So beschließen die Helferlys zum Ältesten zu gehen.
Währenddessen hat Grippus einen neuen Verbündeten in den Rachen geschleust. Es handelt sich dabei um Keuchi. Keuchi ist ein gemeiner kleiner Kerl, der Menschen zum Husten bringt. Sodann macht er sich an die Arbeit und kitzelt mit seinen Fühlern den Rachen- und Halsraum. Phillip muss husten.
Keuchis werden von Zeit zu Zeit immer größer und bunter, indem sie ständig neue Körperteile bilden.
In der Zentrale herrscht riesige Aufregung. Jetzt ist auch noch die Temperatur angestiegen! Phillip hat mehr als 39 Grad Fieber. Zudem hat er durch den Defekt der Abfallmaschine auch noch Durchfall.
Seine Mama ist mit ihm bei der Praxis von Dr. Knoblauch angekommen. Sie sitzen im Wartezimmer.
Die Helferlys haben die Höhle des Ältesten erreicht. Der Bürgermeister Gottfried bittet um Ruhe und tritt vor: „Ältester, wir Helferlys rufen dich und bitten dich um Ratigkeit.“
Es passiert jedoch nichts. So lässt sich der Bürgermeister Gottfried nach einem weiteren Versuch einen Lautsprecher geben, denn es ist bekannt, dass der Älteste schwer hört, weil er schon mehr als 500 Jahre alt ist.
Du fragst, warum ein Ältester mit 500 Jahren in einem Jungen lebt, der gerade mal fünf Jahre alt ist? Nun ja, ein Menschenjahr entspricht ein Hundert Jahre für einen Helferly.
„Ältester, so erhört uns doch in unserer Notigkeit“, brüllt der Bürgermeister Gottfried indes in seinen Lautsprecher.
Die Helferlys warten gespannt. Dann endlich erscheint er- der Älteste! Er geht geruhsam aus seiner Höhle und richtet seinen Blick zu den Helferlys.
„Wir benötigen eure Helferlichkeit, weil wir einen Virus im Körper haben“, berichtet der Bürgermeister Gottfried.
„Ihr habt Bierwurst im Körper?“ fragt der Älteste mit rauer Stimme.
„Nein“, antworten ihm die Helferlys und der Bürgermeister Gottfried fügt mit seinem Lautsprecher hinzu: „Es ist ein Virus. Und er ist uns eine Unbekanntigkeit.“
Der Älteste nickt und murmelt: „Mh.“
Dabei sieht er so aus als ob er sehr angestrengt nachdenkt. Er sagt nach einer Weile immer noch nichts und steht wie angewurzelt dort.
„Ältester, wie ist deine Ratigkeit?“ will der Bürgermeister Gottfried wissen.
„Wie bitte, was brat‘ ich gleich?“ informiert sich der Älteste.
Abermals nimmt Bürgermeister Gottfried sein Lautsprecher und wiederholt, was er zuvor schon einmal gefragt hatte. Es gestaltet sich weiterhin schwierig, dass der Älteste die Helferlys versteht, aber nach einer weiteren Weile, hebt er sein Gehstock in die Höhe und ruft: „Ich hab’s!“ Er erklärt den staunenden Helferlys, dass nur die Antikörper sie und Phillip retten können. Die Helferlys verstehen nicht.
„Antikörper sind eine Eingreiftruppe, die einen Eindringling erkennt und beseitigt. Allerdings wollen Menschen sie meistens nicht hereinlassen, da sie ganz widerlich schmecken“, erklärt der Älteste.
„Was können wir denn tun?“ fragen die Helferlys.
„Wie, ihr wollt euch ausruh’n“, versteht der Älteste wieder einmal falsch, „ihr müsst schnell in die Zentrale und die muss Phillip erklären, dass er die Medizin von seinem Kinderarzt unbedingt nehmen muss.“
„Also absolute Schnelligkeit. Eile voraus, Marko und überbringe die Kunde“, befiehlt Gottfried.
Und schon macht sich Marko schnellstens auf den Weg zur Zentrale.
Währenddessen soll Phillip ein Antibiotika nehmen. Aber Phillip will nicht. Seine Mama und Dr. Knoblauch versuchen ihn zu überreden- es hilft nichts!
Plötzlich hört Phillip einen Gedanken: „Bitte nimm‘ diese Medizin, auch wenn sei scheußlich schmeckt!“
Phillip ist verwundert. Seine Mama scheint dies nicht gehört zu haben.
„Die Medizin hilft dir und uns…“ erzählt diese Stimme in seinem Kopf.
Phillip fasst seinen Mut zusammen und trinkt sein Antibiotika.
Noch spürt Phillip keine Veränderung, nur einen bitteren Geschmack. Mit dieser Medizin ist aber eine Spezialeinheit mit in seinen Körper gekommen:
Die Antikörper! Sofort lokalisieren die Antikörper den Aufenthaltsstatus von Grippus. Für sie ist er kein Unbekannter.
„Zugriff des Zielobjekts im Magen“, lautet ein Funkspruch.
Alle Antikörper machen sich zügig auf den Weg. Mit ihren Donnerjets sind sie so schnell wie die Blutbahn. Als die Antikörper den Magen erreichen, werden sie von den Grippis angegriffen.Sofort schießen die Antikörper grüne schleimartige Kugeln ab, in denen die Grippis kleben bleiben.
„Ha, ha, das macht ihr nicht mit mir!“ brüllt Grippus und lässt noch mehr Grippis aus seinem Bauch.
Er selbst versucht zu fliehen. Die Antikörper haben zwar alle Mühe, jeden Grippi und Schnuppi wie auch Keuchi zu fangen, aber den gemeinen Grippus schnappen sie ebenfalls, da viele Antikörper seinen Fluchtweg versperren und ihn umkreisen.
Für Grippus benötigen die Antikörper mehr Klebeschleim, damit er bewegungsunfähig gemacht werden kann. Die Helferlys verfolgen per Bildschirm den spannenden Kampf. Als die Antikörper gewonnen haben, jubeln die Helferlys.
„Unsere herzlichste Dankbarkeit für die tapferen Helden“, spricht Gottfried, der Bürgermeister, den Antikörpern aus, „Wir laden Sie zu einem Fest für ihre Ehrigkeit ein.“
Die Antikörper aber lehnen ab. Für sie ist die Arbeit getan. Sie tragen den vollgeschleimten Grippus in einen Käfig und machen sich abfahrbereit.
„Nein, Danke. Wir müssen weiter- zum nächsten Einsatz“, gibt ein Antikörper an.
„Hört ihr Helferlys, ich bin nicht besiegt. Ich komme wieder, das schwöre ich“, röchelt Grippus.
„Das denke ich nicht“, sagt ein anderer Antikörper und wirft dem Bürgermeister eine kleine Kiste vor die Füße.
Gottfried schaut verdutzt.
„Das schützt euch, falls Grippus doch wiederkommt“, meint der Antikörper.
Danach fahren sie weg. Die Helferlys aber freuen sich und verabschieden die Antikörper. Dann feiern Sie die ganze Nacht durch. Am nächsten Morgen müssen sie alles reparieren: Den Halsbereich, die Abfallmaschine, den Temperaturregler und so manch anderes, was Grippus und seine gemeinen Helfer so zerstört haben.
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