Erhard Schümmelfeder - AUSNAHMEZUSTAND IM SCHLARAFFENLAND

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AUSNAHMEZUSTAND IM SCHLARAFFENLAND: краткое содержание, описание и аннотация

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Unter dem Motto «Die menschliche Natur ist in jedem Beruf die gleiche» (Lawrence Sterne), versammelt Erhard Schümmelfeder in diesem Band 24 wirrtuose Geschichten über ALLES und MEHR oder WENIGER. «Am meisten interessieren mich menschliche Charaktere», kommentiert der Autor seine in jungen Jahren entstandenen Erlebnisgeschichten vom Rande der Zumutbarkeit. Die Protagonisten der satirisch geprägten Erzählungen stehen zumeist vor unüberwindbar erscheinenden Lebensproblemen, die es zu lösen gilt. Zugleich veranstaltet der Autor eine Art Maskenfest, indem er sich dem Leser in 24 Verkleidungen präsentiert: Als intriganter Sultanssohn in «Der Fliegenfänger von Salima», als Forscher auf der Flucht in «Der Gouverneur von Allasar», als bedrängter Arzt in «Figuren eines Spiels», als leidender Trotzneurotiker, als hungriger Besucher des Schlaraffenlandes, als Schüler, Kritiker, Wohnungssuchender, Angestellter, Eigenbrötler … doch auch als stiller Beobachter und Schilderer skurriler und bisweilen grotesker Ereignisse des Alltags. Den Schluss dieses bunt schillernden Werkes bildet die dem «schwarzen Humor» zuzurechnende Kriminalgeschichte «Die goldene Münze», in der sich der Autor in die Rolle eines Mörders hineinversetzt. – Allerbeste Unterhaltung für Leser anspruchsvoller Satiren.

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Ich wollte es Macuthee heimzahlen! Es wäre ein Leichtes gewesen, ihn von den Sicherheitsbe­amten fest­nehmen und einkerkern zu lassen, doch ließ ich von diesem Vorhaben ab und kon­zentrierte mich auf eine persönliche Rache von Mann zu Mann: Ich übte wäh­rend der heißen Sommerferien, ließ mich von einem ägyptischen Boxmeister trainieren, der mich grün und blau prügelte und sich nach jedem Knockout flehent­lich bei mir entschuldigte: »Erbarmen, Herr! Erbarmen!« Ich zeigte mich gnädig und befahl ihm, bei künfti­gen Kämpfen im Ring die seiner Stellung ge­mäße De­mutshaltung einzunehmen. Fortan durfte er mir nur noch mit ge­senktem Haupt gegenübertreten, doch konnte ich zu meinem Kummer ge­gen ei­nen profes­sio­nellen Kämpfer, ein atmendes, schwit­zendes Bündel aus Muskeln, Sehnen und Kno­chen, nie und nim­mer bestehen. Ich gab An­wei­sung, ihm den rechten Arm auf den Rüc­ken zu binden, um durch eine Halbierung seiner physischen Überlegenheit die Chance für einen Sieg zu nutzen. Aber auch mit nur einem Arm schmetterte er mich brutal auf die Bretter. Erst als ich - der Verzweifelung nahe -, einen Base­ballschläger zu Hilfe nahm, gelang es mir, eine halbwegs gute Figur während des Kampfes ab­zugeben. Mit einem letzten befreienden Rund­schlag versetzte der Ägypter mir einen hefti­gen Stoss, wobei ich durch die Seile flog und mir den El­lenbogen an der Rücken­lehne eines Zu­schauerstuh­les verstauchte. Mit schmerzgequäl­tem Gesicht er­hob ich mich, um auf wackligen Beinen das Ender­gebnis des Kampfes zu erfah­ren.

»Unentschieden!! Eindeutig!!! Unentschie­den!!«, urteilten die drei un­parteiischen Ring­richter einmütig.

Ich aber jagte diese Heuchler und Speichellecker zum Teufel, legte mich auf die Bahre, die man vorsorglich für den Ägypter bereitgestellt hatte, und ließ mich in meine Ge­mächer tragen. -

Ich hatte kläglich versagt. Im­merhin, so sagte ich mir, war es mir gelungen, das Muskelbündel einmal durch einen wuchti­gen Schlag auf den kahlen Schädel ins Wanken zu brin­gen, was mich davor bewahrte, mein an­gegriffenes Selbstbewusstsein vollends zu verlie­ren. Das Erbärm­liche mei­ner von vornherein zum Scheitern verur­teilten Kraft­anstrengungen wurde mir allmählich bewusst. - Wenn es eine Möglichkeit gab, die emp­fangene Demütigung, den Stachel im Fleische, an Macuthee zurückzu­geben, musste ich sie finden.

Neben seiner Muttersprache beherrschte der Fischer­sohn aus Mescana neun Fremdsprachen, ganz abgese­hen von den Sprachen, die er voraussichtlich noch mü­helos erlernen konnte. Auf einmal packte mich ein nie gekannter Ehrgeiz. Ich wollte es Macuthee gleichtun! Ich wollte ihm ebenbürtig, nein, ich wollte ihm überle­gen sein! Zum ersten Male in meinem Leben widmete ich mich - zum Erstau­nen meiner Eltern und Ge­schwi­ster - vollständig meinen Schulbüchern und begann, das bereitlie­gende Wissen gierig zu verschlingen, wie ein trocke­ner Schwamm das Wasser aufzusaugen pflegt. Ich blätterte in den verbotenen Büchern , ich las in den er­laubten Bü­chern, ich lernte planlos und ohne tiefe­res Inter­esse an den Dingen. Ich machte meine Leh­rer verantwortlich, ließ sie von der Hofwache ver­prügeln, wenn mein überforderter Kopf sich wei­ger­te, auch nur noch ein Fünkchen Wissens­stoff auf­zunehmen, das sich ledergebunden und abrufbereit vor mir auf dem Schreibtisch türmte. - Ich gab auf, denn es war aussichtslos, was ich zu erreichen versuchte.

Kurzerhand entzog ich nach den Ferien Macuthee die Erlaubnis, weiterhin das Internat der Besten zu be­suchen und ließ ihn von Matcho Nolo, dem Mi­nister für alles Mögliche , persön­lich zur Ableistung eines einjährigen Pflichtjah­res an die Fliegenfänger­schule des Sultans von Salima einberufen. Das war, wie ich insge­heim erhoffte, ein demütigender Schachzug. Ich war fast überrascht, als Macuthee nicht floh, son­dern sei­nen Dienst zur festgesetzten Zeit antrat.

Ursprünglich war die Königliche Fliegenfän­gerschule ausschließlich zur Belustigung meines Vaters gegrün­det worden, doch im Laufe der Zeit erwiesen sich die Fliegenfänger in ihren rotgoldenen Uniformen eine touristische Attraktion; außerdem übernahmen sie eine nützliche Aufgabe , wenn sie - zumindest im Palast - die lästige Fliegenplage während der Som­merzeit in erträgli­chen Grenzen hielten. Un­ter Anlei­tung der stren­gen Meisterfliegenfänger meines Vaters erwies Macuthee sich - wie nicht anders erwartet - als äußerst gelehriger Schüler, den man aufgrund seiner offensichtlich angebo­renen Geschicklichkeit bald schon zur feierli­chen Abschlussprüfung im Palast zuließ. End­lich war es soweit, als Macuthee am Tage der Prü­fung, zusammen mit neun ängstlichen Flie­gen­fängerprüflin­gen den prunkvollen Festsaal des Palastes betrat, der übervoll war von Gästen aus al­ler Welt, die Vater, wie in jedem Jahr, zur Feier die­ses Ereignisses geladen hatte. Der Fischer­sohn war der Letzte in der Reihe der zehn Prüf­linge. Nur vier jungen Männern vor ihm ge­lang es, unter dem anspornenden Beifall des Publi­kums, die Prüfung ge­mäß den geltenden Regeln zu bestehen. Fünf unglückliche Versager wur­den mit Fußtritten aus dem Palast gejagt. Ich lachte mir ins Fäustchen, als Macuthee an die Reihe kam, rasch vor­trat und sich vor Vater auf den Boden warf, wie es der Tradition entsprach.

»Du kennst die Regeln?«, fragte mein Vater ihn, während er sich die linke Wange rieb, die ein ungeschickter Prüfling mit der Fliegen­klappe gestreift hatte.

»Ich kenne die Regeln!«, rief Macuthee, oh­ne den Kopf von den blanken Steinfliesen zu he­ben.

Und für alle Gäste, denen die Details der Prüfung nicht geläufig waren, wiederholte der Sultan von Sa­li­ma mit Gebieterstimme: »Zehn Flie­gen in einer Mi­nu­te!«

»Zehn Fliegen in einer Minute!« wiederholte Macuthee, doch fügte er gegen die geltende Re­gel hinzu: »Ich schaffe es in einer halben Minute!«

Murren, Raunen, Tuscheln erfüllten den Fest­saal.

»Das will ich sehen!«, rief Vater aufgebracht und rutschte an den Rand seines goldenen Thrones. Er ließ sogar die Wasserpfeife sinken, was seine Erregung anzeigte, denn in diesen Dingen verstand er durchaus keinen Spaß. Er gab dem Diener ein Zei­chen: der Gong ertönte; die Uhr wurde gedreht, während der Sand bedrohlich rasch durch die Öff­nung im Glas zu rieseln begann.

Macuthee schnellte empor, drehte sich spä­hend im Kreise, schritt flink bald hierhin, zack, zack, zack , bald dorthin, schnapp, flapp, klapp ... fing mit der Klappe fuchtelnd von der Nase eines Gastes, vom Busen einer Lady, vom Säbel eines Offiziers ... die leise summen­den schwar­zen Fliegen, die er auf das blaue Seidentuch in der Mitte des Saales warf. Tat­sächlich gelang es ihm, in nur zwanzig Sekunden, unter stürmischem Beifall des begeisterten Pu­blikums, die Prüfung zu bestehen. Im Fliegenfangen machte ihm keiner etwas vor. Meine gerade ver­heilte Nase begann heftig zu schmerzen, als ich sah, wie tief Vater von der Leistung des Fischer­sohnes aus Mescana beeindruckt war. »Gut, der Mann!«, brummte er lakonisch in seinen fin­steren Bartwald. - So erhielt Macuthee das Di­plom eines Meisterfliegen­fängers am Hofe des Sultans von Sali­ma. Er durfte seinen Arbeits­platz im Palast selber be­stimmen, und es wun­derte mich nicht, als er die Kö­nigliche Bi­blio­thek wählte.

Ich ließ Macuthee, der Vaters Wohlwollen besaß, heimlich beobachten, um ihn bei einem Vergehen am Hofe auf frischer Tat zu ertappen, doch melde­ten die geheimen Staatsdiener mir immer wieder, der Meisterfliegenfän­ger lasse sich nie auch nur das Ge­ringste zuschulden kommen, was mich verdross. Zu­sammen mit Matcho Nolo überwachte ich fortan täg­lich nach Schulschluss jeden Schritt und Tritt Macuthees am Bildschirm, ließ Wanzen in der Biblio­thek anbringen und zwei weitere Über­wa­chungskame­ras installieren. Es war den Flie­gen­fängern nicht aus­drücklich verboten, in den Bü­chern der Bibliothek zu lesen, da die meisten ohne­hin Analphabeten waren, doch erließ Matcho Nolo vorsorglich auf meinen Be­fehl hin einen zusätzlichen Paragraphen in der Palastordnung, der die öffentli­che Auspeitschung als Strafe bei Miss­achtung vor­sah. Nur einmal beob­achteten wir, wie Macuthee einen schweren Le­derband, der einige Zen­timeter im Regal über­stand, zurückschob in seine vor­geschrie­bene Position.

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