Nadine T. Güntner - Weibsstücke

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Nicht immer meint es das Schicksal gut mit dem so genannten schwachen Geschlecht.
In 20 knackig kurzen und schaurig-schönen Erzählungen erlaubt «Weibsstücke» ® einen Einblick in die alles entscheidenden Wendepunkte starker, leidenschaftlicher und auch ängstlicher, verletzbarer Frauen aus allen geschichtlichen Epochen. Der Strudel aus Emotionen, der sich hier aufbaut, wird Sie «Weibsstücke» nicht so schnell vergessen lassen.

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Als die Kräuter gesammelt und dem Druiden übergeben worden waren, kehrte Mina in ihre Hütte zurück. Ihre Tochter war inzwischen erwacht und freute sich über die Rückkehr der Mutter. Mina hätte am liebsten geschrien, so laut, dass ganz Germanien und die Götter selbst von dem Schmerz erfuhren, der ihr zugefügt wurde. Doch sie tat es nicht. Stattdessen nahm sie das Mädchen in die Arme und drückte es so lange an sich, bis die Kleine sich der Umschlingung entwand. Mina ließ sie mit Tränen in den Augen gewähren. Sie war sieben Jahre alt und sie verstand nichts von dem, was an diesem Tag geschehen würde.

Die Männer kehrten von ihrem erfolgreichen Jagdzug zurück. Sie brachten herrliches Fleisch mit, das die Frauen in Verzückung versetzte. Es gab viel zu tun. Die Tiere mussten ausgenommen und enthäutet werden. Dann wurden die Feuer angezündet.

Später, während ihre Tochter friedlich auf dem festgetretenen Erdboden der kleinen, rauchigen Hütte spielte, kamen die Jungfrauen des Dorfes und brachten Blumenkränze und ein feines Gewand, das nur für diesen Tag angefertigt worden war. Mina saß auf ihrem niedrigen Lager, hielt dabei ihre Tochter in den Armen und ließ, vom Schmerz wie betäubt, die Jungfrauen die heiligen Handlungen durchführen. Langsam wurde dem Mädchen bewusst, dass dies kein Tag wie jeder andere werden würde. Sie lachte und klatschte in die kleinen Hände, als sie in feinen Stoff gehüllt und mit Blumen geschmückt wurde. Mina hingegen weinte stumm. Es gab keinen Trost für sie an diesem Tag. Ein junges Mädchen mit strohblondem Haar, kaum drei Jahre älter als ihre Tochter, kam zu ihr und fragte sie mit verständnislosem Gesicht, warum sie weine. Sie könne doch stolz auf den Vorzug sein, der ihr gewährt wurde. Mina hätte sie am liebsten ins Gesicht geschlagen. Was wusste dieses dumme Ding schon?

Vor ihrer Hütte versammelten sich die Dorfbewohner. Zuletzt kam der Druide. Wenn sie gekonnt hätte, hätte Mina den offenen Zugang zu ihrer Hütte verrammelt und wäre mit ihrer Tochter nie wieder herausgekommen. Doch es wäre sinnlos gewesen. Es hätte nur den Zorn der Götter heraufbeschworen.

Der Druide betrat würdevoll ihre ärmliche Behausung. Er brachte wohlriechende Kräuter mit, die ihren Duft in der ganzen Hütte verströmten, und einen Trank, den er unter unzähligen Riten zubereitet hatte. Ihre Tochter schmiegte sich an Mina und umschlang mit ihren Armen die Hüfte der Mutter. Mit großen, ängstlichen Augen beobachtete sie den riesigen, unheimlichen Mann, der ihr noch nie ganz geheuer gewesen war. Sie wollte seinen Trank nicht annehmen. Erst nach der Aufforderung der Mutter, die diese nur mit größtem Leid über die Lippen brachte, nahm sie das Gefäß in die kleinen Hände. Der Trank schmeckte bitter und das Kind würgte. Es benötigte viel Zeit und Geduld, bis sie das Gefäß geleert hatte. Mina wusste, dass es ihrer Tochter nicht geholfen hätte, wenn sie den Trank verweigert hätte. Er machte die Sache nur erträglicher. Es dauerte eine Weile, bis das Gebräu seine Wirkung voll entfaltet hatte. Es machte das Mädchen gefügig und willenlos. Mit stumpfen Augen und abwesendem Gesicht hielt es die Hand der Mutter, die vom Schmerz fast ebenso betäubt war.

Der Druide führte die Prozession an, die hinaus ins Moor zog. Auf rutschigen, ausgetretenen Wegen, die geschickt alle gefährlichen Stellen umgingen, wanderten die Dorfbewohner zum heiligen Ort. Dort bildeten sie einen Kreis und nahmen das berauschte Mädchen in ihre Mitte. Einer der Männer musste es halten, denn Mina hatte nicht mehr die Kraft. Mit jedem Schritt wurde der Druck auf ihrer Brust größer, bekam sie weniger Luft, bis ihr schließlich schwindlig wurde und sie glaubte, ohnmächtig zu werden. Jetzt stand Mina etwas abseits, von den Frauen des Dorfes umgeben, und der Druide stimmte einen heiligen Singsang an. Dann zog er das rituelle Messer hervor. Die blanke Klinge glänzte im bläulichen Tageslicht. Mina verspürte unbeschreibliche Übelkeit. Für einen Augenblick konnte sie Verständnis in den Augen ihres Kindes sehen, und dann, die Götter waren gnädig, ging alles sehr schnell. Noch bevor das Mädchen einen Laut von sich geben konnte, schnitt das Messer gekonnt durch das weiche Fleisch an ihrem Hals. Blut spritzte, dann brach der leblose Körper zusammen. Mina wurde schwarz vor Augen.

Als sie wieder erwachte, lag sie mit durchweichten Kleidern auf dem feuchten Erdboden. Sie raffte sich mühsam auf. Der Leichnam ihrer Tochter war bereits in ein helles Leinentuch gehüllt worden. Mithilfe zweier Männer und unter ständigem Gesang versenkte der Druide sie im Moor. Die Prozession wartete, bis das Opfer völlig von dem dunklen Morast verschluckt worden war, dann zogen sie wieder Richtung Dorf. Niemand bemerkte, dass Mina zurückblieb. Erst am Abend, während des Festmahls, wurde ihnen bewusst, dass sie nicht mehr unter ihnen weilte.

Ilia Die Wärme umfing ihren Körper als sie langsam in die frisch gefüllte - фото 4

Ilia

Die Wärme umfing ihren Körper, als sie langsam in die frisch gefüllte Wanne aus grauem Marmor glitt. Ihre Dienerin hatte das Wasser ordentlich aufgeheizt, wie sie es befohlen hatte. Die Hitze würde den Kreislauf in Schwung bringen und ihr Vorhaben beschleunigen. Nachdem das Bad gerichtet worden war, hatte Ilia all ihre Bediensteten nach Hause geschickt, sodass sie nun mit sich, ihren Gedanken und ihrem Leid völlig allein sein konnte. In dem riesigen Gebäude auf dem Hügel, das zum größten Teil aus feinstem Marmor bestand, war kein Geräusch mehr zu vernehmen. Nur das leise Plätschern des Wassers, das Ilias Körper umhüllte, tönte überlaut durch ihre Gemächer. Und auch das würde bald verklungen sein. Von dem Aufruhr, der in den Straßen herrschte, war hier oben, weit über den Dächern der Stadt, nichts zu hören. Heute war ein aufregender Tag für das ganze Volk. Der Kaiser war tot. Ermordet von seinen langjährigen Gegenspielern. Und durch diese Freveltat war das Volk in zwei Teile gespalten worden. Die einen beweinten den toten Kaiser, die anderen jubelten und ließen den Mörder hochleben.

Ilia war erleichtert, nicht mehr dabei sein zu müssen. Sie hatte sich so schnell es ihr möglich war in ihr Haus zurückgezogen, wo sie im wahrsten Sinne des Wortes über den Dingen thronte und sich auf ihre ganz eigene Weise mit dem Ereignis beschäftigte, das auf so tragische Weise mit ihr verbunden war.

Der Kaiser war tot, ihr Geliebter war tot … ermordet, erdolcht. Ilia hatte in der Taverne während eines Treffens mit ihren Freundinnen davon erfahren. Die Neuigkeit hatte sich wie ein Lauffeuer in der Stadt verbreitet. Kaum war das Lebenslicht des Kaisers vollständig erloschen, da wusste es bereits das ganze Volk … auch Ilia. Es war schwer gewesen, sehr schwer, den Schmerz vor ihren Freundinnen geheim zu halten. Niemand hatte je von ihrer Liebschaft erfahren dürfen. Er hatte es nicht gewollt und sie hatte es zu seinen Lebzeiten respektiert und würde es auch jetzt tun. Er hatte ihr diese Villa abseits der Stadt geschenkt, damit sie sich ungestört treffen konnten. Natürlich war jedem klar, dass selbst die beste Waffenschmiedin der Stadt, und sie war die Beste, sich nicht aus eigenem Verdienst ein solches Haus leisten konnte, aber es wurden nie mehr als flüchtige Gerüchte daraus.

Die Nachricht über den Tod des Kaisers war nicht nur finanziell vernichtend für sie. Sie hatte ihn wirklich geliebt. Er war ihr Leben gewesen.

Während sie noch wie betäubt bei ihren Freundinnen am süßen Wein nippte, wurden immer mehr Einzelheiten über die Freveltat auf der Welle des Tratsches zu ihnen herangetragen. Erdolcht worden sein soll der Kaiser, ein schönes Stück soll es gewesen sein. Fein gearbeitet, mit Löwen verziert und grünen Steinen bestückt. Während Ilia schweigend und beherrscht die Neuigkeiten zur Kenntnis nahm, hatte sie das Gefühl, dass man ihr nach und nach die Luft zum Atmen raubte. Sie kannte diesen Dolch. Es war eines ihrer Werkstücke, das sie für einen der Senatoren gefertigt hatte. Es war eine Arbeit aus ihrer Hand, die ihrem Geliebten das Leben genommen hatte. Er war durch ihre Hand getötet worden! Dieser Gedanke ging ihr nicht aus dem Kopf, als sie sich fluchtartig in ihr Haus zurückzog, vom Schmerz betäubt und von der Verzweiflung gelähmt.

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