Paulo Coelho - Elf Minuten

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Wie berührt man die Seele? Durch Liebe oder durch Lust? Kann man die Seele wie einen Körper berühren und umgekehrt? Ein provozierendes modernes Märchen über die Alchimie der Liebe.
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, Studium der Rechtswissenschaften, danach Reisen nach Südamerika, Europa und Nordafrika. Zurück in Brasilien, Veröffentlichung von Theaterstücken und provokativer Rocksongs, die ihm über die Militarjunta der 70er Jahre dreimal ins Gefängnis einbrachten. Er ist Herausgeber einer Untergrundzeitschrift, eines Musikmagazins sowie Direktor von Polygram und CBS, Brasilien. Ab 1980 (Stellenverlust) 5 Jahre Studium in einem alten spanischen Orden und Zurücklegung des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela. 2006 wurde Paulo Coelho mit dem mexikanischen Literaturpreis »Las Pergolas« ausgezeichnet.
Maralde Meyer-Minnemann, geboren 1943 in Hamburg, lebt heute als Übersetzerin in Hamburg. 1997 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzungen, 1997 den Preis Portugal-Frankfurt, 1998 den Helmut-M.-Braem-Preis.

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Zurück in Rio, beantragte und erhielt sie in nur einem Tag ihren Paß. Roger sagte etwas in seinem wortarmen, gestenreichen Portugiesisch, was Maria mit »früher hat das länger gedauert« übersetzte. Dann wurden mit Mailsons Hilfe die letzten Reisevorbereitungen getroffen (Kleider, Schuhe, Makeup, alles, wovon eine Frau wie sie träumen konnte). Roger lud sie am Vorabend ihrer Abreise in einen Nachtclub ein, sah sie tanzen und war begeistert von seiner Wahl – er hatte wirklich den großen Star für den >Gilbert Club< vor sic h, die schöne Dunkle mit den hellen Augen und rabenschwarzen Haaren. Die Arbeitsbewilligung des Schweizer Konsulats wurde fertig, sie packten die Koffer. Maria plante heimlich, diesen Mann in sich verliebt zu machen – schließlich war er weder alt noch häßlich, noch arm. Was wollte sie mehr?

Sie kam erschöpft in Genf an, und noch auf dem Flughafen zog sich ihr Herz angstvoll zusammen: Sie entdeckte, daß sie von dem Mann an ihrer Seite vollkommen abhängig war – sie kannte weder das Land noch die Sprache, und die Kälte machte ihr auch zu schaffen. Rogers Verhalten änderte sich von Stund an. Seine Freundlichkeit war verflogen. Er hatte zwar nie versucht, sie zu küssen oder ihre Brüste zu berühren, aber sein Blick war so distanziert wie möglich geworden. Er brachte sie in eine kleine Pension, stellte sie einer anderen Brasilianerin vor, einer jungen, traurigen Frau, die Vivian hieß und sie auf die Arbeit vorbereiten sollte.

Vivian musterte sie nüchtern von Kopf bis Fuß, ohne Mitgefühl für die junge Frau, die zum ersten Mal im Ausland war. Anstatt sie zu fragen, wie sie sich fühlte, kam sie direkt zur Sache.

»Mach dir keine Illusionen. Er fährt immer nach Brasilien, wenn eine seiner Tänzerinnen heiratet, was sehr häufig vorkommt. Er weiß, was er will, und ich denke, du auch: Du bist sicher auch auf der Suche nach einem dieser drei Dinge hergekommen: Abenteuer, Geld oder Ehemann?«

Woher wußte Vivian das? Suchten etwa alle dasselbe? Oder konnte Vivian Gedanken lesen?

»Alle Mädchen hier wollen eines dieser drei Dinge«, fuhr Vivian fort. »Für Abenteuer ist es schlicht zu kalt, und außerdem wirst du sie dir nicht leisten können. Was das Geld betrifft, so wirst du allein schon ein Jahr arbeiten müssen, um dein Rückflugticket zu bezahlen, Unterkunft und Essen werden dir auch abgezogen.«

»Aber…«

»Ich weiß, du willst sagen: Das war nicht so abgemacht. Tatsächlich aber hast du nur vergessen zu fragen – wie alle. Wärest du aufmerksamer gewesen, hättest du den Vertrag gelesen, den du unterzeichnet hast, dann wüßtest du, worauf du dich eingelassen hast, denn die Schweizer lügen nicht, obwohl sie geschickt zu schweigen verstehen.«

Der Boden unter Marias Füßen tat sich auf.

»Und was den Ehemann betrifft, so ist jedes Mädchen, das heiratet, ein wirtschaftlicher Verlust für Roger. Daher ist es uns verboten, mit den Kunden zu reden. Wenn du etwas in der Richtung unternehmen willst, mußt du große Risiken eingehen. Dieser Club hier ist nicht wie die Clubs in der Rue de Berne.«

»Rue de Berne?«

»Die Männer kommen hier mit ihren Frauen her, und die wenigen Touristen, die sich hierher verirren und die familiäre Atmosphäre bemerken, gehen, um Frauen zu finden, woandershin. Vor allen Dingen mußt du tanzen können; wenn du auch singen kannst, steigt nicht nur dein Gehalt, sondern auch der Neid der anderen. Daher rate ich dir, das mit dem Singen erst gar nicht zu versuchen. Vor allem telefonier möglichst nicht. Da wirst du mehr ausgeben, als du verdienst, und das ist ohnehin nur wenig.«

»Aber er hat mir fünfhundert Dollar pro Woche versprochen.«

»Du wirst schon sehen.«

Aus Marias Tagebuch, in der zweiten Woche ihres Aufenthaltes in der Schweiz.

Ich bin in den Club gegangen, habe dort einen sogenannten Tanzdirektor aus einem Land namens Marokko vorgefunden, der meinte, mir jeden Schritt eines Tanzes beibringen zu müssen, von dem er glaubt, es sei Samba, obwohl er noch nie einen Fuß auf brasilianischen Boden gesetzt hat. Ich hatte keine Zeit, mich von der langen Flugreise zu erholen, es hieß gleich lächeln und tanzen – gleich am ersten Abend.

Wir sind sechs Mädchen, keine ist glücklich, und keine weiß, was sie hier eigentlich soll. Die Kunden trinken und applaudieren, werfen mir Kußhände zu und machen heimlich anzügliche Gesten, mehr nicht.

Gestern wurde der Lohn bezahlt, allerdings nur ein Zehntel des vertraglich vereinbarten Betrages, der Rest wurde einbehalten, um meine Unterkunft und mein Flugticket zu bezahlen. Vivians Berechnungen zufolge wird das ein Jahr dauern – anders gesagt, in dieser Zeit kann ich nirgendwo anders hin.

Aber lohnt es sich überhaupt wegzulaufen? Ich bin gerade angekommen, ich kenne mich noch nicht aus. Es ist doch kein Problem, sieben Abende pro Woche zu tanzen! Früher machte ich das aus Vergnügen, jetzt mache ich es für Geld und Ruhm; den Beinen macht es nichts aus, das einzig Schwierige ist, das Lächeln auf den Lippen zu halten.

Ich habe die Wahl, entweder ein Opfer der Welt zu sein oder eine Abenteuerin auf der Suche nach ihrem Schatz. Es ist alles nur eine Frage, wie ich mein Leben angehe.

Maria traf ihre Wahl: Sie wollte eine Abenteuerin auf der Suche nach ihrem Schatz sein – sie hörte nicht auf ihre Gefühle, weinte nicht mehr ins Kopfkissen, vergaß einfach, wer sie war; sie fand heraus, daß sie genügend Willenskraft hatte, um sich vorzumachen, es hätte das Mädchen aus der kleinen Stadt im Landesinnern nie gegeben, und deshalb brauchte sie sich auch nach niemandem zu sehnen. Gefühle konnten warten. Zuerst mußte sie Geld verdienen, Land und Leute kennenlernen, und am Ende würde sie erfolgreich in ihr Dorf zurückkehren.

Ansonsten war alles so wie in Brasilien, wie in ihrem Heimatort: Die Frauen im Club sprachen untereinander portugiesisch, beklagten sich über die Männer, schimpften über die Arbeitszeiten, kamen zu spät in den Club, provozierten den Chef und erzählten von ihren Märchenprinzen – die meist weit weg waren oder verheiratet oder arm und sich von den Frauen aushaken ließen. Das Ambiente war nicht glamourös wie auf Rogers Faltprospekten, sondern genau so, wie Vivian es beschrieben hatte: familiär. Die Mädchen durften keine Einladungen annehmen, weil sie auf ihren Arbeitsausweisen als »Sambatänzerinnen« registriert waren. Wenn sie sich dabei erwischen ließen, wie sie einen Zettel mit einer Telefonnummer entgegennahmen, durften sie zwei Wochen lang nicht arbeiten. Maria, die sich unter ihrem Job etwas Aufregenderes vorgestellt hatte, wurde immer trauriger und lustloser.

In den ersten zwei Wochen verließ sie kaum die Pension, in der sie untergebracht war, außer um zur Arbeit zu gehen, denn sie konnte sich nicht verständlich mache n, da sie kein Französisch sprach. Schließlich kam sie in ihrem kleinen Genfer Zimmer ohne Fernseher, in dem sie sich zu Tode langweilte, zu folgendem Schluß: a) Sie würde nie finden, was sie suchte, solange sie nicht sagen konnte, was sie dachte. Dazu muß te sie die Sprache lernen. b) Da alle ihre Kolleginnen dasselbe suchten, mußte sie anders sein. Wie sie das anstellen sollte, wußte sie allerdings noch nicht.

Aus Marias Tagebuch vier Wochen nach ihrer Ankunft in Genf:

Ich bin schon eine Ewigkeit hier, spreche kein Französisch, höre den ganzen Tag lang Musik im Radio, starre an die Zimmerdecke und denke an zu Hause. In meiner Freizeit kann ich es jeweils kaum erwarten, daß es Zeit wird, um zur Arbeit zu geben, und wenn ich arbeite, kann ich es kaum erwarten, daß ich wieder in die Pension zurückkann. Anders ausgedrückt, ich lebe in der Zukunft statt in der Gegenwart.

Eines Tages, in einer fernen Zukunft, werde ich mein Flugticket haben, kann ich nach Brasilien zurückkehren, den Stoffladenbesitzer heiraten und muß mir dann die boshaften Kommentare der Freundinnen anhören, die selbst nie etwas riskiert haben und deshalb bei den anderen nur Niederlagen sehen wollen. Nein, das will ich nicht; da springe ich lieber aus dem Flugzeug, wenn es über dem Ozean fliegt, beziehungsweise, da die Flugzeugfenster ja nicht aufgehen, bleibt mir nichts anderes übrig, als hier zu sterben. Doch bevor ich sterbe, werde ich um mein Leben kämpfen. Wenn ich allein klarkomme, komme ich überallhin.

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