Erhard Schümmelfeder - AUSNAHMEZUSTAND IM SCHLARAFFENLAND

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Unter dem Motto «Die menschliche Natur ist in jedem Beruf die gleiche» (Lawrence Sterne), versammelt Erhard Schümmelfeder in diesem Band 24 wirrtuose Geschichten über ALLES und MEHR oder WENIGER. «Am meisten interessieren mich menschliche Charaktere», kommentiert der Autor seine in jungen Jahren entstandenen Erlebnisgeschichten vom Rande der Zumutbarkeit. Die Protagonisten der satirisch geprägten Erzählungen stehen zumeist vor unüberwindbar erscheinenden Lebensproblemen, die es zu lösen gilt. Zugleich veranstaltet der Autor eine Art Maskenfest, indem er sich dem Leser in 24 Verkleidungen präsentiert: Als intriganter Sultanssohn in «Der Fliegenfänger von Salima», als Forscher auf der Flucht in «Der Gouverneur von Allasar», als bedrängter Arzt in «Figuren eines Spiels», als leidender Trotzneurotiker, als hungriger Besucher des Schlaraffenlandes, als Schüler, Kritiker, Wohnungssuchender, Angestellter, Eigenbrötler … doch auch als stiller Beobachter und Schilderer skurriler und bisweilen grotesker Ereignisse des Alltags. Den Schluss dieses bunt schillernden Werkes bildet die dem «schwarzen Humor» zuzurechnende Kriminalgeschichte «Die goldene Münze», in der sich der Autor in die Rolle eines Mörders hineinversetzt. – Allerbeste Unterhaltung für Leser anspruchsvoller Satiren.

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Alle weiteren Nachforschungen über das Schicksal Samuel Fieldings verliefen im Sande. Sein Lied ist das letzte Lebenszeichen, das der bewunderte Ge­lehrte uns hinterlassen hat. - Wir, die Zurückgeblie­benen, deren Träume von ei­nem glücklichen Leben auf ACROLL­AM sich zerschlagen haben, erinnern uns mit Wehmut an Samuel Fielding, den genialen Weltverbesserer und an seinen schmerzvollen Ge­sang, in dessen Melodie die Sehnsucht nach einer schöneren und besseren Welt für alle Zeiten leben­dig bleibt.

DER FLIEGENFÄNGER VON SALIMA

Eine Lagerfeuer-Geschichte

In der Schule der Besten spielte ich seit meinem Eintritt eine außerordentliche Rolle, denn ich, Ali Abbas III., Sohn des Sultans von Salima, genoss die angenehmen Vorrechte eines ehren­werten Mitglieds der Königlichen Fami­lie.

Ich muss zugeben: Meine Leistungen als Schü­ler des Internats waren eher mäßig, oft sogar kümmerlich, doch erhielt ich stets die höchstmöglichen Noten, ern­tete viel Lob und war der Liebling aller Lehrer. Von Geburt an hatte man mich zum Herren erzogen und in dem Bewusstsein bestärkt, naturge­mäß zum geistigen und körperlichen Adel unseres schönen Landes zu ge­hören. Meine Lehrer verstummten ehrfürchtig, wenn sie mich zu lang­weilen begannen; oft kuschten sie vor mir und waren eifrig be­müht, mein Wohlwollen zu erlangen. Auch meine Mitschüler kannten das Ge­bot der Schulord­nung, mir, einem Mitglied des Kö­nigs­hauses, mit Hochachtung zu begegnen und es nie­mals an ge­bührendem Respekt fehlen zu las­sen. So wurde ich erwartungsgemäß in jedem Jahr Klassenbe­ster mit Auszeichnung, siegte in allen sportlichen Wettkämpfen und durfte unter anhaltendem Beifall mei­ner Schulkameraden re­gelmäßig das Siegerpodest besteigen, um die Ehrenurkunde vom Direktor des In­ternats in Empfang zu nehmen.

Wenn es einmal zum Streit mit einem Mitschü­ler kam, besaß ich einen deutlichen Vorteil, näm­lich das gesetzlich verbriefte Recht des ersten Schlages , das etwaigen Widersachern bei An­drohung der Todesstrafe strikt untersagte, sich zu wehren. Ich konnte je­den Klassenkameraden zusammenzuschlagen, wenn es mir gefiel, doch war ich eher schwächlich gebaut, sodass ich häufiger Ohrfeigen oder Fußtritte an Al­tersgenossen verteilte, die meinen Unmut erregten. Wollte ein Schüler mich ansprechen, musste er üblicherweise demutsvoll das Haupt beugen und den Blick senken. Noch zu Jugendzeiten meines Vaters war es Sitte ge­wesen, dass Mitschüler sich vor einer Unterredung mit einem Mitglied unserer Fami­lie auf den Boden zu sei­nen Füssen werfen mussten, jedoch war diese Erschei­nungsform der Ehrerbietung im Laufe der Zeit aus der Mode gekommen und wurde nur noch bei Festlichkei­ten am Hofe praktiziert.

Auch Macuthee, der Sohn eines Fischers aus Me­s­cana, besuchte die Schule der Besten . Er er­regte meinen Zorn wiederholt, denn er sprach mich nicht mit »Hoheit« an, beugte weder sein Haupt, noch senkte er den Blick. Er überholte mich im 100-Meter-Lauf und erreichte fünf Se­kunden vor mir - zum Entset­zen aller Lehrer - die weiße Ziellinie. Ein Jubelschrei aus ein­hun­dert Kehlen hallte über den Sportplatz, doch schon im nächsten Moment verstummten die zuschauenden Mitschüler, als sie die Ungeheu­er­lichkeit dieses Ereig­nisses begriffen.

Macuthee hielt sich nicht an die Regeln, die die Ob­rigkeit für die Besten aufgestellt hatte. Eine Zeit lang beobachtete ich den sonderbaren Fischersohn, dessen Gebaren weder auf übertriebenen Stolz noch auf eine provozierende Absicht schließen ließ. Ich war in der Tat ein wenig irri­tiert . Man munkelte über ihn, er lese viele Bü­cher, auch ausländische, die offiziell als verbo­ten galten. Nur den Besten war es er­laubt, derlei Literatur aus der Bibliothek auszulei­hen, nachdem ein ent­sprechender Antrag am Ende eines langwierigen Ge­nehmigungsverfahrens abge­segnet worden war. Das Gesetz, welches den Besten das Ausleihen der Bücher ermöglichte, stammte noch aus der Zeit meines Großvaters und war aus Gründen der Traditionspflege bei­behalten worden. Macuthee reichte beinahe wöchent­lich eine Liste mit fünf, zehn, oft sogar fünfzehn Bü­chern beim Bi­bliothekar ein und versorgte sich wis­sensdurstig mit Lesestoff, was meinen Un­willen eben­falls erregte. Ich nahm Einblick in die Zeugnisse Macuthees und erfuhr: Er war ein viel­fältig begabter, jedoch zugleich recht einfältig gearteter Sohn armer Leute von der Küste. Wenn seine Noten auch die be­sten waren und die Empfehlungs­schreiben hin­terwäldlerischer Dorfschullehrer in den höch­sten Tönen von einer »förderungswürdigen Be­ga­bung« sprachen, mangelte es diesem Bur­schen, der so alt war wie ich, erheblich an Re­spekt vor einem bedeutenden Mitglied der Kö­niglichen Familie.

Eines Nachmittags saß Macuthee im Schatten des Mangobaumes am See und las in einem Band Hein­rich von Kleists. Es ärgerte mich, weil er wieder ei­nen deut­schen Dichter las. Im Unter­richt hatte er einen Lehrer in Erstaunen versetzt, als er den Faust auswendig aufsagen konnte. Ich ging also - während die Augen der anderen Schüler mich furcht­sam ver­folgten - zum Man­gobaum und schnalzte mit den Fingern. Macuthee blickte aus dem Buch auf, lä­chelte mich an, und las ruhig weiter. Ich schnalzte noch einmal mit den Fingern, diesmal etwas ungehaltener, und machte, als er zu mir herübersah, eine läppische Handbewe­gung, der unzweideutig zu entnehmen war, er solle sich gefälligst entfernen - und zwar hurtig. Er reagierte aber nicht auf diesen Wink. Also musste ich deutlicher werden. Auf diesem Platz un­ter dem Mangobaum, so erklärte ich ihm mit schwin­dender Geduld, hätte ich vor einiger Zeit gesessen und einen Pfirsich gegessen; dieser schöne Ort sei mein Ort. Jetzt endlich begriff Macuthee. Er blätterte eine Seite des Buches um und sagte mit ei­nem ironischen Lä­cheln etwas zu mir, das ich wohl nie im Leben verges­sen werde, weil es sich mir un­auslöschlich ins Bewusstsein brannte - er sagte näm­lich »Weggegangen - Platz vergangen!«

Ich trat näher an ihn heran und ohrfeigte ihn. Er war sichtlich überrascht. Ich ohrfeigte ihn noch­mals. Er rührte sich nicht vom Fleck. Im Augenwinkel sah ich meine Mitschüler, die aus sicherer Entfernung dieses kleine Exempel, das ich zu statu­ieren gedachte, beob­achteten. Lang­sam, sehr lang­sam ließ Macuthee das Buch sin­ken, steckte ein Le­sezeichen hinein und klappte es nachdenklich zu. Er hatte verstanden: Dies war kein Ort für höhere Lite­ratur. Warum lief er nicht sogleich davon? - Ich holte aus, um ihm einen gezielten Fußtritt zu geben, aber er hielt meinen rech­ten Fuß mit der linken Hand fest, hob ihn in die Höhe, wobei ich das Gleich­gewicht verlor und rückwärts in den See stürzte. Tropfnass kroch ich an Land, stellte mich auf die Beine und griff ihn mit den Händen an. Er schlug mir seine geballte Faust aufs linke Auge. Ich stürzte hart zu Boden, richtete mich wieder auf, ver­dutzt über das, was hier vorging. Es war unfassbar. Macuthee schlug mir seine beiden Fäuste in die Fresse, links, rechts, links, rechts, immer wieder, so dass ich für Augenblicke die Besinnung verlor. - »So«, rief er mir hinterher, als ich vor seinen Schlä­gen flüchtete, »das dürfte reichen!« Und er fügte hinzu: »Fürs erste!«

Als ich mit gebrochenem Nasenbein, geschwolle­nem Gesicht und verweinten Augen über die Schulwiese zum Hauptgebäude schlich, blickte ich in die fassungs­losen Gesichter meiner Mitschüler, die nicht glauben wollten, was sie vor sich sahen: einen verprügelten Sultanssohn. »Wer lacht, wird hingerichtet!«, brüllte ich ihnen entgegen, und kei­ner von ihnen wagte es, die Miene zu verziehen. To­tenstille herrschte, als ich auf mein Zimmer ging. Von meinem Fenster blickte ich hinunter auf den Schulhof und sah sie alle: Sie waren bis zum Zerplat­zen gespannt; mit fest aufeinanderge­pressten Lippen standen sie da und starrten sich an; sie lachten laut­los durch die Augen, aus denen schaden­frohe Trä­nen herauskullerten und über ihre zitternden Nasenflügel und Wangen flossen. Auf eine hinterhäl­tige Weise waren sie gemein zu mir. Konnten sie mich womöglich in Wahrheit nie ausstehen?

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