Brauche ich nichts außer diesem Buch?
Natürlich nicht. Das Buch gibt Ihnen Impulse für eine bestimmte Arbeits- und Denkweise. Wenn Sie dieser Methode folgen, werden zwangsläufig Fragen zu den Quellen und deren Inhalte aufkommen. Falls Sie keine Antwort auf Ihr Problem finden, können Sie sich an die Abteilung Bildung des Deutschen Dachverbands der Historischen Fechter wenden.
Wie ist die hier beschriebene Methode entstanden?
Die Methode ist das Ergebnis meiner eigenen zwölfjährigen Erfahrung im Bereich des historischen Fechtens und der damit verbundenen Technikinterpretation. Hinzu kamen die Probleme, die mir zahlreiche Mitglieder der deutschsprachigen Szene geschildert haben. Des Weiteren fließt meine Erfahrung als Mittelalterforscher (Mediävist) an der technischen Universität Chemnitz in dieses Buch ein. Ich habe die Rekonstruktion der Fechttechniken zu meinem Hauptforschungsgebiet gemacht und insgesamt sieben Jahre Arbeit in die Entwicklung der vorliegenden Methode investiert. Sie versucht, den Problemen und Realitäten der Historischen Fechter gerecht zu werden.
Das Fechtbuch: Definition und Zielgruppen
Bei einem Fechtbuch handelt es sich um ein Buch, das Handlungsanweisungen für verschiedene Disziplinen des bewaffneten oder unbewaffneten Kampfes enthält. Ein Fechtbuch ist also, wie beispielsweise auch ein Kochbuch, eine Gebrauchsanleitung. Die Fechtbücher können von ihrer Gestaltung her in drei Typen unterteilt werden.
Reine Textbücher
Stark bildlastige Bücher
Eine Mischform, die Text und Bild verwendet
Die Adressaten der Fechtbücher variieren im Laufe der Jahrhunderte. Bei den Quellen des 14. und 15. Jahrhunderts handelt es sich vor allem um Handschriften, die für eine bestimmte Person oder einen Personenkreis bestimmt waren. So ist beispielsweise die auf 1389 datierte Hs. 3227a ein Hausbuch. 1Eine Art persönliche Sammelhandschrift, in welcher der Autor verschiedene Fachtexte gesammelt hat. Die Fechtlehren in diesem Buch waren also vor allem für den persönlichen Gebrauch bestimmt und dienten vermutlich als Erinnerungshilfe. Ganz anders verhält es sich mit den Handschriften des Fechtmeisters Talhoffer. Vor allem die späten Werke, mit ihren aufwendig gestalteten Bildkatalogen sind mehr als nur ein persönliches Notizbuch. Es sind Repräsentationswerke, mit denen Talhoffer seinen Status als gefragter Fechtmeister belegen und demonstrieren konnte. Gleiches gilt für die Empfänger dieser Bücher. Als Beispiel kann hier die letzte von Talhoffers Handschriften angeführt werden, der auf 1467 datierte Cod. Icon 394. 2Die Handschrift wurde für den Grafen Eberhart von Würtemberg angefertigt. Obwohl zu dieser Zeit bereits das kostengünstige Papier der Beschreibstoff der Wahl war, wurde für Talhoffers Fechtbuch das wesentlich teurere Pergament verwendet. Die Zeichnungen sind von hoher Qualität und entsprechen auch den zeitgenössischen ästhetischen Vorstellungen. Dieses Buch ist mehr als eine Notizschrift oder ein Lehrwerk, es ist ein Werbemittel. Im 16. Jahrhundert treten zu den Handschriften die gedruckten Fechtbücher, die sich an ein wesentlich breiteres Publikum wenden. Ein Beispiel dafür ist das Fechtbuch von Egenolph, welches drei Mal aufgelegt wurde.
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