Nick Lubens - Punk Rock

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Punk Rock: краткое содержание, описание и аннотация

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Karl-Marx-Stadt 1990:
Nach den Aufregungen der Friedlichen Revolution mit Demonstrationen und Mauerfall bricht der neue Alltag über die sächsische Provinzstadt herein. Auch Tilo und seine Freunde versuchen, in der neuen Welt Fuß zu fassen. Doch die von Arbeitslosigkeit und Existenzsorgen geplagten Eltern stellen keine große Hilfe bei dem Versuch dar, seinen eigenen Weg zwischen all den ungewohnten Freiheiten zu finden. Und wenn man dann zwischen Punkrock und Schule nicht nur permanent Gefahr läuft, von Skinheads aufgemischt zu werden, sondern obendrein die Polizei auch noch auf dem rechten Auge blind ist, wird das Erwachsenwerden zu einem ganz besonderen Abenteuer.

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„Und du meinst, die im Westen würden uns alle aufnehmen?“, zeigt sich Sirko skeptisch.

„Aufnehmen?“, regt sich Robert auf. „Wir sind doch keine Bittsteller. Wir sind Deutsche, genau wie die Leute drüben. Die sind auch nicht anders als wir. Wenn wir dort hin ziehen, fällt das gar keinem auf.“

„Und die haben auch genug Arbeit und Wohnungen für alle?“, hake ich zweifelnd nach.

„Klar.“, gibt sich Robert sicher. „So viele sind wir ja auch nicht. Und wir sind schon 40 Jahre mit wenig ausgekommen. Da sind wir doch anspruchslos.“

„Ich weiß nicht.“, murmelt Sirko. „Ich hab keine Lust, in den Westen zu gehen.“

„Irgendwer muss doch auch hier bleiben und das Land aufbauen.“, gebe ich zu bedenken. „Sonst holen es sich die Kommunisten am Ende wieder zurück.“

„Na und?“, meint Robert. „Wenn wir nicht mehr hier sind, können sie damit doch gerne machen, was sie wollen. So wie jetzt kann es jedenfalls nicht weitergehen.“

Fragend glotzen wir ihn an. Wenn Robert seine philosophischen Momente hat, hält man am besten die Klappe und lauscht ehrfürchtig seinen weisen Worten.

„Na, die SED-PDS hat immer noch die Macht. Und bei meinem Vater in der Schule sitzen immer noch der selbe Direktor, die Pionierleiterin und die ganzen alten Kader auf ihren Posten. Die Mauer haben wir vielleicht weggerockt, aber das System ist immer noch das alte.“

„Bei mir im Betrieb ist auch immer noch die gleiche Kombinatsleitung da.“, gebe ich ihm recht.

„Aber die Stasi hat nichts mehr zu melden.“, erinnert uns Sirko daran, dass sich doch etwas geändert hat. „Und ich darf jetzt doch Abitur machen.“, schiebt er freudestrahlend hinterher.

„Ach, wie das denn?“, wundert sich Robert.

„Ich mach Abitur mit Beruf. Sie haben gesagt, dass meine Noten gut genug sind und weil ich quasi Verfolgter der Staatssicherheit war, kriege ich bevorzugt einen Platz.“, antwortet Sirko.

„Warst du?“, hakt Robert kritisch nach.

„Was?“

„Verfolgter?“

„Jedenfalls durfte er kein Abi machen, obwohl seine Noten gut genug waren.“, springe ich Sirko zur Seite. „Das haben wir ihm ganz schön vermasselt, oder?“

Breit grinsend stoße ich mit Robert an. Nicht zuletzt wegen der antisozialistischen Umtriebe unserer Band hatte Sirko nach der 10. Klasse doch keinen der begehrten Nachrückerplätze auf die Erweiterte Oberschule erhalten.

„Und dann sag nochmal, dass sich nichts ändert!“, sagt Robert zu Sirko. „Dann wird ja doch noch ein Ingenieur aus dir.“

„Was für einen Beruf lernst du denn?“, will ich wissen.

„Maschinenbauer.“, antwortet Sirko stolz.

„Das ist cool.“, meint Robert. „Ein Metaller, der Metaller wird.“

Es dauert einen Moment, bevor ich den Sinn dieses Spruches begreife. „Ah, Metaller.“, breche ich etwas verspätet in Heiterkeit aus. „Der ist gut.“

Robert betrachtet mich mit einem weiteren abschätzigen Blick. „Bist du sicher, dass es dir gut geht?“, fragt er mich. „Du bist heute irgendwie komisch drauf.“

Ich lächle verlegen. „Ich weiß auch nicht. Es ist nur so, dass alles irgendwie keinen Sinn mehr ergibt. Wozu mache ich eigentlich noch meine Ausbildung? Was weiß ich denn, ob man in ein paar Jahren überhaupt noch Facharbeiter für Anlagentechnik braucht? Und ständig fehlen Kollegen, weil sie rübergemacht sind. Und keiner weiß eigentlich, was in der Firma abgeht. Und von meinem Vater hab ich schon seit Ewigkeiten nichts mehr gehört. Vielleicht ist der längst tot.“

„Quatsch. Dann hätten sie euch informiert.“, ist sich Robert sicher. „Deine Eltern sind ja offiziell immer noch verheiratet.“

„Sie lassen sich scheiden.“, stelle ich die Tatsachen klar.

„War zu erwarten.“, brummt Robert nur.

„Bei uns in der Firma sind die Leute auch total nervös.“, erzählt Sirko. „Und dann dieses ständige Gelaber am Runden Tisch.“, seufzt er.

„Immer, wenn du den Fernseher einschaltest, sitzen da Männer mit dicken Bärten und reden mit einschläfernden Stimmen aufeinander ein.“, stimme ich ihm zu.

„Ja, aber dadurch bewegt sich doch was.“, ruft Robert. „Ihr seid wirklich schwer von Begriff. Die Runden Tische werden das ganze Land verändern.“

„Gar nichts werden sie verändern.“, erwidert Sirko und hält an der für ihn völlig untypischen melancholischen Stimmung fest. „Die Reden und diskutieren und palavern und am Ende kommt nur kalter Kaffee raus. Die Runden Tische sind nur dafür da, dass die Leute sich in Ruhe aufregen können und am Ende bleibt doch alles beim alten.“

So schnell gibt Robert nicht klein bei. „Warte doch erst mal die Wahlen ab. Nächsten Monat gibt es ein neues Parlament. Stellt euch das doch mal vor! Das erste Mal freie Wahlen in der DDR.“, ruft er begeistert.

„Schnauze da unten!“, brüllt jemand von einem Balkon zu uns herunter. „Quatscht in eurem Kinderzimmer weiter!“ Wir hören, wie ein Fenster energisch zugeschlagen wird.

„Die Wahlen sind doch schon gelaufen.“, meint Sirko mit gedämpfter Stimme. „In allen Umfragen liegt die SPD klar vorn.“ Wie immer ist er gut informiert.

Wie immer bin ich ganz und gar nicht informiert. „Und das heißt?“

„Wir kriegen so eine Art Sozialismus light.“, klärt Robert mich auf.

„Und das ist jetzt gut? Oder schlecht?“, will ich wissen.

„Keine Ahnung.“, gibt Robert zu.

„Wen wählst du denn?“, frage ich ihn. Schließlich sind wir inzwischen alle 18 und dürfen mit entscheiden, wer unser kleines Land demnächst regieren wird.

„DA.“, sagt er fest entschlossen.

„Den Demokratischen Aufbruch?“, fährt Sirko erschrocken hoch und donnert scheppernd mit dem Kopf gegen das Fliegenpilzdach. „Die arbeiten doch mit der DSU zusammen.“

Robert zuckte nur trotzig mit den Schultern.

„DSU?“, hake ich nach.

„Das ist so eine rechte Truppe.“, meint Sirko angewidert.

„Hauptsache Demokratie und mal was Neues.“, gibt sich Robert entschlossen. „Und da die SPD sowieso gewinnen wird, ist es wichtig, dass es eine starke Opposition gibt.“

„Opposition?“ So langsam wird es mir zu bunt. Warum kennen die beiden so viele Worte, von denen ich noch nie gehört habe?

Sirko setzt zu einer Erklärung an, aber Robert fährt ihm dazwischen. „Das willst du ihm jetzt nicht wirklich erklären, oder?“

Sirko sieht so aus, als hätte er genau das vorgehabt.

„Das würde Stunden dauern.“, erinnert ihn Robert an den entscheidenden Nachteil seines Vorhabens. „Liest du überhaupt Zeitung?“, wendet er sich an mich.

„Hin und wieder.“, murmle ich verlegen.

„Du solltest dich wirklich mal politisch bilden.“, fährt er mich an, als wäre er mein Vater. „Wir leben in den aufregendsten Zeiten der Geschichte und du hast keine Ahnung, was um dich herum abgeht. Kein Wunder, dass dir alles zu schnell geht.“

„Ich mache mir erstmal Sorgen um mich, bevor ich mich um die ganze Welt kümmere.“, wehre ich mich. „Jeden Abend hängen wir auf einem kalten, verregneten Spielplatz rum, weil es rein gar nichts für uns zu tun gibt. Da vermisse ich schon fast unsere Pioniernachmittage. Wenigsten hatten wir da eine Aufgabe.“

„Da dürftest du sowieso nicht mehr hin. Wir waren schon in der FDJ.“, erinnert mich Robert.

„Auch da hatte man Angebote.“, bleibe ich unnachgiebig. „Wir konnten zur GST, Sport treiben, Altpapier sammeln...“

„Kannst du doch alles immer noch!“, fährt Robert mir in die Parade.

„Aber es ist doch nicht mehr das selbe.“ Diesmal bleibe ich standhaft. „Das wird doch alles abgewickelt und eingestampft. Du wirst sehen, bald gibt es gar nichts mehr, was wir in unserer Freizeit machen können.“, prophezeie ich.

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