon längst wieder gegeben.“, winkt Onkel Kurt ab. „Das waren nur die paar Wochen im November und Dezember. Da sind doch alle rübergegondelt, um sich die hundert Mark Begrüßungsgeld nicht durch die Lappen gehen zu lassen. Jetzt fährt da keiner mehr hin.“

„Was will man auch in dem Kaff?“, murmle ich.

„Wie funktioniert der Kassettenrekorder, den du dir dort von dem Geld gekauft hast, Ingrid?“, fragt Tante Elvira meine Mutter.

„Macht ganz tolle Musik.“, erwidert Mutter begeistert. „Wollt ihr mal hören?“

„Bleib mal sitzen.“, hält sie Onkel Kurt zurück. „Ich bin mir sicher, da kommt das selbe Gedudel wie bei uns raus.“

Ein dumpfer Laut von unter dem Tisch und das schuldbewusst verzogene Gesicht meines Onkels zeigen mir, dass er für diesen Spruch von seiner Frau zurechtgewiesen wurde. Ich frage mich, ob die Rollenverteilung bei den beiden schon immer so gewesen ist. Oder hat Tante Elvira plötzlich Höhe bekommen, weil sie bald technische Geräte verkaufen darf?

Ich beschließe, meinem Onkel zu Hilfe zu eilen und ihn aus der Schusslinie zu nehmen. „Macht dir deine alte Arbeit keinen Spaß mehr?“, frage ich.

„Ach, weißt du. Als Näherin habe ich mich noch nie richtig wohl gefühlt.“, geht sie ungewohnt ernsthaft auf meine Frage ein. „Ich wollte ja immer etwas anderes machen. Die Welt sehen. Studieren. Aber sie haben mich ja nicht gelassen.“, seufzt sie.

Wer sie sind, wissen wir alle, da brauche ich nicht erst nachfragen.

„Und warum willst du jetzt ausgerechnet technische Geräte verkaufen?“, kratze ich des für mich offensichtlichste Problem ihrer neuen Berufswahl an. „Hast du denn Ahnung von Technik?“

Tante Elvira schnappt nach Luft. Sie sieht aus wie ein Fisch, der von der Angel an Land gezogen wurde. Katja und Onkel Kurt starren mich entgeistert an, so als wäre ich ein übergeschnappter todesmutiger Volltrottel, der sich freiwillig bereit erklärt hat, für den erkrankten Dompteur in den Löwenkäfig des Zirkus Busch zu steigen.

„Wo sind eigentlich Sven und Silke?“, wechselt meine Mutter geistesgegenwärtig das Thema. „Die wollen doch bestimmt auch Kuchen.“

„Ich hole sie schon.“, bietet Katja sich an und wirft mir einen schadenfrohen Blick zu. Sie will unbedingt erleben, wie ich mich weiter in dem Spinnennetz verheddere, dass ihre Mutter gleich vor mir ausbreiten wird.

„Aber das kann doch der Tilo machen.“, wirft meine Mutter mir eine weitere Rettungsleine zu.

„Klar!“ Ich springe auf und sprinte in den Flur, bevor Katja mir zuvor kommen kann. Erst vor Svens Zimmertür komme ich zum Stehen. Drinnen ist es verdächtig ruhig. Wahrscheinlich zündeln die beiden wieder. Denen werde ich einen gehörigen Schreck einjagen.

Die vielen handgemalten Schilder mit blöden Sprüchen wie „Dont com in!!!“, „Eltern verboten!“ und „Tilo, bleib drausen!“ ignoriere ich wie immer. Vorsichtig schiebe ich die Tür auf und stecke den Kopf ins Zimmer. Die Rollos sind heruntergezogen, so dass es fast dunkel ist. Ich hatte wohl Recht mit meiner Vermutung. Sorgsam schnuppere ich, aber es liegt kein Rauchgeruch in der Luft. Eine Flamme kann ich auch nirgendwo entdecken.

Dafür taucht Svens Kopf unter seiner Bettdecke hervor. „Was willst du denn hier?“, quiekt er, schnappt das erstbeste, das ihm in die Finger kommt und wirft seinen Stoffteddybären nach mir.

Ich gehe vorsichtshalber hinter der Tür in Deckung, doch es kommen keine weiteren Wurfgeschosse in meine Richtung geflogen.

„Anklopfen!“, brüllt er.

Ich verdrehe die Augen und klopfe an die halboffene Tür.

Svens Kopf erscheint aus dem Dunkel. „Was ist?“, knurrt er mich an.

„Kuchen ist fertig.“, sage ich.

„Und?“, fragt er ungnädig.

„Ihr sollt kommen.“, gebe ich Mutters Botschaft an meinen Bruder weiter.

„OK.“, brummt er und schiebt die Tür zu.

Ich stelle meinen Fuß hinein, so dass er sie nicht ganz schließen kann. „Ach ja. Und mach vorher den Lippenstift weg.“, flüstere ich mit einem breiten Grinsen und zeige ihm, wo in seinem Gesicht rote Streifen zu sehen sind.

Als ich wieder ins Wohnzimmer komme, rollt Katja genervt mit den Augen.

„Diese schreckliche Mode!“, ruft Tante Elvira angewidert. „Zerrissene Jeans, bunte Haare, überall Leder. So etwas hätte es bei uns nicht gegeben.“

„Wieso, Tramps gab es doch auch schon damals.“, widerspricht ihr Onkel Kurt zaghaft, erntet aber sofort einen feindseligen Blick.

„Und eingesperrt hat man sie.“, giftet Elvira. „Und das zu Recht.“

Onkel Kurt reißt die Augen weit auf, doch Mutter kommt seinem potentiell selbstmörderischen Einwand zuvor. „Da ist schon was dran. Unter Erich haben sich die Jugendlichen nicht so gehen lassen.“

„Ach hör mir doch mit deinem Erich auf!“, regt sich jetzt Onkel Kurt auf. „Wir waren alle froh, dass wir den endlich los sind.“

„Trotzdem ist das doch keine Art herumzulaufen.“, hackt Tante Elvira weiter auf dem Thema herum und wirft mir einen abschätzigen Blick zu. „Tilo trägt auch so lange Zottelhaare. Wie sieht das denn aus?“

„Das ist doch wegen der Band.“, versucht meine Mutter, mich in Schutz zu nehmen.

„Ach ja. Die Band.“ Tante Elvira gelingt es tatsächlich, das letzte Wort so klingen zu lassen, als wäre es eine tödliche Krankheit. „Na, jedenfalls geht alles den Bach runter. Wenn ich mir die Jugend so anschaue, schwant mir nichts Gutes für unser Land. Diese ganzen Grufties, Punker und Rocker sollte man in Arbeitslager stecken, damit sie mal lernen, wie man sich nützlich macht.“

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