Wenn dir also jemand erklären will, wie du in wenigen Schritten ein Online-Business aufsetzt und dir die Information gibt, dass du dafür eine Landingpage, ein automatisiertes Verkaufssystem, eine Homepage und ein paar schöne Vorlagen brauchst, dann kannst du sagen: „Danke für die Info.“ Du bist aber noch nicht wirklich weiter, weil du als Neuling weder unterschiedliche Optionen kennst, noch die einzelnen Umsetzungsschritte. Entschließt du dich dann, dir in einem Kurs alles von einem Profi erklären zu lassen, wirst du am Ende merken, dass du erst einen Teil des großen Ganzen gelernt und erledigt hast – es ist so, als wenn du die Karosserie eines Autos gebaut hättest und sich das Ding aber nicht vorwärtsbewegen kann, weil der Motor fehlt.
Gerade noch hast du vor Begeisterung gejubelt, dass du „dein Baby“ konzeptioniert und fertig gestellt hast und nun beschleichen dich ein Unwohlsein und das Gefühl, etwas nicht bekommen zu haben. Es ist wie, als wenn du den Kaufvertrag für ein Haus unterschrieben hättest, froh bist, in deinem Budget geblieben zu sein und dann feststellst, dass die Herstellung des Fundamentes gar nicht im Lieferumfang enthalten ist.
Wer ist nun der Schuldige? Der Hausbauer oder du? – Du, wer sonst! Du hättest ja wissen müssen, was du willst und dich gründlicher informieren können. Dann hättest du nämlich erfahren, dass du für ein Haus ein Fundament brauchst. Gut, ein ziemlich lahmer Vergleich war das, aber du weißt mit Sicherheit, wie ich es gemeint habe.
Möchtest du eine Geschäftsidee oder die Realisierung von Wünschen angehen, kommst du nicht drum herum, zunächst Energie in eine umfangreiche Informationssammlung zu stecken. Erst an dem Punkt, wo du sämtliche Fakten in der Hand hast, bist du in der Lage
die Informationen auszuwerten,
das Pro und Kontra abzuwägen,
die Risiken und Vorteile einzuschätzen und
die Entscheidung für oder gegen dein Projekt zu fällen.
Mit den zuvor genannten vier Punkten leitest du eine vernunftbegabte Vorgehensweise ein, die dir im Ergebnis klipp und klar vor Augen führen wird, was auf dich zukommt. Es ist eine Art Machbarkeitsanalyse mit einer verwertbaren Informationssammlung, mit der du zunächst das WASherausfilterst und dann im Groben das WIEherausfinden kannst, und zwar im richtigen Kontext.
Und hier sind wir schon beim Knackpunkt.
Viele Menschen haben zwar Visionen und Träume, tun aber nichts dafür. Es reicht nicht, mit einer Idee nur seicht an der Oberfläche zu paddeln. Für die Realisierung von Projekten, und dazu gehört die Initiierung eines Online-Business genauso dazu wie jedes andere Lebensprojekt, solltest du zunächst, so tief du kannst, in die Materie einsteigen.
Du kennst bestimmt Menschen aus deinem Umfeld, die dir von großen Vorhaben erzählten, die sie erfolgreich auf die Beine gestellt haben. Ihre stolze Haltung verrät dir, dass sie sich gerne an ihr Projekt erinnern, weil sie es geschafft haben und weil dazu noch alles wie am Schnürchen klappte. Das sind Kämpfer, die gehen los, schlagen sich durch ihr Vorhaben wie mit der Machete durch den Dschungel und dabei ohne sich von ihrem Ziel abbringen zu lassen. Diese Kämpfer beten nicht darum, dass sie ankommen, sie wissen, dass sie ankommen werden. Sie zweifeln nicht, sondern sie folgen einem Plan, der ihnen hilft, dran zu bleiben und den Überblick zu behalten. Und dabei spielt es keine Rolle, ob sie den Plan schriftlich fixiert oder im Kopf haben – sie haben aber einen Plan.
Können wir den großen Zusammenhang nicht greifen, dann beschleicht uns doch oft ein Gefühl von Unsicherheit, welches mit quälenden Fragen einhergeht: Kann ich das überhaupt? Bin ich gut genug? Halte ich durch? Lohnt der ganze Aufwand überhaupt? – Wenn du dein Gehirn ständig mit solchen Fragen belästigst, wirst du zum Zweifler, aber nicht zu einem Wissenden und schon gar nicht zu einem Handelnden.
Ich muss zugeben, dass ich mein Business zunächst auch nicht präzise geplant habe. Ich hatte die groben Eckpunkte aufgrund früherer Recherchen im Kopf, habe mir ein paar Verkaufsseminare angesehen und mich dann einfach hineingestürzt – trial and error. Trotzdem ärgerte ich mich oft, dass alles nur bröckchenweise herauszufinden war, ich teilweise Umwege gegangen bin und manche Dinge überarbeiten musste.
Bei allem hat dennoch die Freude überwogen, endlich den Schlüssel, wenn auch zunächst einen kleinen, zur Umsetzung meines Online-Business gefunden zu haben. Die Lust, mein Wissen und meine Erfahrung in ein digitales Produkt zu packen und damit anderen eine Umsetzungshilfe für ihre persönlichen und privaten Projekte zu geben, das hat mich beflügelt. Das gab und gibt mir immer noch den Drive, dran zu bleiben und aus meinem ganzen Potenzial zu schöpfen.
Hier in dem Buch geht also um das WAS, damit du später über das WIE zu deinem Umsetzungsweg für dein digitales Produkt finden kannst. Du solltest dann genau wissen, mit welchen Begriffen du nach weiterführenden Informationen suchen und welche Kurse du gegebenenfalls zum Erwerb von Fähigkeiten absolvieren könntest. Wenn du dein Online-Business ernsthaft betreiben willst, wird es wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle unumgänglich sein, dir komprimiertes Wissen einzukaufen - auch ich habe einige kostenpflichtige Kurse absolviert.
In Kapitel 7 habe ich dir sämtliche Informationen aus diesem Buch zu einem konkreten Handlungsleitfaden zusammengestellt, der dir zeigt, welche Schrittenotwendig und in welcher Reihenfolgesie angebracht sind. Dieser Leitfaden ist wie eine Stütze, die dir hilft auf Kurs zu bleiben, dir aber dennoch Gestaltungsspielraum lässt, um es auf deine ganz persönliche Art zu machen. Dazu kannst du später noch eine Liste mit Links für weiterführende Informationen abrufen – dort findest du Hinweise zu Tools, Tutorials, Gesetzen, Vorlagen und Werkzeugen, die du für deine Arbeit gebrauchen kannst.
Bedenke aber bitte, dass ich dir mit diesem Buch keinen „Generalschlüssel“ an die Hand geben kann, weil allein schon das Thema „Digitales Produkt“ mehrere Varianten (also mehrere „WAS“) bereit hält und bekanntlich viele Wege zum Ziel führen. Wenn ich diese alle durchspielen würde, dann hättest du jetzt wahrscheinlich schon fast eine Enzyklopädie in der Hand.
Die Erkenntnisse und Impulse, die du aus diesem Buch mitnimmst, sollten dich in die Lage versetzen, nicht nur endgültig JA zu deiner Geschäftsidee und zu deinem Digitalen Projekt zu sagen, sondern dich auch befähigen, dein Projekt strukturiert aufzusetzen.
Herzlich willkommen im Club und herzlich willkommen im Club von all denen, die mit Liebe und Engagement sich für eine Sache einbringen, um die Welt ein wenig schlauer zu machen. Dann lass uns jetzt starten.
2. In welche Tüte kannst du dein Wissen packen?
Ein Hofladenbesitzer, der als Solo-Unternehmer Marmelade aus eigenem Anbau verkaufen will, hat aufgrund seiner Ernteleistung ein begrenztes Produktionsvolumen und wahrscheinlich aufgrund der Lage seines Hofladens nur einen überschaubaren Absatzmarkt.
Unbegrenzte Möglichkeiten hätte er hingegen, wenn er sein Wissen über die Herstellung von Marmelade verkauft. Wissen kannst du zwar nicht in Gläser abfüllen oder in Tüten packen, aber du kannst es beispielsweise in einem Film als Hilfe zur Selbsthilfe einer breiten Masse zur Verfügung stellen.
Und das funktioniert ganz einfach: Du bittest eine Person, dich Schritt für Schritt beim kompletten „Einmachvorgang“ - also von der Obsternte bis zum Abfüllen der Marmelade - zu filmen. Zum Schluss schaust du noch freundlich in die Kamera, erzählst den Leuten, dass sie die fertige Marmelade möglichst nahe der vorbeiführenden Dorfstraße ausstellen sollen und nicht den Hinweis vergessen dürfen, der Kunde möge den Kaufpreis bitte in die „Geldkassette des Vertrauens“ legen.
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