KAPITEL 2 KAPITEL 2 Das richtige Material Wie für jede Stricktechnik muss man für Jacquardmuster das passende Garn auswählen. Auch bei reiner Wolle sind manche Qualitäten besser geeignet als andere. Daher ist es sinnvoll, sich vor Beginn darüber zu informieren, worauf es bei der Garnauswahl ankommt.
Das richtige Material KAPITEL 2 Das richtige Material Wie für jede Stricktechnik muss man für Jacquardmuster das passende Garn auswählen. Auch bei reiner Wolle sind manche Qualitäten besser geeignet als andere. Daher ist es sinnvoll, sich vor Beginn darüber zu informieren, worauf es bei der Garnauswahl ankommt.
Garnauswahl
Stricknadeln
Hilfsmittel zum Stricken
Hilfsmittel zum Spannen
KAPITEL 3
Strickschriften lesen
Leserichtung einer Strickschrift
Farben in einer Strickschrift erkennen
Zunehmen und Abnehmen von Maschen
Den Überblick über die Strickschrift behalten
KAPITEL 4
Auswahl eines Modells nach dem Schwierigkeitsgrad
Tipps zur Modellauswahl
KAPITEL 5
Auswahl der Farben
Der Farbkreis
Kontrastfarben
Farbauswahl passend zum Modell
Farbauswahl Schritt für Schritt
Fertige Strickpakete?
KAPITEL 6
Die rundgestrickte Maschenprobe
Was ist eine Maschenprobe?
Rundstricken einer Maschenprobe
Spannen und Abmessen der Maschenprobe
KAPITEL 7
Intarsien stricken
Technik und Tipps
KAPITEL 8
Jacquardmuaster stricken
Fadenhaltung und Fadenführung
Farbdominanz
Einweben der Fäden auf der Rückseite
KAPITEL 9
Kontrolle der Fadenspannung
Die richtige Fadenspannung
Jacquardmuster in kleinen Runden
Fehlerkorrektur
KAPITEL 10
Steek-Technik
Was ist ein Steek?
Steek-Technik: geeignete Garne
Steeks befestigen: häkeln oder nähen?
Versäubern der Innenseite
Alternative Versäuberung: das Steek-Sandwich
Hinzufügen von Steeks an einer Pulloveranleitung
KAPITEL 11
Abschlussarbeiten
Fäden vernähen
Spannen
Regelmäßiges Waschen von Strickstücken
Aufbewahrung von Strickstücken
Was tun gegen Pilling?
Modellanleitungen

Mütze Blisco

Pullover Helvellyn

Pullover Bowfell

Pullover Scafell

Jacke Scafell
Anhang
Anna Dervout – Along avec Anna
Dank
Partnerfirmen und Bezugsquellen
Einführung
Was ist Jacquard?
Die Jacquardtechnik ist eine von verschiedenen Methoden, um mehrfarbige Einstrickmuster zu arbeiten. Dabei wird in einer Reihe mit mehreren Farben gleichzeitig gearbeitet, was auf den ersten Blick abschreckend wirken kann.
Einstrickmuster werden für Pullover, Mützen, Schals, Fäustlinge, aber auch für verschiedene Accessoires (Kissen, Weihnachtsstrümpfe, Tassenwärmer …) verwendet. Es gibt eine Fülle von Motiven: waagrecht, senkrecht, geometrische Muster oder auch Einzelmotive (Intarsien).
Technik und Muster gibt es seit vielen Jahren, doch der Stil der Modelle hat sich gewandelt. Die weiten formlosen Pullover der 1990er Jahre sind modern geschnittener Kleidung in schönen Mustern und Farben gewichen.
Tradition des Jacquardstrickens
Die Jacquard-Stricktechnik stammt nicht von einem bestimmten Ort. Man findet sie in verschiedenen Gegenden: Fair Isle, Norwegen, Schweden, Island, die Färöer-Inseln, Estland, Lettland, Litauen oder auch die Anden – jedes Land hat seine eigene Geschichte der Jacquardmuster.
Betrachten wir drei Beispiele aus verschiedenen Ländern: Island, Fair Isle und Norwegen.
Seit etwa 50 Jahren sind die Lopapeysa-Pullover (Lopapeysa = „Wollpullover“) aus der Folklore des Landes nicht mehr wegzudenken, doch die typischen Islandpullover existieren schon viel länger. Die hierfür verwendete Wolle, die sehr warm und wasserabweisend ist, wurde bereits von den Wikingern zum Weben der Segel für ihre Schiffe gebraucht.
Die Wolle der isländischen Schafe gehört zu den wärmsten Wollarten der Welt: Die langen und weichen äußeren Fasern sind sehr strapazierfähig und wasserabweisend, während die dünneren, mohairartigen inneren Fasern ausgezeichnet gegen Kälte schützen.
In den Anfängen wurden die Lopapeysa fast ausschließlich in Weiß, Grau, Hell- oder Dunkelbraun und Schwarz gestrickt, also in den natürlichen Farben der isländischen Schafe. Heute sind hingegen viele verschiedene Farben erhältlich.
Der Fair-Isle-Stil stammt von einer der Shetlandinseln, die nördlich von Schottland zwischen den Orkneyinseln und der Hauptgruppe der Shetlandinseln liegt. Der Begriff Fair Isle Knitting wird heute oft für Jacquardmuster aus der ganzen Welt verwendet. Fair Isle ist jedoch ein ganz eigener Stil, der sich auf der gleichnamigen Insel schon vor langer Zeit entwickelte, als man entdeckte, dass durch Muster mit auf der Rückseite mitgeführten Fäden (Stranded-Technik) ein doppelt dickes Gestrick entstand und man so aus dünnem Garn (Stärke Fingering/Nadelstärke 2,25-3,25) leichte und doch wärmende Kleidung stricken konnte.
Islandpullover und -jacken (links), Jacke im Fair-Isle-Stil (rechts)
Meist werden für Fair-Isle-Modelle viele verschiedene Farben verwendet (manchmal 15 oder 16), und die Muster erstrecken sich über die gesamte Fläche.
Modell: Norwegische Fäustlinge für Mimi von Anna Mazzarella
Nordischer Stil am Beispiel Norwegen
Norwegermuster bestehen im Unterschied zu den Fair-Isle-Mustern meist aus nur zwei Farben, einer Grundfarbe und einer Kontrastfarbe, in der Regel Weiß zusammen mit Schwarz, Rot oder Blau.
Die traditionellen nordischen Motive variieren je nach Land, doch meist sind es Sterne, Blumen und geometrische Figuren.
Die berühmten Selbu-Fäustlinge sind zu einem norwegischen Nationalsymbol geworden. Von anderen Fäustlingen unterscheiden sie sich dadurch, dass Handrücken und Handfläche unterschiedliche Motive aufweisen und durch eine senkrechte Linie getrennt werden. Eine weitere Besonderheit: Das Bündchen wird an Damenmodellen anders gearbeitet als an Herrenmodellen.
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