Hendrik Conscience - Siska van Roosemal

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»In eine französische Kostschule?« fragte der Doktor verwundert. »In ein französisches Pensionat? Es gibt ja doch gute Schulen genug in der Stadt und da kann man doch wenigstens alle Tage nachsehen, ob das Schäflein nicht irreläuft.«

»Ach, ach!« rief die Mutter lachend und mit einer Art Verachtung, »was kann man denn in den Schulen der Stadt lernen? Stricken, Nähen, Leinwand zeichnen, Hemden zuschneiden, Rechnen – und Flämisch, was ohnehin jedermann kann. Da seht Spinals Tochter an; als ein Klotz ging Sie fort, als ein Fräulein kam Sie wieder; sie spricht französisch, ist überall beliebt, wird von allen vornehmen jungen Herren aufgesucht . . . Sie darf nur wählen, mit wem Sie ihr Glück machen will.«

Der Doktor zuckte die Achseln und schüttelte bedenklich den Kopf. Er antwortete:

Ihr betrübt mich Frau van Roosemal Ich weiß nicht welch böser Geist Euch - фото 8

»Ihr betrübt mich, Frau van Roosemal. Ich weiß nicht, welch böser Geist Euch anbläst und Euer gesundes Urtheil so plötzlich verkehrt hat. Die vornehmen jungen Herren, davon Ihr redet, Spieler und dünne Schreiber, die in den Schusterladen kommen wie die Fliegen auf den Zuckerhut. Ich kenne Hortense Spinal und kann Euch sagen, daß ich mein halbes Vermögen darum gäbe, zu verhindern, daß Siska ihr jemals gleiche. Wollt Ihr dieses unschuldige, dieses schöne und reine Kind verderben, sie von Religion, von Sittsamkeit und flämischer Rechtschaffenheit abbringen lassen, um eine leichtsinnige, buhlerische Kokette daraus machen? Nehmt Euch in acht! Mein Rat wird vielleicht hier unnütz sein; aber dann werdet Ihr Euch noch hinter den Ohren kratzen, wenn wir das Glück haben, noch zu leben.«

Die beiden Eltern waren in sehr ungleicher Weise von des Doktors strengen Worten getroffen; beide lächelten: der Vater vor Freude, hoffend, daß der Doktor obsiegen werde, die Mutter aus Ärger. Sie gab sich jedoch nicht gefangen, sondern rief aus:

»Doktor, Doktor, Ihr übertreibts! Ich weiß wohl, daß ihr einen Haß habt gegen alles, was Französisch ist; aber wir sind von der alten Welt, Freund. Es geht heutzutage nicht mehr so . . . «

»Frau van Roosemal,« fiel der Doktor ein, »Ihr wollt mich nicht verstehen. Es ist nicht meine Absicht jemand zu hindern, fremde Sprachen zu erlernen: das könnt Ihr zur Genüge ja an meinem eignen Sohn Ludwig sehen, der jetzt auf der Universität ist. Versteht er nicht auch Französisch? Ich denke, ein wenig besser als die jungen Nichtswisser, die der Theres Spinal den Kopf verrücken und Euch so in die Augen Stechen, Frau van Roosemal. Seht mich nicht so unfreundlich an. Ja, es Sind Nichtswisser; denn was können sie? Etwas Gassenfranzösisch, das sie oft noch genug elend verhunzen; ihres Muttersprache kennen Sie auch nicht, und was die nützlichsten Wissenschaften betrifft, so sind ihnen Sogar die Namen unbekannt. Ihre ganze Gelehrtheit besteht in welschem Wind, in Worten und Redensarten, die sie hie und da aus Zeitungen und Romanen auffischen. Daraus spinnen sie dann ein hohles eitles Geschwätz zusammen und verkaufen es an Unkundige für französische Bildung! – Aber Ihr macht mich ärgerlich, wir kommen von unserm Gegenstande ab. Lasset uns einander besser verstehen. Ich sage Euch denn, – und merket wohl auf meine Worte: es gibt allerdings gute Erziehungsanstalten; aber es gibt unendlich mehr schlechte. Die guten sind die, wo die Vorsteherinnen, ihre heilige Aufgabe erkennend, sich ein nützlicheres Ziel setzen, als ein Mädchen mit einem glänzenden Weltfirnis zu überziehen auf Kosten ihrer Gottesfurcht und Sittsamkeit; wo die Lehrerinnen eifrig zusammenwirken und unablässig wachen, um das Gift der Verführung abzuwehren und Eitelkeit und Leichtsinn zu bekämpfen; wo man weiß, welche gute Eigenschaften in der flämischen Gesinnung ihre Wurzel haben, und wie gefährlich es ist, diesen reinen Boden fremden Einflüssen preiszugeben; mit einem Worte, wo man nicht beabsichtigt, modische Fräulein, sondern nützliche und würdige Hausmütter zu bilden. – Wollt Ihr nun Eure Siska in eine solche Erziehungsanstalt geben, so habe ich nichts dawider; weit entfernt, ich freue mich darüber. Alles hängt jedoch hier aber von der Wahl ab, die Ihr treffen werdet. Ich weiß es leider: die meisten französischen Pensionate sind Nester des Verderbens und der Entsittlichung; doch lassen sich auch die guten leicht finden, wenn man nur Suchen will. Wenn Ihr es wünscht, will ich Euch eine Solche Anstalt nennen; die von X . . . zum Beispiel.«

»Ja, das Pensionat von X . . . ,« rief die Mutter, »ich dachte es wohl. Nein! dann kann unsere Siska auch wohl zu Hause bleiben. Seht die Anna van Straten an; die war in dieser Anstalt, und nach drei Jahren ist sie zurückgekommen wie Sie hingegangen war. Sie ist wohl brav und eingezogen, auch, wie ich höre, wohl unterrichtet und erfahren in allem, was zu einem guten Haushalte gehört; aber das kann man ja doch überall lernen; darum braucht man in keine Erziehungsanstalt zu gehen!«

Und zu welchem Ende Soll man denn hineingehen Mutter van Roosemal Ich - фото 9

»Und zu welchem Ende Soll man denn hineingehen, Mutter van Roosemal? Ich verstehe Euch wohl: um verwelscht zu werden, nicht wahr? um, gleich Therese Spinal, Leichtsinn und Ausgelassenheit heimzubringen; um sich über seinen Stand kleiden und zu jedermanns Ärgernis die Modepuppe und den Leichtfuß Spielen zu lernen?«

»Aber Doktor,« bemerkte Vater van Roosemal, »wenn die meisten Pensionate die Kinder verderben, wie kommt’s denn, daß alle reichen Leute, die doch auch nicht dumm sind, ihre Töchter dahin schicken?«

»Versteht mich recht, meine Freunde,« fuhr der alte Pelkmann mit ruhigem Gemüt fort, »jeder Stand in der Gesellschaft hat seine Denkweise und Sitte. Was gut, anständig und nützlich sein mag für ein Edelmannskind, ist oft schlecht, unziemlich und schädlich für das Kind eines Krämers. Das Verderbliche der Erziehung, die man in solchen Anstalten den Mädchen gibt, liegt hauptsächlich darin, daß man den Töchtern eines Schusters oder Metzgers dieselben Lebensansichten und Gewohnheiten beibringt, wie denen eines Edelmanns oder reichen Gutsbesitzers; und die, welche zur Arbeit bestimmt sind, geradeso erzieht und hält wie diejenigen, welche nie etwas anders zu tun haben werden, als ihren Verstand zu gebrauchen, um sich im Wohlleben nicht zu langweilen. So verdirbt man die menschliche Gesellschaft von Grund auf; jedes Mädchen will Fräulein sein, und mit der Kleiderpracht kommt Faulheit, Geldverschwendung, Leichtsinn und noch Ärgeres. Man erzieht haufenweise französische Zierpuppen; aber flämische, arbeitsame, züchtige Hausfrauen? Nicht eine!« —

Jetzt Stand Vater van Roosemal plötzlich von seinem Stuhle auf und sprach mit Nachdruck:

»Genug, genug! Ihr Seid viel zu gut, Doktor, daß ihr darüber so viel Redens macht. Ihr habt vollkommen recht, und Siska soll entweder in das Pensionat von X. kommen oder sie soll zu Haus bleiben, wenn anders ich hier der Herr bin. Und du, Weib, mit deinem Französisch! Möchtest du sagen, wir hätten Not gelitten und wären den Krebsgang gegangen, bloß weil wir unsere Muttersprache reden? Ich Sage: gut ist gut; und wer gut besser machen will, den halte ich für einen dummen Esel. Und um es kurz zu machen: Siska bleibt zu Haus!«

Allein der brave Mann hatte ohne den Wirt oder besser ohne seine Frau gerechnet. Diese rief voll Ärger:

»Oho, nicht so vorschnell, van Roosemal! Es scheint, daß du heute gar viele Noten zu deinem Sang hast. Setz dich nur nieder, Mann, und mach dir kein böses Blut. – Doktor, Sagt einmal, welch große Sünde sollte es denn sein, wenn unsre Siska so wohlerzogen wäre und so gut Französisch könnte wie ein Edelmannskind? Oder sollte sie deshalb um ein Haar schlechter sein?«

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