Melanie Ruschmeyer
Werwolfsgeheul
Seelenbiss-Reihe Teil 2
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Inhaltsverzeichnis
Titel Melanie Ruschmeyer Werwolfsgeheul Seelenbiss-Reihe Teil 2 Dieses ebook wurde erstellt bei
Vorwort Vorwort Die Welt aus dem Blickwinkel eines Wolfes sehen, das hätte ich schon viel früher tun sollen. So hätte ich das unvermeidliche vielleicht verhindern können, denn so oft gabst du mir Hinweise, denen ich keine Beachtung schenkte. Mein Verstand war viel zu starrsinnig auf etwas völlig anderes gerichtet. Doch als ich dann verstand, war es schon längst zu spät und du hattest dich entschieden, entschieden gegen mich! Du wandtest dich von mir ab, weil du mich beschützen wolltest und dennoch, vermutlich gegen deinen Willen, starb ich schließlich ein sterbliches Leben… Niemand weiß, was er tut, wenn er recht handelt: aber des Unrechten sind wir uns immer bewusst. (Johann Wolfgang von Goethe)
Briefpapier Briefpapier Ja, so hat es nun begonnen. Wir können nur hoffen, mein Schatz, dass wir uns richtig entschieden haben. Nicht auszudenken, wenn dies doch der falsche Weg wäre, wenn wir durch unsere Taten nun doch den Weg des Propheten eingeschlagen haben. Die endlosen Jahre in denen wir so lange nach der Wahrheit gesucht hatten und sie sich dennoch nur teilweise offenbart hat, es macht mich krank vor Sorge! Vor Sorge um dich und alles, was wir uns aufgebaut haben. Du bist kein Monster, Liebes! Der Fluch hat uns alle dazu gezwungen Pfade einzuschlagen, die wir nie für möglich erachtet hätten. Nun, da die Sanduhr begonnen hat ihre Körner Stück für Stück rieseln zu lassen, können wir nur warten. Warten auf das Kind des Lebens und des Todes, bis sie sich uns offenbaren. Dann, an jenem Tag, weißt du, was zu tun ist und um Himmels Willen, wir werden alle Güte und Erbarmung dieser Welt brauchen, wenn wir das unvermeidliche tun müssen um unser Dasein zu retten. Denk nicht so viel darüber nach, Liebste. Ich liebe dich in alle Ewigkeit, Keith Maguire
Neues Leben
Todestag
Die Ruhe vor dem Sturm
Aufbruchstimmung
Der Sumpf der Stadt 1
Eine Hand wäscht die andere
Der Sumpf der Stadt 2
Zur selben Zeit in Eis und Schnee
Das Gebirge Tibets
Zur selben Zeit in Hong Kong
Alte Bekannte
Audienz
Eine neue Last
Junge Unschuld 1
Düsterer Pfad
Junge Unschuld 2
Der große Kriegsgott
Verrat
Kurz zuvor in Eis und Schnee
Schlechte Nachrichten
Missverständnis
Ein altes Stück Papier
Herons Erbe
Ein Packt unter Werwölfen
Deine und meine Zukunft
Ungeahnte Verwandschaft
Das Klagelied der Wölfe
Zusatz: Kein Kind mehr
Danksagung
Impressum neobooks
Die Welt aus dem Blickwinkel eines Wolfes sehen,
das hätte ich schon viel früher tun sollen.
So hätte ich das unvermeidliche vielleicht verhindern können,
denn so oft gabst du mir Hinweise, denen ich keine Beachtung schenkte.
Mein Verstand war viel zu starrsinnig auf etwas völlig anderes gerichtet.
Doch als ich dann verstand, war es schon längst zu spät und du hattest dich entschieden, entschieden gegen mich!
Du wandtest dich von mir ab, weil du mich beschützen wolltest und dennoch, vermutlich gegen deinen Willen, starb ich schließlich ein sterbliches Leben…
Niemand weiß, was er tut, wenn er recht handelt: aber des Unrechten sind wir uns immer bewusst.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Ja, so hat es nun begonnen. Wir können nur hoffen, mein Schatz, dass wir uns richtig entschieden haben. Nicht auszudenken, wenn dies doch der falsche Weg wäre, wenn wir durch unsere Taten nun doch den Weg des Propheten eingeschlagen haben.
Die endlosen Jahre in denen wir so lange nach der Wahrheit gesucht hatten und sie sich dennoch nur teilweise offenbart hat, es macht mich krank vor Sorge! Vor Sorge um dich und alles, was wir uns aufgebaut haben.
Du bist kein Monster, Liebes! Der Fluch hat uns alle dazu gezwungen Pfade einzuschlagen, die wir nie für möglich erachtet hätten.
Nun, da die Sanduhr begonnen hat ihre Körner Stück für Stück rieseln zu lassen, können wir nur warten. Warten auf das Kind des Lebens und des Todes, bis sie sich uns offenbaren. Dann, an jenem Tag, weißt du, was zu tun ist und um Himmels Willen, wir werden alle Güte und Erbarmung dieser Welt brauchen, wenn wir das unvermeidliche tun müssen um unser Dasein zu retten.
Denk nicht so viel darüber nach, Liebste.
Ich liebe dich in alle Ewigkeit,
Keith Maguire
Bloß gleichmäßig arbeiten! Strich um Strich, sanft und sauber!
Ich stand in Alexanders Zimmer und war dabei Farbe auf die kargen Wände zu bringen. Na ja, mittlerweile nicht mehr nur sein Raum, sonder unser. Das schöne Minzgrün hatte ich deshalb ausgewählt, weil es am Besten zu ihm passte. Ich konnte mich immer noch nicht an die seltsame Eigenschaft von halb Vampir, halb Werwolf gewöhnen. Vor allem könnte ich gerade aus diesem Grund regelrecht explodieren! Ich würde ihm liebend gerne den Farbtopf über den Kopf ziehen! Wieso musste eigentlich immer Vollmond sein, wenn irgendetwas wichtiges anstand? Nämlich genau dann musste er mich stets verlassen. Zu viel Angst hatte er um mich, da er sich in dieser Zeit des Mondstandes nicht beherrschen konnte. Doch sollte man nicht meinen, dass der wohl vermutlich stärkste Vampir der Welt eine Chance gegen einen einzelnen Werwolf hätte? Aber nein, er musste es ja immer besser wissen. Jegliches Flehen und Betteln half einfach nicht. Er war weg und ließ mich hier mit der Arbeit zurück! Typisch Männer!
Ich verfiel regelrecht der Wut und konnte nichts dagegen tun. Sie grub sich an die Oberfläche wie ein Maulwurf. Noch immer war sie nicht verraucht, obwohl der monatliche Streit schon ein paar Stunden her war. Auf der einen Seite tat es mir leid, denn ich verstand sein Handeln, auf der andere Seite allerdings, wollte ich ihn an meiner Seite wissen. Jede Sekunde, jede Stunde, jeden Tag!
Knurrend schob ich die Farbrolle wieder in den Topf und rollte sie abermals mit einem klebrigen Geräusch über die Wand. Bei dem Schmatzen der Masse sträubten sich die Nackenhaare und ein leichtes Schütteln durchzog mich. Der beißende Geruch der Farbe kam einer Folter gleich, doch ich hatte es ja schließlich nicht anders gewollt. Er schlängelte sich durch die Nase und legte sich widerlich auf die Zunge. Ich konnte dem Drang, diesen Geschmack abzustreifen, nicht widerstehen und schob meine Zunge immer wieder an der Oberlippe entlang. Aber nichts half. Eigentlich glaubte ich es gelernt zu haben einen Geruch zu ignorieren, doch meine Gefühle brachten noch zu oft alles durcheinander.
Ein tiefer Seufzer trat aus meinen Mund, denn es war erneut passiert. Es befand sich zu viel Farbe auf der Rolle, die nicht korrekt abgestreift worden war. Sie lief dickflüssig meine Hand herunter und wurde gerade noch von der anderen Hand dabei gehindert den Arm ebenfalls zu vereinnahmen. Blitzschnell wischte ich über die Haut und die Flüssigkeit blieb an der Handfläche kleben wie ein Kaugummi. Angewidert schüttelte ich die Masse ab. Dicke Kleckse flogen umher und erfassten meinen Blaumann, mein Gesicht und die bereits gestrichenen Bahnen der Wand. Mit einem gefährlichen Zucken im Auge musterte ich die Arbeit, die ich bereits mühselig hinter mich gebracht hatte. So oft schon war ich über die Fläche gegangen und hatte meine Fehler ausgeglichen. Jetzt wurde die Wand erneut von einer dicken Hügellandschaft bevölkert, wobei hier und da die Erdanziehungskraft sie bereits nach unten zog.
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